Werfen Sie das Wichtigste an die Wand: Leinwandrollos

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Werfen Sie das Wichtigste an die Wand: Leinwandrollos

Nur mit einer hochwertigen Leinwand nutzen Sie die Bildqualität des Beamers aus. Ob im Heimkino oder bei geschäftlichen Präsentationen – ein Leinwandrollo ist leicht zu transportieren und sorgt für eine gute Projektion. Es ist in verschiedenen Größen und Materialien erhältlich und sollte auf das Beamermodell angepasst werden.
Ist die Leinwand zu groß, wirken die Bilder schnell unscharf und unsauber. Doch auch das Format und die Lichtverteilung der Leinwand spielen eine wichtige Rolle. Ein Leinwandrollo schöpft die Höchstleistungen des Beamers aus und sorgt dafür, dass die Projektion nicht auf eine Wand oder die Raufasertapete fällt. Im Vergleich zur Wand bündelt die Leinwand das Licht gezielt und strahlt es optimal zum Betrachter zurück. Er erhält mehr Schärfe, höhere Kontraste und deutlich leuchtende Farben.
Gerade im Heimkino ist die Bildqualität wichtig, um die Darstellung lebendig und plastisch wirken zu lassen. Dunkle Bildbereiche sind dann besser zu erkennen und das Bild wirkt auch in einer hellen Umgebung leuchtkräftig genug. Größe, Format und Beschaffenheit der Leinwand hängen dabei immer vom Einsatzort ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über die verschiedenen Leinwandarten und die Vorteile des Leinwandrollos. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines neuen Modells achten sollten.

Aufbau und Funktionsweise: Leinwandrollos sind besonders flexibel

Ein Leinwandrollo montieren Sie bequem an der Wand oder der Zimmerdecke. Der Vorteil hierbei: Nur bei Bedarf wird es ausgerollt und verschwindet in anderen Fällen unauffällig im Gehäuse. Die Funktionsweise ähnelt einem Fensterrollo und lässt sich gut per Hand oder über einen Elektromotor bedienen. Das Gehäuse schützt das empfindliche Tuch vor Schmutz- und Staubablagerungen. Gleichzeitig wird es beim Einrollen wieder neu gespannt. Im ausgefahrenen Zustand sorgt eine Konstruktion aus Metall hinter der Leinwand für die nötige Spannung.
Ähnlich funktioniert dies mit einem Seilsystem. Achten Sie bei sehr günstigen Modellen auf eine gute Tuchspannung. Schnell besteht die Gefahr von unerwünschten Wellen. Ist das Tuch richtig gespannt, entstehen keine störenden Schatten auf der Projektion. Als besonders platzsparendes Modell kommt das Leinwandrollo häufig im Heimkinosystem zum Einsatz. So lässt sich der Beamer parallel zum Fernseher nutzen.
Besonders flexibel sind Rollo-Leinwände auf einem Stativ. Sie lassen sich einfach nach Bedarf aufstellen und nach dem Gebrauch wieder platzsparend verstauen.

Leinwände mit und ohne Motor

Ob die Leinwand manuell oder elektrisch bedient wird, richtet sich nach der Größe. Für kleinere Leinwände ist der Elektromotor ein hochpreisiger und bequemer Zusatz. Bei Breiten unter 2,5 Metern lassen sich die Modelle einfach mit der Hand bedienen. Größere Leinwandrollos benötigen in der Regel einen Motor. Das manuelle Herausziehen geht bei dieser Größe deutlich schwerer.
Durch die integrierte und automatisierte Technik sind die Leinwände mit Motor grundsätzlich besser gespannt. Große Leinwände neigen leichter zu Wellen und benötigen deshalb eine ausreichende Spannung. Bequem vom Sitzplatz aus steuern Sie Ihre Leinwand nach oben oder nach unten. Eine Programmierung ermöglicht das Fahren in eine vorher festgelegte Position. So passen Sie die Leinwand beispielsweise an Ihre Sitzposition oder die Verwendung im Raum an.
Bei der Installation einer solchen Leinwand muss sich ein Stromanschluss in der Nähe befinden. Verlegen Sie das Kabel so, dass es nicht stört und nahezu unauffällig wirkt. Die meisten Hersteller integrieren die nötigen Schrauben und Dübel direkt in den Lieferumfang. Für eine Befestigung an der Wand oder der Decke prüfen Sie genau die baulichen Begebenheiten. Gerade an Leichtbauwänden oder Gipskarton-Decken lassen sich keine schweren Leinwände mit Gehäuse aufhängen. Achten Sie bei den Bohrungen auf dahinter versteckte Leitungen.

Welche Größe braucht ein Leinwandrollo für die optimale Projektion?

Für das richtige Filmerlebnis im Heimkino ist die Größe der Leinwand entscheidend. Bei zu kleinen Leinwänden gibt es kaum noch einen Vorteil zum Flachbildfernseher. Zu große Leinwände lassen das Bild schnell verzerrt oder unscharf wirken. Bei der Wahl der richtigen Größe gibt es eine Faustregel: Die Leinwand darf etwa halb so breit sein, wie der Abstand zwischen ihrer Oberfläche und dem Betrachter. Haben Sie also einen Abstand von fünf Metern zur Projektionsfläche, sollte diese 2,5 Meter breit sein. Für die Höhe der Leinwand gilt ein Minimum von 1,20 Metern zwischen Unterkante und Fußboden.

Leinwandformate

Ein zweiter wichtiger Faktor bei der Wahl der Leinwand ist das Format. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Formate:

  • 4:3
  • 16:9
  • 21:9 (Cinemascope)

Das Format sollte an den Beamer angepasst sein. Für Kinoformate eignet sich natürlich eine Leinwand im 21:9-Format. Alle DVDs, Blu-Rays oder auch TV-Sendungen werden mittlerweile im 16:9-Format als Standardformat ausgegeben.
Bei Präsentationen und der Arbeit mit dem Computerbildschirm hat sich das 4:3-Format bewährt. Die meisten Menschen entscheiden sich im Heimkino-System für die Variante 16:9 und verhindern bei fast allen Projektionen den weißen Rand. Dieser entsteht, wenn ein anderes Format auf der 16:9-Leinwand abgebildet wird.
Abhilfe schaffen Multiformat-Leinwände, die nur für einen sehr hohen Preis zu haben sind. Ein schwarzer Rand um die helle Projektionsfläche lässt das Bild kontrastreicher und schärfer wirken. Dabei muss die Projektion den hellen Bereich der Leinwand komplett ausfüllen. Da es auch einen störenden Lichteinfall von hinten gibt, sollte die Leinwand hier schwarz beschichtet sein. Es scheint somit kein Licht hindurch und erhält die Bildqualität für den Betrachter. Hochwertige Modelle sind an der Rückseite nicht nur schwarz eingefärbt, sondern verfügen hier über ein zweites schwarzes Tuch. Damit erhält gerade die Rolloleinwand mehr Stabilität und wirft an den Rändern weniger Wellen. Oftmals befinden sich Receiver und andere Empfangsgeräte hinter der Leinwand. Die Leuchtdioden der Geräte sind trotzdem durch das Tuch zu erkennen und sollten abgeklebt werden.

Der Gain-Faktor – wichtiger Wert für das einfallende Licht

Der Gain-Wert beschreibt die Reflexion auf der Leinwand und ist vom verwendeten Material abhängig. An diesem Wert können Sie feststellen, wie intensiv das Projektionsergebnis ist und wie stark die Leinwand das einfallende Licht bündelt. Farben und Kontraste sollten sich möglichst nahe dem Projektionsergebnis bewegen. Daher sind Leinwände mit einem hohen Gain-Faktor qualitativ besser. Sie unterstützen einen Projektor mit schwacher Leuchtkraft und lassen das Bild heller wirken.
Projektionen bei Tageslicht benötigen ebenso eine stark reflektierende Leinwand. Sie gleichen die helle Umgebung aus und sorgen für eine brillante Darstellung. Gänge Leinwandrollos besitzen einen Gain-Wert zwischen 1 und 2. Einziger Nachteil: Bei einem hohen Gain-Wert sinkt der Betrachtungswinkel. Am Rand der Sitzposition wirkt das Bild dunkler und verliert an Kontrast. Es erscheint nicht mehr gleichmäßig hell und auch die Farben sind ungleichmäßig projiziert. Leinwände mit hohem Gain sind nur für wenige Betrachter ausgelegt.
Andernfalls verdunkeln Sie einfach den Raum und nutzen eine Leinwand mit einem geringeren Gain-Faktor. Dafür muss der Beamer selbst eine starke Projektion erzielen. Schwächere Beamer benötigen bei einem dunklen Raum mindestens einen Gain-Wert von 1,3 bis 1,5. Andernfalls sind Werte zwischen 1 und 1,2 vollkommen ausreichend.

Materialien und Oberfläche der Rolloleinwand – darauf ist zu achten

Die wenigsten Modelle bestehen wirklich noch aus Leinen, wie der Name vermuten lässt. Sie sind auf Glasfaser gewebten Tüchern gefertigt und somit deutlich dicker und stabiler. Der derbe Stoff verhindert Wellen oder eine ungewollte Bewegung bei der Projektion. Eine spezielle Beschichtung auf der Oberfläche unterstützt die Streiffähigkeit. Auch nach längerer Benutzung wirkt die Leinwand noch glatt und unversehrt. Kleinste Schäden im Material führen zu unschönen und störenden Punkten im Bild.
Gleichzeitig unterstützt die Spezialschicht das Reflexionsverhalten der Leinwand. Sie bündelt das licht und wirft es zum Betrachter zurück. Besonders hochwertige Leinwände werden in diesem Zusammenhang als retro-reflektiv oder als Perl-Leinwand bezeichnet. Winzige Kunststoff- und Glaskugeln on der Beschichtung sorgen für diesen guten reflektierenden Effekt. Die Farbe der Leinwand ist entweder matt-weiß oder matt-grau. Dabei erzeugen graue Leinwände bessere Schwarzwerte und erzeugen einen angenehmen Kontrast. Gleichzeitig wirkt das Bild dunkler, sodass ein starker Projektor zum Einsatz kommen muss.
Bei einem schwächeren Projektor greifen Sie grundsätzlich zu einer matt-weißen Leinwand. Sie zeigt bessere Werte in der Reflexion des Lichtes.

Wenn Lautsprecher hinter der Leinwand stehen

Sind Lautsprecher hinter der Leinwand platziert, muss sie aus einem speziellen feinporigen Material bestehen. Andernfalls klingt der Ton zu dumpf und muss sich seinen Weg um die Leinwand suchen. Besonders große Leinwände verdecken die Frontlautsprecher. Durch die kleinen Löcher im Material dringt der Ton problemlos durch die Leinwand zum Zuschauer.
Gleichzeitig sinkt die Leuchtkraft der Leinwand, denn etwa 10 Prozent der Projektion gehen durch die Löcher verloren. Für diesen Fall benötigen Sie einen leuchtstarken Projektor, um die Durchlässigkeit wieder auszugleichen. Diesen Effekt stützen Sie zusätzlich mit einem abgedunkelten Raum.

So hängen Sie die Leinwand perfekt auf und richten sie aus

Das Bild sollte möglichst frontal auf die Leinwand treffen, um Verzerrungen zu vermeiden. Hängen Sie deshalb die Leinwand gerade auf und nutzen Sie bei der Montage eine Wasserwaage. Die Unterkante des Bildes befindet sich bestenfalls auf Augenhöhe des Betrachters. Verzerrungen lassen sich durch das Neigen der Leinwand ausgleichen. Montierte Leinwände an Wand und Decke lassen sich nur in seltenen Fällen neigen. Hier greifen Sie auf die Korrektur des Projektors selbst zurück. Achten Sie beim Kauf des Projektors auf Lensshift und die Keystone-Korrektur.
Nach der Montage lassen Sie das Leinwandrollo einige Tage ausgerollt stehen. Viele Leinwände riechen im Neuzustand stark und der Duft muss sich zunächst verflüchtigen. Lüften Sie den Raum dabei regelmäßig. Außerdem hängen sich mögliche Wellen aus. Erst nach diesem Aushängen richten Sie Ihren Beamer komplett aus.
Zur Reinigung der empfindlichen Oberfläche darf kein Staubsauger zum Einsatz kommen. Die große Saugwirkung kann Knicke im Material hinterlassen, die bei der Projektion stören. Die Reinigung erfolgt grundsätzlich mit einem Staubwedel oder einem feuchten Tuch.

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