Wichtige Kriterien zur Auswahl eines Batterieladegerätes für Auto und Motorrad

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Wichtige Kriterien zur Auswahl eines Batterieladegerätes für Auto und Motorrad

Wenn der Batterie Ihres Auto oder Motorrads der nötige Saft fehlt, gibt es Ladegeräte, die sie wieder mit Energie versorgen. Gerade Fahrzeuge, die fast nur auf Kurzstrecken eingesetzt werden, können ihre Bleiakkumulatoren nicht mehr ausreichend laden. Die Lichtmaschine reicht in solchen Fällen nicht aus, um den Stromspender wieder auf Hochtouren laufen zu lassen. Die elektrischen Verbraucher wie Sitzheizung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder Navigationsgeräte zehren von der Leistung der Autobatterie – und immer mehr derartige Verbraucher werden in Fahrzeugen eingesetzt.

Damit Sie nicht irgendwann in einem Auto sitzen, dessen Motor nicht mehr gestartet werden kann, weil die Batterie zu schwach ist, können Sie diese rechtzeitig an ein Ladegerät anschließen.

Die größten Probleme gibt es immer im Winter

Gerade im Winter leisten Autobatterien Schwerstarbeit und Kurzstrecken belasten den Akku noch mehr als im Sommer. Bei niedrigen Temperaturen sinkt die Kapazität des Akkus. Zusätzlich werden vermehrt elektrische Verbraucher wie Sitz- und Heckscheibenheizung eingeschaltet. Häufig wird dann mehr Energie verbraucht, als die Lichtmaschine zu liefern imstande ist.

Wenn die Temperaturen unter -18 Grad fallen, haben es die Akkus besonders schwer, denn sie können nur noch zirka die Hälfte ihrer normalen Kapazität bereitstellen. Ladegeräte können helfen, die Batterie über eine lange Zeit fit zu halten, und laden auch komplett leere Batterien wieder auf.

Aufladen von Bleiakkus

Im Gegensatz zu Trockenbatterien müssen Bleiakkus nach einer Entladung nicht entsorgt werden, sondern können wieder aufgeladen werden. Zum Aufladen der Akkus benötigen Sie ein passendes Ladegerät. Nur wenn die chemischen Umwandlungsprozesse im Innern der Batterien richtig ablaufen, können die Produkte mit voller Kapazität arbeiten.

Bleiakkus haben spezielle Lade- und Entladekriterien, die eingehalten werden müssen, um die Kapazität der Produkte zu gewährleisten.

Moderne Ladegeräte

Während alte Ladegerät noch in großen Metallgehäusen daherkamen und mit Zeigerinstrumenten ausgestattet waren, sieht die neue Generation von Ladegeräten anders aus.

Ihre Größe entspricht meistens nur einem Bruchteil der Maße der Batterie, und ein Trafo ist an den Produkten nicht mehr zu finden. Das wirkt sich auf die Bauweise aus, die dadurch kompakter ist. Die Ladegeräte sind fast immer von einem Gehäuse aus Kunststoff umgeben, das sie vor Stößen oder Flüssigkeiten schützt.

Der Ladestrom muss groß genug sein

Wenn Sie ein Ladegerät kaufen möchten, müssen Sie auf den Ladestrom des Geräts achten. Dieser muss groß genug für die Kapazität Ihrer Batterie sein, damit das Laden nicht mehrere Tage dauert, sondern nur einige Stunden.

Produkte mit automatischer Spannungserkennung

Eine Batterie für einen Roller benötigt ca. sechs Volt für den Akku, größere Fahrzeuge wie Lkw ca. 24 Volt. Wenn Sie den Akku verschiedener Fahrzeuge mit einem Gerät laden möchten, sollte es über eine automatische Spannungserkennung verfügen.

Blei-Akku oder Blei-Gel-Akku?

Nicht alle in Fahrzeugen verbauten Akkus sind gleich. Bei einigen Produkten handelt es sich um Bleiakkus mit nasser Säurefüllung, bei anderen um Blei-Gel-Akkus oder auch Batterien mit absorbierender Glasfasermatte. Das Ladegerät sollte auf den jeweiligen Typ abgestimmt sein, damit ein problemloses Laden ermöglicht wird.

Qualität des Lade- und Ladeerhaltungsverfahrens

Ein gutes Ladegerät lädt die Akkus möglichst schonend bis zur Ladeschlussspannung und bringt eine gewisse Eigenintelligenz mit. Denn ist die Ladeschlussspannung erreicht, sollte er automatisch eine Nachladephase einleiten und in einen Erhaltungsmodus wechseln. So wird die Batterie bei optimaler Leistungsfähigkeit gehalten. Entsprechende Ladegeräte sind bestens geeignet, dauerhaft Bleiakkumulatoren, wie sie in Fahrzeugen eingesetzt werden, zu laden. Fachleute nennen dieses Verhalten „IUoU-Ladeverfahren".

Beim IUoU-Ladeverfahren wird die Spannung automatisch auf die niedrigere Erhaltungsladespannung abgesenkt. Achten Sie beim Kauf eines Ladegerätes darauf, dass das Produkt den Ladezustand selbstständig erkennen kann und den Strom dementsprechend abstimmt. Die automatische Umschaltung von normalem Ladebetrieb auf Erhaltungsbetrieb ist wichtig, um die Langlebigkeit der Batterie zu erhöhen, und kann auch zum Überwintern eines Akkumulators verwendet werden.

Für den Langzeitbetrieb geeignet

Ladegeräte für Batterien von Autos oder Motorrädern sollten für einen Langzeitbetrieb geeignet sein. So können Akkus überwintern, ohne dabei ständig an Energie zu verlieren. Gerade für Motorräder, Oldtimer und andere Zweitwagen ist diese Funktion wichtig, da die Fahrzeuge den ganzen Winter in der Garage stehen.

Jeder Akku hat eine gewisse Selbstentladung. Wenn ein Fahrzeug im Winter in der Garage oder im Freien steht, entlädt sich nach einer gewissen Zeit jede Batterie, selbst wenn sie neu ist. Daher werden die Batterien dieser Fahrzeuge normalerweise im Winter ausgebaut und an ein Erhaltungsladegerät angeschlossen.

Displays für Ladegeräte

Hochwertige Ladegeräte sind mit einem numerischen Display ausgestattet, sodass Sie den Ladezustand mitverfolgen können.

Verpolungsschutz

Intelligente Ladegeräte sollten mit einem Verpolungsschutz ausgestattet sein.

Ein Verpolungsschutz soll verhindern, dass die polungsabhängige Schaltung bei einer Falschpolung Schaden nimmt. Weder am Akku noch am Ladegerät entstehen Schäden, wenn der Akku versehentlich verpolt, das heißt mit vertauschten Plus-/Minus-Anschlüssen, an das Ladegerät angeschlossen wird. In einem solchen Fall verhindern die intelligenten Ladegeräte, dass eine Ladung ausgeführt bzw. gestartet wird.

Damit Sie bemerken, dass der Akku falsch angeschlossen wurde, wird Ihnen dies in den meisten Fällen über eine LED signalisiert. Sobald die korrekte Polarität hergestellt wird, beginnt der Ladevorgang. Sie müssten also keine Sicherung auswechseln.

Was bedeutet Desulfatierung?

Ein Kriterium, warum Sie sich für ein Ladegerät entscheiden, könnten verschiedene Programme sein, die optimal auf die Batterie zugeschnitten sind. Den Ladevorgang starten viele Produkte mit der Aktivierung und der Desulfatierung.

Viele Bleiakkus verlieren im Laufe der Zeit an Kapazität durch Sulfatierung. Denn bei jedem Entladevorgang entstehen in Bleisäure-Akkus Sulfatablagerungen – vornehmlich am Pol. Das liegt daran, dass bei der Entladung Blei herausgelöst wird und zusammen mit der in der Batterie befindlichen Schwefelsäure Bleisulfat gebildet wird. Nach einiger Zeit kristallisiert das Bleisulfat, das zunächst molekular vorliegt, aus. Diese Kristalle können durch normales Laden nicht mehr aufgeknackt werden. Sie sammeln sich auf der rauen Oberfläche der Bleiplatten im Akku, und so verliert dieser an Kapazität.

Das Sulfatieren beginnt im Moment des Entladens – und auch bei der Selbstentladung eines ruhenden Akkumulators.

Hausmittel gegen Sulfatierung

Früher gab es keine Geräte, die diese Kristalle zerkleinern konnten. Daher wurden Bleiakkus geschüttelt oder überladen, damit bei 16 Volt die Kristalle durch Gasung „weggesprengt" wurden. Auch Kurzschlüsse und falsch verpolte Ladungen wurden wissentlich in Kauf genommen, um eine Batterie zu „retten" – was natürlich nur selten funktionierte.

Batterie-Optimierer

Mittlerweile übernehmen Ladegeräte diese Aufgaben, indem sie mit einer sehr hohen Frequenz kurzfristig hohen Strom in die Batterie hineinschicken. Dieser bildet dann ein elektromagnetisches Feld an den Sulfatkristallen, in dem die für die Kristallbindung verantwortlichen Elektronen schwingen. Bei jedem Schwingen nehmen sie etwas mehr Energie auf, müssen in der Rückschwingrichtung aber gegen das elektrische Feld arbeiten. Im Moment der Rückschwingung wird dieses Feld allerdings abgeknipst, und das Elektron behält seine Energie. Die Sulfatkristalle werden zu so starker innerer Bewegung angeregt, dass sie zerbröseln. Sobald der nächste Ladevorgang beginnt, steht die reaktivierte Batteriekapazität zur Verfügung.

Das Zerstören der Sulfatkristalle erfolgt durch Batterie-Optimierer. Doch auch einige Ladegeräte haben eine ähnliche Funktion.

Batterieaktivator

Batterieaktivatoren können den unweigerlichen Alterungsprozess eines Bleiakkus verzögern – zumindest was die Bildung von Bleisulfatkristallen betrifft. Die Geräte schicken einen sehr hohen Ladestrom von zirka 80 bis 100 Ampere durch die Batterie und somit auch durch die Sulfatkristalle. Die Schichtstruktur der Kristalle wird durch den hohen Ladestrom zerstört, inaktive Flächen der Bleielektrode werden wieder freigelegt. Inaktives Sulfat sorgt dafür, dass die Batteriekapazität beim nächsten Ladevorgang ansteigt.

Zuständig für den hohen Ladestrom ist der Batterieaktivator, der die Stromimpulse im Abstand von ca. 15 Sekunden erzeugt. Ein Aktivator muss allerdings immer an einen Akku angeschlossen sein. Die beste Methode zur Vermeidung von Sulfatierung ist, einen Bleiakkumulator immer vollgeladen zu halten, denn dann bildet sich kein Bleisulfat.

Kurzschluss in Akkuzellen vermeiden

Ihr neues Ladegerät sollte mit einer Kurzschlusssicherheit ausgestattet sein. Durch falsches Laden, Entladen oder Erschütterungen können kleine Bleipartikel von den in der Batterie befindlichen Bleiplatten abbrechen. Diese fallen dann auf den Gehäuseboden und bilden dort einen Sumpf. Je mehr Bleipartikel sich ansammeln, desto größer wird der Sumpf, der schließlich bis zur Unterkante der Bleiplatten reichen kann. Ist das der Fall, kommt es zu einem Zellenschluss. Damit ist nicht nur die Zelle, sondern auch der Akku unwiderruflich defekt.

Sie können herausfinden, ob Ihr Akku defekt ist, indem Sie ein Spannungsmessgerät verwenden. Liegt die Spannung eines 12 V-Akkumulators unter 12 V, ist der Akku extrem tiefentladen oder eine Zelle ist defekt. Wenn Sie einen defekten Akku an ein Ladegerät anschließen, werden die intakten Zellen stark überladen, und es besteht Explosionsgefahr. Daher sollten Sie bei Ladegeräten ohne Kurzschlusssicherheit die Spannung vor dem Aufladen messen.

Schnellladestrom

Einige Hersteller von Ladegeräten werben mit dem sogenannten „Schnellladen". In einem solchen Fall werden die Akkus mit erhöhtem Ladestrom geladen, was allerdings nicht alle Modelle vertragen. Einige werden beim Laden beschädigt und verlieren an Kapazität. Möchten Sie Ihren Akku schnellladen, sollte dies ausdrücklich vom Hersteller erlaubt sein.

Temperaturfühler am Akku

Beim Aufladen Ihres Akkus spielt auch die Umgebungstemperatur eine Rolle. Bei niedrigen Temperaturen sollten Sie die Batterie mit hohen und bei hohen Temperaturen mit niedriger Ladeschlussspannung laden. Daher haben hochwertige Ladegeräte einen Temperaturfühler am Akku, sodass die Ladeschlussspannung automatisch angepasst wird. Die Ladeschlussspannung wird normalerweise von den Herstellern bei 25 °C angegeben.

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