Wie errechnet man einen ungefähren Verkaufs/Ladenpreis

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Oft ist in einem eBay-Angebot von einem ehemaligen Laden- bzw. Verkaufspreis die Rede. Neben den korrekten Angaben, dient aber manchmal die Angabe des ehemaligen Laden- bzw. Verkaufspreis auch dazu, den tatsächlichen Wert eines Schmuckstückes zu verschleiern und den Interessenten zu überhöhten Geboten im Rahmen einer eBay-Auktion zu bringen oder überhöhte Sofort-Kaufpreise zumindestens verbal zu rechtfertigen.

Wenn Sie für Ihre Kalkulation, entgegen meiner eigentlichen Ratschläge, einen ehemaligen Verkaufspreis für ausschlaggebend halten, können Sie sich auch leicht den ungefähren, in meinen Augen realistischen Verkaufspreis errechnen.

Zunächst müssen Sie den ungefähren Materialwert des Schmuckstückes ermitteln.

Hier orientiert man sich erstmal an den internationalen Goldkurs. Dieser ist im Wirtschaftsteil einer guten Tageszeitung täglich oder immer noch aktueller im Internet, zu finden.

Ist der Kurs nicht in Kilogramm, sondern in Unzen angeben, beachten Sie, das eine Fein-Unze = 31,104 gr. sind.

Am 18.4.2006 war der offizielle Preis für 1 Gramm 585er Gold 11,17 US $.

Nachdem Sie den genauen aktuellen Goldwert des betreffenden Schmuckstückes errechnet haben, addieren Sie hierzu einfach 400 % dazu.

Also hat das Stück z.B. 6.5 gr. 585er Gold, dann bitte 6,5 x 11,17 = 72,60 US $ reiner Goldwert. Plus 400 % = 290,40 US $. Ergibt einen ungefähren ehemaligen Ladenpreis von 363,00 US $.

Natürlich haben wir nun evtl. wertvolle Steine außer Acht gelassen.

Hier arbeite ich nur mit einer ungefähren, eigenen Regel und beachte auch nur z.B. Brillanten in bester oder fast bester Qualität. D.h. Top Wesselton oder Wesselton lupenrein bis VSI (very small inclusions = kleine Einschlüsse nicht mit dem bloßen Auge sichtbar).

In einer Einzelsteingröße unter 0,2 ct. ist hier meine Grundlage 1000 US $ pro Karat (ct).

Für Brillanten unter 0,5 ct ist hier meine Grundlage 2000 US $ pro Karat.

Wenn nun der zuvor bereits auf Grundlage des Goldwertes errechnete Schmuckstück, zum Beispiel noch 5 einzelne Brillanten in einer Gesamtgröße von 0,25 ct vorhanden sind, dann kommen bitte noch 250 US $ für die Brillanten dazu. Ergibt einen Materialwert von 322,60 US $, entspricht einen ungefähren Ladenpreis von 1.613,00 US $.

Nun rechnen Sie sich den Betrag bei Bedarf noch in EURO um. Ungefähr geteilt durch 1,2 - es kommt hier ja nicht auf den Cent an = 1.344,16 EURO

Bei größeren Steinen und anderen wertvollen Steinen, wie Rubine etc. ist es dann nicht mehr so leicht. Hier kommt es auf den Einzelfall an. Der Wert der Brillanten steigt nun überproportional, unter Berücksichtigung der Grösse, Farbe, Einschlüsse bzw. Reinheit und nun wird auch der perfekte Schliff in jeder Feinheit wichtig. Pro Karat 3000 bis 10.000 US $ und nach oben eigentlich keine Grenze.....

Solche Schmuckstücke sollte man nur kaufen, wenn ein Gutchten eines anerkannten Gutachters erstellt ist und mitgeliefert wird. Oder das Angebot eines Schmuckstückes befindet sich in einer fairen, seriösen eBay-Auktion mit wertunabhängigen Startpreis.

Aber für kleinere Brillanten, unter 0,5 Karat, beeinflusst dies nicht übermäßig den Verkaufspreis bzw. tatsächlichen Materialwert. Denn nur größere, perfekte Brillanten sind selten und überproportional wertvoller.

Selbstverständlich haben Brillanten in schlechterer Qualität oder andere Edelsteinen auch Ihren Wert. Aber für eine Faustregel ist dieses Gebiet zu umfangreich. Evtl. finden Sie bei den Anbieter noch Schmuckstücke im Angebot, wo doch anhand meiner persönlichen Faustregel, eine andere Angabe eines Verkaufspreises sich überprüfen läßt und so am Ende doch über die Angaben der ehemaligen Laden- bzw. Verkaufspreise des Anbieters, Sie sich ein Bild machen können.

400 % für Fertigung, Groß- und Einzelhandel sind die unterste anzunehmende Charge. Sicher gibt es Händler die höher kalkulieren. Widerum in Asien gefertigter Schmuck, hat bei den dort üblichen Löhnen, längst nicht so hohe Fertigungskosten.

Auch soll meine persönliche Regel nur ein kleine, ungefähre Hilfe sein, evtl. überhöhte Angaben von Verkaufspreisen zu erkennen und dann einfach außer Acht zu lassen und auf der Basis der eigenen Kalkulation sich an der Auktion zu beteiligen.

Wenn wir nun bei unserem Beispiel einen Verkaufspreis von rund 1.300 EURO errechnet haben, dann ist eine evtl. Angabe von um die 2.000,00 EURO im Angebot ohne weitere noch glaubhaft. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und jeder Händler darf kalkulieren wie er will.

Finden wir aber eine Angabe von weit über 2.000 EURO, von 3.000 EURO und mehr, dann sind schon berechtigte Zweifel anzumelden.

Bedenken Sie auch, dass es sich oft um Restbestände aus Geschäftsauflösungen handelt. Evtl. ist es Ware eines pleite gegangenen Juweliers, der halt seine Preise nicht am Markt durchsetzen konnte.....

Oder würden Sie wirklich gern immer beim teuersten Händler einkaufen?!

Sollten Angaben über Gewicht und Güte der Steine fehlen, kann man ja dies leicht per Mail hinterfragen.

Der Materialwert vom Gold, ist der Wert, den Sie im Falle eines Wiederverkaufs auf jeden Fall von einen offiziellen Goldankäufer, Degussa etc. erhalten.

Oder auf einer Pfandleihe erhalten Sie dann, je nach Kreditanstalt, zwischen 20 bis ca. 40 % des Materialwertes als Kredit.

Wenn Sie als Geldanlage Goldschmuck kaufen wollen, sollte nur der Materialwert als Grundlage für Ihren Einkauf dienen.

Es ist mir klar, dass Anbieter, die etwas großzügig mit Ihren Angaben von ehemaligen Ladenpreisen umgehen, diese Ratgeber, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht hilfreich finden können.

In der Hoffnung, nicht allzu viele Mitanbieter auf die Füße getreten zu haben, wünschen ich allen eBayer beim Verkauf und Einkauf weiterhin viel Spaß!

Gruß

Sammlerberater

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