Welche Sat-Antennen kann ich ohne einen Handwerker installieren?

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Welche Sat-Antennen kann ich ohne einen Handwerker installieren?

Mit einem Marktanteil von weit über 45 Prozent gehört das Satelliten-Fernsehen neben dem Kabelanschluss zu den wichtigen Versorgungsmöglichkeiten für Fernsehen. Wählen kann man hier zwischen einer große Anzahl an Sendern, die sich aufgliedern in frei empfangbare sowie in Bezahlsender, für die ein zumeist monatlicher Beitrag fällig wird. Der in Deutschland und vielen Nachbarländern wohl bekannteste Pay-TV-Sender ist Sky, zuvor bekannt als Premiere.

Bei der Neuanschaffung einer Sat-Anlage stellt sich natürlich häufig die Frage, ob man sich die Installation selbst zutraut oder die Kosten für einen Handwerker oder Elektriker einplant. Die Antwort hängt zum einen davon ab, ob Sie es sich selbst zutrauen und das handwerkliche Geschick mitbringen, zum anderen, an welchem Ort die Satelliten-Schüssel montiert werden soll, soweit Sie sich für diese Bauart entschieden haben. Im Nachfolgenden finden Sie einige Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Beantwortung der Frage helfen können, welche Sat-Antennen Sie ohne Handwerker installieren können.

Sat-Antennen und die Sicherheit

Eines vorab: Die Montage einer Sat-Antenne auf dem Hausdach zum Beispiel für eine Gemeinschaftsanlage sollte vor allem aus zwei Gründen einem geübten und zuverlässigen Handwerker überlassen werden. Bei einem Giebeldach etwa spielt die eigene Sicherheit eine übergeordnete Rolle, da ohne fachmännische Sicherung eine erhöhte Absturzgefahr besteht. Der zweite Grund liegt im Versicherungsschutz: Werden bei der Montage Blitzschutz und Potenzialausgleich nicht ordnungsgemäß und damit den gängigen Normen entsprechend integriert, kann es durchaus passieren, dass die eigene Versicherung nach einer Prüfung die Zahlung der durch einen Blitzeinschlag entstandene Schäden verweigert. Bei dem Potenzialausgleich geht es – der Vollständigkeit halber erklärt – um den inneren Blitzschutz: Durch diesen sollen Netzspannungen vermieden werden, ebenso wie zündgefährliche Überschläge und Ableitströme.

Geht es um einen Neubau, ist es zudem empfehlenswert, die gewünschte Sat-Anlage in das Gesamtkonzept für den Blitzschutz und den Überspannungsschutz zu integrieren, sodass Sie hier auf der sicheren Seite sind, auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz geben kann.

Etwas weniger kompliziert gestaltet sich die Montage an der Hausfassade, sofern einige wichtige Punkte berücksichtigt werden: Zu den nicht erdungspflichtigen Schutzzonen zählen dabei Bereiche, die mehr als zwei Meter unterhalb der Dachrinne liegen, zudem sollte der Abstand der Anlage zur Hauswand nicht mehr als 1,5 Meter betragen.

Die in diesem Abschnitt aufgeführten Punkte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie dienen hauptsächlich dazu, Sie für diese Thematik zu sensibilisieren, sofern Sie die Installation selbst übernehmen möchten.

Wenn die Sat-Antenne zum Streitobjekt wird

Sat-Anlagen sind oftmals ein Streitpunkt zwischen Hausbesitzern und Mietern oder zwischen den einzelnen Parteien einer Hausgemeinschaft. Dies ist zwar ärgerlich, aber durchaus verständlich, da Sat-Schüsseln nicht wirklich zur Verschönerung der Hausfassaden beitragen. Geht es also um eine Erstinstallation, kann die Kommunikation mit den Nachbarn im Vorfeld durchaus hilfreich sein.

Eventuell finden sich in diesem Zusammenhang Lösungen, die für alle beteiligten Parteien tragbar sind, dabei kommen verschiedene Optionen in Betracht: Moderne Offset-Sat-Anlagen zum Beispiel können aufgrund ihrer Bauart so auf dem Balkon angebracht werden, dass sie von außerhalb kaum noch sichtbar sind. Häufig werden auch Sat-Flachantennen als weniger störend empfunden – wobei sich auch hier natürlich die Geister scheiden. Mehr Informationen zu den verschiedenen Bauarten werden in einem nachfolgenden Abschnitt geboten.

Sat-Antennen im Außenbereich an der Fassade montieren

Um eine Sat-Antenne im Außenbereich etwa auf einem Balkon oder auf einer Terrasse zu montieren, sollten Sie zuvor die wichtigsten Voraussetzungen prüfen. Die Ausrichtung: Eine erste gute Orientierung bietet der Blick auf Nachbarbalkone. Sind hier bereits Anlagen installiert, können Sie zunächst einmal davon ausgehen, dass diese bei Ihnen ebenfalls besteht. Nachfolgend wird davon ausgegangen, dass die Ausrichtung primär an den gängigen Satelliten von Astra und/oder Eutelsat mit dem Hotbird geplant ist.

Bei der Installation muss eine freie Sicht Richtung Süden bzw. Südosten gegeben sein, da ansonsten kein oder nicht ausreichender Empfang von Signalen möglich ist – für diesen Fall müssen Sie sich über mögliche Alternativen wie etwa einen Kabelanschluss informieren. Ebenfalls sollten Sie mögliche Hindernisse wie etwa Bäume berücksichtigen. Eine Faustregel besagt dabei: Ist die Entfernung zum Hindernis von der Sat-Anlage aus doppelt so groß wie dessen Höhe, gibt es keine Qualitätseinbußen beim Empfang.

Die Anbringung der Wandhalterung für die Sat-Antenne an der Außenfassade gehört, salopp gesagt, noch zu den leichteren Übungen. Passende Schrauben und Dübel sind zumeist im Lieferumfang enthalten, was noch benötigt wird, ist eine Schlagbohrmaschine mit dem passenden Bohraufsatz sowie eine Wasserwaage, um die Wandhalterung gerade anzubringen. Vorab sollte noch geprüft und sichergestellt werden, dass sich an der gewünschten Stelle nicht bereits Unterputz-Kabel befinden, die beschädigt werden könnten.

Die Montage an der Hausfassade im Balkonbereich bringt noch einige weitere Vorteile mit sich: Zumeist ist der Platz besser vor Wetterwidrigkeiten wie Regen oder Schnee geschützt, zudem können Sie leichter Reparaturarbeiten durchführen oder bei Bedarf die Parabolantenne jederzeit nachjustieren.

Weitere Montagemöglichkeiten

Sofern bei Ihnen gegeben, können Sie auch die Montage der Sat-Antenne im Gartenbereich in Betracht ziehen, sodass diese im Gegensatz zur Anbringung an der Hausfassade wesentlich unauffälliger positionierbar ist oder zumindest als weniger störend empfunden wird. Ob die Sat-Antenne etwas erhöht an einem Mast angebracht werden muss oder in Bodennähe aufgestellt werden kann, hängt maßgeblich davon ab, ob sich Hindernisse in südöstlicher Richtung befinden. Mit verschiedenem Zubehör wie etwa wellendurchlässigen Folien oder Stoffen können Sie die Antenne noch zusätzlich dekorieren – oder besser gesagt: tarnen.

Die Sat-Antenne ausrichten

Das Ausrichten der Sat-Antennen klingt zunächst nach einer eigenen Wissenschaft für sich, wenn man sich jedoch näher mit der Thematik beschäftigt, verliert diese Aufgabe schnell an Schrecken:

Im ersten Schritt geht es darum, sich für einen Satelliten zu entscheiden, nach dem die Anlage ausgerichtet werden soll. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sind SES Astra und Eutelsat die wichtigsten Betreiber für Deutschland und angrenzende Nachbarländer, nachfolgend eine kleine Liste mit entsprechenden Satelliten:

  • Astra 1 - Serie: 19,2° Ost
  • Astra 2 - Serie: 28,2° Ost
  • Hotbird - Serie: 13° Ost

Die Ausleuchtzone der Satelliten in den genannten Positionen konzentriert sich im Wesentlichen auf Europa. Es gibt natürlich noch viele weitere Satelliten wie etwa jene von Türksat auf 42° Ost oder Sirius auf 5° Ost, um zwei weitere Beispiele zu benennen. Beim exakten Ausrichten werden Sie zudem noch mit zwei weiteren Fachtermini konfrontiert:

Der Azimut steht für die horizontale Ausrichtung der Sat-Schüssel – und zwar in Abhängigkeit zum Längengrad des eigenen Wohnortes. Wie sich dies in Zahlen auswirkt, zeigt folgendes Beispiel: In Aachen liegt der Azimut bei 163.28° Grad, in Zwickau dagegen müssen Sie diesen auf 175,51° Grad einstellen.

Über die Elevation wird der Winkel zwischen Erde und Satellit bestimmt, in diesem Fall in Abhängigkeit zum Breitengrad des eigenen Wohnortes. Um beim vorhergehenden Beispiel zu bleiben, läge der korrekte Winkel in Aachen bei 30,54° Grad und in Zwickau bei 31,82° Grad.

Ausführliche Angaben zu verschiedenen Städten und den in diesen notwendigen Einstellungen finden Sie im Normalfall in der Bedienungsanleitung oder Sie suchen im Internet danach.

Um diese Feineinstellung durchzuführen, muss die Anlage an einen dititalen Sat-Receiver (DVB-S) sowie einen entsprechenden Fernseher angeschlossen sein – viele Flachbildfernseher verfügen intern bereits über einen entsprechenden Tuner, sodass im Prinzip kein externer Receiver notwendig ist. Die Verkabelung kann zunächst auch provisorischer Natur sein, denn: besteht während der Feinausrichtung kein Sichtkontakt zum Ausgabemonitor, muss eine zweite Person die Arbeit unterstützen und Informationen über die Empfangsqualität der Signale an Sie weitergeben. Eine weitere Option stellen sogenannte Satfinder dar, die ohne Verkabelung der oben genannten Hardware bei der Einstellung hilfreich sind.

Ist die dauerhafte Verkabelung zwischen Sat-Anlage, Receiver und Fernseher mit geeigneten Koaxialkabeln ebenfalls fertiggestellt, kann der automatische Sendersuchlauf im Receiver oder Tuner gestartet werden. Dies ist die grobe Vorgehensweise für eine Anlage für einen einzelnen Teilnehmer.

Bauarten der Sat-Antennen

In Bezug auf die Bauarten der Sat-Antennen gibt es im Grunde drei Hauptkategorien:

  • Sat-Schüsseln (in runder Form)
  • Sat-Schüsseln (Offset in ovaler Form)
  • Sat-Flachantennen

Die Anforderungen in Bezug auf die Selbstmontage unterscheiden sich zum Teil, jedoch müssen diese wie beschrieben immer auf den gewünschten Satelliten ausgerichtet werden. Die Besonderheit bei den Offset-Sat-Antennen ist, dass Feedarm und LNB (Low Noise Block) nicht in den Empfangsbereich hineinragen und daher keine Schatten werfen, die zu Qualitätsverlusten beim Empfang führen können, die Bauweise erlaubt zudem eine nahezu senkrechte Installation, was im Winter die Schneeablagerung in der Schüssel selbst vermindert.

Etwas umfangreicher wird das gesamte Unterfangen in Bezug auf die Verkabelung, sofern Sie eine Sat-Anlage für mehrere Teilnehmer im Haus installieren möchten – beim Kauf sollten Sie auf die entsprechenden LNBs achten, die es aktuell für zwei bis acht Teilnehmer gibt.

Kabellos: die spezielle Lösung

Eine interessante Alternative zu eigens verkabelten Sat-Anlagen bietet die PowerLAN-Technologie, bei der das im Gebäude vorhandene Stromnetz zur Übertragung der Daten dient, sodass für den Anschluss von Receiver und Fernseher schlicht die Steckdose genügt und keine Koaxialkabel mehr verlegt werden müssen. Eine Lösung dafür bietet derzeit etwa die Firma Devolo an: Die im Lieferumfang enthaltene Empfangsbox wird mit der Sat-Anlage sowie mit einer Steckdose verbunden – Sat-TV steht dann in der gesamten Wohnung oder im kompletten Haus zur Verfügung.

Fazit

Viele Sat-Antennen lassen sich ohne Hilfe von Handwerkern selbst installieren, sofern Sie bereit sind, sich das notwendige Hintergrundwissen anzueignen und dafür Zeit sowie Geduld mitbringen – dazu gehört nicht nur, die beiliegende Bedienungsanleitung sorgfältig durchzulesen.

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