Welches Lüftungssystem brauche ich für meinen PC?

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Welches Lüftungssystem brauche ich für meinen PC?

Der reibungslose Betrieb eines Computers hängt vor allem von den Temperaturen der Hardware ab. Sollten Sie nicht für genügend Kühlmöglichkeiten sorgen, wird Ihr PC überhitzen. Dies führt zu Abstürzen, Datenverlust, unerwartetem Verhalten und im schlimmsten Falle zum Defekt. Damit Ihnen dies nicht passiert, soll Ihnen dieser Ratgeber helfen, die passenden Lüfter und dazugehöriges Zubehör für Ihren Computer auszuwählen.

Temperaturmanagement in modernen Computern

Die Zeiten, in denen Prozessor und Grafikkarte eine gleichbleibende Leistungsaufnahme hatten, ungeachtet ihrer Auslastung, sind zum Glück lange vorbei. Die Hersteller der Komponenten, wie AMD, Intel und Nvidia haben in ihre Produkte immer neue Stromsparmechanismen implementiert. Dies trägt nicht nur dazu bei, Strom zu sparen, sondern auch, um die Hitzeentwicklung einzudämmen. Dies entlastet die Kühlsysteme und führt zu einer niedrigeren Geräuschkulisse. Besonders bei den Grafikkarten konnten so große Fortschritte erzielt werden. Die AMD Radeon HD 7970 beispielsweise benötigt zur Darstellung von 2D-Inhalten nur 15 Watt Leistung. Wechseln Sie in ein Spiel, was von der Grafikkarte eine erhöhte Rechenleistung fordert, verändert diese ihre Taktfrequenz und aktiviert automatisch weitere Teile des Grafikchips. Somit steigt dann auch die Leistungsaufnahme auf bis zu 250 Watt. Eine erhöhte Leistungsaufnahme ist auch immer mit einer deutlich gesteigerten Abwärme verbunden, was wiederum vom Kühl- und Lüftungssystem abgeführt werden muss. Gerade wenn Sie an Ihrem PC grafisch anspruchsvolle Spiele, wie beispielsweise „Crysis" laufen haben, arbeitet Ihre Grafikkarte mit voller Leistung. Computer, die für die Arbeit im Büro ausgelegt sind, besitzen ergo weder solche leistungsstarken Grafikkarten, noch wird das Kühlsystem für derartige Dimensionen von Abwärme geplant.

Gleiches gilt für den Prozessor eines Rechners. Im alltäglichen Betrieb auf dem Desktop eines Betriebssystems wird ein nur prozentual geringer Teil der möglichen Rechenleistung benutzt. Moderne Prozessoren von Intel und AMD senken in solchen Szenarien automatisch ihre Taktfrequenz und die Kernspannung, was zu einer deutlich verringerten Leistungsaufnahme führt. Befindet sich jedoch der Prozessor über mehrere Stunden unter Last, was vor allem bei Computerspielen der Fall ist, läuft dieser unter vollem Takt und benötigt dementsprechend mehr Energie. Auch dies resultiert in einer erhöhten Wärmeangabe und steigert die Temperatur innerhalb des Computergehäuses. Gerade diese schwankenden Zustände von Grafikkarten und Prozessoren stellen das Lüftungssystem vor schwierige Aufgaben. Inzwischen gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, die Lüfter zu regulieren und somit an die Lastzustände anzupassen.

Das eigene Lüftungssystem überprüfen

Es gibt eine einfache Möglichkeit zu überprüfen, ob Ihr Lüftungssystem ausreichend dimensioniert ist. Dafür besorgen Sie sich zunächst aus dem Internet ein Softwaretool, welches die Temperaturen Ihrer Hardware auslesen und dokumentieren kann. Dann setzen Sie die Hardware in Ihrem Computer, beispielsweise mittels eines Spiels, einem Stresstest aus. Sie können zum Beispiel einige Stunden „The Elder Scrolls – Skyrim" oder ein ähnlich anspruchsvolles Spiel laufen lassen. Dann überprüfen Sie die dokumentierten Temperaturen, besonders jene der Grafikkarte, des Prozessors und der Festplatte. Welche Temperaturen im Einzelfall als kritisch anzusehen sind, sollten Sie direkt auf der Webseite des entsprechenden Hardware-Herstellers überprüfen. Prozessoren sollten selten über 65 Grad Celsius heiß werden, bei Grafikkarten können 100 Grad Celsius noch akzeptabel sein. Festplatten hingegen sind sehr anfällig gegenüber Hitze und sollten möglichst unter 40 Grad Celsius gehalten werden. Sollten Sie nun in einem oder mehreren Bereichen zu hohe Temperaturen messen, müssen Sie über einen Umbau des Lüftungssystems und der Kühler nachdenken.

Staub ist der Feind des Lüftungssystems

Vielleicht ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass ein werksneuer Computer leiser läuft als einer, der seit mehreren Jahren in der Ecke steht und viel benutzt wurde. Wahrscheinlich liegt dies am Staub, der sich mit der Zeit im Inneren des Computers gesammelt hat. Bevorzugt bilden sich dicke Staubteppiche an den Kühlkörpern von Prozessor- und Grafikkartenkühler sowie an den Lüftern. Werden diese Teppiche zu dick, können Sie die Kühlleistung erheblich minimieren und im schlimmsten Falle gar den Lüfter blockieren. Dies kann zu Überhitzungen und Defekten an der Hardware führen. Regelmäßige Kontrollen und Reinigung der Kühler mit Druckluftspray sind eine Möglichkeit, dem Einstauben vorzubeugen. Eine andere und effektivere ist es, den Staub am Eindringen in das Gehäuse zu hindern. Dazu bekommen Sie spezielle Staubfilter, welche vor den Lüftern und an anderen offenen Stellen im Gehäuse angebracht werden können.

Den passenden Lüfter für die unterschiedlichen Verwendungszwecke auswählen

Im Inneren eines Computers gibt es viele Lüfter, die jeweils für einen bestimmten Einsatzzweck vorgesehen sind. Somit unterscheiden sich diese in den Anschlüssen, der Steuerung, der Lautstärke sowie in der Kapazität an Luft, die transportiert werden kann. Sollten Sie wahllos einen Lüfter kaufen, kann es passieren, dass Sie diesen nicht anschließen können, oder, was noch schlimmer wäre, einen zu schwachen Lüfter in einem sensiblen Bereich einsetzen.

Welche Größe sollte der Lüfter haben?

Gehäuselüfter beispielsweise besitzen in der Regel eine niedrigere Kapazität zum Transport von Luft als Lüfter für Prozessoren. Auch in den Anschlüssen zur Verbindung mit einer Stromquelle gibt es Unterschiede. Gehäuselüfter können Sie wahlweise direkt ans Netzteil oder auf einem speziell dafür vorgesehenen Port am Mainboard anschließen. Es sind zahlreiche Größen von diesem Typ Lüfter erhältlich, von kleinen 40-Millimeter-Lüftern bis hin zu den geläufigen Lüftern mit 120-Millimeter-Durchmesser. In einigen speziellen Gehäusen können auch 140-Millimeter-Lüfter montiert werden. Welche Größe Sie benötigen, können Sie auf zwei Arten herausfinden. Sollten Sie im Besitz eines Begleitheftes des Gehäuses sein, sind dort die einsetzbaren Lüfterplätze inklusive den Ausmaßen vermerkt. Bei Komplettrechnern liegt diese Information jedoch oftmals nicht bei. Dann suchen Sie im Gehäuse nach den Bohrungen, die für Lüfter vorgesehen sind, und messen den Abstand zwischen zwei Bohrlöchern. Daraus ergibt sich dann die kompatible Größe des Lüfters. In der Regel finden Sie an der Rückseite des Rechners einen oder zwei dieser Plätze und oftmals einen weiteren im vorderen, unteren Bereich, wo sich die Festplatte befindet.

Zum Thema Prozessorlüfter

Prozessorlüfter hingegen sind Pulsweitenmodulations gesteuert. Dies erkennen Sie daran, dass der Stromanschluss vierpolig ist. Diese können nur am Mainboard direkt angeschlossen werden. Das Mainboard übernimmt dann die Steuerung der Drehzahl dieses Lüfters und erhöht diese, wenn der Prozessor zu heiß wird. Umgekehrt wird die Drehzahl gesenkt, wenn der Prozessor in einer Ruhephase ist, was zu einer ruhigeren Umgebung beiträgt. Wenn Sie jedoch zu hohe Temperaturen an Ihrem Prozessor messen, ist es in den meisten Fällen mit einem neuen Prozessorlüfter alleine nicht getan. Auf dem Prozessor befindet sich noch ein Kühlkörper, welcher primär die vom Prozessor abgegebene Hitze aufnimmt und dann mithilfe des Lüfters an die Umgebungstemperatur abgibt. Sie erhalten für Ihren Computer so genannte CPU-Kühler. Achten Sie dabei zunächst darauf, ob der Kühler mit Ihrem Mainboard-Sockel kompatibel ist. Danach überprüfen Sie, ob der Kühler für Ihren Prozessor freigegeben ist. Angaben zu Ihrem Mainboard und Ihrer CPU finden Sie in der Anleitung des Mainboards und dem Begleitheft des Computers.

Drehzahl und Temperatur immer im Blick

Wenn Sie gerne selbst die Kontrolle über die verbauten Lüfter haben und dazu permanent die Temperaturen überwachen wollen, dann bieten sich die Lüftersteuerungen an, die Sie in verschiedenen Formen finden. Es gibt beispielsweise Fan-Controller, die Sie in die Front Ihres Computergehäuses einsetzen können. Intern werden dann alle Lüfter angeschlossen und die Temperaturen von Grafikkarte und Prozessor ausgelesen. So haben Sie dann permanent die Temperaturen in Ihrem Computer im Blick und können bei Bedarf die Lüfter des Gehäuses regulieren. Es gibt diese Steuerungen auch mit Touchscreen, sodass Sie die Drehzahlen der Lüfter bequem und schnell ändern können.

Die leise Alternative zu Lüftern – eine Wasserkühlung

Während ein Großteil der Computer mit einer Luftkühlung versehen ist, gibt es auch eine Alternative – die Wasserkühlung. Diese verwendet als Träger der Wärme das Wasser, welches mittels Schläuchen durch das Gehäuse und zu dem Prozessor und anderen Komponenten gepumpt wird. Außerhalb des Gehäuses befindet sich dann ein Radiator, welcher die Abwärme aus dem Wasser aufnimmt und an die Umgebungsluft abgibt. Nachteile einer Wasserkühlung sind die relativ hohen Anschaffungskosten und das Risiko des Wassers im Computer. Sollte einer der Schläuche ein Leck bekommen, reichen nur wenige Tropfen aus, um einen Kurzschluss im System zu verursachen. In den meisten Fällen passiert dies, bevor Sie eingreifen können. Die Installation sollte also unter strengster Sorgfalt oder direkt von einem Fachmann vorgenommen werden.

Wenn Sie ein leises Lüftungssystem für Ihren Computer suchen

Wenn Ihnen Ihr aktueller Computer zu laut ist und Sie auf der Suche nach besonders leisen Lüftern sind, müssen Sie nicht auf Leistung verzichten. Verschiedene Lüfter sind aufgrund Ihrer Technik extrem leise und transportieren dabei hohe Mengen an Luft. Generell gilt, dass Lüfter mit einem größeren Durchmesser leiser sind als kleine Lüfter. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, einen 80 Millimeter Lüfter mit einer 120-Millimeter-Version zu ersetzen, dann sollten Sie dies tun. Der größere Lüfter kann mit einer niedrigeren Drehzahl die gleiche Kühlleistung erreichen, wie der kleine. Für besonders leise Rechner empfiehlt sich der Einbau eines Noiseblocker mit 120 Millimetern Durchmesser oder eines Lüfters von Enermax. Diese Hersteller legen besonderen Wert auf einen ruhigen Lauf und bieten dabei dennoch eine hohe Kühlleistung.

Zusammenfassung zum Thema Lüftungssystem

Ein funktionierendes und ausreichend dimensioniertes Lüftungs- und Kühlungssystem ist das A und O eines Rechners. Besonders, wenn Sie leistungsstarke und moderne Hardware verbauen und viele PC-Spiele spielen, benötigen Sie ein dementsprechend potentes Lüftungssystem. Manuelle Steuerungen mit entsprechenden Sensoren geben Ihnen die Möglichkeit, den Zustand Ihres Computers immer im Blick zu haben und die Drehzahlen Ihrer Lüfter individuell anzupassen. So können Sie in Phasen hoher Auslastung oder im Sommer die Lüfter stärker aufdrehen lassen und wenn Sie den Computer zum Filme betrachten nutzen, die Lautstärke minimieren, indem Sie die Drehzahlen senken.

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