Welcher Folienkleber sitzt fest und eignet sich bei Fischbesatz?

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Welcher Folienkleber sitzt fest und eignet sich bei Fischbesatz?

Fischbesatz im Gartenteich ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung an alle Hobby- und Profigärtner sowie Fischzüchter. Von der Größe des Gewässers über die Anzahl der Fische bis hin zur Bepflanzung stellen sich viele Fragen in Zusammenhang mit der Wasserqualität. Da ein Gartenteich fast immer ein künstlich angelegtes Gewässer ist, benötigt es eine sogenannte Teichfolie, um das Versickern des Wassers in den Untergrund zu verhindern. In den allermeisten Fällen muss die Folie dabei zurechtgeschnitten werden, damit sie den Teichkonturen entsprechend verlegt werden kann, die Schnittstellen müssen im Anschluss mit Folienkleber verbunden werden - es stehen jedoch noch weitere Alternativen zur Verfügung - aber alles der Reihe nach.

Der Schwerpunkt des Ratgebers liegt zunächst auf den Teichfolien und deren Verarbeitung und vor allem darauf, wie sich diese handhaben lassen, um sich ein unnötiges Plus an Arbeit zu ersparen. Weiterhin finden Sie Tipps und Informationen darüber, wie ein Teich Schritt für Schritt angelegt und die Folie repariert werden kann, damit Sie am Ende die Füße wieder hochlegen und den Anblick genießen können.

Die verschiedenen Arten der Teichfolien

Teiche werden aus den unterschiedlichsten Gründen heraus angelegt, allen voran der Gartenteich in Kombination mit Fischbesatz. Das können jedoch auch Schwimmteiche sein, wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen oder ganz pragmatisch Löschteiche, die im Folgenden jedoch keine Rolle spielen werden. Die Liste zeigt die verschiedenen Versionen der Teichfolie auf:

  • PVC Teichfolie (Polyvinylchlorid)
  • PE Teichfolien (LPDE)
  • PE Teichfolien ((HDPE)
  • EPDM Teichfolie (Ethylene Propylene Diene Monomer).

Die PVC-Version ist im Prinzip so etwas wie ein Standard, sie ist relativ weich und flexibel und passt sich daher sehr gut an etwaige Unebenheiten an. Die einzelnen Teile oder Bahnen können prima mit PVC-Folienkleber verbunden werden, mithilfe von Quellschweißmittel oder per Heißluft - zu den einzelnen Verfahren später mehr.

Wie aus der Liste zu ersehen, gibt es zwei Arten von PE Teichfolien: LDPE sowie HDPE stehen jeweils für Polyethylene. Während LPDE-Folien noch halbwegs für größere Teiche geeignet sind, werden HDPE Folien nur bei besonderer Beanspruchung wie etwa deponieartigen Gewässern verwendet und können daher getrost übergangen werden. Beiden Folienarten gemeinsam ist dabei, dass sie praktisch nur durch Hitze zuverlässig und dauerhaft miteinander verschmolzen werden können. Die zuletzt gelistete Kautschuk-Teichfolie (EPDM) ist im Vergleich die weichste und damit flexibelste Folienart, sie ist hinsichtlich der Abdichtung sehr langlebig und zudem umweltfreundlich bei der Herstellung. Aufgrund sinkender Preise hat sich diese in den letzten Jahren als gängigste Wahl neben PVC etabliert.

Verarbeiten und Verkleben der Teichfolien - so funktioniert es

Prinzipiell ist die Auswahl der Teichfolie unabhängig davon, ob ein Fischbesatz im Teich geplant ist oder nicht - für alle Fälle gilt: Der Untergrund muss dicht sein, damit die Fische am Ende nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben. Da Teichfolie in den seltensten Fällen an einem Stück verlegt werden kann, entstehen ganz einfach Schnittstellen, die in irgendeiner Form möglichst dicht miteinander verbunden werden müssen.

Mit Folienkleber arbeiten

Wie bei allen Klebevorgängen muss zunächst die Folie gründlich gereinigt werden von Staub oder möglichen Fettrückständen und zudem muss diese trocken sein, um kontraproduktive Einflüsse zu vermeiden. Achten sollte man beim Verkleben zudem darauf, dass es zu einer ausreichenden Überlappung kommt, die dann als Klebefläche dient. Sind die Voraussetzungen geschaffen, können Sie mit dem eigentlichen Klebevorgang unter Berücksichtigung der beiliegenden Gebrauchsanweisungen beginnen. Die Schwachstelle beim normalen Verkleben ist der Kleber als eigene Schicht zwischen beiden Folien, der im Laufe der Zeit unter Umständen zum Problem werden kann.

Die Quellschweißmethode

Etwas anders funktioniert die Verklebung nach der Quellschweißmittel-Methode: Aufgetragen wird das Mittel ähnlich wie der normale Folienkleber, allerdings mit dem Unterschied, dass die Folie durch das Quellschweißmittel abgelöst wird und sich die überlappenden Flächen beim Trocknen wieder miteinander verbinden. Für die Durchführung benötigt es etwas handwerkliches Geschick, da die überlappenden Folienbereiche gleichzeitig bestrichen werden müssen. Dazu braucht man einen etwa 4 bis 5 cm langen und möglichst breiten Pinsel, mit dem man zwischen der Überlappung das Quellschweißmittel aufträgt. Dies ist der wesentliche Unterschied zur zuvor beschriebenen Möglichkeit und die wohl langfristig gesehen sicherere Methode. Damit sich beide Folien bei dieser Technik tatsächlich und dicht miteinander verbinden, muss im Anschluss Druck durch Gewichte wie etwa einen Sandsack ausgeübt werden. Die Verwendung von Quellschweißmittel in geschlossenen Räumen sollte tatsächlich nur dann in Betracht gezogen werden, wenn ausreichende Lüftungsmöglichkeiten vorhanden sind, ansonsten ist dringend davon abzuraten.

Teichfolie per Heißluft verschweißen

Die dritte Möglichkeit liegt im Verschweißen der Folien mithilfe von Heißluft, allerdings sollte klar sein, dass hier ein handelsüblicher Fön eher weniger geeignet ist, dafür braucht es zumindest eine Heißluftpistole oder ähnliche Alternativen wie Schweißautomaten oder Handschweißgeräte. Durch die Erhitzung werden die Fügeflächen in einen plastischen Zustand gebracht, sobald dieser Zustand erreicht ist, werden die Verbindungsflächen mit einem angemessenen Druck aufeinander gepresst, sodass sich beide Folien beim Abkühlungsprozess miteinander verbinden und verkleben. Sollten Sie noch nie selbst Folien verschweißt haben, ist es unbedingt empfehlenswert, zunächst Trockenübungen zu machen und Restfolie testweise zu verschweißen, bevor Sie sich an das „große Ganze" heranwagen, denn: Schnell ist versehentlich ein Loch in die Folie gebrannt.

Eine Besonderheit bildet die Kautschuk-Teichfolie (EPDM), für die es eigener Produkte bedarf, um diese zuverlässig miteinander zu verkleben: Zunächst einmal gilt es, die zu verklebenden Stellen mit einem speziellen Folienreiniger vorab gründlich zu säubern. Auftragen lässt sich der für EPDM Folie geeignete Kleber am besten mit einem Schleifschwamm, mit dem zugleich auch die Oberfläche ein wenig aufgeraut wird, um die Haftungsfähigkeit noch zu erhöhen. Optimal für die Arbeit wäre der QuickScrubber zum Beispiel von Firestone, der gleich mit dem passenden Filzpad geliefert wird. Sind die zuvor genannten Schritte durchgeführt, kommt das Nahtklebeband oder auch Folienklebeband ins Spiel und wird aufgepresst, um die Verbindung der Folienstücke zu vollenden.

Teichfolie reparieren

Leider kommt es immer wieder vor, dass eine Teichfolie - aus welchen Gründen auch immer - im Laufe der Zeit undicht wird. Bevor es an die Reparatur geht, sollte man zuvor jedoch alle anderen möglichen Ursachen ausschließen, denn vor allem kann es auch an der Teichfilter-Anlage liegen, die den Wasserverlust im Teich hervorruft, ebenso besteht die Möglichkeit, dass ein spürbarer Schwund an einem vorhandenen Bachlauf entsteht. Dass bei einer länger anhaltenden Hitzewelle deutlich mehr Wasser verdunstet und sich sozusagen in Luft auflöst, ist ebenfalls klar.

Mögliche Ursachen für undichte Stellen können übrigens durch Fehler beim Verkleben der Folie entstehen oder man hat das eine oder andere Steinchen auf dem Untergrund übersehen, der sich im Laufe der Zeit durch den Wasserdruck von unten durch die Folie bohrt. Ebenso kann es durch den sogenannten Kapillareffekt zu massivem Wasserverlust kommen, wenn etwa Ufermatten über den Teichrand hinweg im Erdreich verankert sind - das Wasser wird im ungünstigsten Fall über die Ufermatte förmlich aus dem Teich herausgesogen und verschwindet im Boden. Bei trockenem Wetter sollte man diese Stellen rasch am nassen Untergrund erkennen und ist dadurch in der Lage, diesen Fehler zu beheben.

Wer schon einmal auf der Suche nach einer undichten Stelle in einer Teichfolie war, der weiß, dass diese Arbeit mitunter der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen ähnlich ist, vor allem in Abhängigkeit von der Größe des Gartenteichs. Eine zielgerichtete Vorgehensweise ist daher unabdingbar:

Zu Beginn der Suche füllt man den Gartenteich zunächst einmal bis zum höchstmöglichen Stand mit Wasser auf und markiert dann täglich den jeweils aktuellen Wasserstand mit einer Kreide oder einem Marker. Sobald der Pegel nicht mehr sinkt, liegt es auf der Hand, dass sich die undichte Stelle in dieser Höhe befindet. Mit ein wenig Glück entdeckt man das Loch mit dem bloßen Auge, ansonsten muss man dieses ertasten. Das Erfühlen der undichten Stelle ist sowieso empfehlenswert, da sich darunter zum Beispiel spitze Steinchen befinden können oder sogar Wurzelwerk, das durch sein Wachstum die Folie beschädigt - um diese zu entfernen, müssen Sie das Loch möglicherweise zunächst vergrößern.

Bei PVC-Teichfolie können Sie bei der Reparatur im Grunde ganz ähnlich vorgehen wie bei einem Fahrradschlauch. Zunächst muss die Folie mit einem speziellen Reiniger gesäubert werden, im Anschluss tragen Sie den geeigneten PVC-Folienkleber auf und pressen den Reparaturflicken sorgfältig auf – dieser sollte nach Möglichkeit ringsum mindestens 15 Zentimeter größer sein. Sofern sich Bläschen gebildet haben, werden diese mit der Handfläche nach außen hin weggedrückt, falls nicht möglich, nehmen Sie einen Tapetenroller oder auch ein Nudelholz zur Hilfe - vorher sollten Sie sich allerdings erst die Erlaubnis in der Küche einholen.

Sofern sie EPDM Teichfolie verwenden, gehen Sie ähnlich vor wie beim normalen Verkleben der Folie unter Verwendung des speziellen Reinigungsmittels, dem geeigneten Folienkleber sowie dem Schleifschwamm oder dem QuickScrubber - reservieren Sie sich dafür genügend Zeit, damit die Reparatur in Ruhe und so sorgfältig wie möglich durchgeführt werden kann.

Unterwasserkleber für viele Fälle

Geht es darum, einen Defekt in der Teichfolie womöglich an einer ungünstigen Stelle zu reparieren, für die man den Teich komplett entwässern müsste, kann alternativ ein Unterwasserkleber Abhilfe schaffen. Ob sich die Produkte der verschiedenen Hersteller und Anbieter für die Verwendung in einem Teich mit Fischbesatz eignen, können Sie den Sicherheitshinweisen und der Gebrauchsanweisung entnehmen. In der Regel sind die Produkte ungiftig, Fische aber sollten zumindest nicht direkt mit dem Klebstoff in Berührung kommen, was auch für einen selbst gilt, da sich dieser nur schwer wieder ablösen lässt.

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