Welche Gaming-Plattformen werden von Akkus oder Batterien betrieben?

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Welche Gaming-Plattformen werden von Akkus oder Batterien betrieben?

Für unterwegs und im Urlaub gibt es ganz spezielle Konsolen und Videospiele, die sogenannten Handhelds. Sie ermöglichen es Ihnen, unkompliziert und mobil Ihre Lieblingsspiele zu spielen, ganz egal, wo Sie gerade sind. Handhelds zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie mit Akkus oder Batterien versorgt werden, sie sind dazu auch besonders klein und kompakt, passen also in jede Tasche oder jeden Rucksack. Der technologische Fortschritt macht auch vor diesen Geräten nicht halt und so besitzt jede Generation von Geräten neue Fähigkeiten und Extras, die Ihnen neue Möglichkeiten offenbaren. 

Die ersten Handheld-Konsolen mit Batteriebetrieb

Bereits 1979 wurden die ersten Konsolen für den mobilen Betrieb erfunden. Die Microvision der amerikanischen Firma Milton Bradley nutzte als Energiequelle einen 9-Volt-Block. Das Angebot an Spielen war jedoch sehr beschränkt und insgesamt wurden nur 14 Spiele für die Microvision entwickelt. Darunter befand sich aber immerhin ein Spiel aus dem "Star Wars"-Universum.

1979 und 1980 betraten dann auch zwei der Hersteller, die sich mit Konsolen und Videospielen bereits einen Namen gemacht hatte, die Bühne der Handhelds. Die Rede ist von Atari und Nintendo. Der Cosmos von Atari kam jedoch nie aus der Entwicklungsphase und wurde nicht veröffentlicht. Besser machte es Nintendo mit den Game-&-Watch-Konsolen. Bei diesen handelte es sich um sehr simple Geräte, die nur ein einziges Spiel wiedergeben konnten. Dafür gab es immerhin über 50 verschiedene Konsolen, die heutzutage zu den Sammlerstücken und Raritäten der Konsolengeschichte zählen, jedoch ebenso wie passende Ersatzteile noch angeboten werden

Die Entwicklung der Nintendo-Konsolen

Nintendo hatte nicht nur einen guten Start in das Geschäft mit den tragbaren Konsolen, sie sollten ihren guten Riecher für den Trend der Zeit auch beibehalten. Legendär wurde der Game Boy, der 1989 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Lange Zeit war dieser Handheld die meistverkaufte tragbare Konsole und wurde im Laufe der Jahre mehrfach modernisiert. Die erste Version besaß einen Schwarzweiß-Bildschirm und wurde mit vier Mignon-Batterien betrieben. Besonders aufgrund der Spiele, die für den Game Boy herausgebracht wurden, ist diese Konsole bis heute unvergessen. Dazu zählen zum Beispiel "Zelda", "Super-Mario" und natürlich auch "Tetris".

1998 kam Farbe ins Spiel

Die wichtigste Neuerung in der Entwicklung des Game Boys kam 1998, als mit dem Game Boy Color erstmals in der Geschichte von Nintendo eine tragbare Konsole mit Farbdisplay herausgebracht wurde. Simultan konnten dabei 56 verschiedene Farben aus einer Palette von 32.768 dargestellt werden. Ebenfalls wurde eine Infrarot-Schnittstelle eingeführt, über die man mit einem Link-Kabel bestimmte Spiele gegen andere Game-Boy-Besitzer spielen konnte. Technisch sind diese Geräte natürlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit, jedoch kann man sich einen Game Boy aus nostalgischen Gründen anschaffen.

Nintendo im 21. Jahrhundert – die Nachfolger des Game Boy

2001 kam mit dem Game Boy Advance der Nachfolger des Game Boy auf den Markt, der nun mit besserer Hardware neue und anspruchsvollere Spiele wiedergeben konnte. Man konnte aber nach wie vor alle Module des Game Boy auch mit der neuen Konsole spielen, sodass sogar über zehn Jahre alte Spiele noch kompatibel mit dem neuen Gerät waren.

Erstmals auf einen integrierten Akku in Form eines Lithium-Ionen-Akkus setzte Nintendo bei dem Game Boy Advance SP. Dieser verfügte nun auch über ein Farbdisplay, welches 32.768 Farben gleichzeitig darstellen konnte. Mit dem Akku waren nun längere Laufzeiten möglich, die bei dem Game Boy Advance SP bis zu 18 Stunden betragen konnten. Die Konsole basierte in der Technik auf dem Vorgänger, dem Game Boy Advance, konnte aber im Gegensatz zu diesem geklappt werden und erinnerte somit an einen Laptop.

Der Nintendo löst den Game Boy ab

Der Verkaufsrekord des Game Boy konnte erst vom Nintendo DS gebrochen werden. Ende 2004 kam diese Handheld-Konsole auf den Markt, die erstmals auch Online-Funktionen bot. Mithilfe des eingebauten WLAN-Empfängers kann die Konsole in jedes kabellose Netzwerk eingebunden werden und man kann gegen Spieler auf der gesamten Welt antreten, sofern das Spiel diese Option bereit hält. Der Nintendo DS führte dazu die Touchscreens bei tragbaren Handhelds ein und besaß darüber hinaus gleich zwei LCD-Displays. Ende 2009 erschien mit dem Nintendo DSi XL die letzte Version dieser Familie von Handhelds. Alle Geräte wurden von Lithium-Ionen-Akkus mit Strom versorgt.

Mit dem Nintendo 3DS brachte der Spielekonzern im Jahre 2011 den Nachfolger der DS-Handhelds auf den Markt. Das Besondere an dieser Konsole ist die Fähigkeit, sogar ohne eine spezielle Brille 3D-Bilder darzustellen. Wie sein Vorgänger besitzt auch das 3DS zwei Displays, wovon das obere 3D-fähig ist. Sollten Sie die Spiele in 3D spielen, ist jedoch die Akkulaufzeit deutlich kürzer als im Normalbetrieb. Der Hersteller spricht von drei bis fünf Stunden Spielzeit im dreidimensionalen Modus, während sonst die Betriebsdauer ohne Aufladen bei fünf bis acht Stunden liegen soll. Mit dem eingebauten Mikrofon und der Kamera lassen sich Audio- und Videoaufzeichnungen machen, die dann auf SD-Karten gespeichert und so auf andere Medien übertragen werden können.

Sega und die Geschichte seiner batteriebetriebenen Gaming-Plattformen

Kurz nach der Veröffentlichung des Game Boy erschien der Sega Game Gear. Im Herbst 1990 wurden die ersten Exemplare in Japan verkauft und technisch hatte das Gerät einige Vorteile gegenüber seinem Konkurrenten aus dem Hause Nintendo. So besaß es vom Start weg ein Farbdisplay. Auch war es möglich, mittels eines Adapters Spiele des stationären Master Systems auf dem Game Gear zu spielen. So sparte man sich die Anschaffung eines Spieles, wenn man bereits im Besitz eines Master Systems war und konnte die Spiele auch unterwegs fortsetzen. Mittels eines TV-Tuners, der als Zubehör erhältlich war, konnte man das Game Gear sogar als Fernsehgerät benutzen. Die Konsole hatte jedoch auch Nachteile. Das Display, das dazu noch beleuchtet war, bot zwar Komfort, der seiner Zeit voraus war, benötigte aber viel Energie. So betrug die Laufzeit der Konsole, die von sechs AA-Batterien gespeist wurde, nur rund vier bis fünf Stunden. Auch war zum Zeitpunkt der Markteinführung die Konsole von Nintendo nur halb so teuer in der Anschaffung. Schlussendlich fehlten auch die Spiele, die eine große Fangemeinde hätten anlocken können. All diese Faktoren trugen dazu bei, dass die Konsole wenig erfolgreich war.

1995 versuchte sich Sega erneut mit einem ähnlichen Konzept und brachte die Sega Nomad heraus. Diese war nun direkt kompatibel mit den Spielen des stationären Sega Mega Drives. Der Verkaufsstart in Japan verlief jedoch so schleppend, dass Sega von einer Veröffentlichung außerhalb Japans absah. Auch die Nomad fiel durch einen hohen Energiebedarf negativ auf und wurde von sechs AA-Batterien versorgt. Alternativ konnte das Gerät über einen 12-Volt-Anschluss mit Strom versorgt werden, so zum Beispiel über den Zigarettenanzünder in Autos. Die Nomad war die letzte tragbare Spielkonsole aus dem Hause Sega.

Die portablen Konsolen von Sony

Die Geschichte der tragbaren Sony-Konsolen begann erst relativ spät. Obwohl der Konzern mit der PlayStation bereits seit Mitte der 1990er Jahre eine erfolgreiche und am Markt etablierte stationäre Konsole besaß, wurde von Sony keine portable Gaming-Plattform geplant. Am 12. Dezember 2004 war es dann doch soweit und Sony brachte in Japan die PlayStation Portable auf den Markt. In Europa folgte die Markteinführung erst im Herbst 2005. Sony versuchte, bei der PSP von einer reinen Plattform für Spiele wegzukommen, und gab der Konsole einige Extras mit, die dem mobilen Menschen des 21. Jahrhunderts angepasst sein sollten. So kann die PSP auch Videos in verschiedenen Formaten abspielen und Sony entwickelte eigens als Datenträger die sogenannte Universal Media Disc. Dieser sehr kleine digitale Datenträger ähnlich einer DVD besaß eine Speicherkapazität von 1,8 GB und es wurden zahlreiche Kinofilme auf UMD veröffentlicht. Als Stromversorgung nutzt die Sony-Konsole einen Lithium-Ionen-Akku, der auch per USB-Kabel geladen werden konnte.

Pünktlich zu Weihnachten 2011 schließlich kam der Nachfolger der PSP, die PlayStation Vita, auf den Markt. Auch hier setzte Sony auf einen internen Akku, welcher der Handheld-Konsole jedoch nur eine Laufzeit von rund drei bis fünf Stunden ermöglicht. Sony ging den Weg konsequent weiter, das Gerät nicht nur als Spielkonsole zu konzipieren, sondern in ihr eine Art Multimediagerät zu sehen. So bietet die PlayStation Vita die Möglichkeit, Daten über das Mobilfunknetz 3G zu empfangen oder über das WLAN-Modul mit drahtlosen Netzwerken zu kommunizieren. Auch das Abspielen von Musik und Videos in verschiedenen Formaten ist machbar, auf ein optisches Laufwerk verzichtete Sony jedoch diesmal und nutzte stattdessen Flash-Speicherkarten.

Die Welt der Handheld-Konsolen im Wandel der Zeit

Egal, ob Sie nun die modernste tragbare Konsole suchen oder ein altes Sammlerstück erwerben möchten,  so gut wie alle Geräte aus der Geschichte der tragbaren Gaming-Plattformen sind noch zu finden. Unverkennbar ist, wie der technologische Fortschritt die Konsolen im Laufe der Zeit verbessert hat und dem Nutzer neue Möglichkeiten bietet. Die ersten Handhelds verfügten nicht einmal über Farbdisplay und waren reine Spielgeräte für eine Person. Inzwischen sind die batteriebetriebenen Konsolen zu Multifunktionsgeräten geworden, mit denen man im Internet surfen, Filme betrachten und Musik hören oder gegen andere Spieler in aller Welt antreten kann. 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden