Wenn Sie Pferdeanhänger suchen, können Ihnen diese 10 Schritte weiterhelfen

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Wenn Sie Pferdeanhänger suchen, können Ihnen diese 10 Schritte weiterhelfen

Es glänzen sicher jedem Pferdebesitzer die Augen beim Anblick eines edlen Pferdeanhängers, mit Luxusausstattungen, wie einer begehbaren Sattelkammer, Vorderausstieg für die Pferde und bequem zu bedienender elektrischer Dachklappe. Man sieht sich zu Beginn der Turniersaison schon damit vorfahren. Doch nicht nur der Wunsch ist ausschlaggebend beim Kauf eines neuen Pferdeanhängers, der Geldbeutel spricht auch oft mit und kann solche Träume schnell wieder vergessen lassen. Aber auch, wer sich ein hochpreisiges Modell leisten kann, steht vor der Qual der Wahl. Die Fülle an Angeboten kann die Auswahl schwierig machen, die Ausstattungen reichen von spartanisch und praktisch bis hin zu luxuriös und ausladend.

Was braucht man wirklich und was ist im Endeffekt nur nettes und vielleicht zu teures Beiwerk an einem Pferdeanhänger? Welche Zusatzausstattungen sind sinnvoll und nützlich, wenn der Geldbeutel sie hergibt? Der folgende Ratgeber stellt Ihnen in 10 Schritten, die wichtigsten Kriterien vor, die Ihnen beim Kauf eines Pferdeanhängers weiterhelfen werden und Sie unterstützen zuverlässig die Spreu vom Weizen zu trennen: Damit Sie und Ihre großen Vierbeiner sicher und bequem ankommen und wieder aussteigen.

Schritt 1: Sicherheit für Mensch und Pferd steht an allererster Stelle

Auch wenn die tollen Ausstattungen mancher Anhänger vielleicht im ersten Moment blenden und verführen, sollten Sie bei der Auswahl eines Pferdeanhängers dennoch zuerst auf die Sicherheit achten und sich dann erst mit eventuellen Zusatzausstattungen befassen. Wer nämlich bei der Sicherheit Kompromisse macht, riskiert am Ende womöglich sich und seine Tiere. Deshalb empfehlen Experten zuerst nach den folgenden Sicherheitsmerkmalen Ausschau zu halten, bevor Sie zu anderen Erwägungen übergehen:

  • Stabilität von Fahrwerk und Aufbau
  • Federung des Anhängers
  • Gewicht des Anhängers

Auf alle drei Sicherheitsfaktoren wird im Folgenden näher eingegangen.

Schritt 2: Stabilität von Fahrwerk und Aufbau kritisch begutachten

Pferdeanhänger bestehen in aller Regel aus einem verzinkten Stahlträger, auf den ein Fahrwerk geschweißt und ein geschlossener Aufbau mit Seitenwänden und Dach geschraubt oder genietet wird. Das verwendete Material kann dabei sehr unterschiedlich sein und nicht in allen Bereichen ist es ein Sicherheitsfaktor.

Um maximale Stabilität zu gewährleisten, suchen Sie nach Pferdeanhängern, die über drei stählerne Verstrebungen an der Seite und vier an der Heckklappe verfügen. Stahlverstrebungen bieten dabei mehr Stabilität als solche aus Aluminium. Bei den Aufbauelementen empfehlen sich für mehr Stabilität zudem Schraubverbindungen statt Nieten. Diese lassen sich dann auch bei anfallenden Reparaturen leichter auseinandernehmen und austauschen.

Schritt 3: Beschaffenheit und Werkstoff des Bodens

Der wohl sicherheitskritischste Aspekt beim Aufbau eines Pferdeanhängers ist allerdings der Boden.

Dieser ist normalerweise zwischen 19 und 21 mm dick und kann aus Holzlaminaten (z.B. Siebdruckplatten, Dampfsperre-Platten), Aluminium oder Aluminium-Kunststoff bestehen. Oft ist er zusätzlich von einer rutschsicheren Gummimatte bedeckt, die fest verklebt oder lose sein kann.

Der Werkstoff Holz bewirkt hier zwar eine gute Geräuschdämpfung, ist aber anfälliger für Schäden als Aluminium oder andere Kunststoffe. Im Extremfall können alte, verrottete Holzböden sogar unter dem Gewicht eines Pferdes durchbrechen. Hersteller von Pferdeanhängern bieten daher auch die erwähnten Aluminium- und Kunststoffböden an und besonders beim Kauf eines gebrauchten Anhängers sollten Sie daher genau darauf achten, in welchem Zustand sich ein Holzboden befindet.

Darüber hinaus ist die Wahl des Werkstoffes ganz Ihrem Geschmack überlassen, es gibt z.B. Abdeckungen mit Polyhaube, aus Polyester oder auch aus Aluminium, die Sie ganz nach Belieben und Geldbeutel wählen können. Sicherheitskritisch sind diese Werkstoffe in solchen Bereichen des Anhängers nicht.

Schritt 4: Die richtige Federung des Anhängers für mehr Fahrkomfort

Auch bei der Federung des Pferdeanhängers, gilt es näher hinzuschauen. Nur noch selten werden sogenannte Drehschubfederachsen oder Drehstabfederachsen verwendet, diese finden sich vor allem in älteren, gebrauchten Modellen. Die meisten Pferdeanhänger verfügen nun über Doppelachsen, welche gut auf der Straße liegen und bei der 100km/h-Zulassung zudem laut Straßenverkehrsordnung Pflicht sind. Auch Gummifederachsen werden viel eingesetzt, sie verfügen über eine progressive Federung, die bei größeren Belastungen ansteigt. D.h. je mehr Gewicht einwirkt, desto härter und effektiver wird die Federung. Diese Federungen haben auch den Vorteil, dass Sie ein geringeres Gewicht haben und günstiger sind.

Wer viel im Gelände fahren wird, für den lohnt sich dagegen vielleicht eher eine Einzelradaufhängung mit Dreieckslenkern (auch „echte Einzelradaufhängung“ genannt), die den Fahrkomfort vor allem auf unebenem Boden sowohl für Sie als auch für die Pferde deutlich erhöht. Beim Überfahren von Bodenwellen hebt und senkt sich mit dieser Aufhängung nämlich nicht die ganze Seite, sondern jedes Rad einzeln, wodurch die Fahrt weniger holprig und angenehmer wird.

Wenn Sie einen großen Pferdeanhänger für mehrere Tiere kaufen möchten, sollten Sie übrigens noch den Abstand zwischen den Achsen (Radstand) bedenken. Je länger dieser ist, desto weniger schaukelt der Anhänger bei der Fahrt und desto besser ist sein Geradeauslauf. Es macht den Anhänger dann allerdings in Kurven schwerer zu handhaben und auch ein Drehen benötigt mehr Platz.

Schritt 5: Das Gewicht des Anhängers und die Verkehrssicherheit

Wirklich wichtig ist das Gewicht des Pferdeanhängers im Verhältnis zur Anhängelast Ihres Fahrzeugs. Je nach Baustoffen und Größe des Pferdeanhängers können diese zwischen lediglich 600 kg Leergewicht bis zu den doppelten 1200 kg wiegen. In die zulässige Gesamtmasse des Anhängers muss natürlich noch das Gewicht des oder der Pferde eingerechnet werden und oft auch eventuelle Zusatzausstattungen wie Sattelkammern und Gummimatten. Die Hersteller rechnen diese in ihre Gewichtsangaben oft nicht ein und der Pferdeanhänger kann mit Zusätzen durchaus bis zu 100 kg mehr wiegen als in den Fahrzeugpapieren angegeben. Auch dicke Böden bei älteren Modellen können ein größeres Gewicht bewirken, als das Aussehen des Anhängers zunächst vermuten lässt.

Beim Kauf eines Anhängers ist es daher empfehlenswert sich genau über das Gewicht eines Modells zu informieren und gegebenenfalls nach oben hin ein wenig „Luft“ zu lassen, für den Fall, dass es doch schwerer ist als angegeben. Nach dem Kauf empfiehlt es sich auf jeden Fall einmal nachzuwiegen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Sollte das Gewicht nämlich zu hoch sein, kann das nicht nur ein Sicherheitsrisiko für Sie und ihre Tiere sein, bei einem Unfall, kann es auch Schwierigkeiten mit der Versicherung geben. Geraten Sie mit einem überladenen Anhänger in eine Polizeikontrolle, können zudem Bußgelder im dreistelligen Bereich anfallen.

Generell bemerkt wiegen Leichtbaumodelle aus Holz und Plane oder Polyhaube für ein oder  zwei Pferde in etwa zwischen 600 und 800 kg und schwerere Modelle aus Polyester oder Aluminium zwischen 850 und 1200 kg. Sie können beim Kauf also auch die Materialbeschaffenheit und Größe zum Abschätzen verwenden, wenn ein Gewicht nicht angegeben ist.

Schritt 6: Panikentriegelungen für den Notfall sind ein Muss

Niemand wünscht es sich, doch sollte ein Pferd im Anhänger einmal in Panik geraten und mit den Vorderbeinen in der Bruststange hängen bleiben, ist eine Panikentriegelung ein unverzichtbarer Teil der Ausstattung. Sie ermöglicht die Lösung der Bruststange entweder per Hand oder mit Werkzeugen von außen oder sogar als Automatikfunktion bei zu hoher Gewichtsbelastung. Es gibt von verschiedenen Herstellern Versionen in unterschiedlicher Ausführung und auch unterschiedlicher Preislage. Manche Pferdeanhänger haben eine Panikentriegelung standardmäßig, andere bieten sie als optionalen Zusatz an.

Schritt 7: Eine hydraulische Hebehilfe sorgt für mehr Sicherheit beim Ausstieg

Ebenfalls die Sicherheit erhöhen hydraulische Hebehilfen, um Verletzungen bei Mensch und Pferd zu vermeiden. Sie verhindern Verletzungen durch zurückfallende schwere Klappen. Deshalb ist eine Hebehilfe an der Rampe fast schon Pflichtprogramm. Besonders bei Pferden, die nicht gern im Anhänger stehen und dazu neigen beim Öffnen schnell nach hinten zu drängeln, sind Hebehilfen eine praktische Sache, die die Sicherheit erhöhen. Damit die Tiere sich an den Hebeln nicht verletzen können, sind sie danach wieder verschiebbar sein, sobald die Rampe heruntergelassen wurde.

Schritt 8: Beleuchtung und Fenster für den Komfort Ihrer Pferde

Auf jeden Fall vorhanden sein, sollte eine Innenbeleuchtung, damit Ihre Tiere nicht im Dunkeln in Panik geraten. Je nachdem welches Gemüt Ihr Pferd hat, können auch getönte Fenster nützlich sein, um die Lichter des vielleicht erschreckend wirkenden Straßenverkehrs etwas zu dämpfen.

Schritt 9: Ist Vorderausstieg Schnickschnack oder eine nützliche Variante?

Über die Nützlichkeit eines Vorderausstiegs muss jeder Pferdebesitzer selbst entscheiden. Für die Pferde und hier besonders für unerfahrene Tiere erscheint ein Ausstieg nach vorne jedenfalls einfacher und im Turnierbereich können die Pferde auch eine Weile im Anhänger stehen bleiben - denn nach vorne hin ist der Blick durch die beiden Türen frei und es kann frische Luft hineinströmen.

Schritt 10: Guter gebrauchter oder neuer Anhänger - darauf sollten Sie beim Kauf eines gebrauchten Pferdeanhängers achten

Wenn Sie sich für den Kauf eines gebrauchten Anhängers entscheiden, sollten Sie genau auf die Beschreibungen achten. Vermeiden Sie Anhänger, die kaputte Elektrik haben, wenn Sie sie nicht selbst reparieren können oder wollen. Die Räder sollten zudem nicht älter als sechs Jahre alt sein, sonst müssen sie vor Gebrauch noch ausgetauscht werden.

Polyesterdächer dürfen keine Risse haben, Dellen oder Löcher deuten auf schlechte Stabilität hin und der Boden sollte nicht wellig oder mit Wasser vollgesogen aussehen. So kann ein gebrauchter Anhänger Ihnen noch jahrelang gute Dienste leisten, ohne dass Sie bei der Sicherheit Abstriche machen müssen.

Beachten Sie bei der Wahl eines Pferdeanhängers, zunächst ein paar grundlegende Sicherheitsaspekte wie das Gewicht, die Beschaffenheit des Aufbaus und die Federung. Ob Sie dann noch Zusätze wie eine extra große Sattelkammer für Westernsättel haben möchten und wie der Anhänger aussehen soll, ist ganz Ihnen überlassen.

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