Wie Sie die richtige Menge an Rindenmulch für den Garten berechnen

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Wie berechne ich die Menge, die ich an Rindenmulch für meinen Garten benötige?

Rindenmulch ist für viele Menschen die bevorzugte und natürliche Art und Weise, um dem Garten Nährstoffe zuzuführen und ihn vor einem übermäßigen Unkrautbewuchs zu schützen. Doch gerade bei größeren Gärten kann es ziemlich schwierig sein, die Menge an Rindenmulch zu überschlagen, die für alle Beete erforderlich ist. Wie viel Rindenmulch benötigt wird, hängt jedoch nicht nur von der zu bedeckenden Fläche und der Schichtdicke ab, sondern auch davon, womit Sie Ihre Beete bepflanzt haben. Hier erfahren Sie, wie Sie die Menge für den Rindenmulch optimal berechnen.

Die Faustformel: 10l Rindenmulch pro qm und cm des Aufbaus

Sie können die benötigte Menge an Rindenmulch grob mithilfe einer Faustformel überschlagen. Für jeden Zentimeter Schichthöhe benötigen Sie pro Quadratmeter etwa 10 Liter Rindenmulch. Wenn Sie also beispielsweise einen Aufbau mit einer Höhe von 8 cm vornehmen möchten, müssen Sie mit einem Bedarf von etwa 80 l Rindenmulch pro Quadratmeter rechnen. Dies soll anhand eines Rechenbeispiels verdeutlicht werden:

Angenommen, Sie besitzen zwei große Beete mit Maßen von 7 x 2 m (Beet 1) und 5 x 1,5 m (Beet 2). Beet 1 soll einen Aufbau von 4 cm erhalten, Beet 2 eine Schichthöhe von 8 cm. Sie berechnen den Gesamtbedarf folgendermaßen:

  • Fläche Beet 1: 7 x 2 m = 14 m²
  • Fläche Beet 2: 5 x 1,5 m = 7,5 m²
  • Rindenmulch für Beet 1: 14 m² x 4 cm x 10 Liter = 560 Liter
  • Rindenmulch für Beet 2: 7,5 m² x 8 cm x 10 Liter = 600 Liter

Sie benötigen also insgesamt etwa 1.160 Liter Rindenmulch.

Achtung: Diese Faustformel berechnet den Bedarf bei der unverdichteten Nutzung. Sollten Sie vorhaben, den Rindenmulch zusätzlich zu verdichten, wird ein entsprechender Mehrbedarf entstehen, den Sie gegebenenfalls aufschlagen müssen.

Wichtig für den Transport: die Umrechnung des Volumens in Gewichtseinheiten

Wenn es nur darum geht, bei eBay wenige Säcke Rindenmulch zu bestellen, spielt das Gewicht gewöhnlich keine Rolle, da Ihnen das Produkt ohnehin bis zur Haustüre geliefert wird. Beim Einkauf andernorts ist hingegen das Gewicht durchaus wichtig, damit Sie die zulässige Zuladung für Ihren Kofferraum bzw. Anhänger nicht überschreiten. Um ausgehend vom Volumen das Gewicht berechnen zu können, müssen Sie wissen, welche Dichte das Produkt aufweist. Die Dichte umschreibt, wie viele Kilogramm Gewicht auf einen Kubikmeter Rindenmulch entfallen. Für Rindenmulch wird die Dichte durchschnittlich mit 320 kg/m² angegeben. Ein Kubikmeter wiegt also etwa 320 Kilogramm. Beachten Sie, dass es nicht möglich ist, die Dichte einheitlich zu bestimmen, da es sich um Naturmaterial handelt. Je nach Alter, Zusammensetzung oder Produktionsweise können unterschiedliche Dichten entstehen.

Um nun auf das obige Beispiel zurückzukommen: Sie möchten 1.160 Liter Rindenmulch kaufen. Zunächst müssen Sie die Menge von Liter in Kubikmeter umrechnen. 1.000 Liter entsprechen einem Kubikmeter. Eine Menge von 1.160 Litern kann daher auch als 1,16 m³ angegeben werden. Multiplizieren Sie nun diesen Wert mit der angegebenen Schüttgutdichte:

320 kg/m³ x 1,16 m³ = 371,2 kg

Tipp: Wenn Sie eine sehr große Menge Rindenmulch benötigen und beispielsweise Ihren kompletten Garten neu anlegen möchten, sollten Sie sich nicht mit 70-Liter-Säcken aus dem Baumarkt aufhalten. Stattdessen können Sie sich beispielsweise an einen Lieferanten von eBay wenden. Diese können auch große Mengen direkt zu Ihrem Garten liefern lassen. Sofern Sie über einen Autoanhänger verfügen, können Sie ihn sich auch direkt beim Lieferanten befüllen lassen und den Transport selbst übernehmen.

Was genau ist Rindenmulch und wofür wird er im Garten verwendet?

Für die Herstellung von Rindenmulch wird Rinde, die in der Holzproduktion übrig bleibt, verwendet. Es handelt sich dabei um ein wertvolles Restprodukt, das mithilfe einer speziellen Rindenmühle zerkleinert wird. Dieses Material ist teilweise in unterschiedlichen Korngrößen erhältlich.

Der Begriff „Mulchen" leitet sich davon ab, dass der Boden des Gartens mit dem Mulchmaterial bedeckt wird. Als Mulchmaterial eignen sich neben Rindenmulch zahlreiche weitere Materialien, beispielsweise:

  • Miscanthushäcksel (Chinaschilf)
  • Wiesengras
  • Rasenschnitt
  • Flusskies
  • Splitt
  • Stroh
  • Schotter

Die Verwendung von Mulch im Garten: der richtige Bodenaufbau

Das Mulchmaterial wird auf den Boden aufgetragen. Die optimale Stärke der Schutzschicht beträgt 7 bis 10 cm, kann aber je nach Bepflanzung auch niedriger sinnvoll sein. Insbesondere bei Bodendeckern können schon 3 bis 6 cm ausreichend sein, um denselben Effekt zu erreichen.

Wird die Schicht zu niedrig gewählt, kann der Mulch seine Wirkung nicht voll entfalten. Wird jedoch ein zu hoher Aufbau gewählt, können die Wasserverdunstung und die Durchlüftung gestört werden. Alle drei bis vier Jahre sollte der Aufbau wieder verstärkt werden, da das Naturmaterial mit der Zeit verrottet und sich die Aufbauschicht allmählich absenkt.

Der Rindenmulch muss vor dem Ausstreuen nicht gewässert oder anderweitig vorbereitet werden. Wenn Sie Rindenmulch von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen verwenden, sollten Sie bedenken, dass ein Stickstoffausgleich erforderlich werden könnte, falls Sie den Rindenmulch später in die Erde einarbeiten möchten. Ursache hierfür ist der saure bis neutrale Charakter der Rinde. Eine Stickstoffdüngung sollte dann unbedingt auf dem Plan stehen. Eine gute Möglichkeit, um einer sogenannten Wuchsdepression der Pflanzen vorzubeugen, ist das Einbringen von Hornspänen gemeinsam mit dem Rindenmulch.

Die wichtigsten Vorteile von Rindenmulch als Schutzschicht im Garten

Rindenmulch bietet Ihnen zahlreiche Vorteile, wenn Sie ihn in Ihrem Garten ausbringen:

  • Bekämpfung von Unkraut: Die Inhaltsstoffe des Rindenmulches vermögen, das Keimen von Unkraut zu verhindern. So können Samen, die oberflächlich auf dem Mulch landen, nicht aufgehen. Durch die Verwendung von Rindenmulch kann auf chemische Mittel gegen Unkraut häufig komplett verzichtet werden.
  • Schutz vor Bodenerosion: Durch die Nutzung von Rindenmulch kann der Erosion vorgebeugt werden. Abschwemmungen und starke Regengüsse können dem Boden durch die Schutzschicht nichts anhaben.
  • Ausgleich der Bodentemperatur: Der dunkle Mulch zieht die Sonnenwärme an und bindet sie im Boden. Dadurch wird der Wärmehaushalt des Bodens optimiert und vor Frostschäden geschützt.
  • Verbesserter Wasserhaushalt: Der Rindenmulch sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit, die durch Verdunstung aus dem Boden nach oben steigt, unter der Oberfläche bleibt. Dadurch kann er nicht so leicht austrocknen.
  • Bessere Erträge: Durch die optimalen Bedingungen hinsichtlich der Temperaturen und Feuchtigkeit unter der Mulchschicht können die Erträge erhöht werden.

Abgesehen von Blumenbeeten sowie Hecken kann Rindenmulch auch für viele andere Zwecke eingesetzt werden. Besonders bei Spielplätzen, Wanderwegen oder als Einstreu für die Haltung von Tieren kann er gute Dienste leisten.

Vorsicht: Nicht immer ist Rindenmulch die richtige Wahl

Auch wenn Rindenmulch sehr viele Vorteile bietet, sollten Sie nicht einfach den kompletten Garten damit bedecken. Es gibt durchaus auch Pflanzen, die mit dem Rindenmulch als Bodendecke nicht klarkommen. Durch den Prozess der Verrottung des Rindenmulchs wird im Boden Stickstoff gebunden. Damit haben insbesondere Flachwurzler ein Problem. Erdbeeren, Himbeeren und Gemüsestauden sollten überhaupt nicht gemulcht werden.

Den Boden auf das Mulchen vorbereiten: Darauf sollten Sie im Detail achten

Bevor Sie den Boden mulchen können, sollten Sie ihn ausreichend vorbereiten. Um den Schutz vor Unkraut realisieren zu können, sollten Sie zunächst alles noch vorhandene Unkraut entfernen. Dieses könnte sonst nach kurzer Zeit wieder durchwachsen. Um zu verhindern, dass aus in der Erde zurückgebliebenen Wurzeln oder Keimen erneut Unkraut wächst, können Sie ein spezielles Unkrautvlies oder aber einfach mehrere Schichten Zeitungspapier auf die Erde legen. Dies verhindert, dass das Unkraut erneut durchwächst.

Um ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt des Bodens zu vermeiden, sollten Sie sich bereits im Vorfeld Gedanken über die Düngung des Bodens machen. Wie bereits angesprochen eignen sich hierfür sogenannte Hornspäne, die den Boden mit dem wichtigen Stickstoff versorgen. Planen Sie bei der Verpflanzung von flach wurzelnden Pflanzen, beispielsweise Bodendeckern, rund 40 bis 80 g Hornspäne pro Quadratmeter ein.

Die wichtigsten Qualitätskriterien bei Rindenmulch: So erkennen Sie hochwertige Ware

Beim Einkauf von Rindenmulch sollten Sie nicht unbedingt das preisgünstigste Produkt wählen, sondern das mit der besten Qualität. Dieses erkennen Sie nicht etwa an einem Markenlabel, sondern ausschließlich am Geruch. Riechen Sie, um sichergehen zu können, in die Verpackung hinein. Wenn Ihnen ein säuerlicher oder schwefeliger Geruch entgegenströmt, ist der Rindenmulch bereits teilweise verfault. Dies wäre an und für sich nicht problematisch – schließlich ist es die Bestimmung des Rindenmulches zu verrotten. Allerdings kann bei diesem Prozess, der unter Ausschluss von Sauerstoff stattfindet, Säure entstehen, die dem Boden und insbesondere den Pflanzen durchaus Schäden zufügen kann. Dies kann sogar zum Absterben der Pflanzen führen.

Arten von Mulch: das richtige Material für jeden Bereich im Garten

Im Handel werden Ihnen unterschiedliche Arten von Mulch begegnen. Sie eignen sich für verschiedene Einsatzzwecke, je nach Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, Farbe und Konsistenz. Kennen sollten Sie folgende Mulcharten:

  • Rindenmulch: Herkömmlicher Rindenmulch wird für die Abdeckung des Bodens genutzt, beispielsweise bei Obststräuchern oder Baumscheiben. Eine feinere Variante kann für die Abdeckung bei Staudenbeeten oder Zierbeeten verwendet werden.
  • Pinienmulch: Pinienmulch besteht aus der Rinde des Pinienbaumes. Diese Art ist aufgrund ihrer roten Färbung sehr beliebt und wird bevorzugt für Zierbereiche im Garten genutzt.
  • Rosenmulch: Von Rosenmulch spricht man, wenn ein herkömmlicher Rindenmulch fermentiert vorliegt. Bei dieser Art kommt es nicht länger zu Problemen mit Stickstoff, sodass die empfindlichen Rosen nicht auf wichtige Nährstoffe verzichten müssen. Rosenmulch kann natürlich auch für normale Beete verwendet werden, wodurch Sie sich das zusätzliche Düngen sparen. Er ist allerdings auch teurer als herkömmlicher Rindenmulch. Die Mulchschicht sollte hier nur etwa 3 bis 6 cm dick sein.
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