Wie ein Märchen aus 1001 Nacht - orientalische Münzen richtig bestimmen

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Wie ein Märchen aus 1001 Nacht - orientalische Münzen richtig bestimmen

Auch heute noch gut erhaltene Münzen aus der Frühzeit der orientalischen Münzprägung aufzufinden, ist mitunter gar nicht so einfach. Die ersten Münzen, um die es sich handelt, sind mitunter um die Zeitenwende, also vor über 2000 Jahren, geprägt wurden. Die damalige Prägetechnik war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollends ausgeprägt und daher tut man sich vor allem darin schwer, ältere orientalische Münzen in guter Erhaltungsqualität aufzufinden. Des Weiteren werden Münzen dieses Beschlags in der Regel bei archäologischen Ausgrabungen zutage gefördert und landen in der Regel sofort im Museum. Der private Sammler hat diesbezüglich also kaum Chancen, sehr alte und gut erhaltene Stücke zu erwerben. Einige wenige von ihnen kann man jedoch im Handel finden. Hier gibt es eine große Auswahl an orientalischen Mittelaltersmünzen sowie weiteren Münzen aus dieser Ära wie z. B. byzantinische Goldmünzen  und weitere europäische Mittelaltersmünzen wie den Huszar. Wichtig ist es z. B. beim Kauf darauf zu achten, dass grobe Konturen und Schriftzeichen noch als solche erkennbar sind, um somit sicherzugehen, dass es sich nicht um Fälschungen handelt. Bei eBay können Sie aus dieser Epoche seltene Goldmünzen kaufen, um Ihre Sammlung zu bereichern.

Orientalische Münzen - eine eigene Welt

Die Epoche der orientalischen Münzen weist eine Menge geschichtlicher Umbrüche in diesem Raum auf, in dem eine Vielzahl von Staaten entstand und auch wieder verschwand. Orientalische Münzen weisen in ihrer Symbolik die umfangreichsten Formen und Bilder auf. Jene erzählen kleine Geschichten und stellen Alltagssituationen dar und die Münzen waren nicht alle an feste Nominalwerte gekoppelt, viel mehr entschied das Gewicht der Münze über dessen Verkehrswert. Viele der damaligen Münzen wurden beim Tauschhandel auch oft, ähnlich wie bei den europäischen Brakteaten, in Stücke gebrochen, um diversifizierter gehandelt zu werden. Im Folgenden soll auf die Münzprägung im frühen Orient sowie die auf die unterschiedlichen Münzen der verschiedenen Großvölker des Mittelalters eingegangen werden.

Die Geschichte der orientalischen Münzprägung

Das Wissen, das heute von der mittelalterlichen islamischen Welt besteht, basiert weitgehend auf den Überlieferungen diverser Chroniken. Jedoch sind zuverlässige und seriöse Primärquellen für die Geschichtsforschung nur spärlich vorhanden. Dies gilt vor allem für die Zeit vor dem Jahr 1500. In diesem Zusammenhang erschwert es natürlich auch die Möglichkeit, die orientalische Geldgeschichte, speziell Münzprägung, faktenbasiert aufzulisten. In der orientalischen Welt haben die Münzen selbst durch frühzeitige Aufprägung der Prägejahre und Prägeorte die Geschichte erzählt. Für die damaligen Herrscher war es zudem von äußerster Wichtigkeit, ihren Namen auf den Münzen zu nennen, da die Münzen neben der eigentlichen Handelsfunktion auch eine gewisse Informationsfunktion innehielten.

Arabo-sassanidische Prägungen

Die frühe orientalische Münzprägung beginnt bereits kurz nach dem Tod des Heraclius, des letzten Herrschers der der Spätantike zugeordnet werden kann, im Jahre 641. Dieses Jahr war zugleich Jahr 20 der arabischen Ära. Belegt wird dies anhand von Fundstücken arabo-sassanidischer Prägungen aus 641 bzw. 662 nach Geburt Christi. Die ersten Münzen waren in ihrer Symbolik eher schlichterer Natur als die nachfolgenden. Sie zeigten ein Portrait des sassanidischen Königs mit zusätzlicher Pahlevi-Innenschrift, also auf Aramäisch. Welche Prägestätte die Münzen in erster Linie prägen durfte, wurde vom amtierenden Herrscher bestimmt, dessen Aufgabe es auch war, über das Aussehen der Münzen zu entscheiden. Letztendlich gab es im späteren Verlauf der Geschichte keinen sassanidischen König mehr, jedoch wurden alle späteren Münzen des mittelalterlichen Orients nach dem Vorbild der sassanidischen Königsmünzen geprägt.

Provinzialprägungen

Neben den Münzen für internationale Warentransaktionen in Gold gab es zudem noch diverse Provinzialprägungen, ähnlich den römischen Provinzialprägungen aus Caesarea. Bestimmend für die orientalischen Provinzialprägungen sind die Abbildungen verschiedener Familien-Clans arabischer Monarchenfamilien und nicht die des amtierenden Herrschers selbst. Letztere wurden auch Gouverneursmünzen genannt. Geschah es nun, dass diverse Großfamilien eigene Gouverneursmünzen prägten, so bedeutete dies im gleichen Atemzug, dass jene die Herrschaft und die Macht des Königs nicht mehr anerkennen und auch die aktuellen Gebietsgrenzen nicht mehr respektieren. Die Münzprägung stand im mittelalterlichen Orient also auch für die Macht über das jeweilige Gebiet. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts begann vornehmlich die Zeit der Münzen aus Damaskus. Vormals Teil des Byzantinischen Reichs, kapselten sich allmählich immer mehr Provinzen ab und bekannten sich zum Islam. Diesen Machtkampf historisch belegen tut auch hier wieder die Einführung eigener Münzen auf diesem Terrain.
Wenig später, im Jahr 77 der arabischen Ära, was dem Jahr 698 unserer Zeitrechnung entspricht, gewannen die Fundamentalisten in den östlichen Gebieten des Orients mehr und mehr an Bedeutung und man pflegte fortan, bilderlose Münzen zu prägen, die weder das Antlitz der etwaigen Herrscher auf sich trugen, noch war auf ihnen arabische Symbolik zu verzeichnen. Ein Trend, wie er die folgenden Jahrhunderte in der orientalischen Münzprägung beibehalten werden sollte, da man nun fortan auf derartige Abbildungen und Symbolik verzichtete.

Die verwendeten Materialien für die Münzprägung im Orient

Auch im Orient gab es damals schon Münzen, deren Verkehrswert deutlich höher war, als der eigentliche Wert des in den Münzen vorhandenen Metalls. Man spricht hier von sogenannten Scheidemünzen. Sehr weit verbreitet war diese Münzart im einfachen Volk. Hier bestanden die gängigen Münzen hauptsächlich aus Bronze oder Kupfer. Die wertvolleren Münzen, welche für den internationalen Zahlungsverkehr oder als Medaillen gehandelt wurden, wurden aus Silber oder Gold, oft auch aus Billon und Elektron geprägt.

Die Beschriftung der orientalischen Münzen

Die frühen orientalischen Münzen wiesen hauptsächlich drei Arten von Innenschriften auf. Diese waren entweder in mittelpersischer Sprache (Pehlevi) oder in aramäisch-arabischer Sprache auf den Münzen aufzufinden. Die meist verwendete Innenschrift war die Bezeichnung des Gouverneurs mit Angabe des Vaternamens und der Herkunft, die zweite Form war die Nennung des persischen Amîrs (eine Art Reichverweser) ohne Angabe des Vaternamens oder der Herkunft. Eine dritte und eher seltene Form war die Nennung eines christologischen Mottos auf den Münzen.

Münzen aus Antike und Mittelalter – das Morgen- und das Abendland

Als führende Kulturen in der Entwicklung von Münzgeld gelten heute die Griechen, Römer, Kelten, Byzantiner sowie Perser. Diesbezüglich finden Sie im Handel ein breites Spektrum verschiedener römischer Münzen, griechischer Münzen, ostkeltischer Münzen sowie die späteren byzantinischen Münzen und orientalische Münzen. Münzen in der Antike und im frühen Mittelalter, in dessen Ära auch die Prägung der orientalischen Münzen fällt, wurden hauptsächlich aus den Metallen Gold, Silber und Kupfer sowie aus den Legierungen Bronze und Elektron geprägt. Maßgeblich für die Prägung der Münzen war die Erfindung der Stempelschneidekunst, die es ermöglichte, Kunst, Figuren, Buchstaben in Stempel aus Metall je nach Erfordernis des Abdrucks vertieft auf einer Münze darzustellen.
Etwa mit Beginn des Mittelalters gegen 600 nach Christi Geburt gingen die Entwicklungen in beiden Kulturräumen, im Morgenland und im Abendland, in zwei verschiedene Richtungen. Betrachtet man sich die europäischen Mittelaltersmünzen aus dieser Zeit genauer, so fällt auf, dass diese eher die christliche Symbolik vertraten und die Abbildungen der Herrscher auf sich trugen. Betrachtet man nun die orientalischen Münzen des Mittelalters, so stellt man fest, dass diese deutlich von der Religion geprägt waren. Dies zeigt sich insoweit, dass die Münzen oft nur kleinere Verse aus dem Koran auf sich trugen. Auf Nominalwertnennungen wurden im Übrigen auf beiden Seiten verzichtet, viel mehr zählte das Gewicht der Münze, das beim Auswiegen jener den Verkehrswert der Münze statuierte.

Wie Sie auch heute noch gute Exemplare ausfindig machen können

Obwohl die Münzen mitunter über 1500 Jahre alt sind, ist es auch heute noch problemlos möglich, jene in guter Erhaltungsqualität zu finden. Besonders interessant ist hierbei das umfangreiche Angebot an Münzen aus dem Altertum oder Münzen aus dem Mittelalter, spezieller auch an Münzen aus dem deutschen Mittelalter, wie Denare aus Brandenburg. Vor allem Münzen aus wertvolleren Metallen wie Gold und Silber haben den gewaltigen Zeitabschnitt seit ihrer Prägung besonders gut überstanden. Problematisch wird es da schon eher bei den Münzen niedrigerer Nominalwerte aus dem Metall Kupfer oder der Legierung Bronze. Eine weitere Hürde in der Auffindung orientalischer Münzen als solches ist auch ihre schwere Bestimmbarkeit. Da die Münzprägung im Orient vor 1500 Jahren noch in ihren Kinderschuhen steckte, war es damals noch nicht möglich, Symbolik, Schrift und Numerik perfekt erkennbar auf die Münzen aufzuprägen. Unter Numismatikern werden für die Bestimmung der Präge- und Erhaltungsqualitäten verschiedene Abkürzungen verwendet. Relativ gängig für die orientalischen Mittelaltermünzen sind die Prägequalitäten „ss“ – für „sehr schön“ und „ge“ – für „gering erhalten“ am anderen Ende der Skala.

So pflegen Sie alte orientalische Münzen richtig

Beim Kauf von Münzen aus dem Orient gibt es eine Menge Kriterien zu beachten, nach denen sorgfältig ausgewählt werden sollte und der Kauf der Münze daran geknüpft sein sollte. Viele der begehrten Stücke, welche mitunter über 1500 Jahre alt sind, wurden bei archäologischen Ausgrabungen zutage gefördert und sind dementsprechend oft in Museen gelandet. Somit ist es natürlich nahezu ausgeschlossen, jene in perfekter Erhaltungsqualität aufzufinden. Der dadurch über die Jahre entstandene Verschleiß der Münzen ist somit irreversibel. In diesem Zusammenhang kann man jedoch dafür sorgen, dass sich dieser in Zukunft nicht weiter fortsetzt. Speziell die Kupfermünzen aus dieser Ära bedürfen einer besonderen Pflege und Fernhaltung von Feuchtigkeit, da diese sonst die Kupferoberflächen oxidieren und sich Grünspan bildet.
Um die Münzen möglichst gut vor dem weiteren Altern zu schützen, benötigen Sie eine Reihe von Produkten für die Aufbewahrung der Münzen z. B. in Form von Münz-Alben oder in Form von Reinigungs- und Pflegeprodukten, um die Münzen so bestmöglich zu erhalten. Neben der Reinigung und der Pflege der Münzen sollten Sie diese auch entsprechend gut in dafür vorgesehenen Alben am besten mit Schutzfolie aufbewahren.

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