Weltmusik-CDs kaufen: Wissenswertes über zeitgenössische Musik aus Asien

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Weltmusik-CDs kaufen: Wissenswertes über zeitgenössische Musik aus Asien

Früher wie heute ist die Musik eines Landes ein wichtiger Indikator für die kulturellen Gegebenheiten und sozialen Probleme: Anhand der Texte sowie den in der Melodie verwendeten Rhythmen und der Gesamtaussage von Musikstücken kann man erkennen, was genau der Künstler durch seinen Song aussagen möchte. Allerdings ändern sich Kulturen mit der Zeit, was sich ebenfalls sehr gut an Hand der verschiedenen Musikstücke feststellen lässt: Die Tatsache, dass es die sogenannte Weltmusik gibt, ist ein Indiz dafür, wie sich Künstler von anderen Kulturen beeinflussen lassen und diese anderweitig gesammelten Eindrücke in ihre eigene Kultur übernehmen.

Der Begriff „Weltmusik" wurde dabei in den 1980er-Jahren geprägt und beschreibt eine Mischung aus der westlichen Pop-Musik, die zunächst mit traditionellen, nichtwestlichen Musikformen gemischt worden ist. Allerdings hat sich aus diesem Fachbegriff heutzutage ein eigenes Genre entwickelt, unter dem alle von der westlichen Populärmusik beeinflussten, nichtwestlichen Musikrichtungen zusammengefasst werden. Gerade im asiatischen Raum lassen sich viele verschiedene Musikrichtungen finden, die auf der hierzulande nur zu gut bekannten Pop-Musik basieren, jedoch sowohl traditionelle als auch neuere Einflüsse hinzu mischen und so ein vollkommen neues Genre erschaffen. Wenn Sie nach solchen Musikstilen suchen, dann werden Sie überrascht sein, wie groß tatsächlich das Angebot ist.

K-Pop als aufkeimendes Subgenre der Weltmusik

Spätestens seitdem der koreanische Künstler Psy mit seinem Lied „Gangnam Style" in Deutschland und weltweit einen enormen Erfolg feiern konnte, gehört die „Korean Popular Music" (K-Pop) zu den beliebten Musikrichtungen und bekommt auch hierzulande wesentlich mehr Beachtung geschenkt. Allerdings hat bereits im Vorfeld die sogenannte "koreanische Welle" für einen relativ hohen Bekanntheitsgrad gerade bei den jüngeren Generationen gesorgt: Seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die koreanische Pop-Kultur vor allem im asiatischen Raum ausgebreitet und konnte sich von dort aus auch in Nordamerika und in vielen Teilen Europas etablieren. Durch den Erfolg von japanischen Zeichentrickserien und den verschiedenen dort immer wieder genutzten Musikstücken des J-Pop, begann die Jugend der jeweiligen Länder sich immer mehr für die asiatische Lebensweise zu interessieren. Mithilfe des Internets und verschiedenen Video- und Musikplattformen ist es ein leichtes, sich mit den notwendigen Informationen auszustatten und in die verschiedenen Musikstücke des K-Pop einzutauchen. Da es für europäische Ohren keinen sofort erkennbaren Unterschied zwischen den japanischen und den koreanischen Songs gibt, werden diese oft fälschlicherweise in einem Genre zusammengefasst.

Der weltweite Einfluss von koreanischen Melodien

Die Künstler des K-Pop sind aus verschiedenen Gründen für die westliche Jugend von großem Interesse: Zunächst einmal sind die Rhythmen der verschiedenen Lieder sehr bekannt, da sie sich an den typischen westlichen Pop-Künstlern orientieren. Allerdings singen die koreanischen Bands fast ausschließlich auf Koreanisch, was ein für den normalen, westlichen Hörer ein komplett fremdes Element in die Musik mitbringt und dadurch exotisch und aufregender wirkt. Oftmals werden einzelne englische Begriffe mit in den Text eingewoben, wodurch man auf Grund des Tempos und den wenigen englischen Begriffen auf den Inhalt des Liedes schließen kann. Außerdem handelt es sich bei den Bands des K-Pop um absolute Profis, die schon seit der Kindheit gedrillt werden und in Boot-Camp-ähnlichen Einrichtungen Gesang, Tanz und Fremdsprachen lernen und zusätzlich mit einer guten, allgemeinen Schulbildung ausgestattet werden. Daneben steht auch tadelloses Benehmen, sowie guter Umgang mit Presse und Fans auf dem Stundenplan.

Die besten Vertreter dieser Ausbildungseinrichtungen werden für eine neue Band gecastet und können so möglicherweise den großen Durchbruch mit ihren Alben in Asien schaffen. Ein großer Kritikpunkt der Bands des K-Pops liegt in dem Aussehen der – sowohl männlichen als auch weiblichen – Stars, die oft durch Schönheitschirurgie einem unnatürlichen Ideal angepasst werden. Auch werden bereits im jungen Alter Verträge geschlossen, die den Casting-Agenturen einen großen Einfluss auf das Leben, sowie die finanzielle Vergütung der angehenden Stars ermöglichen. Viele dieser Verträge gehen oft über eine zweistellige Anzahl von Jahren, jedoch bahnt sich – auf Grund des kommerziellen Erfolges von K-Pop in der westlichen Welt – langsam ein Wechsel in diesen für die Sänger schlechten Gegebenheiten an.

J-Pop als wichtiges Bindeglied der asiatischen Musikkultur

Japanese Pop-Music (J-Pop, auch als „Japan Pop" bezeichnet) hat seine Wurzeln bereits in den 1930er-Jahren und entwickelte sich bis heute zu dem zweitgrößten Musikmarkt hinter dem der USA. Obwohl der Begriff „J-Pop" eine sehr bestimmte Musikrichtung beschreibt, wurden bereits in den 1960ern und 1970ern viele Musikgenres in Japan kopiert und mit den dortigen kulturellen Einflüssen vermischt: Aus der Sicht der Weltmusik gab es schon damals japanische Künstler, die zum Beispiel westlichen Rock mit japanischen Ideen kombinierten und den sogenannten J-Rock über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen konnten. Sogar in Amerika waren bereits in den 1970er-Jahren einige J-Rock-Hits zu hören, konnten dort jedoch nur bedingt Erfolge erzielen. Auch Electro-Musik, die vor allem aus der Disco-Zeit in den westlichen Ländern bekannt ist, wurde in den japanischen Gebieten kopiert beziehungsweise adaptiert und mit japanischen Klängen vermischt. Der sogenannte Synthie Pop konnte damals auf der ganzen Welt die Menschen begeistern und die japanischen Künstler hatten durch ihre neue Ansichtsweise der damaligen Musik sogar großen Einfluss auf die Geschehnisse der westlichen Musikveränderungen. Außerdem legten sie die ersten Grundsteine für den J-Pop, der seit den 1990er-Jahren immer mehr an Popularität hinzu gewinnt.

Den kommerziellen Höhepunkt hatte J-Pop gegen Ende der 1990er. Sowohl in Japan als auch im gesamten asiatischen Raum wurden enorm viele Alben verkauft. Bekannte Bands füllten zudem riesige Konzerthallen und standen damit in keiner Weise großen Bands und Künstlern der westlichen Welt nach. Seit dem Millenniumswechsel wurde auch das Genre wesentlich offener für verschiedenste Veränderungen. Nach dem großen Erfolg des J-Pops in Japan und dem daraus resultierenden Einfluss auf andere asiatische Staaten und deren musikalischen Künstler, konnten sich weitere westliche Einflüsse in die japanische Musikindustrie schleichen. So wurden zum Beispiel immer öfter verschiedenste Parts aus dem Hip-Hop übernommen und flossen in die Mainstream-Musik des Landes mit ein. Auch verschiedene Ansätze aus dem R&B-Genre finden immer mehr Anklang in den diversen Singles. Tatsächlich gibt es heutzutage auch einen neuen Markt, der die verschiedenen Versionen von japanischen Top-Titeln als englische Fassung an den Konsumenten bringt und die japanische Musik dadurch einen immer größeren Einfluss auf die westliche Kultur hat. Eine der größten Künstlerinnen des J-Pop ist Ayumi Hamasaki, die allein in Japan über 50 Millionen Tonträger verkauft hat und im asiatischen Raum zu den bekanntesten Sängerinnen gehört.

Weltmusik aus dem asiatischen Raum

Wenn Sie die verschiedenen Musikrichtungen durchgehen und sich vor allem mit den Hits aus dem asiatischen Raum beschäftigen, dann werden Sie sehr oft auf Mix-CDs stoßen, die unterschiedliche Titel aus verschiedenen Ländern beinhalten. Wenn Sie sich zum Beispiel mit verschiedenen Alben des Asia Lounge beschäftigen, dann finden Sie dort sowohl Titel aus Japan und Korea, aber auch aus Ländern, die weltweit eher weniger Anerkennung für ihre musikalischen Leistungen bekommen. So zum Beispiel verschiedene Titel von Künstlern aus Indien, Indonesien oder Afghanistan, die ebenfalls die westliche Musik mit den eigenen traditionellen Stücken vermischen und dadurch eine vollkommen neue musikalische Erfahrung schaffen. Doch findet der Austausch zwischen westlichen und östlichen Musikstilen nicht nur in eine Richtung statt: Auch heutzutage lassen sich immer wieder US-amerikanische, aber auch deutsche Künstler finden, die sich von den asiatischen Musikgenres beeinflussen lassen und dadurch die westlichen Ideen mit den asiatischen kreuzen. So profitieren beide Seiten von den kulturellen Eigenheiten des jeweils anderen und schaffen so tatsächlich Weltmusik, die aus vielen verschiedenen Quellen zusammengemischt wird. Sogar indische Klänge werden immer wieder von verschiedenen Bands aufgegriffen und durch die Nutzung von typischen Instrumenten – wie Xylophon oder Zimbeln – in westliche Stilrichtungen, wie zum Beispiel Rock oder Pop, integriert.

Thailand als Musiklieferant für die deutsche Szene

Jedes Jahr machen tausende Deutsche in Thailand Urlaub und genießen dort Wetter, Landschaft und Kultur. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele Urlauber entweder CDs von dort mitbringen oder hierzulande nach verschiedenen Gruppen suchen, die sie während den Ferien gehört haben. Dadurch gibt es einen kleinen Nischenmarkt in Deutschland, der sich mit der thailändischen Musik beschäftigt und die verschiedenen Thai-CDs vertreibt. Die musikalische Richtung des Landes ist schwer einzugrenzen, weil sie durch sehr viele Einflüsse bewegt wird und ständig im Wandel ist: Durch die verschiedenen Kriege und Territorialansprüche der Kolonialmächte wurde Thailand nach dem ersten und zweiten Weltkrieg von vielen Nationen geprägt, was sich auch heutzutage noch im kulturellen Bild des Landes widerspiegelt. So gab es zum Beispiel britische und französische Besatzungsmächte in den Gebieten und während des Koreakriegs sowie des Vietnamkriegs stellte sich das Land an die Seite der USA. Außerdem existierten bereits in den 1940er-Jahren enge Kontakte zu Japan, wodurch auch jetzt noch die Musikszene sowohl von westlichen als auch von asiatischen Ideen geprägt ist.

Zudem wird oft traditionelle thailändische Musik vor allem in den Touristenhochburgen genutzt, um ein entspannendes Ambiente zu schaffen und somit den Besuchern aus anderen Ländern die eigene Kultur näher zu bringen. Die klassische Thai-Musik basiert dabei insbesondere auf chinesischen und indischen Klängen, die vor allem aus Holzblasinstrumenten, Zimbeln, Trommeln und Xylophonen besteht. Oft mischt sich dazu auch noch ein sogenannter Buckelgong, der für musikalische Höhepunkte sorgt. Allerdings wird die klassische Musik kaum noch praktiziert, da sie von den westlichen Stilrichtungen größtenteils verdrängt worden ist, allen voran Pop-Musik, aber auch Jazz und R&B. 

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