Welche Leitungsquerschnitte müssen vom Verstärker zu den Lautsprechern verlegt werden?

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Welche Leitungsquerschnitte müssen vom Verstärker zu den Lautsprechern verlegt werden?

Ob Hi-Fi-Anlage oder Heimkino – gute Lautsprecherboxen sind ein Muss. Aber um einen wirklich exzellenten und raumfüllenden Klang zu erhalten, sollten zum Anschließen auch die passenden Lautsprecherkabel verwendet werden.

Inzwischen sind Lautsprecherkabel weit mehr als nur die Verbindung zwischen dem Verstärker und den Boxen. Sie übernehmen zusätzliche technische Funktionen. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, kommt es sowohl auf die Entfernung zwischen den einzelnen Komponenten als auch auf die Leitungsquerschnitte an.

Leitungsquerschnitt

Der Leitungsquerschnitt von Lautsprecherkabeln hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Signalqualität. In Deutschland erfolgt die Angabe des Leitungsquerschnitts ausschließlich in Quadratmillimetern.

Achtung: Wenn Sie Lautsprecherkabel online von Lieferanten aus Ländern kaufen, die kein metrisches System haben, kann die Angabe des Querschnitts auch anders aussehen. In Großbritannien zum Beispiel erfolgt die Berechnung nach der Anzahl der einzelnen Strands (Kabellitzen). Ein englisches Lautsprecherkabel, das einen nach deutschen Maßstäben gerechneten Leitungsquerschnitt von 1,5 Quadratmillimetern aufweisen soll, muss mindestens 42 Strands haben.

Handelsübliche Lautsprecherkabel gibt es mit unterschiedlichen Querschnitten, und zwar in der Regel:

  • 0,75 mm²
  • 1,5 mm²
  • 2,5 mm²
  • bis zu 4 mm² oder
  • 6 mm²

Kabelarten und -Aufbau

Auch Art und Aufbau der Kabel und natürlich deren Länge haben erheblichen Einfluss auf die Klangqualität, die später aus den Lautsprechern kommt.

So gibt es zum Beispiel Flachkabel, die unter dem Teppichboden verlegt werden können. Hier beträgt der nominelle Leitungsquerschnitt in der Regel 2,5 Quadratmillimeter.

Achtung: Bei sehr langen Kabelwegen (mehr als 20 Meter) oder wenn die Lautsprecherkabel unter Putz verlegt werden, sollten Sie den Leitungsquerschnitt immer mindestens eine Position größer wählen als vom Hersteller der Boxen angegeben. Bei langen oder verdeckt verlegten Kabeln müssen Sie nämlich mit größeren Verlusten bei der Signalstärke rechnen.

Die ideale Kabellänge

Hinsichtlich der idealen Kabellänge gilt ein Grundsatz: Alle Lautsprecherkabel sollten möglichst gleich lang sein. Nur so ist es möglich, dass alle angeschlossenen Boxen das Tonsignal gleichzeitig erhalten. Das bedeutet: Die Kabelwege vom Verstärker zu den Lautsprecherboxen müssen exakt im Voraus geplant werden.

Grundsätzlich muss man bei der Auswahl von Lautsprecherkabeln berücksichtigen, dass pro Kabelmeter immer ein gewisser Signalverlust zustande kommt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man mit überdimensional großen Querschnitten eine bessere Tonqualität erzeugt. Wichtig ist, dass das gesamte System, also die Zusammenarbeit zwischen Verstärker, Kabeln und Boxen harmonisch aufeinander abgestimmt wird.

Hinweis: Der Signalverlust pro Kabelmeter kommt bei Kabellängen unter 20 Metern in geschlossenen Räumen und bei einer Ausgabeleistung des Verstärkers von bis zu 80 Watt kaum zum Tragen. Beachten Sie, besonders wenn die Lautsprecherkabel zu einem Heimkino-System gehören, dass der Leitungsquerschnitt auch zu möglicherweise vorhandenen Satellitenanschlüssen passen muss. Hinweise darauf, bis zu welchem Leitungsquerschnitt das Lautsprecherkabel die Satellitenanschlüsse ausgelegt sind, finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Satellitenanlage oder auf der Webseite des jeweiligen Herstellers in den Technischen Datenblättern.

Optische Audiokabel

Häufig wird angenommen, dass ein digitaler Audioanschluss gleichzeitig auch ein optischer ist. Das ist aber so nicht ganz korrekt, denn es gibt zwei verschiedene Verfahren, und zwar:

  • das optische Audiokabel
  • die Übertragung über elektrische Leiter.

Das bedeutet, digitale Daten können nach wie vor über die analog genutzten Cinch- oder über spezielle Koaxialkabel übertragen werden.

Einer der ganz großen Vorteile von optischen Audiokabeln ist, dass sie völlig unempfindlich sind gegenüber magnetischen oder elektrischen Störfeldern. Deshalb eignen sich optische Kabel natürlich auch sehr gut als Verbindung zwischen Verstärker und Lautsprecherboxen, weil diese Lautsprecherkabel vollkommen problemlos auch direkt neben elektrischen Leitungen verlegt werden können.

Es entstehen auch nicht die sogenannten Brummschleifen, die sich besonders dann sehr unangenehm bemerkbar machen, wenn die Lautsprecherkabel an einen Computer angeschlossen werden. Allerdings gibt es auch ein paar Nachteile. Unabhängig von ihrem Querschnitt sind optische Kabel relativ schwer zu verlegen, weil sie auf gar keinen Fall gebogen oder geknickt werden dürfen. Auch die mögliche Länge ist eingeschränkt. Optische Audiokabel erreichen ihre besten Leistungen bis etwa fünf Meter Länge. Die Maximallänge von zehn Metern sollte auf gar keinen Fall überschritten werden.

Cinch-Lautsprecherkabel

Eigentlich ist die Bezeichnung Cinch-Lautsprecherkabel nicht ganz korrekt. Der Begriff „Cinch" bezeichnet eine Steckverbindung, die elektrische Signale an audiovisuelle Geräte überträgt. Bei einer Verbindung zwischen Decoder oder Verstärker zur Lautsprecherbox kommen in der Regel Koaxialkabel zur Anwendung, die mit einer Cinch-Steckverbindung versehen sind.

Bei Stereoanlagen unterscheidet das Kabel zwischen dem linken und dem rechten Kanal und überträgt die Signale getrennt voneinander. Cinch-Kabel verfügen über drei Steckverbindungen in unterschiedlichen Farben.

  • Rot: Anschluss für den rechten Kanal
  • Weiß: Anschluss für den linken Kanal
  • Schwarz: Anschluss für den Center oder Subwoofer

Die genaue Herkunft der Bezeichnung Cinch ist übrigens unbekannt. Ursprünglich wurden diese Steckverbinder als RCA-Jack bezeichnet nach deren Erfinder, der Radio Corporation of America. Der Name Cinch könnte vom ersten Hersteller, der Firma Cinch Connectors stammen. Aber auch Ableitungen aus der englischen Sprache wären möglich. Cinch bedeutet frei übersetzt „fester Griff" oder als Verb „festzurren".

Auch Cinch-Lautsprecherkabel gibt es in verschiedenen Querschnitten. Wichtig ist dabei, dass diese Kabel gut abgeschirmt sind. Es handelt sich dabei nämlich um Kabel für analoge Signale, die relativ anfällig gegen Störungen sind.

Kauftipp: Wenn Sie ein Cinch-Lautsprecherkabel kaufen, achten Sie sowohl auf den richtigen Querschnitt als auch auf das Material, aus dem das Kabel hergestellt wurde. Hochreines Kupfer, Silber oder Gold sind zwar relativ teuer, aber dafür werden Sie damit belohnt, dass Sie das gesamte Leistungsvermögen der angeschlossenen Peripheriegeräte auch in vollem Umfang ausnutzen können. Bei hochwertigen High-End-Audiosystemen sollten auch die Lautsprecherkabel so hochwertig wie möglich sein.

Hinweis: Cinch-Stecker sollten nur bei ausgeschalteten Geräten angeschlossen werden. Es gibt Audiogeräte, die sehr empfindlich sind und beim Anschließen bei laufendem Betrieb beschädigt werden können.

High-End-Lautsprecherkabel

Wer viel Geld in seine Hi-Fi-Anlage investiert, wird auch bei den Lautsprecherkabeln darauf achten, eine möglichst hochwertige Qualität zu verwenden. Hier kommen in der Regel die sogenannten High-End-Lautsprecherkabel zum Einsatz. Dabei handelt es sich um digitale Koaxialkabel, die über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Zur Herstellung wird in der Regel OCC-Kupfer, also reines und sauerstofffreies Kupfer verwendet.
  • Die einzelnen Kabel verfügen über eine exzellente Abschirmung.
  • Für die störungsfreie und einwandfreie Klangqualität sind High-End-Lautsprecherkabel in der Regel mit Steckverbindern ausgestattet, die mit 24 Karat hart vergoldet sind.

Außerdem verfügen High-End-Lautsprecherkabel über einen robusten Nylonschutz, sodass auch die Bässe verlustfrei und kraftvoll wiedergegeben werden.

Biegsamkeit von Lautsprecherkabeln

Für das Verlegen von Lautsprecherkabeln ist zum Beispiel der Biegeradius, also ihre Flexibilität, wichtig. Besonders in Wohnräumen, wo Hindernisse wie Türöffnungen oder sogar Treppenstufen überwunden werden müssen, sollte ein Lautsprecherkabel möglichst flexibel sein.

Grundsätzlich gilt dabei: Je höher der Leitungsquerschnitt ist, umso schlechter lässt sich das Kabel biegen. Deshalb sollte die Auswahl des passenden Kabels immer neben dem erforderlichen Leitungsquerschnitt auch die örtlichen Gegebenheiten bei der Verlegung berücksichtigen.

Wechselspannung im Lautsprecherkabel

Je nachdem, welche Leistung ein Lautsprecherkabel zur Verfügung stellt, kann darin eine Wechselspannung liegen, die sogar zu Stromunfällen führen kann. Das ist allerdings eher bei der professionellen Veranstaltungstechnik der Fall. Hier werden Leistungen von etwa 2.000 Watt an einen Lautsprecher mit einer Leistung von acht Ohm durch die Kabel geleitet. Die so entstehende Wechselspannung liegt bei etwa 125 Volt.

Hinweis: Nicht isolierte Kabelenden oder Anschlüsse sollten bei laufendem Betrieb möglichst nicht berührt werden. Für empfindliche Menschen kann auch schon ein Stromschlag von deutlich unter 100 Volt gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Im Wohnbereich, wo in der Regel relative kleine Querschnitte und kurze Längen bei den Lautsprecherkabeln zum Einsatz kommen, passiert aber nichts. Hier ist die Wechselspannung im Lautsprecherkabel so gering, dass sie kaum spürbar ist.

Leitungsquerschnitte für Kabel im privaten Bereich bestimmen

Für die Hi-Fi-Anlage oder das Heimkino werden extrem große Leitungsquerschnitte kaum verwendet. Es ist zwar richtig, dass der Widerstand innerhalb des Kabels sinkt, je höher der Querschnitt ist. Klanglich lässt sich das vom menschlichen Ohr allerdings kaum wahrnehmen.

Für kurze Distanzen werden im privaten Bereich normalerweise Doppeladern aus Kupferlitze mit einem einzelnen Aderndurchschnitt von etwa 0,75 Quadratmillimetern benutzt. Das gilt allerdings nur für kurze Leitungswege. Sollen etwas größere Entfernungen überbrückt werden, kann man den Leitungsquerschnitt auf bis zu vier Quadratmillimeter erhöhen. Damit kann man hochwertige Verbindungen über eine Strecke von bis zu 20 Metern herstellen.

Achtung: Je größer der Leitungsquerschnitt ist, umso weniger flexibel ist das Lautsprecherkabel. Da der Querschnitt in diesem Bereich nur einen unwesentlichen Einfluss auf die Klangqualität hat, sollte man nicht mit überdimensionierten Querschnitten arbeiten. Es gibt allerdings Ausnahmen von dieser Regel. Liegen die Lautsprecherkabel unter Putz oder sind die Entfernungen zwischen Verstärker und Boxen größer als 20 Meter, sollte der Leitungsquerschnitt für die Lautsprecherkabel eine Stufe größer gewählt werden als ursprünglich notwendig.

Das ist zum Beispiel in der Regel dann der Fall, wenn die Anlage auch für größere Veranstaltungen verwendet wird, und natürlich auch bei der professionellen Veranstaltungstechnik. Hier bilden 2,5 Quadratmillimeter das Minimum. Bei Großveranstaltungen kommen auch Lautsprecherkabel mit einem Leitungsquerschnitt von zehn Quadratmillimetern zum Einsatz.

Steckverbinder für Lautsprecherkabel

Für jeden Leitungsquerschnitt gibt es im Heimbereich unterschiedliche Steckverbinder, mit denen die Lautsprecherkabel an den Verstärker beziehungsweise die Boxen angeschlossen werden können. Das sind unter anderem:

  • Druck- oder Schraubklemmen,
  • Aderendhülsen,
  • Kabelschuhe,
  • Federstecker (umgangssprachlich auch Bananenstecker genannt),
  • DIN-Stecker (auch als Strichpunktstecker bezeichnet).

Für die professionelle Veranstaltungstechnik stehen darüber hinaus folgende Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • XLR-Stecker
  • Klinken-Stecker
  • Speakon-Stecker
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