Wie Sie die schönsten Türkis-Edelsteine finden

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Wie Sie die schönsten Türkis-Edelsteine finden

Was Ihnen beim Kauf von schönen Türkis-Edelsteinen Sicherheit verschafft

Türkis-Edelsteine sind die ältesten Schmucksteine der Welt und faszinieren auch heute noch durch kräftige blaue bis grüne Farbtöne. Da echter Natur-Türkis selten, wertvoll und heiß begehrt ist, wird er auch auf vielfältige Art und Weise kopiert und imitiert. Damit Sie einen echten und schönen Türkis-Edelstein finden können, erfahren Sie hier unter anderem, was Türkise ausmacht, wo die schönsten Steine herkommen und worauf Sie achten sollten, damit Sie keiner Fälschung oder einem Imitat zum Opfer fallen.

Namen und Charakteristiken von Türkis-Edelsteinen

Damit Sie die schönsten Türkis-Edelsteine finden, sollten Sie wissen, unter welchen anderen Bezeichnungen sie angeboten werden. Außerdem sollten Sie Kenntnisse darüber haben, was echte Türkise sind und in welchen verschiedenen Qualitäten es diese zu kaufen gibt.

Namen und Handelsbezeichnungen von Türkis-Edelsteinen

Die Namensgebung für Türkis wird unterschiedlich interpretiert. Am weitesten verbreitet ist jedoch die Auffassung, dass der Name vom französischen Wort „pierre turquoise“, zu Deutsch „türkischer Stein“, stammt. Diese Wortkreation basiert darauf, dass die ersten Steine über türkische Händler nach Europa kamen. Jedoch stammten diese Steine nicht aus der Türkei, sondern wurden zuerst aus dem Gebiet des heutigen Irans in die Türkei importiert, von wo aus sie nach Europa weiterverkauft wurden. Andere Namen und Handelsbezeichnungen, unter denen Türkise vermarktet worden sind und zum Teil heute noch gehandelt werden, sind beispielsweise: Sinai-Stein, Plattnerit, Kalait beziehungsweise Kallait, Johnit, Henwoodit, Chalchuit, Callait, Callaina, Blue Bees, Arizonoit und Agaphit. Hinter diesen Namen steckt meist die Farbe der Türkise in verschiedenen Sprachen oder eine bestimmte Charakteristik eines Steins. So hat z.B. die Türkis-Varietät Henwoodit einen geringen Eisengehalt und ist daher bläulicher, während Johnit oder Agapit (Agaphit) eine glasartige Oberfläche besitzen.

Was sind Türkis-Edelsteine?

Türkise sind überwiegend blaugrüne, undurchsichtige Mineralien, die als „Halbedelsteine“ schon über Jahrtausende hinweg geschätzt worden sind. Als ein Kupfer-Aluminium-Phosphat gehört Türkis zu den wasserhaltigen Phosphaten mit fremden Anionen. Üblicherweise kommt er in körnigen bis kryptokristallinen, derben, nierenförmigen, botryoidalten, stalaktitisch oder knollig-warzig geformten Massen oder als Krusten vor. Türkis kristallisiert triklin, wobei mit dem Auge sichtbare Kristalle mit prismatischem bis nadeligem Habitus äußerst selten sind. Oft gibt es auch Verwachsungen mit Chrysokoll. Türkise gibt es in den Farben von himmelblau über blaugrün bis grünlich-grau sowie zusätzlich gelblich aus den USA. Natur-Türkise in reiner türkiser Farbe sind rar. In der Regel haben sie kleine Flecken oder sind mit spinnennetzartigen grauen, braunen oder schwarzen Adern durchsetzt. Die Strichfarbe von Türkis ist weiß bis bläulich. Massive Türkisstufen weisen einen Wachsglanz und Kristalle eher einen Glasglanz auf. Des Weiteren ist Türkis gut bis sehr gut spaltbar. Sein Bruch ist muschelig und seine Dichte beträgt zwischen 2,6 und 2,8 Gramm pro Kubikzentimeter.

Qualitätskriterien für schöne Türkise

Die Qualitätsbeurteilung von Türkisen erfolgt nach den Kriterien Farbe und Härte. Ein qualitativ hochwertiger Türkis zeigt im Tageslicht ein homogenes Himmelblau, das weißliche, wolkige und unregelmäßige Flecken haben darf. Wenn die Farbe eines Steins auch unter Kunstlicht in voller Schönheit erhalten bleibt, dann handelt es sich um eine Topqualität. Verändert sich die Farbe eines Steins unter Kunstlicht jedoch ins Graue, dann wirkt sich dies qualitätsmindernd aus. Erscheint unter Kunstlicht ein Stein gar ganz grau, ist das ein Indiz dafür, dass man keinen Türkis, sondern einen Odontolith betrachtet. Den Farbton eines Steins bestimmt das Mischverhältnis von Kupfer und Eisen. Der Kupferanteil im Türkis ist für die begehrenswerte blaue Farbe des Edelsteines verantwortlich. Je mehr Eisenanteile er besitzt, umso grüner wird er. Generell sind dunklere Töne wertvoller als helle, grünstichige und gesprenkelte.

Ein weiteres Qualitätskriterium für Türkise ist ihre Härte, die zwischen 2 und 6 variiert. Diese Bandbreite kommt dadurch zustande, dass Steine, die an oder nahe der Erdoberfläche gefunden werden, trockener und härter sind als jene aus dem Erdinneren. Je geringer die Härte ist, umso poröser ist ein Türkis. Deswegen werden Topqualitäten überwiegend in den Trockengebieten der Erde gefunden. Steine, die aus über 30 Metern Tiefe kommen, sind wasserhaltiger, weicher und grüner sowie qualitativ weniger wertvoll einzustufen. Ein qualitativ hochwertiger Türkis in Edelsteinqualität ist dagegen hart und hat wenige Poren. Er hat sich im Laufe seiner Entstehungsgeschichte auf natürliche Art stabilisiert, indem seine Poren durch eindringende Kieselsäure verschlossen wurden.

Aus welchen Ländern Sie die schönsten Türkis-Edelsteine finden

Türkis ist ein Mineral, das bergmännisch abgebaut wird. In großen Kupferminen findet man Türkis häufig als Nebenprodukt. Nachfolgend erfahren Sie etwas über die gegenwärtig wichtigsten Fundstätten.

Türkise aus dem Iran sind besonders schön

Schon seit Jahrhunderten ist der Iran eines der Hauptlieferländer für edlen Türkis. Der erste nach Europa gekommene Türkis stammte vermutlich aus dem Iran. Auch heute noch kommen von dort die schönsten und besten unbehandelten Türkise. Wegen ihrer Härte und Farbe werden Steine aus dem Iran oftmals denjenigen aus anderen Ländern vorgezogen. Iranische Steine sind in drei Qualitätsstufen eingeteilt: Angushtari, Barkhaneh und Arabi. Angushtari-Türkise sind fleckenfrei, homogen türkisblau gefärbt und müssen eine vorteilhafte Form für Cabochonschliffe haben. Barkhaneh-Türkise hingegen besitzen für gewöhnlich feine Muster oder Äderchen. Zu den Arabi-Türkisen zählen alle anderen Steine, das heißt alle blassen, gefleckten und stark gemusterten Varianten. Iranische Steine werden weltweit vermarktet.

Was Sie bei Türkisen aus den USA beachten sollten

Im südwestlichen Teil der USA ist Türkis ein oft vorkommendes Mineral. Heute wird der Großteil der Steine aus den USA im Apache Canyon in New Mexico abgebaut. Diese amerikanischen Türkise haben meist einen grünlichen oder gelblichen Farbstich, sind teilweise sehr weich und oft sehr kalkhaltig, brüchig und porös. Sie sind in Naturform für die Schmuckherstellung weniger geeignet, aus diesem Grund sind viele amerikanische Türkise gefärbt, nachbehandelt oder Pressprodukte. Dabei werden sowohl unschädliche als auch kontroverse Behandlungsmethoden angewandt. Aus Arizona kommen jedoch die hochwertigsten amerikanischen Türkise, so auch der Bisbee Blue. Funde aus Nevada sind für ihre Spinnweben-Matrix bekannt. Aus Virginia stammen winzig kleine Einzelkristall-Türkise, die bei Sammlern sehr begehrt sind.

Außergewöhnliche Türkise werden auf der Sinai-Halbinsel von Beduinen abgebaut

Die historischen Minen der Sinai-Halbinsel gelten heute als erschöpft und wirtschaftlich bedeutungslos. Nur noch Beduinen bauen in den alten Lagerstätten mit Hilfe von selbst hergestelltem Schießpulver Türkise ab, die auch als ägyptische Türkise bezeichnet werden. Diese sind in der Regel grüner als die iranischen, aber härter und weniger brüchig als jene aus anderen Fundorten. Das Besondere an ihnen ist, dass sie die lichtdurchlässigsten von allen sind. Die Oberflächenstruktur von Sinai-Türkis weist viele kleine dunkelblaue Scheiben auf, die man unter einem Mikroskop gut sehen kann. Dieses Phänomen gibt es bei keinen anderen Türkisen.

Türkise aus China und anderen Ländern

Ein ebenfalls wichtiges Förderland von Türkisen ist China. Von hier stammen überwiegend Steine mittlerer Qualität, aber auch wunderschöne Türkise in Edelsteinqualität in Gestalt von kompakten kugeligen Aggregaten aus silifiziertem Kalkstein werden aus China in die Welt exportiert.

Des Weiteren kommen Türkise beispielsweise auch aus Afghanistan, Australien, Nordchile, England, Sachsen, Polen und Turkestan.

Türkisschmuck hat eine lange Tradition

Bereits seit dem 14. Jahrhundert ist Türkisschmuck in vielen Kulturen sehr beliebt. Heutzutage werden Türkise im westlichen Kulturkreis gerne in Kombination mit Silber in Schmuckstücken wie zum Beispiel Halsketten, Armbändern, Ohrringen und Ringen getragen, aber auch in Gelbgold gefasst sehen Türkise sehr gut aus. Ebenfalls haben Halsketten und Armbänder aus Türkisperlen, -kugeln oder -splittern viele Anhänger. Eine große Auswahl an Türkisschmuck steht Ihnen bei eBay zur Verfügung. Die für die Schmuckfertigung verwendeten Türkise werden meist zu Cabochons geschliffen. Ferner haben Schmuckstücke mit dem Halbedelstein Türkis oftmals einen indianischen Look z.B. als Bestandteil von Indianerschmuck.

Behandelte Türkise und Imitate

Wenn Sie sich nach einem Schmuckstück mit Türkis umschauen, sollten Sie aufpassen, denn im Handel existieren viele behandelte Türkise oder Imitate. Vollkommen natürliche und unbehandelte Steine sind selten. Die besten und schönsten hiervon kommen aus dem Iran. Was die Behandlungen von Türkisen anbelangt, gibt es verschiedene Methoden. So sind „Zachary treated“ Türkise natürlich, das heißt ohne Kunststoffe und Färbemittel, behandelt, um kompakter und farbstabiler zu werden. Diese Behandlungsmethode wird bei gutem Rohmaterial aus allen Fundorten, aber vor allem bei nordamerikanischen Türkisen angewandt. Zachary behandelte Türkise werden als „behandelte natürliche Türkise“, „natürliche Türkise“ oder „verbesserte Türkise“ angeboten. Für Schmuckzwecke ist Türkis, der Zachary behandelt ist, mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser geeignet, als unbehandelter, da er sich beim Tragen im Laufe der Zeit fast nicht verändert.

Ein anderes Verfahren, das bei Türkisen vorgenommen wird, ist das Stabilisieren unter Vakuum unter der Zugabe von Kunstharzen, teilweise auch unter zusätzlicher Beimischung von Farbstoffen. Ziel ist es hier, bei einem Türkis schlechterer Qualität die Porosität zu mindern, ihn vor Oxidation zu schützen, seine Härte zu erhöhen sowie bei ihm eine gleichmäßigere Farbe und Oberfläche herzustellen. Türkise können auch bevorzugt mit den Farben Nilblau A und Berliner Blau gefärbt und lackiert sein, damit sie oberflächlich dunkler erscheinen. Auch Imprägnieren beziehungsweise Paraffinieren mit farblosem Wachs und Öl ist üblich, wodurch helle Steine dunkler, die Farbe gleichmäßig gemacht und Poren geschlossen werden. Dieses Verfahren kann ebenfalls nur bei hochwertigen Steinen realisiert werden, die Endprodukte dürfen als „natürliche Türkise“ vermarktet werden.

Nach der Internationalen Schmuckvereinigung CIBJO müssen Behandlungsmethoden an Türkisen in allen Handelsstufen in den Begleitdokumenten eines Steins angeben werden. Unter den folgenden, teilweise irreführenden Handelsbeziehungen finden Sie garantiert keinen schönen Türkis-Edelstein, sondern Imitate: Wiener Türkis, Hamburg Türkis oder Neolit und Neotürkis. Presstürkis oder rekonstruierter Türkis beinhalten zwar Türkispulver und Türkisstücke, sie werden aber mit Kunstharz und Farbzugabe zu Steinen gepresst, weswegen sie auch zu den Imitaten zählen. Mineralien, die dem Türkis ähnlich sind, sind beispielsweise Amazonit, Amatrix, Cerolit, Cheraltih, Chrysokoll, Odontolith und Zeiringit.

Was Sie wissen sollten, damit Ihr gefundener Türkis-Edelstein schön bleibt

Aufgrund seiner Porosität ist Natur-Türkis sehr anfällig für viele chemische Stoffe. Durch Laugen und natürliche Säuren wie Essigsäure oder Zitronensäure wird er sogar zersetzt. Deshalb sollten Sie den Kontakt von Türkis mit Reinigungsmitteln, Kosmetika, Seife usw. vermeiden. Da die meisten Türkise relativ weich sind, sind sie auch druck- und stoßempfindlich. Vermeiden Sie deshalb das Anschlagen an harte Kanten. Bei übermäßiger Hitze kann sich die Farbe von Türkis verändern. Setzen Sie Ihren Türkis daher nicht starken Temperaturschwankungen und Sonnenbädern aus. Behandelter Türkis ist dagegen wesentlich unempfindlicher.

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