Wie Sie den Sound an Ihrem Plattenspieler verbessern

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Wie Sie den Sound an Ihrem Plattenspieler verbessern

Der Schallplattenspieler ist ein feines Gerät. „Fein“ ist er in dem Sinne, dass man viel Zeit und Energie darauf verwenden kann (und sollte), ihn so einzustellen, dass er das bestmögliche klangliche Endergebnis liefert.

Wer etwas Zeit und Geduld mitbringt, kann den Plattenspieler selbst einstellen und justieren. Das fängt mit Tonarm und Tonabnehmer an und endet … ja, wo eigentlich? Prinzipiell sollte man bei der Verbesserung des Klangs das ganze System - mit Endstufe, Lautsprecher etc. – in den Blick nehmen.

Dieser Ratgeber wird sich allerdings auf den Plattenspieler selbst beschränken und nur einige „externe“ Faktoren mit in Betracht ziehen. Die Verbesserung des Klangs ist natürlich auch immer eine Frage des Geräts selbst. Jeder Plattenspieler besitzt sozusagen seine eigene „Individualität“.

Da sich dieser Ratgeber hier weniger auf ein spezielles Gerät beschränken möchte, werden die Informationen, die Sie hier finden, etwas allgemeiner gehalten sein. Die erhalten somit Informationen zur klanglichen Verbesserung von Plattenspielern liefern, die sich in einem guten Mittelklassebereich bewegen.

Gut, besser oder optimal?

Natürlich, wie bereits angedeutet, gibt es sehr viele Veränderungsmöglichkeiten zur Optimierung des Klangs. Der Ratgeber wird Ihnen jedoch nur solche Veränderungen präsentieren, die in einem vernünftigen Verhältnis zum Gerätepreis stehen. Ein wenig technisches Geschick ist hierbei von Vorteil.

Was zu bedenken ist: Alle Optimierungsmöglichkeiten im Plattenspielerinneren sollten nur von Fachleuten durchgeführt werden. Der Ratgeber wendet sich somit wahrscheinlich weniger an die „alten Hasen“, die bereits seit mehreren Jahrzehnten Erfahrungen mit ihrem Plattenspieler sammeln konnten.

Vielleicht möchten Sie sich einen neuen Plattenspieler zulegen (die Schallplatte erlebt im Moment ein kleines Comeback) und mit einigen grundlegenden und praxisorientierten Tipps versorgt werden?

Tonarm, Tonabnehmer und Nadel: Darauf kommt es an

Wesentliche Komponenten, die für den Klang eines Plattenspielers verantwortlich zeichnen, sind – wie könnte es ander sein – der Tonarm und der Tonabnehmer samt Nadel. Wenn Sie einen neuen Plattenspieler kaufen, sind diese Komponenten oft bereits im „Paket“ enthalten. Nicht selten werden Plattenspieler allerdings auch ohne Tonabnehmer angeboten, sodass Sie sich ein entsprechendes Modell dazukaufen werden.

Die richtige Justierung eines Tonabnehmers - egal, bei welcher Geräteklasse - ist sehr wichtig. Wenn die Nadel nicht gerade und exakt rechtwinklig in der Spurrille der Schallplatte sitzt, kann es zu bösen Überraschungen kommen. Die Folge einer schlechten Justierung sind oft ungleichmäßige Abnutzungen, Verzerrungen bei der Wiedergabe und Beschädigungen von Schallplatte und Nadel.

1. Die Höhe des Tonarms verstellen

Um zu kontrollieren, ob der Tonarm die richtige Einstellung besitzt, legt man eine Platte auf und setzt den Tonarm darauf ab. Schauen Sie sich die Schallplatte und den Tonarm jetzt von der Seite an. Wenn beide – Schallplatte und Tonarm – nicht parallel zueinander verlaufen, müssen Sie den Arm in der Höhe verstellen.

Nicht bei allen Plattenspielern befinden sich Regler für die Tonarmhöhenjustierung,  gerade bei preisgünstigeren Geräten ist dies der Fall. Bei diesen lassen sich Kunststoffscheiben – die in verschiedenen Dicken angeboten werden – zwischen Tonarm/Headshell und Tonabnehmer befestigen.

2. Die Nadel muss senkrecht in die Rille

Die Nadel des Tonabnehmers sollte genau senkrecht in der Spurrille liegen (Nadelazimut). Bei einigen Tonarmen ist die Headshell bzw. der Träger für den Tonabnehmer beweglich. Bei anderen Modellen lässt sich eine Schraube lockern. Dadurch lässt sich der Tonabnehmer in die gewünschte Position drehen.

Für die genaue Ausrichtung des Tonabnehmers wird mit einem kleinen Spiegel gearbeitet. Dieser wird unter den Tonabnehmer gelegt und darauf herabgesenkt. Sind Tonabnehmer und Spiegelbild exakt gerade zueinander, ist das Gerät korrekt montiert.

3. Das Tonabnehmersystem muss gerade installiert sein

Tonabnehmer und Trägersystem/Headshell sollten perfekt parallel zueinander verlaufen (Kröpfungswinkel). Um die exakte Justierung dafür zu gewährleisten, kann man eine spezielle Schablone verwenden. Auf dieser befinden sich parallel verlaufende Linien. Man legt die Schablone auf den Plattenteller und verschiebt den Tonarm samt Tonabnehmer darüber. Verschieben Sie die Schablone so, dass die Linien genau parallel zur Headshell verlaufen.

Schaut man nun von vorne, lässt sich feststellen, ob der Tonabnehmer parallel dazu verläuft oder nicht. Sollte das nicht der Fall sein, ist es erforderlich, den Tonabnehmer so zu drehen, dass er parallel zur Schablone liegt.

4. Den Überhang des Tonabnehmers kontrollieren

Um einen möglichen Überhang des Tonabnehmers zu verhindern, bedient man sich wiederum der bereits angesprochenen Schablone. Linien und Headshell sollten genau parallel zueinander verlaufen. Die Außenkanten des Tonabnehmers müssen – wie im vorangegangenen Abschnitt – ebenfalls linienparallel verlaufen.

Auf der Schablone befindet sich ein Punkt, über dem sich die Nadelspitze befinden sollte. Ist dies nicht der Fall, muss der Überhang justiert werden. Dies erreicht man, indem man den Tonabnehmer nach vorne bzw. nach hinten bewegt. Zu beachten ist: Sollten Sie den Überhang richtig austariert haben, sollten Sie erneut die Parallelität von Headshell und Tonabnehmer (s. o.) überprüfen.

5. Die Auflagekraft sollte immer im oberen Drittel des Auflagekraftbereichs eingestellt sein

Mit der Auflagekraft ist das Gewicht gemeint, mit dem die Nadel in der Rille der Schallplatte sitzt. Dabei gibt es für jeden Tonabnehmer andere Werte bzw. Auflagenkraftbereiche. Diese werden in Gramm angegeben. Man findet sie in der jeweiligen Bedienungsanleitung des Tonabnehmers.

Die Auflagekraft im oberen Drittel des Auflagebereiches anzusiedeln hat sich dabei bewährt. Denn bei einer geringeren Auflagekraft werden Nadel und Schallplatte zwar weiger beansprucht (und dabei abgenutzt). Allerdings sollte man bedenken, dass die Nadel bei großen Rillenauslenkungen dadurch auch springen kann. Die Folge: Löcher beim Aufschlagen der Nadel, die noch größeren Schaden anrichten.

Natürlich gibt es Standardwerte. Für normale Tonabnehmer haben sich Auflagekräfte zwischen 1,5 und 1,75 Gramm bewährt. Wer es wirklich genau nehmen möchte, kauft und benutzt eine spezielle Tonarmwaage.

6. Gute Plattenspieler besitzen einen Regler zur Steuerung der Anti-Skating-Kraft

Hervorgerufen durch die spiralenförmig nach innen verlaufende Spurrille der Schallplatte, wird die Nadel in eben diese Richtung gezogen. Die hier entstehende Kraft nennt man Skatingkraft. Ihr steht die regulierbare Kraft entgegen, die den Tonarm nach außen zieht.

Die richtige Balance zwischen diesen beiden Kräften ist also das Geheimnis. Die Anti-Skating-Regelung hängt dabei von mehreren Faktoren ab: die Einstellung der Auflagekraft sowie die Form der Nadel. Ist die Nadel sphärisch geschliffen, wird die Anti-Skating-Kraft so hoch wie die Auflagekraft eingestellt.

Wenn eine Nadel genutzt wird, die einen elliptischen Schliff aufweist, sollte das Antiskating etwas höher eingestellt sein. Wenn die Nadel schnell nach innen wandert, muss die Anti-Skating-Kraft höher eingestellt werden. Im umgekehrten Fall (Nadel wandert nach außen) sollte sie niedriger eingestellt werden.

Doch was bedeutet das für den Klang? Ist das Anti-Skating zu hoch eingestellt, sind im zumeist im linken Kanal Verzerrungen hörbar. Wenn die Kraft zu niedrig eingestellt ist, weist der rechte Kanal Verzerrungen auf.

Wichtig: das Zusammenspiel von Tonarm und Tonabnehmer

Die beiden wichtigsten Komponenten in klanglichem Zusammenhang sind Tonarm und Tonabnehmer. Diese sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Kaufen Sie ein Komplettsystem der gehobenen Mittelklasse, können Sie in den meisten Fällen von einer guten Kombination von Arm und Abnehmer ausgehen.

Als Faustregel kann gelten: Der Tonabnehmer des Plattenspielers sollte ungefähr gleich teuer sein wie der Tonarm. Dabei sollte er zwischen 30 und 50 Prozent des Plattenspielers kosten. Nach ca. 1000 Betriebsstunden sollten Sie den Tonabnehmer auswechseln.

Beachtenswert: Der Tonabnehmer altert auch im ungenutzten Zustand. Daher ist ein Wechsel ca. alle 10 Jahre zu empfehlen.

Die richtige Dämpfung kann einiges zum Klang beitragen

Das Thema Dämpfung wird im Zusammenhang mit Plattenspielern sehr groß geschrieben. Hier können Sie einige Dinge optimieren. Das fängt schon beim Aufstellplatz bzw. bei entsprechenden Bodenplatten für Ihr Gerät an.

Plattenspieler sollten Sie niemals auf einen Glastisch oder in ein Glasregal stellen. Im Regelfall ergibt sich schon eine sehr gute Dämpfung von Vibrationen durch die Verwendung vom MDF-Holz oder von verleimtem Schichtholz (20 – 40 Millimeter dick).

Eine weitere Maßnahme zur Vibrationsdämpfung ist die Verwendung entsprechender Füße. Man sollte nicht glauben, in welch starker Weise diese die Klangqualität beeinflussen können. Mittel der Wahl sind hier sogenannte „RDC-Spikes“ bzw. auch (teurer) „Stillpoints“ mit einem Keramikkugelsystem.

Haben Sie einen metallisch klingenden Plattenteller, sollten Sie eine zusätzliche Dämpfungsauflage aus Acryl verwenden. Der metallische Klang wird dadurch absorbiert und die unerwünschte Resonanz eliminiert.

Eine weitere gute Maßnahme zur Bedämpfung ist die Verwendung eines Plattenbeschwerers. Sie sorgen für den besseren und festeren Kontakt der Platte mit dem Plattenteller und entwickeln hierbei eine zusätzliche Dämpfung.

Verwendung von Kabeln und Vorverstärkern

Phonokabel können aufgrund des Kupfermaterials schnell und vorzeitig altern. Dadurch sind Klangeinbußen programmiert. Gute Kabel geben natürlich auch nur diejenige Qualität weiter, die sie beim Plattenspieler vorfinden. „Gut“ bedeutet bei Kabeln auch „teuer“. Sie sollten 10 bis 20 Prozent des Plattenspielerpreises kosten.

Sollte ihr Plattenspieler bzw. Verstärker über keinen integrierten Phono-Vorverstärker verfügen, sollten Sie auch bei diesem Gerät nicht sparen. Jedoch gilt: Kaufen Sie zunächst einen externen Vorverstärker und richten Sie sich beim Kauf der Kabel daran aus.

Fazit

Mit einigen Handgriffen und wesentlichen Maßnahmen lässt sich bestimmt auch die Klangqualität Ihres Plattenspielers verbessern. Wichtig zu wissen dabei: Besonders die Kombination und Justierung von Tonabnehmer, Tonarm und Schallplatte kann viel ausmachen.

Ein wesentliches Problem ist oft: Wie höre ich, wann mein Plattenspieler schlecht klingt? Läuft ihr Gerät schon über längere Zeit, bemerken Sie die Verschlechterungen im Klang unter Umständen nicht unmittelbar. Überprüfen lässt sich das, wenn sie Test-LPs verwenden, auf deren Qualität Sie vertrauen können. 

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