Welche Leuchtmittel gibt es und worin unterscheiden sie sich?

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Darauf sollten Sie beim Kauf von Leuchtmitteln achten

 

Die Glühbirne ist ein höchst umstrittenes Produkt. Jahrelang leuchtete sie in allen Haushalten. Seit 2008 hat die zuständige EU-Kommission ein stufenweises Verbot der Lampen ausgesprochen. Die letzte Stufe trat am 1. September 2012 in Kraft. Ausschlaggebend für das Verbot ist vor allem der große Ausstoß an CO². Eine Glühbirne nutzt nur 20 Prozent der von ihr produzierten Energie. Die restlichen 80 Prozent des Methangases belasten die Umwelt. Da die Glühbirne lange das einzige Leuchtmittel war, entstand eine enorme Umweltbelastung. Inzwischen sind energiesparende Lampen ihren Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reichen die Gebrauchswerte der umweltfreundlichen Leuchtmittel an die der Glühbirne heran. Dabei haben sie eine wesentlich längere Lebensdauer.

Bei der Neugestaltung einer Wohnung oder dem Umstieg von Glühbirnen sollte man sich mit den Eigenarten verschiedener Leuchtmittel befassen. Wer sich für den Kauf von Energiesparlampen interessiert, stolpert über eine Vielzahl verschiedener Modelle. Diese Vielfalt ermöglicht ein bedarfsgerechtes Ausleuchten der eigenen vier Wände. Dabei sollte berücksichtigt werden, welcher Einsatzort für die Lampe vorgesehen ist. Lampen, die im Außenbereich angebracht werden, müssen resistent gegen Kälte sein. Eine Birne für die Treppenhausbeleuchtung sollte schnell hell werden. Größe des Zimmers, Einsatzort und -zweck sind wichtige Faktoren, die Sie beim Kauf beachten sollten. Die angebotenen Modelle unterscheiden sich hinsichtlich der Lichtwerte und -intensität, der Farbe des Lichts, der Leuchtdauer und Reichweite.

Lumen: Umrechnungsfaktor 10

Wer sich die Verpackung einer energiesparenden Lampe vornimmt, wird eine neue Maßeinheit entdecken, mit der die Helligkeit bezeichnet wird: Lumen, die lateinische Übersetzung von „Licht“. Sie berücksichtigt die Empfindlichkeit des Auges und somit die tatsächliche Wahrnehmung des Lichts – sie sagt also etwas über das “gefühlte Licht” aus. Zur Umrechnung von Watt auf Lumen dient der Umrechnungsfaktor 10. So entsprechen 60 Watt einer Glühbirne einem Wert von 600 Lumen einer Energiesparlampe. Die zum Teil verwendete Größe Lumen pro Watt gibt die Lichtausbeute der jeweiligen Lichtquelle an. Die Watt-Angaben geraten immer mehr in den Hintergrund. Ursache ist der geringe Stromverbrauch der Sparlampen. Mit lediglich einem Fünftel der Strommenge sorgen sie für eine ähnliche Strommenge wie Glühlampen.

Der Quecksilbergehalt sinkt

Vielfach ist in den Medien von einem erhöhten Quecksilbergehalt der Energiesparlampen die Rede. Die Ängste bezüglich des gesundheitsschädlichen Schwermetalls sind in der Bevölkerung sehr groß. Dabei ist diese Angst kaum nachvollziehbar. Die einzigen Lampen, die überhaupt geringe Mengen an Quecksilber enthalten, sind Kompaktleuchtstofflampen. Allerdings bewegen sich die Zahlen im Bereich von wenigen Milligramm. LEDs (Light Emitting Diodes – Licht emittierende Dioden) und Halogenlampen sind völlig frei von dem belastenden Metall. Die Bereitschaft, auf andere Stoffe – in diesem Fall feste Amalgam-Verbindungen – umzusteigen, ist bei den Herstellern groß. Das hat für den Verbraucher vor allem bei einem Bruch der Lampe Vorteile: Das feste Amalgam kann im Gegensatz zum flüssigen Quecksilber problemlos als Sondermüll oder im Recyclinghof entsorgt werden. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme sind zusätzliche Hüllenkolben mit Splitterschutz, die ein Austreten des Stoffes verhindern sollen. So brauchen auch Eltern keine Angst mehr zu haben, die Lampen im Kinderzimmer einzusetzen.

Gemäß den unterschiedlichen Anforderungen haben Sie die Wahl zwischen folgenden Modellen:

LED (Light Emitting Diodes)

Grundlage der LED-Technologie sind Halbleiterverbindungen, die Energie direkt in Licht umwandeln. In den Anfängen erbrachten LEDs nur eine sehr geringe Lichtausbeute. Durch voranschreitende Forschung gelten sie mittlerweile als voll funktionsfähiger Ersatz der 60-Watt-Glühbirnen. Auch in puncto Helligkeit stehen sie Glühlampen in nichts nach. Wesentlich zur Verbreitung trug die Änderung der Fassung bei. LED-Birnen sehen heutzutage aus wie die beliebten alten Modelle. Mit diesem Trick konnten Hersteller von Leuchtmitteln viele Kunden für energiesparende Modelle begeistern. Mit einer Brenndauer bis zu ca. 15.000 Stunden erweisen sich die Leuchten als zuverlässige Partner.

Vergleicht man die Lichtfarbe mit der einer Glühbirne, so wird nahezu das gleiche Ergebnis erzielt. Die Vorteile der LED-Technologie auf einen Blick:

  • umweltfreundlich
  • Ersatz der 60-Watt-Glühbirnen
  • große Helligkeit möglich
  • erzielt gute Werte im Handling
  • gleiche Fassung wie Glühbirne
  • Brenndauer bis 15.000 Stunden
  • frei von giftigen Stoffen
  • günstig

Durch ihre hohe Effizienz liegt sie auch hinsichtlich des Stromverbrauchs vorne. Mit einer LED-Lampe lassen sich bis zu 80 Prozent der Stromkosten sparen. Nachteile haben LEDs nicht. Die oftmals bei energiesparenden Lampen ins Feld geführten erhöhten Quecksilberwerte sind hier nicht relevant. Der giftige Stoff wird nicht verbaut.

2. Kompaktleuchtstofflampen

Ein anderer Name für Energiesparlampen ist „ESL“ oder Kompaktleuchtstofflampen, da sie von der Funktionsweise und dem Aufbau Leuchtstoffröhren gleichen. Allerdings fehlt deren typische Form. ESLs besitzen durchaus die Größe einer normalen Glühlampe, allerdings mit gebogener Glasröhre.

Das in der Leuchtstofflampe erzeugte Licht ist für den Menschen nicht sichtbar. Durch eine Beschichtung aus einer Phosphor-Verbindung an der Außenwand der Glasröhre wird die dort erzeugte UV-Energie in Form von sichtbarem Licht abgegeben.

Auch diese Energiesparlampen punkten durch einen niedrigen Stromverbrauch. Dabei haben sie eine lange Lebensdauer.Kompaktleuchtstofflampen punkten mit folgenden Vorteilen:

  • umweltfreundlich
  • geringer Stromverbrauch
  • verbrauchen nur ein Fünftel der Energie einer Glühlampe
  • Leuchtdauer zwischen 5.000 und 15.000 Stunden
  • günstig

Vielfach wird die fehlende Dimmbarkeit als nachteilhaft empfunden. Neuere Modelle besitzen allerdings bereits ein Vorschaltgerät, mit dem sich die Helligkeit regeln lässt. Da Kompaktleuchtstofflampenrecht lange benötigen, um ihre volle Leuchtkraft zu entwickeln, sind sie nicht für jeden Raum geeignet. Weiterentwicklungen gibt es auch hinsichtlich des Lichtspektrums. Auch die Farbwiedergabe hat sich verbessert, sodass bereits die Farbtemperatur von Warmtonleuchtstofflampen mit dem Licht der Glühlampen vergleichbar ist.

Nachteile der Kompaktleuchtstofflampen auf einen Blick:

  • fehlende Dimmbarkeit
  • benötigen lange, um die volle Leuchtkraft zu entwickeln
  • enthalten in geringe Dosen flüssiges Quecksilber oder festes Amalgam

3. Halogenlampe

Eine Halogenlampe besitzt in etwa die doppelte Nutzungsdauer und Lichtausbeute einer Glühlampe. Die Werte reichen jedoch nicht an die einer herkömmlichen Energiesparlampe heran. Halogenlampen arbeiten auf Basis eines Halogens, mit dem die kompakten Glühlampen gefüllt sind, und werden als Netzspannungs- und Niederspannungsmodelle im Handel vertrieben. Der Unterschied zwischen beiden Systemen liegt im Handling. Die Netzspannungshalogenlampe wird mit 230 Volt betrieben. Einige Typen verfügen über herkömmliche Fassungen. Die Niedervolthalogenlampe arbeitet mit einem Transformator, der die 230 Volt Netzspannung auf 24 oder 12 Volt senkt.

Vorteile der Halogenlampen auf einen Blick:

  • umweltfreundlich
  • 2.000 Betriebsstunden
  • doppelt so hohe Lichtausbeute wie herkömmliche Glühlampen
  • punktgenaue Bestrahlung
  • als Niedervolthalogenlampen besonders langlebig
  • günstig

Wahre Energiesparwunder sind Niedervolthalogenlampen mit Infrarotbeschichtung. Die effizienten Lampen haben mit ca. 4.000 Betriebsstunden eine wesentlich höhere Lebensdauer. Durch ihre positiven Eigenschaften senken sie den Stromverbrauch und Kosten.

Neues Energielabel in Sicht

Die Vergabe von Energieeffizienslabels erfolgt durch die zuständige EU-Kommission. Das Label besagt, dass die Energieeffizienzklasse A einen recht niedrigen Verbrauch hat. Aufgeteilt in Stufen von A bis G wurde es bisher nur für die Einstufung von Haushaltslampen mit ungerichtetem Licht genutzt. Nicht kennzeichnungspflichtig sind Lampen mit einem gerichteten Licht wie Reflektorlampen. Die neue Einstufung wird ab dem 1. September 2013 gelten. Sie wird Leuchtkörper, die ungerichtetes und gerichtetes Licht erzeugen, einschließen.

Umweltschonender Ersatz für die Glühlampe

Der Diskussionsbedarf hinsichtlich des Quecksilbers in Sparlampen reißt nicht ab. Das ist insbesondere verständlich, als dass es sich um ein Nervengift handelt, das eigentlich im Haushalt nichts zu suchen hat. Herkömmliche Energiesparlampen benötigen es, um ihre Funktion zu gewährleisten. Aber die Entwicklung der Leuchtmittelhersteller macht Mut: Die Verwendung des festen Amalgams in Leuchten ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Hinsichtlich der bestehenden Bedenken kann man davon ausgehen, dass weitere Forschungen zu einer Optimierung der Situation führen werden. Das eigentliche Problem jedoch ist die Un(ver)mittelbarkeit der Gefahr. Die Belastung der Umwelt durch Glühlampen ist seitens des Verbrauchers nicht greifbar – vor allem in Zeiten, in denen zwar jeder gern vom Energiesparen redet, aber erst ein kleiner Teil der Verbraucher konsequent danach lebt. Laufende Fernseher, Licht im ganzen Haus, frühes Heizen und ein hoher Wasserverbrauch gehören zum normalen Tagesablauf. Dass Verbraucher die Vorstöße der EU-Kommission kritisch beäugen, kann nachvollzogen werden. Und doch ist der Wandel auf Energieeinsparung in jedem Haus notwendig – notfalls mit Maßnahmen wie dem Verbot von Glühlampen.

Energiesparlampen: Umweltfreundliche Energie in unseren Haushalten

Hinsichtlich der Energieversorgung in deutschen Haushalten hat sich mit der Abschaffung der Glühbirne einiges getan. Die Erfindung Heinrich Göbels, die den Tüftler Thomas Edison Jahre später berühmt gemacht hat, wird seit dem 1. September 2012 mehr und mehr aus unserem Alltag verdrängt. Ein Kauf ist nun nicht mehr möglich, alle alten Leuchten sind bald aufgebraucht. Die Verwendung von Energiesparlampen ist die einzige Möglichkeit, Umweltbelastungen in Grenzen zu halten. Ein Wechsel lohnt sich. LEDs, Kompaktleuchtstofflampen und Halogenlampen besitzen hervorragende Gebrauchswerte. Ihre Lebensdauer ist im Vergleich zur Glühlampe zum Teil erheblich verlängert; die hohe Lichtausbeute kann sich sehen lassen. Das spart Zeit und schont den Geldbeutel. Nebenbei lässt sich mit der Wahl des passenden Leuchtkörpers eine Beleuchtung erzielen, die perfekt an individuelle Wünsche angepasst werden kann.

Trotz allem ist nicht jeder zufrieden, der bereits ein energiesparendes Modell gekauft hat. Das liegt auch an den äußerst gravierenden Qualitätsunterschieden bei Leuchtmitteln. Grundsätzlich ist von einer Koppelung des Preises an die Qualität auszugehen. Wer sich also das kostengünstigste Modell aussucht, muss sich nicht wundern, wenn seine Wirkung nur begrenzt ist. Die Erwartungen an Energiesparlampen sind groß. Bevor man sich über Leuchten ärgert, die schnell unansehnlich werden oder kaputt gehen, lohnt es sich, auf qualitativ hochwertige Produkte zurückzugreifen. Eine umfassende Übersicht über alle Gebrauchs- und Leuchtwerte sowie die Lebensdauer der einzelnen Produkte geben Testberichte unabhängiger Institute. Dort erfahren Sie alles über Vor- und Nachteile einzelner Leuchten. Mit diesem Wissen lässt sich ein persönliches Lichtkonzept bestens umsetzen.

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