Wichtiges Rechtsgut, auch bei ebay: Treu und Glauben

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Schwarzarbeiter haben es neuerdings schwer. 

Nicht nur, dass ihnen die Steuerfahndung (und, bei ausländischen illegal Beschäftigten) der Zoll auf die Pelle rückt - nein, inzwischen können das auch unzufriedene Kunden (Zitat):

"Gehst Du noch auf Pfusch?" lautete eine beliebte Frage unter Handwerkern, wenn sie sich am Freitag Mittag in das Wochenende verabschiedeten. Dann werkelten Maurer und Malergesellen gern noch einmal auf einer Privatbaustelle, schwarz und ohne Rechnung selbstverständlich. Ging dabei etwas schief, die Wand zum Beispiel, hatten die betrügerischen "Bauherrn" keinen Anspruch auf Gewährleistung. Auf Pfusch gab's keine Garantie. Doch das ist jetzt vorbei, wie der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte.

In einem Fall ging es um ein Ehepaar, das einen Ingenieur wegen Messfehlern verklagt hatte. Der hatte ohne Rechnung ein Einfamilienhaus falsch platziert. In einem anderen Fall, der dem BGH vorlag, hatte ein Handwerker eine Terrasse gebaut, die nicht wasserdicht war. Scheiterten in der Vergangenheit Rechtsansprüche meist daran, dass die Gerichte in der Schwarzarbeit eine gemeinschaftliche Verabredung zur Steuerhinterziehung sahen, die die Nichtigkeit des Vertrags nach sich ziehen würde, stellte sich der BGH nun auf einen anderen Standpunkt. Es verstoße gegen Treu und Glauben, wenn sich ein Handwerker allein dadurch aus der Affäre ziehen könnte, dass er auf das Nichtzustandekommen eines ordentlichen Vertrages hinweise. Die beiden Pfuscher müssen nun Schadensersatz leisten.

Machen Sie es richtig und schließen Sie einen ordentlichen Vertrag ab. Den Architektenvertrag gibt es eine Woche lang gratis." (Zitiert nach formblitz de)


Der scharfsinnige Richter findet das gut.

Denn illegales Handeln darf sich nicht lohnen.

Dieser Ratgeber wurde geschrieben für unzufriedene ebay-Kunden, die sich auf Schwarzarbeiter und angeblich private, aber in Wahrheit gewerblich Handelnde eingelassen haben.

Im ersten Fall bestand ja bisher bei den Opfern oft die Sorge, sie könnten wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung belangt werden. Der scharfsinnige Richter ist sehr erfreut, dass der BGH hier die Weichen neu gestellt hat!
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