Weltmusik auf CD: Charakteristika und bedeutende Interpreten der Stilrichtung Klezmer

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Weltmusik auf CD: Charakteristika und bedeutende Interpreten der Stilrichtung Klezmer

Musik in all ihren Variationen ist ein großer und bedeutsamer Bestandteil unserer Kultur. Die Faszination von Musik begründet sich dabei nicht zuletzt mit dem Vorhandensein einer endlosen Bandbreite an verschiedenen Stilrichtungen. Klezmer ist eine Art Volksmusik, die einen unmittelbaren Bezug zum Judentum hat. Das Wort Klezmer bedeutet frei übersetzt so viel wie „Das Gefäß des Liedes". Dieser Musikstil hat eine ausgesprochen lange Tradition und unterzog sich im Laufe der Zeit einem interessanten Wandel. So hat der Sound von aktuellen Klezmer-Künstlern, den Sie beispielsweise in Form von CDs erwerben können, nicht mehr allzu viel gemein mit den Klängen aus dem fünfzehnten Jahrhundert, in dem sich diese Form der jüdischen Musik entwickelt hat. Besonders zur musikalischen Untermalung von großen privaten Feiern und regionalen Veranstaltungen war und ist Klezmer-Musik speziell bei gläubigen Juden sehr populär. Der geschichtliche Hintergrund, die zahlreichen Spielarten sowie der individuelle Sound machen Klezmer zu einem außergewöhnlichen Musikstil, der begeistert und zugleich zum Nachdenken anregt. Die Auswahl an verschiedenen Solo-Künstlern und Gruppen ist groß, sodass Sie ohne Probleme Musik-CDs finden können, die Ihren persönlichen Ansprüchen gerecht werden.

Weltmusik-CDs mit faszinierendem Hintergrund: die Geschichte der Stilrichtung Klezmer

Die ersten Musiker, die sich mit dem Stil Klezmer, der dem Oberbegriff Weltmusik angehörig ist, auseinandergesetzt haben, waren häufig mit einem mobilen Gefährt unterwegs. Vergleichbar mit den Romamusikern zogen sie von Stadt zu Stadt, um ihre Musik einem ständig wechselnden Publikum präsentieren zu können. Aufgrund ihres ähnlichen Vorhabens kam es auch zu gemeinsamen Auftritten von Romamusikern und Klezmern. Diese Zusammenarbeiten führten dazu, dass sich diese beiden Musikarten gegenseitig beeinflussten, wodurch es zu einer ersten Stiländerung bei den Klezmern kam. Die reisenden Klezmermusiker beschränkten sich jedoch nicht nur auf ihr traditionelles Genre, sondern spielten auf Wunsch zum Beispiel auch klassische Musik. Die besten Klezmermusiker wurden sogar zu Feiern der christlichen Kirche eingeladen, um im Rahmen einer Veranstaltung für musikalische Unterhaltung zu sorgen.

Reisende Musiker im 15. Jahrhundert

Zu der damaligen Zeit im fünfzehnten Jahrhundert waren reisende Musiker nicht besonders hoch angesehen und sahen sich sehr oft Konflikten mit dem Gesetz ausgesetzt. Restriktive Gesetze führten in Form eines Verbots vom Gebrauch lauter Instrumente dazu, dass sich die Interpreten der Klezmermusik vermehrt auf das Spielen von leiseren Saiteninstrumenten konzentrierten. Erst um das Jahr 1855 wurde das Spielen lauter Instrumente in der Ukraine wieder zugelassen. Die Ukraine ist die Heimat einer Vielzahl von Klezmermusikern, sodass die dort geltenden Gesetze die geschichtliche Entwicklung dieses Musikstils entscheidend geprägt haben. Mit der Aufhebung des Verbots gewannen lautstärkere Instrumente wie Klarinetten und andere Blasinstrumente immer mehr an Bedeutung. Des Weiteren wurden bei den Aufnahmen von Klezmer-Musikstücken, die Sie bei eBay kaufen können, vermehrt Elemente aus dem Bereich der Perkussionsmusik und der Blechblasmusik integriert. Dies geschah primär infolge des Einzugs von Klezmermusikern in den Dienst der Militärkapellen.

Klezmer-Acts in den USA und Deutschland seit den 1990er-Jahren

In den Zeiten, als die Juden Osteuropa zunehmend verließen, wurde die Musikrichtung Klezmer auf der ganzen Welt bekannt. Speziell in den USA entwickelte sich zumindest für einen kurzen Zeitraum eine große Begeisterung für Klezmer-Musik. Die traditionellen Stücke der Klezmer-Musik fanden in der Folgezeit allerdings immer weniger Anhänger. Stattdessen bedienten sich einige Musiker und Gruppen, die eigentlich anderen Musikrichtungen angehörten, an verschiedenen Teilelementen des Klezmers. In den Neunzigern bildeten sich dann wieder vermehrt reine Klezmer-Acts. In diesem Zusammenhang muss aber darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dieser Strömung in den USA um Musik von Juden für Juden handelte. In Deutschland hingegen waren diese neuen Klezmer-Interpreten von Beginn an besonders beim nichtjüdischen Publikum äußerst populär.

Abschließend lässt sich somit feststellen, dass es mittlerweile sowohl Mischformen wie beispielsweise Kombinationen aus Jazz und Klezmer gibt als auch Künstler, die sich den traditionellen Klezmerklängen verschrieben haben.

Mit Musikstücken des Stils Klezmer unterschiedliche Spielarten entdecken

Die Musikrichtung Klezmer ist sehr facettenreich und beinhaltet viele verschiedene Arten von Liedern, die Sie als CDs kaufen können. Zu den bekanntesten Klezmer-Tänzen zählen „Der Sher" und „Die Kolomeike", ein sehr dynamischer Tanz, der nach einer Stadt in der Ukraine benannt worden ist. Darüber hinaus gibt es noch Tanzmusikstücke wie „Skotshne", was soviel bedeutet wie „Hüpfen" oder „Der Bulgar", das beliebteste Tanzlied aus dem Bereich der Klezmer-Musik in den USA. Neben den fröhlichen Tanzmusikstücken finden sich im Genre des Klezmers zudem melancholische und traurige Lieder. Diese Art der Klezmer-Musik ist ohne Frage auf die geschichtliche Vergangenheit des Volkes der Juden zurückzuführen. Da sich Juden immer wieder antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt sahen, die ihren negativen Höhepunkt mit der Judenverfolgung in Deutschland durch die Nazis hatten, war das Thema Leid und Angst praktisch immer präsent. So war und ist es eine logische Folge, dass die Juden in Form der yiddischen Musik nicht nur ihre Lebensfreude, sondern auch ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Die sogenannte „Doina" ist ein Klagelied, das in der Regel in Form eines Solos vorgetragen wird. Dieses Lied ist üblicherweise Bestandteil einer jüdischen Hochzeit und hat einen direkten Bezug zum Gebet und zur Totenklage. Charakteristisch für die „Doina" ist zudem der Einsatz einer Violine und weiterer Instrumente wie zum Beispiel Banjos.

Die typischen Charaktermerkmale der Musikrichtung Klezmer im Überblick

Zur Klezmer-Musik gehört in der Regel kein Gesang. Allerdings erinnert der typische Klezmer-Sound bzw. die genutzten Instrumente an die menschliche Stimme. In den Anfängen wurde die Klezmermusik von Generation an Generation übermittelt. Durch den Holocaust wurde diese Tradition unterbrochen und viele Niederschriften gingen verloren. Die reinen Instrumentals erinnern zum Großteil an orientalische und griechische Musik. Des Weiteren zeichnen sich die verschiedenen Klezmerstücke durch einen ähnlichen Aufbau aus. So sind die Lieder üblicherweise in mehrere Abschnitte strukturiert. Diese Gliederung ermöglicht einen ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Tonarten. Bei den Klezmerliedern findet sich häufig ein permanenter Wechsel zwischen Moll und Dur.

Die Auswahl an Instrumenten, die im Bereich der Klezmer-Musik verwendet wird, ist sehr vielfältig und hat sich in der Vergangenheit zum Teil deutlich verändert. Die Violine ist bezüglich der Melodie das zentrale Instrument der Klezmer-Musik. Zu Beginn wurde zudem ein Hackbrett verwendet, um den Rhythmus des jeweiligen Liedes vorzugeben. Mittlerweile dient vermehrt eine Snaredrum als Taktgeber. Als Soloinstrument gewann die Klarinette immer mehr an Bedeutung und die durchschnittliche Größe der Klezmer-Ensembles wuchs stetig an. So bestanden die zugehörigen Bands nicht mehr nur aus einem zweiten Geiger und einem Bassisten, sondern umfassten zusätzlich Blechbläser wie Trompeter oder Posaunisten.

In den USA kam am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sogar das Klavier zum Einsatz, was für jiddische Lieder bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen untypisch war. Im Zuge der neueren Arrangements entwickelten sich die Mandoline sowie das Akkordeon zu weiteren festen Bestandteilen der Klezmer-Instrumente. Darüber hinaus ist das Tempo der Klezmer-Musik, die Sie in Form von CDs erwerben können, vergleichsweise ungewöhnlich. So gibt es keine festen Vorgaben, in welchem Tempo die Musiker zu spielen haben. Die Musiker richten sich bei Liveauftritten vielmehr nach dem Verhalten des tanzenden Publikums. Wenn die Tänzer sich eher langsam bewegen, dann spielen auch die Musiker langsam und umgekehrt.

Hochwertige Weltmusik - bedeutsame Solo-Interpreten des Musikgenres Klezmer im Kurzporträt

David Orlowsky

Ein bekannter Klarinettist, der sich der Klezmer-Musik gewidmet hat, ist David Orlowsky. Der in Tübingen geborene Musiker lernte bereits mit zehn Jahren den Umgang mit dem Schlagzeug. Später konzentrierte er sich dann auf das Klarinettenspiel und arbeitete unter anderem mit Giora Feidman. Im Jahre 2011 wurde David Orlowsky für das Album „Jeremiah" mit einem Echo prämiert, der zu den wichtigsten Auszeichnungen im gesamten Musikgeschäft zählt.

Giora Feidman

Giora Feidman gehört zu den zahlreichen Solisten des Musikstils Klezmer. Feidman entstammt aus einer Familie, in der die Klezmer-Musik eine große Bedeutung hat. Schon seine Vorfahren traten in vielen Teilen Osteuropas auf, um mit ihrer Klezmer-Musik verschiedene Feste zu begleiten. Seine Karriere als Klezmer-Solist startete Giora Feidman dann zu Beginn der Siebziger in den USA. Später trat er aber auch zunehmend in Deutschland auf und ging mehrfach auf Tour. Wegen seines sozialen Engagements wurde Giora Feidman im Jahr 2005 mit einem Preis für Völkerverständigung ausgezeichnet, was seine Ausnahmestellung als Klezmer-Musiker verdeutlicht. Zu den Veröffentlichungen von Feidman gehören unter anderem „Klezmer und Choräle" aus dem Jahr 2008, „The Art of Klezmer" sowie „The Magic of the Klezmer".

Populäre Klezmer-Gruppen, die mit ihrer Musik verschiedene Generationen begeistern

Die Gruppe Klezmatics ist ein typisches Beispiel für die Verbindung von Klezmer mit anderen Musikstilen. Die aus den USA stammende Band kombiniert die traditionellen Elemente des Klezmer mit Einflüssen aus den Bereichen Rock, Ska und Jazz. Die Klezmatics zählen zu den erfolgreichsten jüdischen Musikgruppen aus dem Segment World Music überhaupt und wurden für das Album „Wonder Wheel" bereits mit einem Grammy prämiert. Die Gruppe Klezmatics gibt es schon seit dem Jahr 1986 und sie setzt sich aus einer bunten Mischung unterschiedlicher Musiker zusammen. Während die ehemalige Geigerin der Gruppe Alicia Sviglas eine traditionelle Klezmer-Musikerin ist, kommen der Trompeter Frank London und einige weitere Bandmitglieder aus dem Bereich der Jazz-Musik. Neben Titeln mit Bezug zur jüdischen Religion behandeln die Songs von den Klezmatics auch Themen wie Geldsorgen und Alkohol. Zu den veröffentlichten Werken der Gruppe zählen beispielsweise „Jews with Horns", „Rhythm and Jews" und „The Well".

Mit der Band Klezmer Juice findet sich eine weitere Gruppe aus den USA, die sich auf jüdische Musik konzentriert hat. Im Jahr 2004 erschien die erste LP von Klezmer Juice unter dem Titel „Action speaks louder than Words". Gustavo Bulgach ist seit der Gründung der Band dabei und spielt sowohl Klarinette als auch Saxophon. Weitere auf dem Markt erschienene Klezmer-Juice-Platten sind mit „Jewfro" und „Klezmer Juice 2: Yiddish Lidele" zu benennen.

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