Wie Sie mit Steckdosenleisten und Überspannungsschutz Ihre Hardware schützen

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So schützen Sie Ihre Hardware vor Überspannung – passende Steckdosenleisten und Überspannungsschutz finden

Die Stromversorgung ist regelmäßigen Schwankungen unterworfen. Damit kommen die meisten Geräte relativ gut zurecht. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn die Schwankungen zu groß sind. Dann reagieren besonders Computer oder Monitore oft äußerst empfindlich. Hier kann unter anderem ein Stromausfall auch zu Datenverlusten führen. Besonders schlimm kann es werden, wenn ein Blitz in die Stromleitung einschlägt. Dabei entstehen nicht selten Überspannungen von mehreren Tausend Volt. Die Folge können irreparable Schäden sein. Nicht nur Netzteile, sondern unter Umständen sogar die Hauptplatine oder Grafik- und Soundkarten fallen solchen Überspannungsschäden häufig zum Opfer.
Um solchen Vorfällen den Schrecken zu nehmen, kann man seiner EDV einen Airbag verpassen. Mithilfe einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV), aber auch durch Steckerleisten, die eine solche Einrichtung integriert haben, kann bei Stromschwankungen, Stromausfällen und auch Überspannungen die Stromversorgung über Batteriestrom erfolgen. So bleibt zumindest genügend Zeit, um wichtige Daten zu sichern und den Computer ordnungsgemäß herunterzufahren.

Komplette USV oder Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz – so treffen Sie die richtige Wahl

Unter einer unterbrechungsfreien Stromversorgung bekommen Computer und Peripheriegeräte sozusagen einen zentralen Akku. Dieser sorgt dafür, dass

  • Stromschwankungen abgefangen werden,
  • Schäden durch Überspannungen nicht entstehen,
  • Batteriestrom zur Verfügung steht, um Daten zu sichern und Arbeitsvorgänge abzuschließen beziehungsweise den PC herunterzufahren.

Welche Leistungen im Einzelnen eine komplette USV erbringen kann, hängt immer auch vom jeweiligen Modell ab.

Tipp: Wenn Sie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung an den Computer anschließen, sind auch alle Peripheriegeräte, die unmittelbar mit dem PC verbunden sind, hinreichend geschützt.

Eine Steckdosenleiste mit integriertem Überspannungsschutz macht immer dann Sinn, wenn einzelne Geräte geschützt werden sollen. Druckern, Scannern und ähnlichen Peripheriegeräten, die über eine eigene Netzstromversorgung verfügen, kann dann ein Blitzeinschlag in die Stromleitung nicht mehr schaden. Stromschwankungen, die zu Ausfällen führen können, werden durch einfache Steckerleisten mit Überspannungsschutz jedoch nicht ausgeglichen. Zum Schutz des Computers selbst sind sie also nur bedingt geeignet.

So arbeitet eine unterbrechungsfreie Stromversorgung

Derzeit gibt es drei verschiedene Technologien, mit denen eine USV ausgestattet sein kann. Dabei handelt es sich um die sogenannte

  • Online-USV,
  • Offline-USV oder
  • Line-Interactive.

Diese Techniken unterscheiden sich sowohl in ihrer Schutzleistung als auch in ihrer Leistungsfähigkeit und natürlich auch in den Anschaffungskosten voneinander.

Online-USV

Den besten Schutz bieten derzeit die Online-Versionen. Dabei handelt es sich um sogenannte Doppelwandler (Double Conversion), die alle angeschlossenen Geräte ununterbrochen mit einer gleichmäßigen Stromspannung versorgen. Das geschieht, indem die Netzspannung kontinuierlich in Gleichstrom umgewandelt wird, um sie den Batterien der USV zuzuführen. Anschließend wird der Strom wieder in Wechselstrom zurückgewandelt. Die Batterie dient somit ununterbrochen als aktiver Puffer. Es ist für die angeschlossenen Geräte deshalb völlig unwichtig, welche Spannung das Stromnetz gerade anbietet. Die USV verhindert, dass Schwankungen in der Stromversorgung der Geräte überhaupt erst entstehen können. Für eine Online-USV ist ein hoher technischer Aufwand notwendig, sodass es in den Geräten zu einer deutlichen Wärmeentwicklung kommt. Deshalb ist die Online-USV mit einem eigenen Lüfter versehen. Dieser kann natürlich störende Nebengeräusche verursachen.

Offline-USV

Eine technisch weniger aufwendige Methode ist der Einsatz einer sogenannten Offline-USV. Hier stellt die unterbrechungsfreie Stromversorgung die Weiterleitung des unveränderten Netzstroms sicher. Nur, wenn erhebliche Störungen auftreten, springt die USV an. Damit sie im Zweifelsfall sofort einsatzbereit ist, müssen die Akkus ständig geladen und auf einem hohen Kapazitätsniveau gehalten werden. Entsteht ein gravierender Abfall der Netzspannung, schalten sich die Akkus automatisch als alternativer Energielieferant ein. Hierfür wird allerdings eine gewisse Umschaltzeit benötigt. Im Extremfall kann es also trotzdem noch zu Schäden an besonders empfindlichen Geräten kommen. Allerdings sind die Offline-Geräte deutlich preiswerter in der Anschaffung, sodass sie im privaten Bereich häufiger eingesetzt werden als die kostenintensivere Online-USV.

Kauftipp: Wenn Ihre Geräte relativ robust sind und auf Spannungsschwankungen weniger sensibel reagieren, können Sie durchaus eine Offline-USV verwenden. Robusten Geräten machen auch die etwas längeren Umschaltzeiten in der Regel nichts aus.

Line-Interactive

Die Line-Interactive-Variante einer unterbrechungsfreien Stromversorgung soll einen Kompromiss zwischen der Online- und der Offline-Technologie herstellen. Im Klartext bedeutet das: Sie dürfen ähnlich gute Leistungen wie bei einer Online-USV zum günstigeren Preis der Offline-Variante erwarten. Line-Interactive-Geräte leiten den Netzstrom direkt an die Endgeräte weiter. Gleichzeitig werden auch hier die Akkus aufgeladen und auf einem hohen Spannungsniveau gehalten. Allerdings verwendet man bei dieser Technik spezielle Filter, die Schwankungen in der Energieversorgung wesentlich schneller erkennen können. Line-Interactive-Modelle sind außerdem in der Lage, Spannungsschwankungen für einen begrenzten Zeitraum auch ohne die Hilfe der Akkus auszugleichen. Das reduziert Probleme, die bei der Offline-USB durch die längeren Umschaltzeiten entstehen können.

Hinweis: Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die in der Lage ist, Spannungsschwankungen auszugleichen, ist oft mit der Abkürzung AVR (Automatic Voltage Regulator) gekennzeichnet. Diese automatische Voltregulierung sorgt dafür, dass der Strom schwankungsfrei und gleichmäßig fließen kann.

Der Einsatz dieser Technologie ist auch für den privaten Gebrauch absolut empfehlenswert, weil der Preis relativ günstig ist, das Leistungsspektrum aber deutlich höher als bei einer preiswerten Offline-USV.

Netzfilter bei Steckerleisten

Für die Stromversorgung von Computern und Peripheriegeräten sollte man besondere Steckerleisten verwenden. Es gibt Modelle, die einen Netzfilter oder einen Überspannungsschutz enthalten. Die beste Wahl ist auf jeden Fall eine Steckerleiste, die beides zur Verfügung stellt.

Achtung: Ein Netzfilter, auch Endstörfilter genannt, schützt nicht vor Überspannungen durch einen Blitzeinschlag in die Stromleitung. Er ist ausschließlich dafür gedacht, Störungen im Stromnetz auszuschalten und ein Brummen zu verhindern.

Da die meisten hörbaren Störungen im Stromnetz nicht durch die angeschlossenen Geräte, sondern durch Stromstörungen verursacht werden, ist der Einsatz eines Netzfilters sehr sinnvoll. Damit gehören dann Knacken, Brummen oder durch Stromstörungen verursachte Bildfehler der Vergangenheit an. Diese Störungen entstehen übrigens häufig dann, wenn andere elektrische Geräte (Staubsauger, Waschmaschine, Wäschetrockner oder Spülmaschine) mit hohem Strombedarf eingeschaltet werden.

Kauftipp: Achten Sie bei der Auswahl der Steckerleiste darauf, dass jede Steckdose über einen eigenen Netzfilter verfügt. Der Filter verändert nämlich den Netzwiderstand. So verhindert er, dass von den angeschlossenen Geräten verursachte Stromstörungen zurück in das Stromnetz gelangen. Diese Störströme treten meist verstärkt unmittelbar hinter dem Netzfilter auf. Zwar sind alle angeschlossenen Geräte gegen Stromschwankungen geschützt, aber die Stromqualität an sich verschlechtert sich. Ist jede einzelne Dose mit einem Filter versehen, kann das nicht passieren.

Der Unterschied zwischen aktiven und passiven Filtern

Ein aktiver Filter wirkt im Grunde wie ein Klärwerk für den Netzstrom. Störungen werden einfach ausgeschaltet. Aktive Netzfilter laden den Netzstrom in einen Zwischenpuffer, filtern Störungen heraus und leiten den Strom mit der optimalen Sinuskurve an die angeschlossenen Geräte weiter. Der passive Netzfilter hingegen lässt den Strom unverändert durch. Er beobachtet nur und spürt Stromstörungen auf, die er dann im Moment des Erkennens unterdrückt. Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass geringfügige Störungen oder Spannungsschwankungen den passiven Netzfilter unerkannt passieren könnten.

Steckerleisten mit Überspannungsschutz

Anders als die Steckerleisten mit Netzfilter sind mit einem Überspannungsschutz ausgestattete Steckdosenleisten nicht in der Lage, Stromschwankungen zu eliminieren. Der Überspannungsschutz dient ausschließlich dazu, große Spannungsspitzen zu verhindern, wie sie zum Beispiel bei einem Blitzeinschlag in das Stromleitungsnetz vorkommen. Solche Spannungsspitzen sorgen nicht nur für Bild- oder Tonstörungen, sondern können einzelne Geräte auch komplett zerstören. Wer dann keinen Überspannungsschutz in seine Hausratversicherung integriert hat, steht meist einem hohen Kostenaufwand gegenüber.

Übrigens: Um ein Gerät nachhaltig zu schädigen, genügt es, wenn ein Blitz im Umkreis von etwa drei Kilometern in das Leitungsnetz einschlägt. Ein Blitzableiter schützt zwar vor direkten Einschlägen in das Haus, Überspannungsschäden aus dem Stromnetz kann er aber nicht verhindern. Andersherum schützen Steckerleisten mit Überspannungsschutz nicht ausreichend gegen einen direkten Blitzeinschlag in das Haus. Ein Blitzableiter ist also in jedem Fall sinnvoll.

Steckerleisten sollte man abschalten können

Es genügt nicht, eine Steckerleiste zu verwenden, die man bei einem Gewitter über einen Ein-/Ausschalter abschalten kann. Zwar ist es sinnvoll, die Steckerleiste ausschalten zu können, aber das schützt nur vor einem direkten Einschlag, nicht vor der Überspannung aus dem Leitungsnetz. Hier ist die einzig hilfreiche Methode, die Stromzufuhr zur Steckerleiste zu unterbrechen, indem man den Netzstecker aus der Wand zieht. Der Grund für den unzureichenden Schutz durch das Abschalten der Steckerleiste ist, dass der Abstand zwischen den einzelnen Dosen auf der Leiste zu gering ist. Er ist nicht in der Lage, das Überspringen von hohen Strömen zu verhindern.

Und so funktioniert der Überspannungsschutz in der Steckerleiste

Um keine Schäden verursachen zu können, muss der Strom zurück in das Leitungsnetz gelangen, ohne an den angeschlossenen Geräten Schäden zu verursachen. Dafür ist die Erdung der Steckerleiste mit Überspannungsschutz zuständig. Achten Sie darauf, dass Spannungsspitzen mit hohen Amperezahlen abgeleitet werden können. Normale Steckerleisten mit Überspannungsschutz können Stromspitzen von mehreren Tausend Ampere abfangen. Genauere Hinweise zur Leistungsfähigkeit der jeweiligen Steckerleisten finden Sie in den detaillierten Produktbeschreibungen oder in den Technischen Datenblättern auf der Webseite des Herstellers.

Versteckte Probleme und zusätzlicher Schutz

Spannungsschwankungen können sehr tückisch sein. Oft verursachen sie keine Totalschäden, sondern es leiden nur einige Komponenten des Computers. Das Gerät lässt sich zwar weiter verwenden, aber die Qualität von Bild oder Ton leidet zum Beispiel. Deshalb ist eine Steckerleiste mit Überspannungsschutz eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt. Wesentlich besser abgesichert ist der eigene PC aber auf jeden Fall mit einer kompletten unterbrechungsfreien Stromversorgung, die direkt an den Computer angeschlossen wird.

Ein sehr sinnvoller Zusatzschutz bei allen Steckerleisten ist übrigens eine Thermosicherung. Sie verhindert nämlich, dass die Leiste insgesamt zu warm wird und eventuell einen Brand verursachen könnte. In der Regel schaltet die Thermosicherung bei einer Temperatur von etwa 70 Grad die Steckerleiste komplett ab und verhindert so eine weitere Stromzufuhr.

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