Welche Kontaktlinsen sind richtig für Sie?

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Welche Kontaktlinsen sind richtig für Sie?

Die Vorteile von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind kleine, dünne Linsen, welche direkt in das Auge eingesetzt werden, um so verschiedene Arten der Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Sie sind zum Beispiel zur Korrektur von Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und Alterssichtigkeit (Presbyopie) geeignet. Als Sehhilfe stellen Kontaktlinsen eine Alternative zur Brille dar. Durch das nahe Anliegen am Auge bleibt das Gesehene, im Gegensatz zur Brille, naturgetreu dargestellt. Bei Brillen kommt es aufgrund des Abstandes zwischen Auge und Brille zu einer Verkleinerung des Gesehenen bei starker Kurzsichtigkeit oder eben zur Vergrößerung bei starker Weitsichtigkeit. Durch Kontaktlinsen kommt es auch nicht zur Einschränkung des Sehfeldes, etwa durch einen Brillenrand.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Kontaktlinsen das Aussehen des Trägers nicht verändern und somit oft auch aus ästhetischen Gründen bevorzugt werden. Außerdem sind sie in vielen Situationen bequemer und praktischer als eine Brille, da sie nicht beschlagen, verstauben, verschmutzen und auch bei Sport und intensiver Bewegung an Ort und Stelle bleiben.
Zwischen den Kontaktlinsen unterscheidet man formstabile und weiche Linsen. Daneben gibt es noch Linsen für spezielle Arten der Fehlsichtigkeit oder gar farbige oder gemusterte Linsen. Auch beim vorgesehenen Tragezeitraum bestehen Unterschiede zwischen den Linsen. Um die für Sie passenden Linsen zu finden, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen angebotenen Linsen verschaffen und unbedingt auch einen Augenarzt zu Rate ziehen. Man muss sich, neben den Kontaktlinsen selbst, auch um die richtige Pflege kümmern, welche man beachten sollte, um unbeschwert klare Sicht genießen zu können.

Die verschiedenen Arten von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen zur Korrektur von Fehlsichtigkeit werden seit den 70er Jahren vertrieben. Heutzutage gibt es weiche und sogenannte „harte“, also formstabile Kontaktlinsen. Meist hängt die Wahl von den Gewohnheiten des Trägers ab, aber auch medizinische Gründe können diese beeinflussen. Wenn Sie das erste Mal Kontaktlinsen tragen möchten, benötigen Sie voraussichtlich eine gewisse Anpassungszeit, um sich an den Fremdkörper im Auge zu gewöhnen. In der Regel dauert diese Phase bei formstabilen Kontaktlinsen länger als bei den weichen Linsen. Die formstabilen Linsen müssen auch relativ regelmäßig getragen werden, um den Gewohnheitseffekt nicht zu verlieren. Deshalb werden, bei nur gelegentlichem Gebrauch der Linsen, die weichen bevorzugt. Bei langjährigem und regelmäßigen Gebrauch dagegen raten viele Augenärzte eher zu den formstabilen Linsen. Auch bei der Pflege muss man die eigene Kontaktlinsenart beachten, da es unterschiedliche Pflegemittel gibt.

Formstabile Kontaktlinsen

Die formstabilen Kontaktlinsen liegen auf der Tränenflüssigkeit der Augen. Sie haben einen Durchmesser von acht bis zehn Millimetern. Diese Linse kann durch ihre stabile Form auch Unregelmäßigkeiten der Hornhaut ausgleichen und wird deshalb oft bei Hornhautverkrümmungen angewandt. Formstabile Kontaktlinsen können in etwa 18 Monate verwendet werden, deshalb sind sie in der Anschaffung meist teurer als weiche Kontaktlinsen, halten dafür bei angemessener Pflege auch länger. Weil sie für einen längeren Zeitraum gedacht sind, wird jungen Menschen, bei denen sich die Werte der Dioptrien meist noch verändern, zunächst eher zu weichen Linsen geraten. Diese werden mehrheitlich nach einem kürzeren Zeitraum ausgetauscht. Durch die Beschaffenheit der formstabilen Kunststofflinsen haften Krankheitserreger oder Chemikalien schlecht an der Linse, somit können sie das Auge nicht schädigen. Durch den Zwischenraum zwischen Auge und Linse, welcher mit Tränenflüssigkeit gefüllt ist, ist diese Linse sehr sauerstoffdurchlässig. Deshalb wird die formstabile Linse für langjähriges Tragen von vielen Experten bevorzugt. Ein Nachteil bei formstabilen Linsen ist allerdings die lange Eingewöhnungszeit, in der die Linse als Fremdkörper im Auge wahrgenommen wird. Außerdem spürt man als Träger von formstabilen Linsen eher kleine Verunreinigungen wie Staubkörnchen im Auge als bei weichen Kontaktlinsen.

Weiche Kontaktlinsen

Die weichen Kontaktlinsen sind, wie der Name schon sagt, flexibel, da sie normalerweise aus Hydrogel oder Silikonhydrogel hergestellt werden. Sie haben einen hohen Wasseranteil. Je höher dieser ist, desto sauerstoffdurchlässiger ist die Linse. Diese Kontaktlinsen liegen direkt auf der Hornhaut und passen sich dieser an, deshalb kann die normale weiche Kontaktlinse, anders als die formstabile Linse, keine Fehlsichtigkeit aufgrund einer Hornhautverkrümmung beheben. Sollte Ihre Fehlsichtigkeit von einer Hornhautverkrümmung herstammen und sie möchten trotzdem gerne weiche Kontaktlinsen tragen, gibt es aber auch hier Abhilfe durch die torische Kontaktlinse, eine weiche Kontaktlinse, welche speziell bei Hornhautverkrümmungen eingesetzt werden kann.
Alle weichen Kontaktlinsen haben einen Durchmesser zwischen zwölf und 16 mm, sind also etwas größer als die formstabilen Linsen. Im Gegensatz zu den formstabilen Kontaktlinsen gibt es bei den weichen Linsen eine große Variation der Tragezeit. Für den seltenen bis einmaligen Gebrauch, beispielsweise bei speziellen Veranstaltungen oder nur beim Sport, werden weiche Tageslinsen angeboten. Diese sind nur einen Tag zu gebrauchen und werden nach dem Tragen entsorgt. Dadurch fallen auch keine Kosten für Pflegemittel an und es muss nicht auf Hygienemaßnahmen bei der Aufbewahrung geachtet werden. Daneben gibt es verschiedene Arten von Linsen, welche auch länger getragen werden können. 14-Tages-Linsen, Monatslinsen und sogar 6- oder 12-Monatslinsen. Am häufigsten werden wohl die Monatslinsen genutzt.
Bei all diesen Arten von Linsen muss vor allem auf die Hygiene und ihre Aufbewahrung geachtet werden, um einen gleichbleibenden Tragekomfort zu garantieren. Im Gegensatz zu den formstabilen Linsen sind weiche Linsen anfälliger für Ablagerungen. Deshalb wird bei 12-Monatslinsen in der Regel eher zu formstabilen Linsen geraten.
Alle Variationen der weichen Kontaktlinsen unterscheiden sich auch hinsichtlich ihres Wassergehaltes und somit auch in ihrer Sauerstoffdurchlässigkeit. Einige Linsen versprechen, durch eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und dem damit verbundenen hohen Tragekomfort, problemloses Tragen der Linsen auch über Nacht. Die Sauerstoffdurchlässigkeit ist also ein wichtiger Faktor für die Verträglichkeit. Je länger die vorgesehene Tragedauer der Linse ist, desto höher ist allgemein auch ihre Sauerstoffdurchlässigkeit. Allgemein sind die meisten weichen Linsen nicht ganz so sauerstoffdurchlässig, wie die formstabilen Linsen. Damit auch weiche Kontaktlinsen, selbst bei trockener Luft oder trockenen Augen, nicht zu Reizungen führen, können auch spezielle Mittel zur Nachbenetzung, beispielsweise Augentropfen, benutzt werden.

Weitere Kontaktlinsen-Arten

Um ab einem gewissen Alter die altersbedingte Weitsichtigkeit, in Verbindung mit vorher schon vorhandener Fehlsichtigkeit, zu korrigieren, gibt es sogenannte multifokale Kontaktlinsen. Diese sind als weiche Kontaktlinsen erhältlich. Bei multifokalen Linsen gibt es generell zwei verschiedene Systeme. Eine Art von Linse hat, wie die Bifokalbrille, zwei unterschiedliche Sehbereiche, welche voneinander getrennt sind und bei denen jeder Bereich für eine Art der Fehlsichtigkeit steht. Andere Linsen funktionieren so, dass immer gleichzeitig ein Nah- und ein Fernbild entstehen, durch Training lernt das Gehirn die beiden Bilder zu unterscheiden und kann dann entweder ein Nah- oder ein Fernbild wahrnehmen. Allerdings benötigt es hier eine gewisse Trainingszeit, um die Wahrnehmung zu kontrollieren. Nachteile dieser Linsen sind häufig auftretende Kopfschmerzen bei langem Tragen und dass sie nicht für das Autofahren bei Dunkelheit geeignet sind.
Eine weitere beliebte Art von Kontaktlinsen sind farbige Kontaktlinsen. Diese können genutzt werden, um die natürliche Augenfarbe zu betonen oder eine andere natürliche Augenfarbe vorzutäuschen. Es gibt sie aber auch in Neonfarben oder mit speziellen Mustern. Die letzte Gruppe wird häufig bei Kostümierungen verwendet. Diese Arten von Linsen gibt es in ein zwei verschiedenen Ausführungen, farbige Kontaktlinsen mit Stärke, zum gleichzeitigen Beheben einer Fehlsichtigkeit und farbige Kontaktlinsen ohne Stärke, zu rein ästhetischen Zwecken.

Die richtige Aufbewahrung und Pflege der Kontaktlinsen

Neben den eigentlichen Kontaktlinsen ist auch die richtige Pflege und Reinigung dieser wichtig, für den Erhalt des Tragekomforts. Alle Linsen, die länger als einen Tag getragen werden sollen, benötigen geeignete Pflegemittel. Passend zu den zwei verschiedenen Arten muss man auch beim Pflegemittel darauf achten, ob dieses für formstabile, weiche oder beide Arten von Kontaktlinsen geeignet ist.

Die schrittweise Reinigung von Kontaktlinsen

Die komplette Pflege zur Hygiene von Kontaktlinsen besteht aus mehreren Schritten. Zunächst erfolgt die manuelle Reinigung. Hier werden die Kontaktlinsen mit der speziellen Reinigungsflüssigkeit zwischen den Fingern oder auf der Handfläche für einen kurzen Zeitraum leicht gerieben, um Fette oder Umweltablagerungen zu entfernen. Danach erfolgt die Desinfektion in einer bestimmten Aufbewahrungsflüssigkeit. Falls die Kontaktlinsen für einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden sollen, muss diese Aufbewahrungsflüssigkeit zuweilen ersetzt werden.
Es gibt auch spezielle Produkte zur Proteinentfernung. Hier werden, mit Hilfe einer eigenen Technik, Eiweißablagerungen auf der Linse entfernt, diese könnten sonst zu einer schlechteren Sauerstoffdurchlässigkeit führen. Diese Proteinentfernung wird, abhängig vom Pflegesystem, in verschiedener Häufigkeit durchgeführt.
Um den Tragekomfort zu garantieren, gehört auch die Nachbenetzung der Kontaktlinsen zur Pflege. Zur Nachbenetzung kann teilweise die Aufbewahrungsflüssigkeit selbst genommen werden oder man greift zu geeigneten Augentropfen für Kontaktlinsen. Diese können auch im Verlauf des Tages immer wieder zur Nachbenetzung bei trockenen Augen genutzt werden und verbessern so die Tragequalität. Mittlerweile werden viele sogenannte All-in-one-Pflegemittel für Kontaktlinsen angeboten. Sie vereinen alle beschriebenen Pflegeschritte miteinander.

Der Kauf der richtigen Kontaktlinsen

Es gibt nicht die perfekte Linse für jeden. Um herauszufinden welche Kontaktlinsen für Sie selbst am sinnvollsten sind, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Augenarzt konsultieren. Dieser kann auch genau bestimmen, welche Art von Linsen die vorhandene Fehlsichtigkeit am besten korrigieren kann. Außerdem kann er klären, welche Linsenart zu Ihrem Lebensstil und Ihren Anforderungen an die Linse passt. Zusätzlich müssen die Dioptrien bestimmt werden, da diese durchaus von den Dioptrien der Brillengläser abweichen können. Danach steht Ihrem Kontaktlinsenkauf nichts mehr im Wege. Sie sollten jedoch, selbst wenn Sie Kontaktlinsen gut vertragen, nicht auf eine Reservebrille verzichten, denn trotzdem können gelegentlich Reizungen auftreten. Überdies können Sie so Ihren Augen auch manchmal eine Pause gönnen.

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