Wie dick darf es sein? Die unterschiedlichen Ausführungen von OSB-Platten

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Wie dick darf es sein? Die unterschiedlichen Ausführungen von OSB-Platten

OSB Platten werden auch Grobspanplatten genannt und kommen im Innenausbau als Verlege-und Wandplatten oder als tragende Teile im Dach-und Deckenausbau zum Einsatz. Doch welche Dicke eignet sich für welchen Zweck. Im Folgenden finden Sie eine erste Übersicht über Auswahlkriterien und Verarbeitung.

 

OSB-Platten im Trockenbau

Die Abkürzung OSB stammt von der englischen Bezeichnung „oriented structural board“ und bedeutet so viel wie „ausgerichtete Späne“. Das bezeichnet Material und Herstellungsart dieser Holzplatten. Im Gegensatz zu Spanplatten, die aus relativ feinen Holzspänen bestehen, beinhaltet die OSB-Platte recht grobe Späne von bis zu 20 cm Länge und 5 cm Breite. Das verleiht OSB Werkstoffen eine wesentlich höhere Biegefestigkeit und Belastbarkeit, als sie beispielsweise Spanplatten haben. Wollen Sie mit OSB-Platten eine Trockenbauwand herstellen, reichen für nicht tragende Teile Stärken von 12, 15 oder 18 Millimeter aus. Wichtig sind beim Einkauf der OSB-Platten auch die Qualitätsabstufungen. Sie geben an, für welchen Einsatzzweck die jeweilige Platte geeignet ist. OSB-Holzwerkstoffe gibt es in den Qualitätsstufen 1 bis 4, wobei 1 nicht tragende Platten für den Innenausbau bezeichnet. OSB 2 und 3 stehen für tragfähige Platten im Trocken- bzw. im Feuchtbereich. Und OSB 4 sind spezielle, hoch belastbare OSB Platten für tragende Konstruktionen im Feuchtbereich. Für Bauprojekte aus nicht tragenden Teilen ist daher im Trockenbereich eine OSB 1 mit 18 Millimeter Stärke ein zuverlässiger Allrounder.

 

Tragfähige OSB-Platten – das Gesamtgewicht berechnen

Für Fußböden und Decken eignen sich OSB Platten ab Stufe 2 mit einer Stärke von 22 Millimetern aufwärts. Da mit zunehmender Dicke der Platten auch das spezifische Gewicht ansteigt. Dieses liegt bei OSB-Platten bei ca. 600 Kg/m³. Bei der Planung sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Trägerkonstruktion für die Platten auf das entsprechende Gesamtgewicht ausgelegt ist. Das Gewicht der OSB-Platte berechnen Sie wie folgt: Länge x Breite x Dicke der Platte x spezifisches Gewicht (600Kg/m³). Daraus folgt für eine 22 Millimeter dicke OSB-Platte mit 2m Länge und 1,5m Breite:

2m x 1,5m x 0,022m x 600 Kg /m³ = 39,6 Kg. Angenommen, Sie verwenden stattdessen eine 25 Millimeter dicke OSB-Platte mit derselben Länge und Breite, ergibt sich daraus schon ein Gewicht von 45 Kg. Bei großflächig verbauten Platten ist es daher wichtig, das Gesamtgewicht, das auf den tragenden Teilen lastet, im Auge zu behalten.

 

Die Verarbeitung von OSB-Platten

OSB Platten lassen sich mit handelsüblichen Holzschrauben oder Spax verschrauben. Verlegeplatten weisen oftmals zusätzlich Nuten und Federn auf. Diese können Sie vor dem Ineinanderstecken verleimen und anschließend auf den Boden oder die Wand schrauben. Vorsicht: OSB Platten benötigen guten Halt, daher sind Schrauben, bei denen das Gewinde nicht unter dem Hals endet, zum Verschrauben ungeeignet.

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