Wenn es püriert sein soll: Ratgeber für den Kauf von Kartoffelstampfern & -pressen

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Wenn es püriert sein soll: Ratgeber für den Kauf von Kartoffelstampfern & -pressen

Egal, ob für den Kartoffelbrei, die Kartoffelsuppe oder die Babynahrung - püriert werden muss in der Küche immer mal wieder etwas. Ganz besonders beliebt sind hier Kartoffeln, aber auch Teigwaren und Obst werden häufig so bearbeitet. Per Hand möchte das natürlich niemand machen, denn dies dauert lange, strengt an und die Kartoffeln sind sehr heiß. Deshalb gibt es für diese Arbeiten in der Küche praktische Hilfsmittel wie Kartoffelstampfer und Kartoffelpressen.

Alles zu diesen und anderen nützlichen Küchenutensilien zum Pressen und Stampfen erfahren Sie hier in diesem Ratgeber. Wir führen Ihnen vor, was außer Kartoffeln noch alles zu Püree verarbeitet werden kann und wie Sie den besten Kartoffelstampfer oder ein anderes Gerät dafür finden.

Zur Geschichte der Kartoffel und des Kartoffelstampfers

Heute sind Kartoffeln aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Nach der Entdeckung von Amerika durch Kolumbus, brachte er neben vielen anderen Pflanzen auch einige Kartoffeln mit nach Europa. Sie waren sehr nahrhaft, genügsam im Anbau und brachten pro Hektar Erde eine größere Ernte ein als die vorherrschenden Getreidesorten. Besonders für Kleinbauern mit nur wenig Land wären Kartoffeln deshalb eine bessere Möglichkeit gewesen, sich und ihre Familien zu ernähren. Trotzdem waren Kartoffeln in Europa lange Zeit kein verbreitetes Lebensmittel. Es hatte sich nämlich das Gerücht verbreitet sie seien giftig. Stattdessen wurden Kartoffeln als Zierpflanzen in botanischen Gärten wegen ihrer Blüten gezüchtet. Erst später erkannte man die Bedeutung der Kartoffel als Nahrungsmittel und sie breitete sich rasant aus – sie wurde zum Grundnahrungsmittel. In Gegenden, in denen von da an fast nur noch Kartoffeln angebaut wurden, entstanden viele Namen für die nahrhafte Knolle: Erdapfel, Grundbirne, Grumbeere, Tüffel, Arber und viele andere. Genauso viele neue Gerichte entstanden.

Kartoffeln stampfen für Jung und Alt

Und überall dort, wo man die Kartoffeln auch zu Brei verarbeiten wollte, sei es als Babynahrung oder für alte, zahnlose Familienmitglieder, benötigte man ein Hilfsmittel zum Stampfen und Pressen der gekochten Kartoffeln. So war schnell der Kartoffelstampfer erfunden. Dieser besteht aus einem Stiel, der als Handgriff dient und einer runden Scheibe mit Löchern bzw. einem Gitter am unteren Ende. Zu Anfang waren die Kartoffelstampfer häufig noch völlig aus Holz gefertigt, später kamen dann Scheiben oder Gitter aus Blech oder anderem Metall dazu. Damit konnten noch heiße Kartoffeln nun in größeren Mengen gestampft werden, ohne, dass man sie anfassen musste.

Kartoffelstampfer aus verschiedenen Materialien

Kartoffelstampfer haben heute nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher, da es inzwischen auch elektrische Geräte wie Handmixer und Pürierstäbe gibt, die ebenfalls solche Arbeiten erledigen können. Dennoch bevorzugen viele Menschen einen Kartoffelstampfer, der die Kartoffel nicht so fein zerquetscht und ein wenig stückiger lässt. Das hat meist mit persönlichem Geschmack zu tun, aber auch mit Gewohnheit und Vertrautheit. Die meisten Menschen mögen es so, wie sie es aus ihrer Kindheit kennen. So alt wie der Kartoffelstampfer ist, so viele Formen von ihm gibt es auch. Heute sind die allermeisten Kartoffelstampfer aus Edelstahl gefertigt und verfügen über einen Griff aus Metall oder Kunststoff. Man findet die klassischem Formen mit gelochter Scheibe oder mit einem Gitter aus Metall. Ebenfalls im Handel sind aber auch Kartoffelstampfer, die eine Art Mischung aus diesen Formen darstellen. Sie verfügen über eine waagerechte Metallfläche, die allerdings keine Löcher, sondern breite Schlitze hat und auf einer Seite senkrecht weitergeführt wird.

Seltener sind dagegen Kartoffelstampfer, die vollständig aus Holz bestehen. Ähnlich geformt wie eine Fackel, verfügen sie über einen Griff und ein breites abgeflachtes Ende. Löcher oder Schlitze befinden sich nicht darin. Diese Art des Stampfers wird auch für das Stampfen von Kraut für Rohkostsalat verwendet.

Beim Kauf eines Kartoffelstampfers sollten Sie auf die Größe achten. Es gibt Kartoffelstampfer mit unterschiedlichen Stiellängen.

Der perfekte Kartoffelbrei mit dem richtigen Kartoffelstampfer

In jedem Haushalt wird Kartoffelbrei anders gemacht, manch einer verwendet dafür sogar nur noch Fertigpulver. Auch die Konsistenz, in der sich der Kartoffelbrei befinden soll, ist von Haus zu Haus unterschiedlich. Manche mögen gerne noch ein wenig Stücke im Kartoffelbrei, andere möchten überhaupt keine haben und der Kartoffelbrei soll völlig glatt sein. Davon hängt auch die Wahl des Kartoffelstampfers ab. Wer den Kartoffelbrei eher grob mag, sollte sich für einen Stampfer mit Gitter oder großen Schlitzen entscheiden. Wer ihn lieber fein püriert mag, greift dagegen zum Stampfer mit möglichst kleinen Löchern und stampft dann etwas länger, bis keine Stücke mehr übrig sind. Nicht zu vergessen ist dabei die Verwendung von mehlig kochenden Kartoffeln. Denn aus festkochenden Kartoffeln wird der Brei zu klebrig und gummiartig. Für die Herstellung von rohen Kartoffelklößen mit der Kartoffelpresse dagegen empfehlen sich eher festkochende Kartoffeln.

Die Kartoffelpresse – für feineres Zerdrücken

Neben dem einfach gestalteten Kartoffelstampfer, gibt es noch die Kartoffelpresse. Auch sie ist nicht mehr ganz so verbreitet wie früher, seit es elektrische Geräte für ähnliche Küchenarbeiten gibt. Dennoch werden viele traditionelle Gerichte damit hergestellt. So findet sie nicht nur Anwendung bei der Herstellung von Kartoffelbrei, sondern auch bei der Herstellung von Kroketten, Kartoffelsuppe, Klößen, Spätzle und Bohnengerichten. Auch Gemüse- und Obstbreie werden damit hergestellt. Aus diesem Grund findet man Kartoffelpressen auch unter anderen Namen, zum Beispiel als Spätzlepresse, Gemüsepresse, Nudelpresse, Kloßpresse, Obstpresse  oder Saftpresse.

Auch bei der Kartoffelpresse gibt es eine Reihe unterschiedlicher Modelle, die sich im Angebot befinden. In den meisten Fällen verfügen Kartoffelpressen über zwei Griffe und ein Presssieb mit Löchern und funktionieren ähnlich wie ein Knoblauchpresse. In das Presssieb werden zunächst Kartoffeln oder anderes Pressgut gefüllt, dann wird mithilfe des zweiten Griffes ein Kolben oder ähnliches in das Sieb gedrückt und das Pressgut zerdrückt und durch die Löcher im Presssieb herausgequetscht. Je nach Größe der Löcher und Konsistenz des Pressguts erhält man so mehr oder weniger große Stücke. Hauptsächlich unterscheiden Kartoffelpressen sich in der Form des Presssiebes und in der Größe und Anordnung der darin befindlichen Löcher.

Spaghettieis aus der Kartoffelpresse

Eine Verwendungsmöglichkeit der Kartoffelpresse, an die man erst in neuerer Zeit gedacht hat, ist die Verwendung als Eispresse. In Cafés und Restaurants findet man für Kinder häufig Spaghettieis im Angebot. Dieses kann man auch Zuhause selbst herstellen, indem man eine Kartoffelpresse verwendet. Einfach eine Eiskugel in das Presssieb legen und durchdrücken und schon können sie mit dem tollsten Spaghettieis aus dem Restaurant mithalten. Die Kinder werden begeistert sein und auch Erwachsenen kann man auf diese Art hergestelltes Spaghettieis als nette Überraschung servieren.

Beachten sollte man lediglich, dass das Eis nicht mehr zu fest ist und dass die Löcher im Presssieb nicht zu klein sein sollten.

Die Flotte Lotte – Küchengerät zum Kurbeln

Eine weitere Möglichkeit Lebensmittel sehr fein zu zerquetschen, also zu passieren, ist die Flotte Lotte. Dabei handelt es sich um ein Küchengerät mit Handkurbel und einem flachen, am Rand abgeschrägten Sieb. Mithilfe der Kurbel wird eine Welle mit Metallblättern über dem Sieb gedreht. Im Sieb befindliche Lebensmittel werden auf diese Art sehr fein zerdrückt. Deshalb verwendet man die Flotte Lotte häufig zur Herstellung von Apfelmus, Gemüsemus, Marmelade und teils auch für Suppen und Soßen. Sogar Saft kann auf diese Art selbst hergestellt werden. Aber auch Spätzle oder Kartoffeln können so sehr fein passiert werden.

Andere Namen für dieses Gerät sind Passiermaschine, Gemüsemühle, Passetout, Passe-Vite oder Passiersieb. Bei dem Namen Flotte Lotte handelt es sich eigentlich um einen Markennamen der Firma Gefu Küchenboss, der jedoch zum Gattungsnamen für dieses Küchengerät geworden ist.

Die Passierwiege – eine weitere Form des Stampfens

Heute in Deutschland eher weniger bekannt, sind Passierwiegen. In Ländern wie Norwegen, Schweden und Finnland sind sie dagegen sehr verbreitet, um zum Beispiel Apfelmus herzustellen. Bei der Passierwiege handelt es sich um eine sehr einfache Konstruktion, die aus einem Trog und eine Passierrolle oder einen Passierstampfer verfügt. Der längliche, eckige Trog ist an der Unterseite mit Löchern ausgestattet, der Stampfer passt genau einmal in die Breite des Trogs und kann zum Passieren von Früchten und anderen Lebensmitteln hin- und hergeschoben werden. Auf diese Art können sogar härtere Lebensmittel wie Esskastanien passiert werden. Alle nicht essbaren Schalen, Kerne oder ähnliches verbleiben im Trog, während das Passiergut herausgedrückt wird. Moderne Passierwiegen sind in der Regel aus Kunststoff, während sie früher eher aus Holz bestanden. Kunststoff ist jedoch leichter und auch einfacher zu reinigen, da er wasserfest ist.

Da Passierwiegen recht groß sind, eignen sie sich für Haushalte, in denen viele Lebensmittel auf einmal anfallen. Wenn Sie zum Beispiel einen Apfelbaum besitzen und einmal im Jahr viel Apfelmus produzieren möchten, ist eine Passierwiege eine lohnenswerte Anschaffung. Das gleiche gilt für alle anderen Obst- oder Gemüsesorten, die zu Mus oder Saft verarbeitet werden sollen.

Kartoffelstampfer, -pressen und andere Geräte zum Passieren und Pürieren sind vielseitig einsetzbar

Wo gerne Kartoffelbrei oder Spätzle gegessen werden oder wer den Babybrei für die Kleinsten selbst zubereiten möchte, statt Fertignahrung zu füttern, braucht einen Kartoffelstampfer oder eine Kartoffelpresse. Auch wenn der Name meist auf Kartoffeln hindeutet, können viele verschiedene Lebensmittel damit gestampft oder püriert werden. Die Anwendung ist, wie wir gesehen haben, so vielfältig, dass man sogar Spaghettieis damit produzieren kann. Achten Sie beim Kauf darauf, wie groß die Löcher sind, denn davon, hängt ab, wie fein die gekochten Lebensmittel püriert werden. Mögen Sie es eher stückig, nehmen sie Stampfer mit großen Löchern. Je nachdem wie groß Ihr Haushalt ist und wie viel oder wenig Sie stampfen möchten, empfiehlt es sich auch auf die Gesamtgröße des Stampfers zu achten. So erhalten Sie immer den perfekten Kartoffelbrei.

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