Wie Sie die richtige Mainboard- und CPU-Kombination finden

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Wie Sie die richtige Mainboard- und CPU-Kombination finden

Ein Computer besteht nicht etwa aus einer Maschine, einer Art Motor, die sich per Knopfdruck starten und wieder abstellen lässt. Vielmehr sorgen im Inneren eines PC-Gehäuses diverse untereinander verbundene Bauteile für das Aufrechterhalten eines Kreislaufs. Jedes Element übernimmt einen Part und steuert seinen Teil zum reibungslosen Arbeitsablauf bei: Die Grafikkarte setzt die Datenströme in ein entsprechendes Bild um, der Prozessor, auch „CPU“, „Central Processing Unit“ genannt, bildet mit seiner Taktfrequenz das Herzstück des laufenden PCs und das Netzteil wiederum ermöglicht die Stromversorgung, indem es den Wechselstrom aus der Steckdose in den benötigten Gleichstrom umwandelt.
Wegen der chronischen Enge im Innenraum ist die Industrie seit jeher um eine möglichst knappe Bemessung der Einzelteile bemüht, platzsparende Innovationen erscheinen regelmäßig auf dem Markt und setzen bezüglich Leistung und Aufwand neue Bestmarken. Auch das unerlässliche Kühlsystem in Form einiger Lüfter will verbaut sein, zusätzlich zum unvermeidbaren Kabelsalat erreichen auch herkömmliche Desktop-PCs recht schnell die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit.
In diesem funktionierenden Durcheinander die Übersicht zu behalten und die wesentlichen Betriebsabläufe nachvollziehen zu können, sind einige Hinweise und Erklärungen vonnöten. Erweitern Sie anhand dieses Ratgebers ihr Basiswissen rum um die Hardware eines handelsüblichen Heimcomputers. Lernen sie die Rolle der jeweiligen Komponenten besser kennen und verstehen Sie deren technischen Hintergrund. Im Fokus der folgenden Zeilen stehen die beiden wichtigsten Einheiten, das Mainboard und der unmittelbar in ihm verbaute Prozessor.

Zentrale Anlaufstelle: Auf dem Mainboard kommen alle relevanten Anschlüsse zusammen

Das Mainboard wird aus guten Gründen auch „Motherboard“ genannt, denn in der Tat beherbergt es die unverzichtbaren Anschlüsse, die für die nötige Versorgung der einzelnen Hardware mit den entsprechenden Daten sorgen. Das Motherboard stellt die Einheit in Form des Rechner-Organismus dar, in dem alles aufeinander abgestimmt funktioniert. Neben dem Prozessor-Chipsatz fallen vor allem die Riegel des Arbeitsspeichers und die Grafikkarte ins Auge. Welcher Typ von Karte am besten zur Rechenleistung passt, darüber entscheidet die Beschaffenheit des Prozessors, als jener „CPU“. Seine Bauweise gibt den Ausschlag, mit welcher Geschwindigkeit Sie Ihren Computer nutzen können und welche entsprechenden zusätzlichen Bauteile in das Gefüge hineinpassen.

Kompatibilität der einzelnen PC-Komponenten

Natürlich sind nicht alle Grafikkarten mit allen Prozessoren zu verbinden, gerade die Generationen der letzten zehn Jahre haben enorme Fortschritte gemacht. Im Vorfeld einer eventuellen Erweiterung sind daher unbedingt nähere Informationen über die technischen Details einzuholen. Das gilt im Übrigen für alle Komponenten eines PCs, denn längst nicht alle arbeiten ohne Komplikationen miteinander, neben der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Entwicklungsstufe spielt auch die Effizienz eine große Rolle. Ein leistungsstarker Prozessor wäre Verschwendung, würde man neben ihm eine Grafikkarte oder einen Speicherriegel bescheidenen Umfangs auf der Hauptplatine einsetzen.

Weitere Steckplätze

Neben den existenziellen Anschlüssen sind noch diverse weitere vorhanden, etwa die der Laufwerke oder der Soundkarte und ähnlicher Elemente. Vor allem hinsichtlich einer Aufrüstung gibt das Mainboard den Ausschlag: Wie viele Steckplätze sind vorhanden und welcher Prozessor ist eingebaut? Hier lohnt, auch wenn Sie bislang auf dem Gebiet der PC-Erweiterung unerfahren waren, der nur marginal höhere finanzielle Aufwand. Üppiger als durchschnittlich ausgestattete Mainboards kosten nicht wirklich viel mehr, die Vielzahl der Erweiterungsoptionen jedoch ist auch noch nach Jahren des Gebrauchs vorhanden.

Abstimmung ist unerlässlich: Nicht jede CPU passt auf jedes Mainboard

Die kniffligste Frage ist die nach der richtigen Zahlenkombination. Beide weltweiten Marktführer, Intel und AMD, verfügen über unterschiedliche Prozessor-Linien, die jeweils mit einer Ziffer- bzw. Buchstabenfolge belegt sind. Eine gängige, wenn auch nicht mehr ganz aktuelle Variante aus dem Hause AMD ist zum Beispiel der AM2. Dabei handelt es sich allerdings noch nicht um einen kompletten Chipsatz, sondern um die direkt in die Hauptplatine eingefügte Kontaktfläche, bestehend aus kleinen Noppen. Der Fachbegriff hierfür lautet „Sockel“, er entscheidet über den zur Befestigung nötigen Chip. Sollten Sie nun versuchen, einen anderen als einen auf den passenden Sockeltyp zugeschnittenen Prozessor - in diesem Fall müsste er kompatibel sein zum „AM2“ von AMD - einsetzen zu wollen, hätten Sie keine Chance. Chipsatz und Sockeltyp ließen sich wegen ihrer unterschiedlichen Bauweise nicht miteinander verbinden. Allerdings sind die Sockeltypen untereinander oftmals variabel. Die Firmen sorgen dafür, dass die eigenen Produkte im Grunde auf mehrere, wenn nicht sogar auf alle Sockel einer Linie passen. Einzelne technische Entwicklungen sorgen aber auch hier für eine Unvereinbarkeit.

Entscheidend beim Kauf eines Rechners ist die ab Werk in das Mainboard eingesetzte CPU. Sie gibt im Wortsinne den Takt vor, an ihr richten sich die weiteren Einbauten bzw. die jederzeit möglichen Eingriffe Ihrerseits in den PC-Organismus aus. Sollte einmal der Sockeltyp ausgewechselt werden, etwa aus Gründen der Altersschwäche oder bei einem Defekt, ist stets auch das Mainboard selber auszutauschen – was zwangsläufig einen massiven Eingriff bedeuten würde. In einem solchen Falle käme auch der Neuerwerb eines kompletten PCs infrage. Um diesen massiven Eingriff zu verhindern oder ihn möglichst lange hinauszuzögern, sorgen Intel und AMD für einen gewissen Spielraum innerhalb ihrer Prozessor-Klassen. Grundsätzlich ließe sich ein Jahre altes Pentium-Modell von Intel gegen einen Core 2 Duo austauschen, da beide den Sockel 775 benötigen. Gleiches gilt für die Konkurrenz: Der oben erwähnte Sockel AM2 von AMD wäre etwa mit einem Athlon 64 zu bestücken, ebenso mit einem PhenomX4, denn auch hier teilen sich beide CPUs den Sockeltyp.

Technik braucht Platz: Der Formfaktor gibt Auskunft

Unabhängig vom Leistungsspektrum eines Mainboards zählt ein weiterer Aspekt, nämlich der des „Formfaktors“. Dieser gibt darüber Auskunft, in welcher Dimension der Umfang der Hauptplatine ausfällt und ob diese letzten Endes in das vorgesehene Computergehäuse hineinpasst. Sollten Sie Ihren Rechner voreingestellt erwerben, also rundum zusammengestellt und mit einem entsprechenden Betriebssystem ausgestattet, dann spielt der Formfaktor für Sie erst einmal keine Rolle. Bei eigenständig durchgeführten Nachrüstungen ist dieser aber unbedingt zu beachten. Unterschieden wird diesbezüglich zwischen mehreren Versionen, auf deren Definition sich die Hersteller geeinigt haben. So wird ein Mindestmaß an Kompatibilität gewährleistet, das eine unabdingbare Grundlage für die Planung darstellt. Der genaue Formfaktor ergibt sich aus der Anzahl der Anschlüsse, Schraublöcher und Erweiterungssteckplätze. Zum populärsten Format gehört bereits seit den Neunziger Jahren „ATX“.

Speicherbausteine entscheiden über die Geschwindigkeit

Neben dem Gesamtumfang zwecks Einbau gehört die Ausstattung des Mainboards mit den geeigneten Speicherbausteinen oder auch „RAM-Riegeln“ genannt zum Wesentlichen eines flüssig arbeitenden Computers. Der Arbeitsspeicher selber ist vom Umfang her bedeutend unauffälliger konzipiert als etwa die CPU, auch sind weniger Merkmale zu beachten. Die Riegel lassen sich mittels Klickverschluss zügig auf der Platine einstecken und sind nach dem Neustart sofort nutzbar. Der Umfang des Arbeitsspeichers rückt immer dann in den Fokus, wenn die Geschwindigkeit des Computers Thema ist. Diese ist nicht beliebig in die Höhe zu schrauben, sondern richtet sich auch an dieser Stelle nach der Einstellung des Mainboards bzw. der CPU. Dessen Taktfrequenz (zum Beispiel 1000 MHz) gibt das Leistungsvolumen der Speicherriegel vor, ebenso die Anzahl der Bänke zur Montage – diese Vorrichtung auf der Platine ist ab Werk montiert und kann nachträglich nicht aufgestockt werden. Die beiden häufigsten Speicherriegel sind DDR3 und DDR2, für Notebooks gelten wiederum besondere Modelle. Davon abgesehen sind diese Bausteine kompatibel und nicht zwingend an eine Marke oder eine bestimmte Stückzahl gebunden. Wie viele Riegel maximal eingesetzt werden können, bestimmt das entsprechend präparierte Mainboard. Sind alle Speicherbänke besetzt, ist das Limit der Speichergröße erreicht. Dabei ist auch die Aufteilung beachtenswert: Unterschiedlich ausgestattete Riegel, zum Beispiel vier Einheiten mit jeweils zwei Gigabyte ergeben zwar in der Summe acht GB, funktionieren allerdings nur in eben dieser Konstellation als acht Gigabyte starkes Leistungspaket. Zwei Riegel mit jeweils 4 GB könnten – je nach technischem Standard der Platine – für eine Überforderung sorgen. Auch hier gibt die Konfiguration des Motherboards die weiteren Schritte vor.

Neben CPU und passendem Sockel: Das Mainboard deckt die wichtigen Facetten der PC-Anwendung ab

Um einen zeitgemäßen Computer in vollem Umfang zu nutzen, braucht es zahlreiche zusätzliche Dienste und diesen entsprechend auch eine zusätzliche Hardware. Mainboards aktuellen Typs verfügen deshalb über integrierte „Onboard“-Funktionen, damit sind fest installierte Sound- oder Grafikkarten gemeint, die bei einer normalen Beanspruchung durch den Nutzer souverän ihren Dienst versehen. So ist ab dem Kaufdatum eine durchschnittliche Anwendung möglich, ohne dass an der Zusammenstellung gewerkelt zu werden braucht. Für jede Form eines herausragenden Gebrauchs ist der nachträgliche Einbau unverzichtbar. Für Sound- und Grafikkarten wie auch für die unterschiedlichen Sockeltypen gilt der Grundsatz, dass vor der Installation bzw. dem Kauf die technischen Angaben einer detaillierten Prüfung unterzogen werden sollten. Zumal auch im Segment der Grafikkarten immense Leistungsunterschiede unter den verschiedenen Modellen herrschen.

Achten Sie auf die Steckplätze

Vor allem die Standard-Bezeichnung PCI-Steckplatz birgt bei genauerer Betrachtung einige Überraschungen, was die Übertragungsrate und auch den Stromverbrauch anbelangt. Als reine Zusatz-Steckplätze gestartet, füllen die PCI-Plätze in manchen Computern mit gleich fünf oder sechs verbauten Varianten eine bedeutende Funktion in puncto Hardware-Anschluss aus. Unterschieden wird neben der gewaltig schwankenden Anzahl an Steckplätzen (einige Mainboards haben lediglich zwei) natürlich auch die Leistungsfähigkeit. Konnten PCI-Express-Versionen der zweiten Generation (x2) in ihrer stärksten Ausführung gerade einmal bis zu drei Gigabyte pro Sekunde transportieren, erzielen die Modelle der 32er-Generation (x32) in der Spitze bereits einen Wert von 32 Gigabyte.

Allgemein ist die Anzahl an unterschiedlichen Schnittsellen keinesfalls zu unterschätzen. Lassen Sie sich deshalb nicht allein von gewaltigen CPU-Leistungen beeindrucken, sondern werfen Sie verstärkt ein Auge auf die richtige Mischung an Steckplätzen. Gerade etwas in die Jahre gekommene Schnittstellen werden gerne eingespart, schlimmstenfalls noch nicht einmal durch aktuellere ersetzt. Gerade in Zukunft wird die Vielzahl an Schnittstellen noch einmal an Bedeutung gewinnen, schließlich weisen die Innovationen bereits heute den Weg in eine noch komplexere Computerwelt.

 
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