Wie Sie das beste Ferrari-Modell auswählen

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Wie Sie das beste Ferrari-Modell auswählen

Es gibt in der weiten Welt der Automobilhersteller sicher wenig Marken, die einen so legendären Ruf genießen, wie der italienische Sportwagenhersteller Ferrari. Die Marke aus Maranello mit dem Pferd als Logo ist längst Kult unter Auto- und Motorsportfans auf der ganzen Welt. Mondäner Luxus, leistungsstarke Sportlichkeit und stilechtes Design sind die häufigsten Attribute, die den Luxussportwagen zugeschrieben werden. Ferraris sind Statussymbole und zeugen von Stil und Souveränität. All diese Eigenschaften in Kombination mit einem, für viele Kenner, einzigartigem Fahrgefühl haben dazu beigetragen, den Mythos Ferrari in den letzten Jahren ungebremst zu nähren. Der Wunsch, ein solches Auto einmal zu fahren oder gar sein Eigen zu nennen, ruht sicher in vielen Automobilfans. Sollten Sie also wirklich mit dem Gedanken spielen, sich einen Ferrari anzueignen, so finden Sie im Folgenden einige Tipps und Ratschläge, die Sie beim Kauf beachten sollten.

Italienisches Traditionsunternehmen mit langer Geschichte – über die Historie von Ferrari

Offiziell gegründet wurde das Unternehmen vom ehemaligen Rennfahrer Enzo Ferrari im Jahre 1947. Doch bereits in den zwei Jahrzehnten davor war die Firma als Rennteam „Scuderia Ferrari“ unter der Leitung des späteren Firmenchefs sehr erfolgreich im Motorsport unterwegs, unter anderem als Werksteam für Alfa Romeo. Im Jahr 1943 bezog die Firma dann ihren Firmensitz in Maranello, nach Kriegsende lief im Jahr 1947 der erste eigene Wagen vom Fließband. Der Ferrari 125C kam mit einem 1,5-Liter-V-12-Motor, konnte aber im Rennsport nur bedingte Erfolge feiern. Damals produzierte Ferrari in der eigenen Fabrik auch Fahrzeuge für andere Hersteller.

In den darauffolgenden Jahren stieg der Bekanntheitsgrad der Italiener spürbar, wenngleich sie immer wieder mit verschiedenen Krisen zu kämpfen hatten. Normale Straßenwagen zu erschwinglichen Preisen stellte Ferrari dabei nie her, sodass ihre luxuriösen Sportwagen schnell zum begehrten Prestigeobjekt wurden. Im Jahr 1969 stieg Fiat mit 50 Prozent in die Firma ein, inzwischen gehören dem Unternehmen rund 90 Prozent von Ferrari. Der damit verbundene finanzielle Aufschwung half Ferrari dabei, neue Modelle einzuführen und im Motorsport Fuß zu fassen. Es sollte allerdings eine Weile dauern, bis auch sportliche Erfolge dazukamen. Erst in den 90er Jahren, nach dem Tod von Firmengründer Enzo Ferrari und den Erfolgen in der Formel 1 konnte Ferrari die Krisen vergangener Jahre erfolgreich abschütteln und den eigenen Kultstatus untermauern.

'Klasse statt Masse' dürfte das inoffizielle Firmenmotto der Italiener sein. 2011 produzierte Ferrari 'nur' 7000 Fahrzeuge - im Vergleich zur hochfrequentierten Konkurrenz vergleichsweise wenig. Die meisten der Modelle werden dabei übrigens in die USA exportiert. Es verwundert daher nicht, dass der Kultstatus zu einem gewissen Maße auch auf Exklusivität beruht. Aktuell hat Ferrari folgende fünf Modelle auf dem Markt:

  • Ferrari 458 Italia
  • Ferrari California
  • Ferrari F12 Berlinetta
  • Ferrari FF
  • Ferrari LaFerrari

Der Ferrari 458 Italia – der mit vielen Preisen ausgezeichnete Sportwagen

Seit 2009 hat Ferrari den stattlichen Sportwagen als Nachfolger des Modells F430 im Sortiment. Er wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem als „Auto des Jahres“ oder „Motor des Jahres.“ Schlichtheit und Purismus, sowie Effizienz und Leichtigkeit sind die Kernstärken des Modells, vom edlen Design einmal ganz zu schweigen. Ausgestattet ist er mit einem kraftvollen, mit Direkteinspritzung arbeitenden, 4,5-Liter-V8-Ottomotor und 419 kW, der auf bis zu 570 PS kommen kann. Betrieben wird das Modell mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 7DCL750 der Marke Getrag. Das Fahrwerk besitzt vorn Doppelquerlenker, hinten Mehrfachlenker. In gerade mal 3,4 Sekunden schafft es der Ferrari Italia somit von 0 auf 100 km pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 325 km/h.

Die Aerodynamik ist auf Geschwindigkeit ausgelegt, der Unterboden hält hohen Anpassdruck aus und der Wagen benötigt somit keinen Spoiler. Das Aluminium-Gehäuse sorgt für vergleichsweise geringes Gewicht. Cabrio-Freunde können das Modell auch als 458 Spider erwerben, dessen Hauptunterschied in seinem ausziehbaren Aluminiumdach liegt, das sich innerhalb von lediglich 14 Sekunden öffnet und schließt.

Der Ferrari California – das sportliche Cabriolet mit ausklappbarem Aluminiumdach

Wer es eine Spur alltagstauglicher liebt, für den bietet sich der Ferrari California als Alternative an. Der Roadster ausfahrbarem Aluminiumdach orientiert sich dabei am legendären Ferrari 250 GT Spyder California aus den späten 50ern. Eingeführt wurde er 2008, seit 2012 gibt es ein überarbeitetes Modell mit der Bezeichnung „California 30.“ Die Bezeichnung bezieht sich dabei auf das 30 Kilo leichtere Gehäuse bei gleichzeitig 30 PS mehr. Aktuell ist dieses Modell bei 490 PS mithilfe eines 4,3-Liter-Ottomotors. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei stolzen 312 km/h, von 0 auf 100 geht es dabei in 3,8 Sekunden. Damit liegt der California nur knapp unter den Leistungsansprüchen des Ferrari 458. Im Gegensatz zum 458 Spider besitzt diese Bauart einen Front- und keinen Heckmotor. Dadurch, dass er aber hinter der Vorderachse lokalisiert ist, wird er auch gern als Front-Mittelmotor bezeichnet. Damals war dies ein Novum bei Ferrari, welches dem California allerdings einen größeren Kofferraum mit bis zu 340 Litern Stauvermögen beschert.

Ferrari F12 Berlinetta – entspanntes Fahrgefühl im Alltag, Rennatmosphäre auf Knopfdruck

Der Berlinetta ist der Gran Turismo unter den Ferrari und damit seit Kurzem offizieller Nachfolger des Ferrari 599. Er ist der leistungsstärkste Sportwagen aus Maranello mit Straßenzulassung. Bis zu 740 PS schafft der eingebaute V12-Motor mit 6,3, Litern, lediglich 3,1 Sekunden benötigt er dabei von 0 auf 100 km/h. Durch zusätzliche Senkung des Kraftstoffverbrauchs um 30 % gehört das Modell auch in diesem Sektor zur Spitze der Wagengattung. Ein entspanntes Fahrgefühl scheint dabei das Hauptanliegen des Fahrzeugtyps zu sein. Dafür sorgt nicht nur das formschöne Innenleben des Wagens, erfreulicherweise drängt sich auch der V12-Motor beim Fahren kaum auf. Allerdings bietet das Modell auch einen „Race“-Modus, der deutlich mehr Geschwindigkeitsempfinden verspricht. Eine durchaus beabsichtigte Konzipierung. Hinzu kommt das aerodynamische Design, das ganz auf intelligente Luftführung setzt und auf unnötige Zusätze, wie einen Heckspoiler verzichtet. Ein Gesamtpaket, welches am Ende natürlich einen gewissen Preis hat.

Der Ferrari FF – der erste, der mit witterungsangepasstem Allround-Antrieb kommt

Als erstes Ferrari-Modell kombiniert der Sportwagen FF vier Sitze mit einem Vierradantrieb. Der 660 PS starker V12-Motor beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden und erfüllt somit die hohen Standards von Ferrari problemlos. Dennoch präsentiert sich der Motor vergleichsweise leise bei voller Kraft. Ein optionaler „Sport“-Modus, bei welchem die Dämpfung härter ausfällt und der Wagen noch besser in der Spur liegt. Dennoch liegt das Augenmerk auch auf der Alltagstauglichkeit bei verschiedenen Witterungsbedingungen. Der Allradantrieb, in Kombination mit guten Reifen, greift dabei in erster Linie, sobald es zu Nässe oder Schnee kommt. Ansonsten gibt sich der Ferrari FF, ganz in Firmentradition, als heckbetriebenes Modell.

Der Ferrari LaFerrari – die luxuriöse Oberklasse für alle, die maximale Leistung wollen

Die absolute Spitzenklasse in Ferraris Luxusangebot stellt ohne Zweifel das Modell „La Ferrari“ dar. Der Supersportwagen ist streng auf 499 Stück limitiert und stellt das leistungsstärkste Modell dar, welches die italienische Firma je fabriziert hat. Gleichzeitig ist er der erste in Serie gebaute Wagen der Firma mit Hybridantrieb. Der 6262-ccm-V12-Motor erreicht 800 PS, der Elektromotor dabei weitere 163 PS. Rund 960 PS bringt das Modell dabei mit sich. Weniger als zwei Sekunden werden benötigt, um die 100-km/h-Marke aus dem Stand heraus zu knacken, auf sieben Sekunden fallen auch die 200 km/h spielend leicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt dabei über 350 km/h. Trotz der Effizienz des Motors wird auf den charakteristischen Ferrari-Sound nicht verzichtet. Monocoque und Karosserie bestehen aus vier verschiedenen Arten von Kohlefasern, das Keramik-Karbon-Bremssystem garantiert möglichst effektive Bremswege. Die Limitierung auf weniger Modelle zu einem extrem hohen Preis nutzt die Firma aus Maranello daher auch, um neue Technologien und Ideen zu testen, die später für andere Modelle eingesetzt werden können.

Einen gebrauchten Ferrari kaufen – worauf sie dabei unbedingt achten sollten

Wenngleich die fabrikfrischen Ferrari nur in überschaubarer Stückzahl produziert werden, so sind auf dem Gebrauchtwagen sehr viele Modelle im Umlauf. Selbst ein wenig ältere Varianten, wie der F599, der &12 Scaglietti oder der F430 zeigen dabei noch überdurchschnittlich hohe Leistungswerte und sind häufig in gutem Zustand. In Deutschland gibt es viele Ferrari-Händler, welcher Modelle aus zweiter Hand verkaufen. Richtig billig wird, anders als bei einem handelsüblichen Pkw, es dabei nie, zumal einige erforderliche Inspektionen auch entsprechend ins Geld fallen. Fahrzeugpapiere und Scheckheft sollten unbedingt vorhanden sein und geprüft werden. In letzterem befinden sich alle Informationen zu Inspektionsterminen in der Vergangenheit. Ältere Modelle besitzen teilweise noch Zahnriemen, deren Wartung entsprechend ihren Preis hat.

Achten Sie drauf, dass Sie den gebrauchten Ferrari dabei bei einem Händler mit der „Ferrari Power Garantie“ kaufen. Sollte die Qualität ihres Wagen von einem offiziellen Händler entsprechend bestätigt werden, so können Sie Garantie für bis zu zehn Jahre bekommen, inklusive kostenloser Ersatzteile und Inspektion durch Profis. Auch ein europaweiter Pannenservice zählt dazu. Sollte Ihr Gebrauchtwagen den Zählerstand von 90.000 km nicht überschritten haben, kommt er für eine solche Garantie infrage. In jedem Fall sollten Sie die ein oder andere Probefahrt vor dem eigentlichen Kauf wagen, um so Defizite zu lokalisieren. Versuchen Sie dabei eine Antwort auf folgende Fragen zu finden:

  • Herrscht viel Verschleiß bei der Kupplung des Wagens?
  • Müssen die Bremsen ausgetauscht werden? Besonders bei leistungsstarken Sportwagen ist der Bremsverschleiß wesentlich höher.
  • Wie genau ist das Lenkspiel?
  • Überprüfen Sie Türkanten und insbesondere den Unterboden des Wagens auf Rost. Oft sind italienische Autos schlechter für den deutschen Winter konzipiert.
  • Ist das Innenleben des Autos intakt? Gibt es Abnutzungen bei den Sitzen, der Polsterung oder der Elektronik?

Fazit

Egal, wie Sie sich entscheiden - eines sollte Ihnen dennoch von Anfang an bewusst sein: Ferrari sind Luxusgüter, die in Ihrer Investition, Ausstattung und Wartung teils sehr beträchtliche Summen kosten. Ihre Exklusivität ist einzigartig und auf Fahrvergnügen abseits des Alltags ausgelegt. Für den täglichen Pendelverkehr oder städtischen Straßengebrauch sind die Modelle daher nur bedingt geeignet. Hinterfragen Sie also ihre Einstellung und das eigene Fahrverhalten vorher gründlich.

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