Wichtige Tips für die Aquarienpflege

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Fische sind sehr interessante Wesen in ihren vielfältigen Verhaltensweisen, ihren schönen Formen und Farben. Ich beglückwünsche Sie zu dem Entschluß, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie zu betreuen. Dabei möchte ich Ihnen mit diesem Einführungstext ein wenig behilflich sein, damit Sie an Ihrem Aquarium viel Freude haben können.

Das Mindestmaß eines Aquariums sollte in der Frontlänge 60 cm betragen  ( 60x30x30 = 54 Liter ). Kein Fisch fühlt sich in einem zu kleinen Becken wohl!

Jedes Aquarium kann ein kleines Biotop sein, ein Lebensraum mit ausgeglichenen , stabilen Lebensbedingungen. Dazu gehören lebende Pflanzen, Kiesgrund und technisches Zubehör wie Lichtquelle, Filter und Heizung ( für Warmwasserfische ).
Je größer das Aquarium ist, desto besser " funktioniert " das Biotop, was auch einen geringeren Pflegeaufwand bedeutet.

Wichtig ist der Filter. Er hat etwa 6 verschiedene Aufgaben.
U.a. die Sauerstoffanreicherung des Wassers und das Sammeln der Schmutzpartikel.
Jeder Aquarianer kennt die braune schmierige Masse im Filterschwamm. Es sind wertvolle Bakterienstämme, die sich besonders im Filter zahlreich vermehren, da große Mengen sauerstoffreichen Wassers durch ihn hindurchfließen.

Ohne diese wertvollen Bakterien funktioniert kein Aquarium, denn sie verzehren Abfallstoffe der Fische und des Futters. Dadurch entgiften sie das Wasser und machen es erst für unsere Fische brauchbar!
Als wichtige Helfer sind sie auch im freien Wasser wie im Bodengrund vorhanden.
Diesen Vorgängen wird allgemein zu wenig Beachtung geschenkt , weil nichts Sichtbares geschieht.
In neu eingerichteten Aquarien müssen sich die Helfer-Bakterien erst bilden und ansiedeln. Deshalb ist - bei voll eingerichtetem Aquarium und laufendem Filter - ein fischfreier Zeitraum von mind. 1 Woche bis zu gar 4 Wochen zu empfehlen!
Man kann diese Zeit verkürzen , indem man flüssige Bakterien zugibt.
Eine tägliche geringe Futterbeigabe beschleunigt die Bakterien-Vermehrung und man kann bereits nach 1 Woche Fische einsetzen.


Da das Aquarium nur ein Miniatur-Biotop ist, sollte alle 3 - 4 Wochen ein Teilwasserwechsel vorgenommen werden . Das heißt, ca. ein Drittel des Wassers wird gegen frisches ausgetauscht.

Dem frischen angewärmten Wasser aus der Leitung muß ein Wasseraufbereiter  zugegeben werden, da vor allem Chlor die Schleimhäute der Fische schädigt und dadurch Krankheitserreger gute Chancen haben.

F A L S C H   ist es, über längere Zeit  NUR  verdunstetes Wasser nachzufüllen! Dadurch verdichten sich alle unerwünschten Stoffe im Aquarium ( Kalk , Nitrat ........ ), da sie nicht mit verdunsten!!!

Nach einer Laufzeit von einigen Monaten ist es ratsam, den unten abgesetzten Mulm beim Wasserwechsel mit einem Schlauch mit abzuziehen.
Hierfür eignet sich besonders gut die sog. Mulmglocke : sie wird auf den Schlauch gesetzt, man dreht sie in den Kies und lässt den darin befindlichen Mulm mit dem  Wasser abfließen. So lockert man den Bodengrund auf ( gegen Faulgase ) und säubert ihn grob, möglichst ohne die Pflanzenwurzeln zu beschädigen.

F A L S C H  ist eine leider immer noch übliche Methode, beim Säubern den Kies mitsamt den Pflanzen ( u. Fischen notgedrungen ) herauszunehmen und das Aquarium praktisch steril zu machen. Damit würden alle wertvollen Bakterien beseitigt , die Pflanzen hätten keine Wachstumschance und die Fische wären anschließend in großer Gefahr, an Vergiftung zu sterben .......... 

Dabei geht es so viel einfacher und mit weniger Zeitaufwand!

Mit der Zeit setzt sich der Filterschwamm zu, das heißt , die braune , von unsichtbaren Bakterien durchsetzte Schmutzmasse verstopft seine Poren, und der Wasserdurchfluß verringert sich. Hier muß eingegriffen werden, indem man den Schwamm unter lauwarmen Wasser ausdrückt , durchwalkt und ihn möglichst schnell  -  mit einem Rest guter Bakterien  -  wieder in den Filter gibt und durchströmen lässt.

F A L S C H  ist es unbedingt, den Filterschwamm  HEIß  auszuwaschen, weil dabei die guten Bakterien ebenfalls vernichtet werden!

N I C H T   G U T  ist es, die Filtersäuberung zur gleichen Zeit mit dem Teilwasserwechsel durchzuführen. Mindestens ein Tag ( zuvor od. anschließend ) sollte dazwischen liegen, besser noch mehr.

F A L S C H  ist es , den Filter gar nachts oder überhaupt zwischenzeitlich auszuschalten . Länger als eine halbe Stunde sollte das nicht geschehen, da sonst die Bakterien absterben und nach dem Einschalten als Gift wieder ins Wasser gelangen.

Der Filterauslauf sollte möglichst nahe unter der Wasseroberfläche angebracht sein. So verteilt die aus ihm kommende Strömung sauerstoffreiches Oberflächenwasser gut im gesamten Becken.

Lebende Pflanzen spielen in unserem kleinen Biotop eine wichtige Rolle als zusätzliche  " natürliche  Kläranlage " sowie als Sauerstofflieferanten. Wuchernde Pflanzen sind ein Segen, aber man muß sie hin und wieder stutzen und von absterbenden alten Teilen befreien, welche Faulgase bilden können.
Zur Belebung eines dürftigen Pflanzenwuchses gibt es spezielle Düngetabletten, die in den Bodengrund nahe der Wurzeln gedrückt werden. Auch flüssige Zusätze an Nährstoffen sind erhältlich und wirken Mangelerscheinungen entgegen.

Erst durch gesunde Pflanzen kann die " kleine Welt " des Aquariums der ursprünglich großen ähneln und bewirken, dass sich die Tiere in ihrem Element Wasser richtig wohlfühlen. Ein Fisch, der gesunde Wasserbedingungen, ein möglichst natürliches, ausgeglichenes Lebensumfeld sowie qualitativ gutes Futter angeboten erhält, ist weniger anfällig für Krankheiten. Dann hat auch der Pfleger Freude an seinem Aquarium!

Fische und Pflanzen brauchen einen gleichmäßigen Rhythmus in ihrem Tagesablauf. Die Licht-Ein- und Ausschaltung bewirkt dieses nötige Gleichgewicht; sie ist am bequemsten über eine Zeitschaltuhr zu regeln. Als Standart gelten 10 bis 12 Stunden Licht pro Tag.

Vor allem von Anfängern wird das Füttern der Fische oft übertrieben und zu große Mengen gegeben . Es reicht völlig , ausgewachsene Fische einmal am Tag zu füttern , und zwar in Maßen , nicht in Massen .
Ein " Hungertag " pro Woche ist empfehlenswert .
Rückstände des Futters im Becken belasten die Qualität des Wassers , Überfütterung gefährdet die Gesundheit der Tiere !

Die Urlaubsfütterung durch unerfahrene Nachbarn geht oft mit erheblichen Verlusten an Fischen aus. Sind nicht gerade Jungfische vorhanden, kann man ausgewachsene Tiere bis zu einem Zeitraum von 2 Wochen hungern lassen, sollte sie jedoch die Woche zuvor etwas " verwöhnen ". Als Alternative ist Ferienfutter erhältlich, das über 2 Wochen kleinere Mengen an Futter abgibt.

Kleine Wasserschnecken werden oft zu einer Plage im Aquarium. Sie legen auf Scheiben und Pflanzen durchsichtige Eier in Mengen ab und können sich " explosionsartig " vermehren. Das belastet auf Dauer die Wasserqualität und sieht auch nicht schön aus. Hier gäbe es Abhilfe durch Chemikalien  --  allerdings bedeutet die Benutzung der " chemischen Keule " immer eine Störung des Gleichgewichtes im Biotop, abgesehen davon, dass tote Schnecken das Wasser belasten.
Das Absammeln der Schnecken ist eine mühsame Arbeit ( ( eine halbe Stunde nach Lichtabschaltung es wieder einschalten  -  dann sitzen sie in Massen an den Scheiben ).
Wirksamer ist da ein schneckenfressender Miniatur-Kugelfisch ( Erbsenkugelfisch ) zu nennen. Er wird nicht größer als 3,5 cm und ist obendrein ein lustiges Kerlchen.
( Aber vorsicht mit  ALLEN  schneckenfressenden Fischen. Werden sie nicht satt, gehen sie auch gerne an die Fische. Kugelfische nehmen nur Frost- oder Lebendfutter. )


A L G E N  --  die älteste Pflanzenart auf niedriger Stufe  --  tauchen ebenfalls in jedem Aquarium auf. Die entscheidende Frage ist, ob sie das Biotop zunehmend beherrschen und alles andere Wachstum ersticken, oder ob sie nur am Rande existieren. Dies ist eine der schwierigsten Gegebenheiten im Aquarium. Ursachenforschung ist ratsam :

Besteht          ------   zuviel Einfall von Tageslicht ( die dunkelste Stelle in der Wohnung                                     
                                                                      eignet sich am besten fürs Aquarium )
                      ------   ein Überangebot an Nährstoffen ( Überdüngung ) durch Abfallstoffe + Fischfutter
                      ------   ein Mangel an Spurenelementen ( z.B. Eisen )
                      ------   ist die Beleuchtung mangelhaft, zu alt ( 1x jährlich erneuern )

Der regelmäßige Teilwasserwechsel bekommt den Pflanzen und beugt Algenwuchs vor.
Mit starkem , gesundem Pflanzenbewuchs kann der Algenbefall eingedämmt oder gar vermieden werden.
Viele Fischarten ( z.B. Antennenwelse ) ernähren sich unter anderem von Pflanzenkost, somit auch von verschiedenen Algenarten. Allerdings kann kein Fisch alleine davon leben oder gar einen starken Algenwuchs ausrotten.

Pflanzen benötigen Aquarienleuchten, das heißt, ein spezielles Lichtspektrum. Diese Röhren sollten mind. 1 x jährlich erneuert werden  (  unser Auge nimmt das Nachlassen des Spektrums nicht wahr ).

Beim Zusammensetzen verschiedener Fischarten in einem sog. Gesellschaftsaquarium ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Arten ( von ca. 4600 ) lassen sich problemlos vergesellschaften. Es gibt zwischen mäjestätisch - ruhigen , beweglich - hektischen oder bodenwühlenden Fischen viele Zwischenstufen. Ein optimaler Besatz berücksichtigt den natürlichen Lebensraum der Arten : Oberflächenfische ( Labyrinth-Arten ) , Bodenbewohner ( Wels-Arten ) und die mittleren Wasserschichten bevorzugende ( Salmler und Barben , auch Lebendgebärende ). Diese verschiedenen Arten kommen sich am wenigsten störend " in die Quere ".

Jeder Aquarianer sollte sich die Bewohner seines Beckens hin und wieder genau ansehen und ihr Verhalten beobachten. Es gibt zahlreiche Fischkrankheiten, die sich durch auffälliges Verhalten wie Flossenklemmen, Schaukelbewegungen oder An-der-Oberfläche-Hängen bemerkbar machen. Auch Veränderungen der Haut wie weiße Punkte, pilzartiger Belag, Auflösung derFlossen oder hervortretende Augen ( " Glotzaugen " ) sollten dem Pfleger nicht entgehen. Oft kann durch kombinierte Medikamente geholfen werden, falls man nicht zu spät eingreift!
Die zuweilen gehörte Meinung , ein schwimmender Fisch sei " fit " und fühle sich wohl , ist natürlich kurzsichtig :
Denn ein Fisch , der nicht mehr schwimmen kann , ist meistens bereits tot ..........

                                                                                          
Lassen Sie mich noch mit einer wichtigen Bitte schließen :
Lebende Tiere sind nicht das, was wir handelsüblich unter einer " Ware " verstehen. Unsere Aquarienfische sind lebendig, doch  s t u m m , d.h. sie können ihr Befinden nicht hörbar mitteilen. Deshalb benötigen sie unsere Fürsorge und unseren Schutz  --
auch wenn sie günstig zu erwerben sind! 

Mit guten Wünschen für Ihr Aquarium    CONNIBU    C. Busse-Ziegler

 

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