Wie die Alliierten den Zahlungsverkehr regelten: Münzen aus der Besatzungszeit für Sammler

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Wie die alliierten Siegermächte den Zahlungsverkehr regelten: Münzen aus der Besatzungszeit für Sammler

Der Zahlungsverkehr der alliierten Siegermächte

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 lag Deutschland in Schutt und Asche. Wichtige Einrichtungen wie beispielsweise das Nachrichtensystem und der Zahlungsverkehr waren zusammengebrochen. Durch die Überfinanzierung des Kriegsmaterials hatte die Reichsmark keinen Wert mehr. Das deutsche Volk tauschte seine noch vorhandene Reichsmark direkt gegen Waren und Lebensmittel. Es musste daher durch die alliierte Besatzung dringend eine Lösung her. Daher arbeiteten die alliierten Siegermächte daran, den Zahlungsverkehr wieder herzustellen. Dafür brauchte Deutschland dringend eine stabile Währung. Damit alle Beteiligten in Ruhe arbeiten konnten und es in Deutschland trotzdem eine Währung gab, wurde bis zur Erlangung einer Lösung die Alliierte Militärmark ausgegeben. Die Militärmark (Allied Military Currency) war in der Zeit von 1945 bis 1948 neben der Reichsmark die offizielle Währung Deutschlands. Die Alliierten Militär-Marknoten wurden bereits im Jahr 1944 in den USA und im sowjetischen Goznak gedruckt. Sie hatten Nennwerte von 0,50 Mark bis 1000 Mark und dienten zur Bezahlung von Markschulden aller Art.

Das Saarland, damals französisches Saarprotektorat, fand zuerst eine Übergangslösung. In der Zeit vom 16. Juni bis zum 19. November 1947 wurde die Saar-Mark eingeführt. Am 20. November 1947 wurde der Französische Franc im Saarland eingeführt. Genannt wurde die Währung zu Beginn Saar-Franken. Dieser stellte jedoch keine öffentliche Währung dar. Das Saarland trat im Jahr 1957 in die Bundesrepublik Deutschland ein und am 06. Juli 1959 wurde auch dort die Deutsche Mark offizielle Währung.

In den Ländern der westlichen Besatzungszonen dauerte die Einführung einer neuen Währung länger. Dafür wurde in den Ländern Hamburg, Hessen, Baden, Bremen, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern am 18. Juni 1948 eine angestrebte Dauerlösung präsentiert. Am 20. Juni 1948 wurde ein extra geschaffenes Währungsgesetz veröffentlicht, welches alle Erfordernisse an die neue Währung Deutsche Mark regelte. Am 21. Juni 1948 wurde die Deutsche Mark eingeführt und galt von diesem Tag an als die neue offizielle Währung. Die Bürger wurden in Kenntnis gesetzt, dass sie bis Ablauf des 26. Juni 1948 ihr vorhandenes Bargeld aus der Reichsmarkwährung zu tauschen hatten. In speziellen Ausgabestellen konnten die Bürger ihre alte Währung in Lebensmittelmarken tauschen. Die Ausgabe war begrenzt, sodass jeder Bürger ein sogenanntes "Kopfgeld" von 60 Deutschen Mark erhielt. 40 Deutsche Mark bekam jeder Bürger direkt, die restlichen 20 Deutsche Mark zwei Monate später. Im Zuge der Einführung der neuen Währung wurde die Bank deutscher Länder gegründet, die für den Ablauf des Umtausches sowie die Einführung der neuen Währung verantwortlich war. Größere Reichsmarksummen wurden über Abwicklungskonten nach Zustimmung des Finanzamtes in Deutsche Mark übertragen. Da sich die Bürger mit der Einführung der neuen Währung benachteiligt fühlten, wurde am 12. November 1948 zu einem Generalstreik aufgerufen. Am 24. Januar 1949 wurde mit dem 1-Pfennig die erste Münze der neuen Währung Deutsche Mark herausgegeben.

Obwohl am 21. Juni 1948 in West-Deutschland die Deutsche Mark eingeführt wurde, galt in der Sowjetischen Besatzungszone weiterhin die Reichsmark als offizielles Zahlungsmittel. Jedoch sorgte die Währungsumstellung in West-Deutschland in der Sowjetischen Besatzungszone für große Probleme. Die Reichsmark wurde dadurch noch mehr geschwächt, sodass eine Inflation ausgelöst wurde. In der Sowjetischen Besatzungszone reagierte man schnell und markierte alle Reichsmark-Noten mit Klebemarken. Dadurch entstand kurzfristig die "Klebemark". Mit Datum vom 24. Juli 1948 wurde in der Sowjetischen Besatzungszone eine neue Währung geschaffen. Die Währung bekam den Namen "Deutsche Mark der Deutschen Notenbank" und blieb die offizielle Währung bis zum 31. Juli 1964. Danach wurde die Währung vom 01. August 1964 bis 31. Dezember 1967 umbenannt in "Mark der Deutschen Notenbank", damit sich die Währung von der westlichen "Deutsche Mark" deutlicher unterscheiden ließ. Als letzte Währung gab die DDR in der Zeit vom 01. Januar 1968 bis 30. Juni 1990 die Mark der Deutschen Demokratischen Republik heraus. Am 01. Juli 1990 erfolgte offiziell die Wiedervereinigung und in der gesamten Bundesrepublik Deutschland galt die Deutsche Mark als offizielles Zahlungsmittel. Mit diesem Datum endete jede Alliierte Besatzungszone in Deutschland. Bei eBay erhalten Sie ein sehr umfangreiches Angebot an Münzen aus der gesamten Zeit der Alliierten Besatzung.

Die Reichsmark-Münzen bis zur Einführung anderer Währungen

Die Reichsmark war bis zur Einführung anderer Währungen im Jahr 1948 die offizielle Zahlungswährung in Deutschland, ausgenommen im Land Saarland. Die angeschlagene Reichsmark verlor nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr an Kaufkraft. Viele Waren wurden nur noch mit Bezugsscheinen herausgegeben, sodass die Währung weiter an Bedeutung verlor. Die Nennwerte der Münzen waren 1-Rpf, 2-Rpf, 4-Rpf, 5-Rpf, 10-Rpf, 50-Rpf, 1-RM, 2-RM und 5-RM. Rpf steht für Reichspfennig und RM steht für Reichsmark. Vom Jahre 1945 bis 1948 wurden die Kleinmünzen 1-Rpf, 5-Rpf und 10-Rpf getauscht, die Münzen trugen jetzt einen Adler ohne Hakenkreuz. Die Bezeichnungen Reichspfennig und Deutsches Reich blieben bestehen.

Münzen zur Zeit der westlichen Alliierten Besatzung

Am 20. Juni 1948 wurde in den Ländern der westlichen Alliierten Besatzung die Währung Deutsche Mark eingeführt. Als erste Münze erschien am 24. Januar 1949 der 1-Pfennig. Die Münzen wurden in mehreren Etappen und Zeiträumen herausgegeben. Am 21. Mai 1949 wurde die 10-Pfennig-Münze veröffentlicht. Die Münzen 1-Pfennig und 10-Pfennig waren die einzigen Münzen, die den Schriftzug "Bank Deutscher Länder" trugen. Im Jahr 1950 wurden alle Münzen nur noch mit "Bundesrepublik Deutschland" geprägt. Danach folgte am 02. Januar 1950 die 5-Pfennig-Münze und am 14. Februar 1950 die 50-Pfennig-Münze. Entgegen der Tatsache, dass diese beiden Münzen erst im Jahr 1950 herausgegeben wurden, trugen sie das Prägejahr 1949. Die 2-Pfennig-Münze kam am 23. Oktober 1950 und die 1-DM am 18. Dezember 1950 heraus. Komplettiert wurde die Währung mit den letzten beiden Münzen. Die 2-DM-Münze und die 5-DM-Münze erschienen gleichzeitig am 08. Mai 1951. Auf den Münzen der Deutsche Mark war als Motiv der Bundesadler oder ein Eichenzweig zu sehen. Auf der 50-Pfennig-Münze war das Motiv einer knienden Frau, die einen Eichenzweig pflanzte, geprägt. Dies symbolisierte den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Deutsche Mark wurde an fünf unterschiedlichen Prägestandorten hergestellt. Ein Buchstabe für jeden Prägeort gekennzeichnete die Münzen. A stand für die Staatliche Münze Berlin, D erhielt das Bayerische Hauptmünzamt, F deutete auf die Staatliche Münze Stuttgart hin, G stand für Staatliche Münze Karlsruhe und J verwies auf die Hamburgische Münze. Als Sammler können Sie bei eBay aus einem großen Angebot verschiedener Münzen auswählen.

Die Münzen im Saarland zur Zeit der Französischen Besatzungszone

Am 16. Juni 1947 wurde im Saarland die Währung Saar-Mark veröffentlicht. Die Währung gab es ausschließlich in Banknoten und diese war bis zum 19. November 1947 gültig. Danach wurde am 20. November 1947 der Saar-Franken eingeführt. Der Saar-Franken war rechtlich aber keine offizielle Währung und daher nichts anderes als ein Französischer Franc. Die Nennwerte des Französischen Franc waren 5-Centimes, 10-Centimes, 20-Centimes, 50-Centimes, 1-Franc, 2-Francs, 5-Francs, 10-Francs und 20-Francs. Die Deutsche Mark wurde am 06. Juli 1959 offiziell im Saarland eingeführt und löste gleichzeitig den Französischen Franc ab.

Münzen in Ostdeutschland in der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone

In der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Reichsmark als längste Währung genutzt. Am 24. Juli 1948 war es auch in der Sowjetischen Besatzungszone an der Zeit für eine neue Währung. Diese Währung hieß Deutsche Mark von der Deutschen Notenbank und wurde von dem Tag an als offizielles Zahlungsmittel genutzt. Bei den Münzen 1-Pfennig, 5-Pfennig und 10-Pfennig war von 1948 bis 1950 auf der Motivseite eine Ähre auf einem Zahnrad geprägt. Auf diesen Münzen wurde zwischen 1952 und 1953 ein Hammer mit Zirkel auf der Motivseite geprägt.

Am 01. August 1964 wurde die Währung umbenannt in Mark der Deutschen Notenbank. Sie sollte sich damit von der westlichen Deutschen Mark unterscheiden lassen. Im Januar 1968 erhielt die DDR die letzte Währung mit dem Namen Mark der Deutschen Demokratischen Republik. Bis auf die 20-Pfennig-Münze aus Messing waren alle Münzen aus Aluminium gefertigt. Daher nannte man die Währung auch "Aluchips". Die Nennwerte von 1-Pfennig, 5-Pfennig, 10-Pfennig, 20-Pfennig, 50-Pfennig, 1-DDM und 2-DDM waren in der Zeit vom 24. Juli 1948 bis zum 30. Juni 1990 stets identisch. An drei Prägestandorten, die ebenfalls Buchstaben zur Kennung erhielten, wurden die Münzen gefertigt. A für Berlin, A für Sankt Petersburg (fertigten nur die 1-Pfennig-Münze) und E für Muldenhütten. Am 01. Juli 1990 wurde in Ostdeutschland die westliche Deutsche Mark offizielle Währung und Zahlungsmittel.

Die Alliierte Besatzung brachte viele Sammler- und Gedenkmünzen

Sammler- und Gedenkmünzen wurden zu verschiedenen Anlässen und mit den unterschiedlichsten Themen geprägt. Die Bundesrepublik Deutschland gab 5-DM und 10-DM-Gedenkmünzen heraus. In der Deutschen Demokratischen Republik wurden die Gedenkmünzen als 5-DDM-Münzen, 10-DDM-Münzen und 20-DDM herausgegeben. Alleine die Deutsche Demokratische Republik veröffentlichte 122 Gedenkmünzen. In der Bundesrepublik Deutschland wurden 87 Gedenkmünzen ausgegeben. Die Gedenkmünzen unterscheiden sich von herkömmlichen Umlaufmünzen und dienen als reine Sammlermünzen. Die Auflagen sind sehr unterschiedlich und der Ausgabekurs kann bedeutend höher sein, als der eigentliche Nennwert der Münze. Am 26. Mai 2001 gab die Deutsche Bank der Bundesrepublik Deutschland eine 1-DM-Münze aus 999er Feingold mit einer geringen Auflage heraus. Diese hatte einen Ausgabepreis von 250 DM. Der Preis einer Gedenkmünze hängt davon ab, wie hoch die Auflage war und ob die Münze aus Gold oder Silber gearbeitet wurde. Jede Gedenkmünze der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik ist bei den deutschen Bundesbanken registriert. Dort können Sie alle Details zu den Münzen erhalten. Viele Sammler begeistern sich für die Münzen der Alliierten Besatzung, für die Deutsche Mark und die Mark der DDR. Besonderes Interesse unter Sammlern erregt die 50-Pfennig-Münze aus Bundesrepublik Deutschland. Diese stammt aus der Prägestätte Staatliche Münze Karlsruhe aus dem Prägejahr 1950 hat derzeit einen Kurswert von 1.800 Euro. 30.000 Exemplare existieren von dieser Münze mit der Prägung der Bank Deutscher Länder. Bei eBay können Sie aus einer Vielfalt an Gedenk- und Sammlermünzen sowie hochwertigen Büchern zu diesem Thema auswählen.

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