Welche TV-Geräte kann man auf 3D umrüsten?

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Welche TV-Geräte sind geeignet auf 3D umgerüstet zu werden?

3D ist der neueste Trend in der Unterhaltungselektronik. Dabei gibt es Filme und Sendungen in 3D schon seit mehreren Jahrzehnten. Lediglich die zur Darstellung von 3D verwendete Technik hat sich verändert und wurde von den Herstellern deutlich optimiert. So kennen viele noch die 3D-Bilder in Rot und Blau, die mit einer Plastikbrille mit blauen und roten Gläser betrachtet werden konnten.

Hierbei spricht man vom Farbanaglyph-Verfahren, das die Farben allerdings verfälscht darstellt – eben in Rot und Blau. Diese Variante gibt es auch in anderen Farben, wobei die echte Farbwirkung auch hier verfälscht ist. Besser sind daher die neuen 3D-Verfahren wie Polarisationstechnik und Shutter-Technik, die nicht nur im Kino, sondern auch im Bereich der Heimelektronik zunehmend genutzt werden. Der Haken: Hierfür benötigen Sie einen 3D-fähigen Fernseher, der mit entsprechend hohen Kosten zu Buche schlägt. Vielen stellt sich daher die Frage, ob es nicht möglich ist, auch mit einem 2D-Fernseher 3D-Programme zu sehen? In diesem Ratgeber erfahren Sie, ob und wie man einen normalen Fernseher auf 3D umrüsten kann und welche Vor- und Nachteile dies bringt. Zudem erhalten Sie eine Einführung in derzeit gängige 3D-Techniken.

2D Programme in 3D – das gab es schon einmal

Bereits vor rund 20 Jahren gab es erste Bestrebungen, das normale Fernsehbild in 3D darzustellen. Verwendet wurde hierfür das Farbanaglyph-Verfahren, das ursprünglich mit den beiden Komplementärfarben Rot und Blau erwirkt wurde. Das Prinzip hierbei ist, auf jedes Auge ein unterschiedliches Bild zu projizieren. Das Gehirn setzt die beiden Bilder anschließend zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Dieses Prinzip wird bei allen gängigen Verfahren angewandt; allerdings nutzt man hierfür heute nur noch selten das auf unterschiedlichen Farben basierende Verfahren. Vor 20 Jahren saßen die Konsumenten vor ihrem normalen TV-Gerät und trugen dabei Plastik- oder Pappbrillen mit zwei verschiedenfarbigen Gläsern: eines rot, das andere blau. Das 3D-Erlebnis dabei wirkte eher improvisiert und war weit entfernt von perfekt.

Einen heutigen HD-Fernseher auf 3D umrüsten

Die Umrüstung des Fernsehbildes auf 3D geschah also unabhängig vom Fernsehgerät. Damals nutzte man noch große Röhrenfernseher, während heute in praktisch jedem Haushalt ein moderner Flachbildfernseher steht. Auch mit diesen ist die Umwandlung eines normalen 2D-Bildes in 3D möglich – allerdings noch immer nur mithilfe des Farbanaglyph-Verfahrens und damit mit einer verfälschten Farbwahrnehmung.

Wer Geld sparen möchte, der findet zahlreiche Hardware, die dieses Verfahren bei jedem beliebigen Fernsehgerät anwendet. Erhältlich sind entsprechende Boxen, die zwischen Abspielgerät und Fernseher geschaltet werden, bereits ab unter 100 Euro – Brillen inklusive. Allerdings erhalten Sie hierbei kein wirklich unverfälschtes Bild in den üblichen Farben: Je nach Ausführung stellen diese 3D-Konverter-Boxen das Bild in Rot und Blau oder mit stark entsättigten Farben dar. Hierbei werden die ursprünglichen Farben ersetzt, sodass der 3D-Genuss eher zum Verdruss wird. Doch es gibt bessere Möglichkeiten.

Fernseher mit dem Shutter-Verfahren auf 3D umrüsten

Eine Alternative zum Farbanaglyph-Verfahren ist die sogenannte Shutter-Technik, die auch bei modernen 3D-Fernsehern zum Einsatz kommt. Hierbei wird eine Shutter-Brille verwendet, die elektronisch an das TV-Gerät gekoppelt ist. Um eine 3D-Darstellung zu erwirken, wird das TV-Bild geteilt. Das Prinzip ist wieder dasselbe: Jedes Auge erhält unabhängig voneinander ein anderes, zeitlich versetztes Bild, und das Gehirn setzt hieraus den 3D-Effekt zusammen. Eine Shutter-Brille öffnet hierfür abwechselnd das Glas für das linke und das rechte Auge und lässt so je nur eine Hälfte des Bildes durch.

Möglich ist dies nur bei einer dementsprechend hohen Bildrate von mindestens 100 Hz, da die Bildrate aufgrund der Zweiteilung des Bildes halbiert wird. Bei einem alten 50-Hz-Fernseher würden Sie auf jedem Auge ein Bild mit nur 25 Hz sehen. Je niedriger allerdings die Bildrate, desto mehr flackert die Darstellung. Damit das Fernsehbild synchron mit der Öffnung der Brillengläser der Shutter-Brille funktioniert, müssen beide Geräte gekoppelt werden. Dies ist die zweite Voraussetzung, die bei aktuellen 3D-Fernsehern durch einen integrierten Sender für die Shutter-Brille gegeben ist.

Um ein normales TV-Gerät mit Hilfe des Shutter-Verfahrens in einen 3D-Fernseher zu verwandeln, müssen also zwei Bedingungen erfüllt sein: Das TV-Gerät muss eine Bildrate von mindestens 100 Hz, besser 120 Hz haben, und es wird ein Empfänger zur Synchronisation der Shutter-Brille mit dem TV benötigt. Die meisten aktuellen LCD- und LED-Fernseher haben eine Bildrate von mindestens 100 Hz und eignen sich damit bereits für die Halbierung des Bildes via Shutter-Verfahren. Jedoch wird das Bild nur einfach dargestellt, da die Elektronik zur Aufteilung in zwei unabhängige Bilder für jedes der beiden Augen fehlt. Genau diese Technik muss nachgerüstet werden.

Hierfür bieten einige Hersteller spezielle Hardware. Auch diese wird zwischen Abspielgerät, also Blu-Ray-Player oder Videospielkonsole, und Fernsehgerät geschaltet. Auf dem Weg durch die 3D-Konverter-Box wird das Bild zweigeteilt und so auf das Fernsehgerät gebracht. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein Sender und Empfänger für die Shutter-Brille, der das Öffnen und Schließen der Brillengläser mit dem gesendeten Bild synchronisiert.

Mit einer solchen Konverter-Box können allerdings nur echte 3D-Medien in einem ansprechenden 3D-Bild dargestellt werden. Die Umwandlung von 2D-Filmen in 3D, wie es die oben beschriebene Konverter-Box mit dem Farbanaglyph-Verfahren verspricht, ist hierbei nicht möglich. Allerdings ist dies auch mit guten 3D-Fernsehern nur bedingt möglich und damit kein großer Verlust. Ein Nachteil ist allerdings der hohe Preis einer guten 3D-Konverter-Box, der über 200 Euro liegt. Die Anschaffung lohnt also nur, wenn Sie bereits ein wirklich großes Fernsehgerät haben, das als 3D-TV in vergleichbarer Größe eine enorme Investition wäre.

Nachteile der 3D-Konverter-Box im Vergleich zu einem echten 3D-TV 

Auch bei als 3D-TV konzipierten Fernsehgeräten gibt es das sogenannte Ghosting. Hierbei handelt es sich um einen unerwünschten optischen Effekt, der entsteht, wenn das Öffnen und Schließen der Brillengläser der 3D-Brille nicht synchron mit den Fernsehbildern geschieht. Hierbei wirken vorherige Bilder nach und erscheinen als Geisterbilder, was den Filmgenuss stark trübt. Die Erfahrung mit einer 3D-Konverter-Box auf Basis der Shutter-Technologie zeigt, dass das Ghosting hierbei noch deutlich häufiger vorkommt als bei einem echten 3D-TV – eben weil die Bildrate für die Aufteilung des Bildes in zwei parallele Darstellungen halbiert wird. Es ist also ein qualitativ deutlicher Unterschied zwischen dem Gebrauch eines echten 3D-Fernsehers und der Aufrüstung eines normalen LCD-Fernseher mit einer Konverter-Box erkennbar.

Wer im Besitz eines guten HD-Fernsehers ist und diesen mit einer teuren Konverter-Box auf 3D umrüsten möchte, der wird also Qualitätseinbußen in Kauf nehmen müssen. Nur Besitzer eines wirklich teuren TV-Geräts sollten daher über die zusätzliche Anschaffung dieser Hardware nachdenken. Für alle anderen bietet der Markt ausreichend Alternativen – und zwar in Form ganz normaler 3D-Fernseher, die schon lange nicht mehr viel teurer sind als 2D-Fernseher.

Erst ein echter 3D-Fernseher bietet ein richtiges 3D-Erlebnis

Doch auch bei 3D-Fernsehern haben Kunden eine große Auswahl. Anfangs war dabei vor allem die angesprochene Shutter-Technik verbreitet. Dies lag vornehmlich an Samsung, der als führender Hersteller von TV-Geräten ausschließlich auf diese Technik setzte. Mittlerweile gibt es auch Modelle mit Polarisationstechnik.

Der Unterschied: Während bei der Shutter-Technik eine 3D-Shutter-Brille mit integrierter Elektronik zum Öffnen und Schließen der Brillengläser verwendet wird, reicht bei der Polarisationstechnik eine leichte Plastikbrille. Diese hat zwei statische Brillengläser: Eines lässt nur horizontale Bildbestandteile durch, während das andere für vertikale Bestandteile des Bildes durchlässig ist. Das Bild des TV-Geräts wird von der Elektronik in ein horizontales und ein vertikales Bild aufgeteilt. Auf diese Weise sieht jedes der beiden Augen ein anderes Bild, und das Gehirn kann den 3D-Effekt zusammensetzen. Allerdings hat dies auch einen Nachteil. Denn auch hier muss die Auflösung des Bildes halbiert werden, um es in die zwei für 3D notwendigen Bestandteile aufzuteilen. So wird aus einem Full-HD-3D-TV ein Gerät, das nur halbes Full-HD darstellt. Da die meisten Konsumenten die Unterschiede jedoch kaum erkennen, fällt dieser Nachteil nicht allzu sehr ins Gewicht. Größer wird er, wenn man sich näher an den Bildschirm setzt, da so die fehlende Auflösung weiter in den Fokus rückt.

Viel bedeutender sind hingegen die Vorteile der Polarisationstechnik gegenüber der Shutter-Technik. Dies fängt an bei den Anschaffungskosten der Brille, die bei Polarisationsbrillen lediglich wenige Euro betragen. Eine Shutter-Brille kostet hingegen zwischen 50 und 100 Euro. Wer also gerne mit Freunden zusammen 3D-TV genießen möchte, der muss bei der Shutter-Technik tief in die Tasche greifen. Zudem entfällt bei Polarisationsbrillen das Ghosting. Der bedeutendste Nachteil hinsichtlich der Bildqualität ergibt sich allerdings aus der Helligkeit: Da bei Shutter-Brillen immer eines der beiden Gläser geschlossen ist, wirkt das Bild deutlich dunkler. Viele Konsumenten nehmen dies als sehr störend wahr und sind daher froh über die Alternative in Form von 3D-Polarisationsfernsehern.

Fazit: Lohnt sich die Umrüstung eines normalen Fernsehers auf 3D?

Die Umrüstung eines normalen LCD- oder LED-Fernsehers auf 3D mittels einer Konverter-Box ist eine zusätzliche Investition, die sich kaum lohnt. Denn echte 3D-Fernseher sind bereits für unter 500 Euro zu haben und bieten dafür ein weitaus besseres Bild. Bei den Fernsehern selbst haben Kunden die Wahl zwischen Modellen, die die Shutter-Technik nutzen, und solchen, die mit Polarisationsbrillen arbeiten. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und haben sich preislich angeglichen. Wer 3D-TV ganz ohne Brille genießen möchte, der muss sich noch ein wenig gedulden. Die ersten Geräte hierfür gibt es schon – allerdings ist die Technik noch nicht ganz ausgereift.

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