Wie Sie mit Chrombauteilen glänzen können

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Wie Sie mit Chrombauteilen glänzen können

Chrom ist das, was glänzt

Es muss nicht immer Gold sein, was glänzt. Am Auto oder am Motorrad ist es besonders Chrom, das alle Blicke auf sich zieht, dafür muss Ihr Fahrzeug noch nicht einmal ein Oldtimer sein.

Jedoch sollte an diesem Punkt sofort darauf verwiesen werden, dass eine Unterscheidung in Bauteile getroffen werden kann, die aus echtem Chrom bestehen und solchen, die nur eine schöne Chromoptik aufweisen, deren Chrom aber als falsch bezeichnet werden sollte. Für dieses falsche Chrom werden als Basis günstigere Aluminiumteile oder gar Elemente aus Kunststoff verwendet, die in Chromoptik aufgewertet werden.

Dieser Ratgeber will Ihnen Hinweise geben, wie Sie mit Ihren Chromteilen, ob echter Chrom oder falscher, jederzeit glänzen. Dabei soll unter anderem erläutert werden, wie die richtige Pflege erfolgen sollte.

Sonderfall: die Pflege der Bauteile in Chromoptik

Auch Bauteile in Chromoptik werden mit der Zeit stumpf oder wirken schmutzig. Damit sie wieder schön glänzen, gibt es einige Tricks. Die Pflege der meist aus Kunststoff oder Aluminium bestehenden Teile, die nur mit einer Oberfläche in Chromoptik versehen ist, sollte aber speziell auf diese Produkte zugeschnitten sein. Sie sollten unter keinen Umständen Teile aus falschem Chrom mit einer Chrompflege behandeln.

Alle Kunststoffteile können mit einem Allzweckreiniger aus dem Haushalt gereinigt werden. Der Vorteil der Kunststoffteile in Chromoptik liegt darin, dass diese Teile nur verschmutzen, nicht aber wirklich stumpf werden. Es genügt deshalb völlig gröbere Verschmutzungen und Staubpartikel mit einem Haushaltsreiniger zu beseitigen. Sie müssen für diese Teile in Chromoptik keine Politur verwenden, diese erzielt bei jenen keinen Effekt und verursacht nur unnötig Kosten und Aufwand.

Alle Bauteile aus Aluminium, die in Chromoptik gestaltet sind, werden mit einem speziellen Ölreiniger gesäubert. Besonders bei Krafträdern handelt es sich bei diesen um Elemente des Rahmens oder der Verkleidung. Typische Verschmutzungen sind deshalb gröberem und feinerem Straßenstaub geschuldet. Mit diesem Reinigungsmittel können auch Aluteile in Chromoptik verziert werden, wie beispielsweise Felgen oder auch Abdeckungen des Motors oder anderer Teile. Nach der Reinigung der gröberen Verschmutzungen sorgt eine Aluminium-Paste, mit der die Komponenten poliert werden, für neuen Glanz.

Echten Chrom auf Hochglanz polieren

Echtes Chrom will poliert werden. Am einfachsten ist dies mit einer Poliermaschine zu bewerkstelligen, mit der Sie eine Menge Muskelkraft sparen können. Eine Alternative zur Poliermaschine bietet eine Bohrmaschine, die mit einem Polieraufsatz für diesen Zweck leicht umgerüstet werden kann. Doch auch das Polieren per Hand ist natürlich möglich, nur vergleichsweise weitaus aufwendiger.

Zur Politur sollten alle Chrombauteile demontiert werden. Poliert werden kann schließlich nur, was Sie als Einzelteil in der Hand halten. Für die Politur infrage kommen alle verchromten Bauteile, wie etwa der Auspuff, das Standrohr, der Krümmer und viele kleinere Bauteile wie Abdeckungen vom Luftfilter oder Ähnliches.

Vor der eigentlichen Politur sollten alle Bauteile vorgereinigt werden. Dafür werden alle groben Verschmutzungen mit einem weichen Tuch entfernt. Anschließend empfiehlt sich die Vorpolitur mit einem entsprechenden Wachs. Charakteristisch für dieses ist seine weiße Farbe. Dieses Wachs sollte auf die rotierende Politurscheibe gegeben werden, damit es sich direkt gut verteilt. Die einzelnen Bauteile müssen aus allen Richtungen poliert werden, nur so erreichen Sie alle Stellen. Sie sollten darauf achten, die Chromteile nicht mit zu großem Druck zu bearbeiten, sondern sollten eine gleichmäßige Behandlung anstreben. Arbeiten Sie immer in langen Zügen und drehen Sie das Bauteil entsprechend. Als Faustregel gilt, dass etwa jede Minute neues Politurwachs auf die Scheibe aufgetragen werden muss. Die Vorpolitur entfernt feine Schmutzpartikel und Unregelmäßigkeiten.

Anschließend müssen die Teile mit einem Hochglanzwachs bearbeitet werden. Benutzt wird dafür eine besonders weiche Polierscheibe, auf die, während sie rotiert, das Wachs aufgetragen wird. Die Glanzpolitur wird genau nach dem Schema der Vorpolitur ausgeführt. Die Bauteile sind dann fertig poliert, wenn das gewünschte Ergebnis erzielt wurde. Zumindest sollten Sie solange polieren, bis das Vorpolitur-Wachs vollständig verrieben und nicht mehr sichtbar ist.

Bei der Politur sollten Sie in jedem Fall die Gebrauchsanleitung des Pflegemittels beachten. Es gibt Polituren, die eintrocknen müssen, andere werden direkt feucht verrieben. Auch sollten Sie unbedingt die Hinweise zum Politurtuch beachten, denn mit dem falschen Stoff lassen Sie Kratzer und Rillen möglicherweise erst entstehen, statt diese erfolgreich wegzupolieren.

Kleinere Risse und Kratzer im Chrom verschwinden lassen

Wenn in Chrombauteilen kleinere Risse oder Kratzer zu finden sind, dann lassen sich auch diese wegpolieren. Allerdings sind dafür Schleifkörper notwendig.

Diese Ausbesserungsarbeit sollte vor dem eigentlichen Polieren vorgenommen werden. Mit speziellen Schwämmchen auf Lava-Basis lassen sich Unebenheiten oder Rillen einfach fortschmirgeln. Sie sollten nach dieser Behandlung allerdings auf eine sorgsame Politur mit Glanzwachs achten, damit die behandelten Chromteile wieder schön glänzen.

Sie sollten beachten, dass Sie natürlich die besten Ergebnisse erhalten, wenn nur der Klarlack der Chrombeschichtung betroffen ist. Je tiefer die Kratzer sind, desto schwieriger ist es, diese zu behandeln. Sind Schäden im Grundlack vorhanden, dann sind diese auch noch nach der Politur sichtbar. Allerdings können Sie deren prägnante Wirkung deutlich schmälern.

Eine Alternative zum Abtragen der Risse und Rillen ist ein Auffüllen mit Wachs. Diese Arbeit ist vergleichsweise simpler auszuführen, allerdings nur als zwischenzeitliche Lösung akzeptabel: Nach Fahrten im Regen sind die Füllungen oftmals ausgewaschen und müssten wiederholt werden.

Im Interesse der Sicherheit: Vorsicht bei der Politur von Chrom

Für den TÜV ist die Behandlung von Chrombauteilen nicht ganz irrelevant. Speziell dann, wenn beim Polieren Teile tief ausgeschliffen oder Schweißnähte geglättet werden, kann dies die Festigkeit des Materials beeinträchtigen. Dies kann letztendlich als massiver Eingriff am Fahrzeug gewertet werden, sodass die allgemeine Betriebserlaubnis erlischt.

Aus diesem Grund sollten Sie beim Polieren auch vorsichtig arbeiten. Wer zu viel Druck ausübt, hat bei verchromten Teilen schnell alles abgeschliffen und ist auf den Grundlack vorgedrungen.

Welche Vorteile haben verchromte Bauteile?

Bereits seit den 1920ern werden Bauteile an Motorrädern und anderen Fahrzeugen verchromt. Wurden in der ferneren Geschichte vernickelte Teile mit einer dünnen Chromschicht überzogen, ist das Verfahren inzwischen weit fortgeschrittener. Es liegt auf der Hand, dass die ansprechende Optik verchromter Bauteile ein Grund für deren Einsatz ist.

Doch auch praktische Gründe sprechen für diese Technik. Immerhin wurden historisch gesehen eben jene Objekte verchromt, die starkem Verschleiß ausgesetzt waren. Die nun mit einer Hartchromschicht überzogenen Verschleißteile waren weit weniger von Abnutzungsspuren gezeichnet als unverchromte Vergleichsstücke. Mit der Verchromung verlängerte sich demnach auch die Lebensdauer der einzelnen Bauteile.

Achtung bei der Rekonstruktion von Oldtimern

Oldtimer und Chrom – das scheint untrennbar miteinander verbunden zu sein. Speziell Sammler und Bastler legen hohen Wert auf eine Authentizität der historischen Fahrzeuge. Wenn Sie Ihren Oldtimer fachgerecht und vor allem auch originalgetreu restaurieren wollen, dann sollten Sie das Baujahr Ihres Fahrzeuges genau kennen: Bis etwa Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Fahrzeugteile vernickelt, nicht etwa verchromt. Zwar stellt das nachträgliche Neuverchromen von Bauteilen kein Problem dar und ist jederzeit möglich, jedoch wird Ihr Fahrzeug dann nicht länger komplett originalgetreu erscheinen.

Das nachträgliche Verchromen von Bauteilen

Unabhängig davon, von wann ein Bauteil stammt, kann es jederzeit neu verchromt werden. Die heutigen Legierungen sind dabei sehr widerstandsfähig. Zwar ist das Verfahren sehr aufwendig und entsprechend teuer, lohnt es sich dennoch aufgrund der hohen Qualität.

Das Verchromen bietet den Bauteilen einen optimalen Schutz gegen Korrosion. Doch Vorsicht gilt bei der Auswahl der zu verchromenden Teile, denn der TÜV schließt einige Bauteile von diesem Verfahren aus. Dazu gehören unter anderem Motorradrahmen und Anhängerkupplungen. Bevor Sie den aufwendigen Schritt der Verchromung wagen, sollten Sie den TÜV konsultieren und sich beraten lassen, ob die Galvanisation für die von Ihnen vorgesehenen Fahrzeugteile überhaupt erlaubt ist.

Für alle Teile, die nicht verchromt werden dürfen, bietet sich eine Glanzvernickelung an.

Eine hochwertige Verchromung besteht aus drei Schichten. Zu Beginn des Verfahrens muss das Metallteil gesäubert und entfettet werden. Die erste Schicht, eine Kupferschicht, erhält das Teil in einem elektrolytischen Glanzkupferbad. Dank des Kupfers werden Unebenheiten ausgeglichen. Anschließend wird das Bauteil vernickelt, um eine Glanzschicht zu erhalten. Die hauchdünne Chromschicht schließt das Verfahren ab.

Chrom ist wieder in

Mit der zunehmenden Massenfertigung der Motorräder kam Chrom zunehmend aus der Mode. Das Verchromen war schlichtweg zu aufwendig und kostenintensiv, um mit der Massenfertigung Schritt zu halten. Den Schutz vor Korrosion übernahm ab sofort das moderne Material Kunststoff, das weit günstiger in der Fertigung war.

Derzeit ist Chrom allerdings wieder „in”. Begonnen hat der Siegeszug der veredelten Bauteile mit der nostalgischen Liebe zum Chopper – dieses Bike und Chrom gehen schlichtweg Hand in Hand. Doch auch Liebhaber anderer Motorräder haben inzwischen den Hauch von Klassik, den Chrom verleiht, für sich entdeckt. Chrom wird mittlerweile auf Kunststoffteile gedampft. Auch wenn diese Oberflächenbehandlung mit der ursprünglichen Verchromung nichts gemeinsam hat, ist die optische Wirkung auf den ersten Blick gleich.

Solange Chromteile bei Kraftrad-Liebhabern begehrt sind, gilt es auch den sich bildenden Schandflecken am Chrom den Kampf anzusagen. Ob Chromteil oder verchromter Kunststoff oder Alu: Es bilden sich schnell Stellen mit Flugrost, Kratzern oder auch blinde Stellen. Mit den hier im Ratgeber vorgestellten abrasiven Mitteln oder Wachsen beseitigen Sie diese Spuren, damit Ihre Chromteile stets glänzen.

Im Übrigen sollten Sie zwischen den einzelnen Pflegesequenzen nicht zu viel Zeit vergehen lassen. Chrom nimmt jede Nicht-Beachtung übel. Als Faustregel gilt, dass nach jeder längeren Fahrt und in jedem Fall nach jeder Regenfahrt, eine besondere Pflege und Wartung fällig ist. Neben dem regulären Putzen des Motorrads gehört auch immer die Pflege der Chrombauteile dazu.

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