Wichtige Schraubendreher für Ihr Heimwerkerprojekt: Ring- und Steckschlüssel, Torx und Sechskant

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Die richtigen Schraubendreher für Ihr Heimwerkerprojekt: Ring- und Steckschlüssel, Torx und Sechskant

Beim Aufbau von Möbeln, beim Schrauben am Auto oder bei der Reparatur des Fahrrads: Ohne Schraubendreher in verschiedener Form und Größe kann kein Hobby-Heimwerker seiner Leidenschaft frönen. Doch welche Schraubendreher gibt es eigentlich und welcher eignet sich für welche Zwecke? Gibt es Schraubendreher, die in jeden Werkzeugkoffer gehören, oder kommt man als Heimwerker mit der Basisausstattung aus? Auf diese und weitere Fragen möchten wir Ihnen in diesem Ratgeber Antworten liefern.

Ein Überblick über die wichtigsten Schraubendreher

Zunächst möchten wir Ihnen die unterschiedlichen Arten von Schraubendrehern und Schraubenschlüsseln vorstellen. Sie alle haben den Sinn und Zweck, Schrauben entweder zu lösen, oder eben festzuziehen. Da es ganz unterschiedliche Arten und Einsatzbereiche von Schrauben gibt, gibt es auch bei den Schraubendrehern eine dementsprechend große Auswahl. Die wichtigsten Schraubendreher und Schraubenschlüssel für den Heimbereich sind:

Während Schraubendreher in eine Schraube greifen, um sie zu bewegen, greifen Schraubenschlüssel in der Regel um die Schraube herum. Diese Schraubenschlüssel sind mit unterschiedlichen Aufsätzen versehen und eignen sich so für verschiedene Schraubenarten.

Ratschen und Drehmomentschlüssel

Die oben erwähnten Werkzeuge können entweder als normale Schraubenschlüssel vorkommen, oder als sogenannte Ratschen. Ratschen oder auch Knarren sind Werkzeuge, mit denen Schrauben gelöst oder festgedreht werden können, ohne den Schraubenschlüssel um 360° drehen zu müssen. Besonders auf begrenztem Arbeitsraum, zum Beispiel im Inneren eines Wagens, sind diese Geräte sehr praktisch.

Es gibt unterschiedliche Verfahren, wie Ratschen funktionieren. Die erste Version arbeitet mit zwei Sperrklinken, die die Bewegung eines Hebelwerkzeuges nur in eine Richtung überträgt, während eine Bewegung in die Gegenrichtung automatisch gesperrt wird. Das Wirkungsprinzip ähnelt dem Freilauf beim Fahrrad. Daneben sind auch Ausführungen mit einer federbelasteten, gerasterten Wippe weit verbreitet. Bei normalen Ratschen für den Heimbedarf ist in der Regel ein Drehwinkel von lediglich zehn bis 15 Grad notwendig, um das Werkzeug einzusetzen.

Ein Sonderfall: der sogenannte Drehmomentschlüssel

Auch sie können sowohl als Sechskantschlüssel als auch als Steck- oder Torx-Schlüssel vorkommen und werden vor allem in der Feinmechanik eingesetzt.

Drehmomentschlüssel ermöglichen es dem Benutzer, Schrauben in einer bestimmten Kraft anzuziehen, also ein bestimmtes Anzugsmoment festzulegen. Was im Alltag auf den ersten Blick eher unnötig erscheint, ist vor allem beim Schrauben am Auto von großer Wichtigkeit. Denn für den Großteil der in Karosserie und Motor verwendeten Schrauben gibt es mittlerweile vom Hersteller empfohlene Anzugsmomente, die in der physikalischen Größe Newton angegeben werden. Diese sollten unbedingt eingehalten werden, um sicherzugehen, dass alles weiterhin einwandfrei funktioniert. Der Grund hierfür liegt in der mittlerweile verbreiteten Leichtbauweise in der Automobilindustrie. Der vermehrte Einsatz von Stoffen wie Magnesium, Aluminium oder Kunststoff führt nämlich dazu, dass die Schraubverbindungen deutlich empfindlicher werden, als es bei der früher üblichen Metallbauweise.

Drehmomentschlüssel gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen, die jeweils einen bestimmten Drehmomentbereich abdecken. Ob Sie filigrane Drehmomentschlüssel benötigen, hängt natürlich davon ab, was Sie damit vorhaben. Wie bereits erwähnt, sollten sich verantwortungsbewusste Auto-Bastler gerade bei Neuwagen nicht allein auf ihr Gefühl, sondern auf zuverlässiges Werkzeug verlassen. Drehmomentwerkzeuge sind dabei ein Muss. Ratschen gestalten sich in vielen Situationen als ungemein nützlich, da Sie damit auf kleinem Raum unangestrengt arbeiten können. In einem kompletten Knarrenkasten-Set finden sich verschiedene Aufsätze, die Sie an die Ratsche anbringen können. Da Sie eine Ratsche nie absetzen müssen, arbeiten Sie damit einfach und vor allem deutlich schneller als mit normalen Schraubendrehern oder -schlüsseln.

Ohne den Klassiker läuft nichts: Schraubendreher sind unerlässlich

Im Gegensatz zu Schraubendrehern werden Schraubenschlüssel in eine Einkerbung in die Schraube gesteckt, um diese festzuziehen oder zu lösen. Es gibt unterschiedliche Arten von Schraubendrehern. Diese unterscheiden sich sowohl in der Größe als auch in der Kopfform. Die wohl bekanntesten sind dabei die Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher. Oft umgangssprachlich als „Schraubenzieher“ betitelt, wird im Handwerk Wert auf die korrekte Bezeichnung „Schraubendreher“ gelegt. Ein Handschraubendreher besteht aus einer Klinge und einem Griff. Die Spitze der Klinge ist für eines der unterschiedlichen Schraubenkopf-Mitnahmeprofile, auch Antrieb genannt, ausgeführt.

Neben dem Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher gibt es auch Sechskantschraubendreher und Schraubendreher mit einem sogenannten Torx-Kopf. Sechskantschraubendreher, die innen angesetzt werden, werden Inbus-Schlüssel genannt. Der sogenannte Torx hat die Form eines abgerundeten, sechstrahligen Sternes. Generell gilt für Schraubendreher und Schraubenschlüssel: Je mehr Schlitze, desto größer ist die Kontaktfläche zwischen Werkzeug und Schraube. Je größer die Kontaktfläche, desto weniger Kraft muss aufgewendet werden, um die Schraube zu lösen oder festzustellen. Die Kraft kann sich dabei besser verteilen und wird optimal genutzt. Aus diesem Grund wurden aus der ursprünglichen Kreuzschlitzform stetig neue Verbindungsformen entwickelt, die die Montage besonders leicht und sicher machen.

Sonderformen des Schraubendrehers

Sonderformen des Schraubendrehers sind isolierte Schraubendreher, die bis zur Klinge gegen elektrischen Strom isoliert sind. Dadurch wird die Gefahr eines Stromschlages reduziert. Diese Schraubendreher sind vor allem bei der Montage von elektrischen Geräten, wie zum Beispiel Lampen, von Vorteil. Oft sind isolierende Schraubendreher mit einem Phasenprüfer kombiniert, der durch ein Lichtsignal anzeigt, ob Strom auf einer Leitung fließt. Manche Schraubendreher sind mit einer magnetischen Spitze ausgestattet, die das Herunterfallen einer Schraube verhindern soll. Drehmoment-Schraubendreher sind ebenfalls erhältlich und dienen als Messschraubendreher in der Qualitätssicherung oder der industriellen Produktion.

Schraubendreher finden im Alltag überall dort Einsatz, wo man an eine in eine Oberfläche versenkte Schraube festziehen oder lösen möchte. Beim Aufbau von Möbeln sind gerade bei einigen Herstellern Inbus-Schlüssel sehr beliebt. Doch auch der normale Schlitzschraubendreher kommt hier noch häufig zum Einsatz. Ein Set aus den gängigen Größen und Kopfformen sollte daher in keinem Heimwerker-Haushalt fehlen.

Ringschlüssel, Gabelschlüssel, Steckschlüssel und Co

Anders als die oben beschriebenen Schraubendreher, werden Schraubenschlüssel nicht stirnseitig im rechten Winkel in das Verbindungselement gesteckt, sondern werden auf die Antriebsprofile der Mantelflächen angesetzt. Die Größe eines Schraubenschlüssels wird durch die Schlüsselweite gekennzeichnet. Bei einem Gabelschlüssel mit der Schlüsselweite 17 haben also die beiden sich parallel gegenüberliegenden Flächen einen Abstand von 17 Millimetern zueinander. Als Zahl ist die Schlüsselweite in der Regel auf der jeweiligen Seite des Schlüssels eingeprägt. Durch das Ansetzen von außen und der seitlichen Drehbewegung kann man Schrauben deutlich leichter lösen, als mit Schraubendrehern. Wir möchten Ihnen im Folgenden die wichtigsten Formen von Schraubendrehern vorstellen.

Besonders gängig: Der Gabelschlüssel

Dank seiner universellen Einsetzbarkeit ist der Gabelschlüssel wohl einer der meistverbreiteten Schraubenschlüssel. Durch die beiden parallel gegenüber positionierten Flächen lassen sich mit dem Gabel- bzw. Maulschlüssel Sechskant oder Vierkant-Schraubenköpfe lösen oder festziehen. Oftmals sind zwei Gabelschlüssel in verschiedenen Größen in einem Werkzeug verbaut, sodass sich an jedem Ende des Handgriffes ein Schlüssel befindet. Eine Sonderform der Maulschlüssel sind Modelle mit einer verstellbaren Schlüsselweite, auch Rollgabelschlüssel genannt.

Häufig in Kombination mit Gabelschlüsseln verwendet: Der Ringschlüssel

Ringschlüssel sind mit einem ringförmigen Sechskant- oder Doppelsechskant-Profil versehen – es gibt jedoch auch Ringschlüssel, die mit einem Torx-Profil ausgestattet sind. Der Ring des Schraubenschlüssels umschließt bei der Arbeit das Profil des Schraubenkopfes möglichst vollständig, um die Kraft möglichst effektiv zu nutzen. Der Handgriff kann je nach Modell leicht an- oder abgewinkelt sein. Dies hat meist ergonomische Gründe, sprich der Ringschlüssel kann im abgewinkelten Zustand leichter bedient werden. Besonders häufig ist die Kombination aus Maul- und Ringschlüssel, bei dem an jedem Ende des Handgriffes ein Schlüssel angebracht ist.

Steckschlüssel mit Torx- und Außen-Sechskant-Verbindungen

Einteilige Steckschlüssel, auch Rohrschlüssel genannt, haben in etwa die Form eines Rohrstücke, an dessen Enden die jeweiligen Verbindungen erkenntlich werden. Diese umschließen die Schraube oder Mutter und lösen sie durch Drehen. Betätigt werden Rohrschlüssel in der Regel durch Drehstifte, die seitlich quer in das Rohr eingeführt werden. Neben diesen einteiligen Steckschlüsseln gibt es außerdem praktische Steckschlüsselsätze, die umgangssprachlich auch als „Nüsse“ bezeichnet werden. Sie bestehen aus verschiedenen Antriebsteilen, wie zum Beispiel einem Steckgriff, Gelenkgriff, Quergriff, Winkelgriff, einer Kurbel oder einer Knarre, bei denen das eigentliche Drehwerkzeug (die Nuss) auswechselbar ist. Diese wird in eine Öffnung eingespannt und kann sofort genutzt werden. Durch die Variabilität können Steckschlüssel mit verschiedenen Antrieben in nahezu jeder schwer erreichbaren Arbeitsumgebung eingesetzt werden. Durch die wechselbaren Verbindungsstücke lassen sich mit Steckschlüsselsätzen alle gängigen, genormten Mutter- und Schraubenprofile lösen.

Steckschlüsselsätze bieten alles, was das Hobby-Heimwerkerherz begehrt

Ein Steckschlüsselsatz ist ein Sortiment von verschiedenen Schraubendrehern, Gabelschlüsseln, Ringschlüsseln und in einigen Fällen sogar Knarren bzw. Ratschenwerkzeuge. Neben diesen allgemeinen Sets gibt es auch Zusammenstellungen, die für einen bestimmten Einsatzbereich, zum Beispiel das Motorrad, ausgerichtet sind.

Bevor Sie sich für einen Schlüsselsatz entscheiden, sollten Sie zunächst feststellen, welche Werkzeuge Sie wirklich benötigen bzw. welche Werkzeuge eventuell sogar schon vorhanden sind. Weniger umfangreiche Sets sind oft ausreichend und sind auch vom Preis her überzeugend. Wichtiger als eine riesige Ausstattung ist die Qualität der Werkzeuge. Hochwertige Werkzeuge sind nicht nur langlebig und beständig gegen Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Rost. Sie sind in der Regel auch in der Handhabung eine große Erleichterung. Wer häufiger mit dem Werkzeug arbeitet, sollte darauf achten, dass der Schraubenschlüssel gut in der Hand liegt und sich zum Beispiel die Ratschen auch einhändig benutzen lassen. Das Wechseln der Schlüssel sollte schnell und unproblematisch zu bewerkstelligen sein.

Auch im Heimwerker-Bereich trifft man oft auf schwer zu erreichende Stellen, an denen gearbeitet werden muss. Aus diesem Grunde sollte man auch als Hobby-Bastler darauf achten, dass Winkelstücke im Set enthalten sind. Achten Sie beim Kauf auch auf die vom Hersteller gewährte Garantieleistung, da diese oftmals Rückschlüsse auf die Qualität des Werkzeuges liefern kann.

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