Welche Strategie führt beim Taktikspiel Risiko sicher zum Ziel?

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Welche Strategie führt beim Taktikspiel Risiko sicher zum Ziel?

Strategiespiele gehören heutzutage zu den beliebtesten Brettspielen. Ob „Kingdom Builder", „Dominion" oder „Thurn und Taxis" - auf der Liste der Spiele des Jahres finden sich auffallend viele Brettspiele, bei denen nur die richtige Strategie zum Sieg führt.

Der unumstrittene König in dieser Disziplin ist bis heute „Risiko". Bereits 1957 kam der Spiele-Klassiker, der vom französischen Regisseur Albert Lamorisse entwickelt wurde, erstmals auf den Markt. Die große Popularität des Brettspiels lässt sich auch daran erkennen, dass immer wieder neue Versionen des Spiels erscheinen und es eine Vielzahl von mit „Risiko" verwandten Spielen gibt. So sind  unter anderem Versionen zu finden, die dem originalen Konzept folgen, sich inhaltlich aber Herr der Ringe oder Star Wars widmen.

So beliebt das Spiel bis heute ist, so einfach sind auch dessen Grundregeln. Das Spielbrett zeigt eine Weltkarte, auf der mit Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien sechs Kontinente eingezeichnet sind. Diese unterteilen sich wieder in einzelne Staaten, welche teils nach real existierenden Staaten, teils nach Regionen benannt sind.

In der Original-Version von „Risiko", die auch Mittelpunkt dieses Ratgebers ist, war das Ziel des Spiels stets, alle Kontinente zu erobern und die Armeen der Mitspieler auf Null zu dezimieren. Bei den neueren Versionen ist es auch möglich, das Erreichen von vor Spielbeginn zugewiesenen Missionen als Ziel auszugeben. Diese Möglichkeit wurde geschaffen, um die Spieldauer bei größeren Runden zu reduzieren. Allerdings ist trotzdem die originale Spielweise die deutlich beliebtere. Unabhängig davon, welche Version Sie wählen: Das Ziel bleibt stets die Eroberung von Gebieten. Hierzu stellt Ihnen dieser Ratgeber gefinkelte Strategien vor und gibt Ihnen Tipps, wie Sie schnell an Ihr Ziel kommen.

Das Wichtigste zuerst: Suchen Sie sich einen Heimatkontinent und sichern Sie ihn

Besonders im weiteren Verlauf des Spiels, wenn die eigene Armee vielleicht schon reduziert ist, kann ein Kontinent, der fest in eigener Hand ist, Gold wert sein. Das muss kein großer Kontinent sein, im Gegenteil: Besonders die kleineren Kontinente wie Südamerika oder Australien eignen sich sehr gut hierfür. Einerseits sind die beiden Kontinente nur über maximal zwei Wege angreifbar, wodurch sich Mehr-Fronten-Kriege verhindern lassen. Andererseits rücken sie oft weniger häufig in den Fokus Ihrer Mitspieler.

So kann es sinnvoll sein, wenn ein Mitspieler gerade zu einem Siegeszug ansetzt und einzelne Schlachten gegen Ihre Einheiten gewinnt, sich auf den Heimatkontinent zurückzuziehen und sich erstmal für einige Runden abwartend zu verhalten. Verfügt man nämlich auf kleinem Gebiet über viele Einheiten, schreckt man potenzielle Angreifer ab. Häufig führt das dazu, dass sich Ihre Mitspieler in Schlachten auf den größeren Kontinenten gegenseitig schwächen, während Sie Ihrer Armee eine Verschnaufpause gönnen und sich Ihre weiteren Pläne überlegen können.

Sollten Sie bei der Verteilung der Länder zu Beginn des Spiels das Pech haben, hauptsächlich Länder in Asien und Europa zugewiesen zu bekommen, sollte die Eroberung eines der kleineren Kontinente Ihr erstes Ziel sein. Diesen Kontinent auch unter allen Umständen erhalten zu können, sollte während der gesamten Spieldauer auch Ihre oberste Priorität sein. Dafür empfiehlt es sich bei manchen Kontinenten, einen vorgeschobenen Schutzwall zu errichten. Ist etwa Australien Ihr Heimatkontinent, den Sie abriegeln wollen, so sollten Sie sich darum bemühen, auch die vorgelagerte Insel Siam unter Ihrer Kontrolle zu haben. Dort können Sie eine erste Verteidigungslinie errichten und auf australischem Boden dann Ihre zweite.

Keine überstürzten Angriffe wagen: Die Defensive gewinnt Spiele

Ein häufiger Fehler bei „Risiko" ist es, zu forsch in die Offensive zu gehen. Wichtiger ist es zunächst, die eigenen und strategisch wichtigen Gebiete so weit durch Verstärkung der Einheiten zu sichern, dass sie auch großangelegten Angriffen standhalten könnten. Eroberungen sind meist nur dann sinnvoll, wenn man in absehbarer Zeit die Möglichkeit hat, den ganzen Kontinent einzunehmen oder natürlich um einen Gegner an einem wichtigen Punkt zu schwächen.

Ist beides nicht der Fall, sollte man seine Einheiten vorerst auf dem Heimatkontinent konzentrieren und diesen dadurch sichern. Gegen Angriffe früh im Spiel spricht auch eine weitere Besonderheit des Spiels. Für wirklich vernünftige Eroberungen ist Ihre Armee zu Beginn des Spiels noch zu klein. Sie muss erst wachsen. Warten Sie also ab, bis Sie über eine Armee in ausreichender Truppenstärke verfügen. Auch wenn die meisten Länder bereits besetzt sind: Ihre Geduld wird sich auszahlen und Sie können aufgrund Ihrer schlagkräftigen Armee die dünn besetzten Länder in Windeseile erobern. Merksatz: Ein großer Angriff ist zielführender als viele kleine Angriffe mit geringer Truppenstärke.

Behalten Sie Ihre Nachbarn genau im Auge

Nicht nur den Aktionen Ihrer Mitspieler sollten Sie höchste Aufmerksamkeit schenken, sondern auch Ihre geografischen Nachbarn sollten von Ihnen keinesfalls aus den Augen gelassen werden. Meistens lässt sich schon früh erahnen, ob der Nachbar einen baldigen Angriff plant. Sichert er die Grenzregion auf seiner Seite nur mit mittlerer Stärke, so geht aktuell keine große Gefahr von ihm aus. Zieht er dort aber Truppen zusammen, sollten Sie sich schleunigst auch um die Aufrüstung der eigenen Truppen bemühen. Lässt er die Grenzkontrolle gar zu locker, sollten Sie sich überlegen, ob vielleicht die Zeit für einen Angriff von Ihrer Seite gekommen ist.

Suchen Sie den vorübergehenden Frieden. Aber: Vertrauen Sie keinem!

In solchen Konstellationen wie eben angesprochen, aber auch mit anderen Mitspielern, kann es sich manchmal auszahlen, einen vorübergehenden Friedenspakt mit einer anderen Armee zu schließen. Solche Vereinbarungen ermöglichen es Ihnen, Einheiten, die Sie sonst zur Grenzsicherung benötigen würden, in den Kampfeinsatz mit Dritten schicken zu können. Eben diese Einheiten können oft das Tüpfelchen auf dem i darstellen.

Aber Vorsicht: Denken Sie nicht, dass auf solche Pakte blinder Verlass ist. Lassen Sie Ihre Verbündeten außer Augen, kann rasch eine böse Überraschung folgen. Insofern behalten Sie einen Leitsatz im Hinterkopf: Lieber selbst einen Pakt brechen, als durch einen gebrochenen Pakt das Spiel verlieren. Es ist schließlich nur ein Spiel und Ihre Freunde werden Ihnen ein hinterlistiges Manöver gewiss verzeihen.

Seien Sie nicht zu rücksichtsvoll

Häufig ergibt sich die Situation, dass sich ein Mitspieler mit all seinen Einheiten in sein einziges verbliebenes Land zurückzieht, um wenigstens dieses Gebiet erhalten zu können. Hier kommt es oft zu dem Effekt, dass der im Angriff befindliche Spieler, dessen Armee überlegen ist, nicht den letzten Schritt setzt, damit nicht ein Spieler seine gesamte Armee verliert und von da an zusehen muss. Diese Entscheidungen sind besonders gefährlich. Man weiß nie, welche Karten der in die Ecke getriebene Spieler noch bei sich hat und gegen wie viele Armee-Einheiten er sie eintauschen kann.

So kann es passieren, dass Sie sich auf eine andere Armee konzentrieren und die Ein-Land-Armee in aller Stille wieder eine enorme Angriffsstärke aufbaut. Wenn es also Ihr Ziel ist, das Spiel zu gewinnen, sollten Sie nicht zögern, auch die letzten verbliebenen Einheiten eines Mitspielers aus dem Spiel zu werfen. An dieser Stelle ein Hinweis: Sollten bereits viele der Armee-Figuren aus Ihrem „Risiko"-Brettspiel verloren gegangen sein, so können Sie diese nachkaufen. 

Lassen Sie die anderen Armeen nicht zu groß werden

All das, was Sie bei Ihrer eigenen Armee beachten sollten, sollten Sie im Idealfall bei Ihren Mitspielern verhindern. So kann es, gerade wenn man selbst über eine große Armee verfügt, sinnvoll sein, benachbarte Truppen immer wieder durch kleinere Angriffe zu beschäftigen. Dazu sollte man nicht mehr als einen oder zwei Angreifer abstellen und eben nur, wenn diese eventuellen Verluste leicht verkraftbar wären.

Im Idealfall halten Sie den Gegner davon ab, seine Truppen immer weiter zu vergrößern. Denn wenn ein Rivale seine Armee in direkter Nachbarschaft zu Ihrer vergrößert, dann steht ein Angriff wohl in absehbarer Zeit bevor. Bei großem Würfelglück können Sie ihn damit sogar erheblich schwächen. Aber Achtung: Gehen Sie dabei nicht zu viel Risiko ein. Apropos Würfel: Fünf Würfel in zwei verschiedenen Farben werden für die Angriffe bei „Risiko" benötigt. Sollte einer davon mal verloren gehen - auch diese Würfel und andere Ersatzteile kann man nachkaufen.

All diese Tipps können bei allen Versionen von „Risiko" wertvoll sein. Bei neueren Versionen kommen auch Regeländerungen zur Anwendung. So gibt es in der Deluxe-Version Hauptstädte, die elementar sind, kann man doch ohne sie das Spiel nicht gewinnen. Was dabei zu beachten ist, wird im folgenden Kapitel beschrieben.

Das Wichtigste bei neueren „Risiko"-Versionen: die Hauptstädte

Bei der neuen Version von „Risiko", „Risiko Deluxe" gibt es zusätzlich zu den bisherigen Funktionen auch Hauptstädte, über die jede Armee verfügt, sowie Missionen. Alles was hier bisher über Heimatkontinente zu lesen war, kann bei „Risiko Deluxe" auf die Hauptstädte ausgeweitet werden. Besitzen Sie diese nicht, können Sie das Spiel auch dann nicht gewinnen, wenn Ihre Armee rund um die Welt vorherrscht. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre stärksten Defensiv-Verbunde rund um Ihre Hauptstadt platzieren.

Im Gegenzug gilt: Nutzen Sie jede Chance, die Hauptstadt Ihrer Mitspieler zu erobern. Auch wenn Sie diese dann vielleicht nicht dauerhaft halten können, so bringen Sie zumindest die Pläne Ihres Rivalen ordentlich durcheinander. Vergessen Sie bei dieser „Risiko"-Version auch einen weiteren wichtigen Punkt nie: Länder mit Städten sind wichtiger als die ohne Städte.

Die Missionen verändern die Ausrichtung Ihrer Spielanlage

Haben Sie und Ihre Mitspieler sich entschieden, als Ziel nicht die Weltherrschaft auszugeben, sondern das Erreichen der individuellen Missionen, so gehen diese natürlich in Ihren Planungen vor. Haben Sie beispielsweise aus strategischen Gründen Asien eingenommen, gehört dies aber nicht zu Ihren Missionen, so sollten Sie nicht allzu viel Ressourcen darauf verwenden, den Kontinent auch zu halten. Und wenn Sie die Möglichkeit haben, eine Hauptstadt mit Flugplatz einzunehmen, so sollten Sie keinesfalls zögern. Viele Missionen sind nur durch die Kontrolle über Flugplätze zu erfüllen. So erschweren Sie Ihren Gegnern möglicherweise deren Missionen beträchtlich.

Der Klügere wartet ab

Auch wenn die Strategie, um bei „Risiko" zu siegen, komplex ist, lässt sich doch eine grundlegende Bewegung empfehlen: Klein einsteigen, die eigene Armee aufbauen, und erstmal seine Nachbarn beobachten, denn deren Truppenstärke darf nicht zu groß werden. Verwechseln Sie hierbei nicht Krieg mit Freundschaft. Wenn Ihre Armee stark genug ist, um die anderen zu besiegen, können Sie nach den großen Zielen greifen.

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