Wie Sie Paphiopedilum als Erdorchideen halten

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Wie Sie Paphiopedilum als Erdorchideen in einem lockeren Substrat halten

Paphiopedilum, die in der deutschen Sprache als Frauenschuh oder auch als Venusschuh bezeichnet werden, gehören zur Pflanzengattung der Orchideen. Das Verbreitungsgebiet dieser Gattung erstreckt sich von den Philippinen, Borneo, Sumatra, Neuguinea über Malaysia, Thailand, dem südlichen China, Nepal und Indien. Von der Wissenschaft werden aktuell etwa 100 Arten und Unterarten anerkannt. Der Begriff Paphiopedilum stammt von dem Namen Paphia, der auf Zypern als Beiname für die Göttin Aphrodite verwendet wird, die in der Nähe der Stadt Paphos an Land gekommen sein soll. Darüber hinaus leitet sich Paphiopedilum von pedilon ab, was im Griechischen Sandale oder Pantoffel bedeutet. Die deutsche Bezeichnung Frauen- oder Venusschuh rührt daher, dass die Lippe der Blüten dieser Orchideen das Aussehen eines offenen Schuhs aufweist.

Charakteristische Merkmale der Paphiopedilum Orchideen

Orchideen der Gattung Paphiopedilum sind Pflanzen, bei denen das weitere Wachstum der Sprosse nach der Vegetationsperiode nicht von der Hauptachse, sondern von untergeordneten Seitenachsen fortgesetzt wird. Die Blätter sind von einer weichen Konsistenz und der Blütentrieb ist behaart. Die Knospen kommen aus einem Blatt, das in seiner Blattachsel einen Seitenspross trägt, am Ende des Triebes. Sie wachsen auf der Erde, im Moos, selten auf anderen Pflanzen. Die Blätter können hellgrün oder marmoriert sein. Ein typisches Blütenmerkmal von Paphiopedilum ist das untere Kronblatt, das sich im Laufe der Evolution zu einer schuh- oder sandalenähnlichen Form entwickelt hat. Auch das obere Kelchblatt ist größer als bei anderen Orchideen. Die beiden äußeren Kronblätter können vereinzelt auch gedreht sein, wie beispielsweise bei Paphiopedilum glanduliferum. Orchideen der Gattung Paphiopedilum sind in sämtlichen Pflanzenteilen leicht toxisch. Die Giftstoffe konzentrieren sich in Stängel und Laub. Der wesentliche Wirkstoff ist kristallisiertes Calciumoxalat. Der Verzehr von Teilen der Paphiopedilum kann zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall führen. Darüber hinaus können chinoide Verbindungen in der Pflanze Kontaktallergien auslösen.

Die verschiedenen Arten von Paphiopedilum

Die Blüten der Paphiopedilum, die in ihrer Form, Größe und auch Färbung sehr unterschiedlich sind, bilden sich an einem Schaft, der aus der Mitte der Blätter entspringt. Die Blüten dieser Orchideen sind glänzend wachsartig, fleischig und besitzen ein fast künstliches Aussehen. Das obere Kelchblatt steht normalerweise in einem Farbkontrast zu den flankierenden Kronblättern und der Lippe, die die beiden unteren zusammengewachsenen Kelchblätter verdeckt. Im Frühjahr bildet Paphiopedilum meist ihre Blüten, die sich acht bis 14 Wochen halten. Züchter haben durch Einkreuzung einzelner Arten schon Tausende von sogenannten Hybriden dieser Orchideen gezüchtet.

  • Paphiopedilum spiceranum: An diesen Orchideen finden sich bis zu 15 Zentimeter lange und drei Zentimeter breite, dunkelgrün gefärbte Blätter mit einer purpurnen Unterseite. An dem etwa 20 Zentimeter lange Schaft einer Paphiopedilum spiceranum wachsen ein bis zwei ca. sechs Zentimeter breite Blüten. Die weiße Fahne besitzt in der Mitte einen purpurnen Längsstreifen. Die Kronblätter der Paphiopedilum spiceranum Orchideen haben eine gelbgrüne Farbe mit braunen Punkten. Die bräunliche Lippe weist violett Schlieren auf. Die Blütezeit der Paphiopedilum spiceranum liegt zwischen November und Januar.
  • Paphiopedilum callosum: Diese Orchideen-Art bildet bis zu 35 Zentimeter lange und fünf Zentimeter breite, hellgrün gefärbte Blätter, die dunkelgrüne Flecken aufweisen. Der bis zu 40 Zentimeter lange Schaft einer solchen Paphiopedilum callosum trägt ein oder zwei bis zu elf Zentimeter breite Blüten. Die in der oberen Region weiße und im unteren Bereich grünlich gefärbte Fahne besitzt sattgrüne und rote Längsstreifen. Die seitlichen Kronblätter sind an der Basis grün und werden zur Spitze hin purpurrot mit einigen schwarzen, an den Rändern gezackten Randwarzen. Die Lippe ist bräunlich gefärbt. Die Blütezeit der Paphiopedilum callosum liegt im Frühjahr.
  • Paphiopedilum hirsutissimum: Diese Orchidee bildet drei Zentimeter breite und bis zu 20 Zentimeter lange, dunkelgrün gefärbte Blätter, die hellgrüne Flecken aufweisen. Der etwa 20 Zentimeter lange Blütenschaft wird von feinen violetten Härchen umgeben und bildet eine einzelne, etwa zwölf Zentimeter breite Blüte. Die grüne, sich zur Mitte hin violett färbende Fahne weist einen gewellten Rand auf. Die Kronblätter sind an der Basis grün, schwärzlich violett gepunktet und an der Spitze von violetter Farbe. Die Lippe ist grün mit einem Hauch bräunlicher Tönung. Die Blütezeit der Paphiopedilum hirsutissimum liegt im Frühjahr.
  • Paphiopedilum insigne: An der Pflanze befinden sich etwa 20 Zentimeter lange und drei Zentimeter breite mittelgrün gefärbte Blätter. Der etwa 20 Zentimeter lange Blütenschaft weist ein bis zwei etwa 10 Zentimeter breite Blüten auf. Die weißliche Fahne schimmert in der Mitte und zeigt dichte braune und purpurne Tupfen. Die gelbgrünen Kronblätter der Paphiopedilum insigne haben vereinzelte purpurrote Tupfen und braune Adern. Die gelbgrüne Lippe weist braune Schlieren auf. Die Blütezeit der Paphiopedilum insigne liegt im späten Winter. Von diesen Orchideen gibt es eine ganze Reihe von Sorten.
  • Paphiopedilum fairieanum: Paphiopedilum fairieanum gedeiht mit hellgrün gefärbten, ca. bis zu drei Zentimeter breiten und bis zu 20 Zentimeter langen Blättern. An dem 20 Zentimeter langen Schaft einer Paphiopedilum fairieanum befinden sich ein bis zwei etwa acht Zentimeter breite Blüten. Die Fahne und die beiden Kronblätter dieser Orchideen sind weiß und weisen dünne, purpurfarbene Streifen auf. Die Kronblätter sind abwärtsgerichtet, die Spitzen jedoch aufwärts gebogen. An ihrem oberen Rand befinden sich kleine schwarze Härchen. Die braun-grünfarbene Lippe hat purpurrote Äderchen. Die Blütezeit der Paphiopedilum fairieanum liegt im Herbst.
  • Paphiopedilum venustum: Paphiopedilum venustum bildet etwa drei Zentimeter breite und 15 Zentimeter lange Blätter. Die Pflanzen sind dunkelgrün gefärbt und weisen graugrüne Flecken auf. Der bis zu 20 Zentimeter lang werdende Blütenschaft dieser Pflanze trägt lediglich eine einzelne, etwa acht Zentimeter breite Blüte. Die weißliche Fahne zeigt grüne Längsstreifen. Die hellgrünen Kronblätter zeigen einen rosaroten Übergang an den Rändern und haarige, schwarze Warzen. Die gelbgrüne Lippe ist rötlich getönt und weist grüne Adern auf. Die Blütezeit der Paphiopedilum venustum liegt zwischen dem Spätherbst und dem Frühjahr.

Probleme bei der Kultivierung von Paphiopedilum

Die größten Probleme bei der Kultivierung von Paphiopedilum treten oft beim pH-Wert des Substrates auf. Dieser ist für die Orchidee aus dem Grunde so wichtig, weil sie terrestrisch lebt. Dies bedeutet, dass die Pflanze ihre Nährstoffe und ihr Wasser nur über die Wurzeln aufnimmt, die sich im Substrat befinden, und über keine zusätzlichen Luftwurzeln verfügt. Wenn der pH-Wert über 6,5 oder unter 5,0 liegt, wird die Orchidee extrem anfällig für Krankheiten oder geht sogar ein. Tests zur Bestimmung dieses Wertes sollten deshalb regelmäßig durchgeführt werden.

Beim Gießen und Düngen von Paphiopedilum sollte in jedem Falle beachtet werden, dass die Orchidee eine Ruhephase erhält. Diese setzt während der Blüte ein. Das Bewässern sollte während der Blütezeit drastisch reduziert werden. Der Orchideen-Freund sollte sich in dieser Zeit auch mit der Düngung stark zurückhalten. Der neue Wachstumszyklus beginnt in aller Regel mit der Bildung eines neuen Blattes. Danach sollte der Pflanzen-Liebhaber gleichmäßig gießen und etwa alle drei Wochen düngen. Jedoch muss dabei darauf geachtet werden, dass kein Wasser im Herzen der Pflanze - zwischen den Blättern – zurückbleibt. Dies könnte andernfalls zur Fäulnis führen. Was die Luftfeuchtigkeit angeht, hat Paphiopedilum ebenfalls einige, für den geübten Orchideen Freund leicht zu erfüllende, Ansprüche. Unbedingt sollte ein Übertopf, der mit feuchtem Tongranulat gefüllt ist, verwendet werden. Darüber hinaus liebt es die Pflanze, außerhalb der Blütezeit einmal täglich leicht mit Wasser besprüht zu werden. An heißen Tagen sollte der Liebhaber dieser exotischen Schönheiten jeweils morgens und abends sprühen, damit die Orchidee nicht unter zu großer Hitze leidet.

Richtiger Standort und optimale Temperatur für Paphiopedilum

Paphiopedilum werden zu den Orchideen des sogenannten temperierten Bereiches gezählt. Die Faustregel - 20 bis 30 Grad Celsius am Tag und 13 bis 16 Grad Celsius in der Nacht - deckt bei dieser Gattung allerdings nicht alle relevanten Aspekte ab. Für die optimale Temperatur und den richtigen Standort sind zudem die Form und Farbe der Blätter sowie die Anzahl der Blüten entscheidend.

Unter Experten wird Paphiopedilum in vier Kategorien unterteilt:

  • Breites Laub
  • Buntes oder geflecktes Laub
  • Schmales und langes Laub
  • Mehrblütige Arten.

Paphiopedilum der ersten und zweiten Kategorie benötigen Temperaturen von 18 bis 22 Grad Celsius, wobei diese auch kurzfristig wärmer platziert werden können. Die Temperatur sollte hierbei 16 Grad Celsius nicht unterschreiten. Die Orchideen benötigen darüber hinaus einen halbschattigen bis schattigen Platz. Paphiopedilum der dritten Kategorie benötigen eine durchschnittliche Lichtintensität und müssen nachdem sich ein neuer Trieb gebildet hat, unbedingt kühler gehalten werden. Demgegenüber sind die Pflanzen, was die Temperatur anbelangt, nicht sonderlich anspruchsvoll, solange diese sich im temperierten Bereich befindet. Paphiopedilum der letzten Kategorie gedeihen an hellen Standorten und vertragen eine hohe Lichteinstrahlung. Als Mindesttemperatur benötigen sie 18 Grad Celsius.

Krankheiten und Schädlinge bei Paphiopedilum

Die häufigsten Schädlinge, die bei Paphiopedilum auftreten, sind Milben. Diese befallen mit Vorliebe den Blütenstiel und sind mit den bekannten Maßnahmen wie der Erhöhung der Luftfeuchte zu bekämpfen. Woll- und Schmierläuse sind auf der Pflanze häufig zu finden. Darüber hinaus treten bei diesen Orchideen häufig Blattfleckenkrankheiten auf. Sowohl Krankheiten wie auch Schädlinge sind auf die gleichen Fehler bei der Pflege zurückzuführen, die die Pflanzen stark schwächen. Häufige Fehler sind ein falscher pH-Wert und auch eine zu tiefe Luftfeuchtigkeit. In solchen Fällen sollte neben der Durchführung eines pH-Tests auch die Luftfeuchtigkeit verändert werden. Bei Paphiopedilum kann Staunässe und damit Fäule vermieden werden, indem diese nicht von oben gegossen werden, sondern die Pflanze einmal wöchentlich in ein Becken mit Wasser getaucht wird.

Wenn bei den verschiedenen Arten von Paphiopedilum die wichtigsten Pflegetipps beachtet werden, kann sich der Orchideen Freund lange an der exotischen Schönheit erfreuen.

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