Welche Digitalkamera zu welchem Zweck? - Grundsätze

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Kamerawahl für Einsteiger

Die nachfolgenden Tipps richten sich nicht an hochambitionierte Fotografen.
Gemeint sind vielmehr Hobby-Fotografen, die in ihrer Freizeit oder
im Urlaub problemlos Bilder aufnehmen wollen.
Oder Videos!
Denn mittlerweile sind die digitalen "Fotoapparate" meistens zu richtigen
Camcordern ausgewachsen. Man sieht es ihnen nur nicht an...

Fotos

Wer vor allem fotografieren möchte, sollte insbesondere "nicht der großen Zahl verfallen".
Der größte Zoom, die meisten Formate, die höchste Lichtstärke bringen es nicht.

Wer auf einen Zoom Wert legt, sollte sich mit 10- bis max. 16-fach begnügen. Selbst
wenn die Kamera über einen guten Bildstabilisator verfügt, ist volles Zoomen ohne
eine feste Auflage oder ohne Stativ ein Abenteuer. Der Bildstabilisator mag optisch
oder elektronisch sein, was zumindest bei guten Markenkameras völlig ausreichende
Leistungen bietet.

Beim Format bieten die meisten Kameras heute den Standard 4:3 und 16:9 an. Dazu
kommen oft noch Formate wie 1:1 oder auch z.B. 3:2 für Bilder im 15x10cm Format. 
Will man seine Bilder am Automaten ausdrucken (etwa an Ort und Stelle im Urlaub),
ist man gewöhnlich mit 4:3 am besten bedient. Für den heimischen Breitbildfernseher
ist man mit 16:9 besser dran.

Video

Wer auch oder insbesondere Videos aufnehmen möchte, sollte darauf achten, dass die
Kamera auch mindestens HD-Video mit 1280x720 Pixeln aufnehmen kann (720p).
FullHD (1920x1080) stellt für etwaige Nachbearbeitungen höchste Anforderungen
an die PC-Hard- und Software und verlangt vor allem auch eine ziemlich intime Kenntnis
in allen technischen Bereichen.
720p (auch AVCHDlite genannt) lässt sich dagegen recht mühelos auch auf älteren
Systemen verarbeiten. Es sieht auf FullHD-Fernsehern völlig ausreichend gut aus.
Angesichts der Verbreitung von HD-Fernsehern in den Haushalten sollte man vom
Kauf einer Kamera absehen, die nicht auch mindestens das Format 720p beherrscht.

PAL - Es sollte darauf geachtet werden, dass Videos mit 25 Bildern/Sekunde (fps)
aufgenommen werden können. Kameras mit 29,98 oder 30 fps sollte man übergehen.

Lichtstärke

Bauartbedingt startet die Lichtstärke der meisten Kameras bei ca. 1:3 und nimmt bei
zunehmendem Zoomen ab. Bei vollem Tageslicht spielt das überhaupt keine Rolle. Nur
bei schlechten Lichtverhältnissen mag es von Vorteil sein, über eine wesentlich höhere
Lichtstärke zu verfügen. Aber im Zeitalter ausgefeilter Elektronik ist auch das nicht so
wesentlich wie der verwendete Bildprozessor, der gute oder weniger gute Arbeit zu
leisten vermag und Schwächen einfach wegbügelt.
Hierzu lässt sich mit den gebotenen wenigen Worten aber kaum etwas sagen.

Pixelwahn

Wer noch glaubt, dass im Amateurbereich die Anzahl der Pixel auf dem Sensor die
entscheidende Größe darstellt, irrt sich schon. Um für das Format von 1920x1080
in 16:9 gewappnet zu sein, genügen 12 Millionen Pixel, zu denen in der Regel noch
Überschusspixel für besondere Aufgaben kommen. Also sind 14 bis 18 Mio. Pixel
ausreichend.
Es kommt jedoch hinzu, welches Ausmaß der Sensor hat. 18 Millionen Pixel passen
heute bereits auf einen winzigen 1/2,3 Zoll-Sensor. Da steht für jeden Pixel nicht viel
Raum zur Verfügung. Wesentlich größere Sensorflächen sind natürlich von Vorteil,
doch für den Hobbyanwender nicht nötig. Denn die moderne Technik holt auch aus
den kleinen Sensoren Unglaubliches heraus.
Da spielt wieder die Güte des Bildprozessors eine entscheidende Rolle wie etwa die
des wirklich guten Bionz-Prozessors von Sony. Dieser zeigt eine gute Ausgewogenheit
hinsichtlich aller Eigenschaften, die für gute Bilder und Videos wesentlich sind.

Auf das oft dümmliche und vor allem fanatische Gequake von vielen Pixelzählern und
Qualitätspredigern in etlichen Foren sollte man nichts geben. Das hat mit der Praxis
bei "Normalverbrauchern" sehr wenig zu tun und ist vor allem Zeittotschlägerei von
Wichtigtuern.

Äußere Maße

Wer nicht ohne Not mit einer dicken Kamera vor der Brust herumstolzieren und das
Gerät lieber sogar in der Jacken-, Hosen- oder Hemdentasche tragen möchte, hat
heute eine reiche Auswahl zwischen wirklich hochleistungsfähigen Taschenkameras
namhafter Hersteller.
Doch auch da gibt es "Ausreißer". Nach der "sagenhaften " DMC-TZ10 der Firma
Panasonic (deren CCD-Sensor allerdings "Smear" verursachte) kamen in sehr kurzer
Folge Modelle mit CMOS-Sensoren heraus. Zwischen der TZ10 bis zur TZ31 mit GPS
gab es auch Modelle mit der einen oder anderen Schwäche. Etliche "Leistungen" waren
auch nur (was heute noch so ist) davon abhängig, ob in der Kamara-Software etwas
ein- oder abgeschaltet war. So können sich "neue" Modelle von einem anderen Modell
u.U. nur dadurch unterscheiden, dass die Software etwas anders arbeitet, dass die
"Firmware"-Programmierer etwas weggelassen oder hinzugefügt haben. .
So arbeiten jedoch alle Kamera-Hersteller. Bei manchen Modellen wurden auch mal
hier oder da ein paar Knöpfchen anders angeordnet oder weitere kamen hinzu, aber
"neu" bedeutete und bedeutet auch jetzt nicht immer auch "besser".

Jedenfalls muss man nicht auch ein "Monstrum" von Kamera mit sich herumschleppen,
um sehr gute Bilder zu machen. Es gibt kleine Taschenkameras wie die genannte TZ31,
die ihrer großen und fülligen "Schwester" DMC-FZ150 für die üblichen Hobbyfotos
bei Hochzeiten, Geburtstagen oder im Urlaub und auch bei Videos in nichts nachsteht.
Sie hat sogar GPS, was die FZ150 nicht hat.
Ähnlich sieht es bei den SONY-Kameras aus. Die hervorragende Leistung einer
DSC-HX20V (mit GPS) wird von den voluminösen großen Schwestern keineswegs
generell übertroffen.

Unkompliziert und bequem

Eine Digitalkamera soll keine Sorgen bereiten, sondern sie überflüssig machen.
Dazu gehört zweierlei:

  • Die Kamera sollte leicht und sicher zu bedienen sein.
  • Die Kamera sollte bequem zu transportieren sein.

Wegen ihrer erstaunlichen und oft unglaublichen Fähigkeiten sollten daher die
gegenwärtigen Modelle namhafter Herrsteller wie SONY, Fujifilm, NIKON,
Canon oder z.B. Panasonic ins Auge gefasst werden.
Und zwar in der Form als Kompakt-, Taschen- oder Reisekameras.

Jemand muss schon ein sehr ambitionierter Fotograf mit gewltig hohen
Ansprüchen und dazu gehörenden Fachkenntnissen sein, um glauben zu
können, dass nur ein System- oder allenfalls eine Bridgekamera sein
Glück begründen kann.
Profifotografen brauchen (als Profis) keine Ratschläge von dieser Stelle.
Die streiten oder vertragen sich auf einem anderen Niveau.

Warnung

Auf jeden Fall die Finger weg lassen sollte man von den oft so verlockend
"preiswerten" Kameras bei Discountern oder Anbietern im Web.
Am Ende können sie die teuersten sein.
Denn wen man mit zunehmender Erfahrung erst einmal auf den Geschmack
gekommen ist, wird man doch die eine oder andere Schwäche entdecken,
gegen die nur eine "bessere" Kamera von den großen Markenherstellern
hilft.
Wenn man eine solche Kamera dann erwirbt, hat man die Kosten für beide
Kameras am Hals, also teurer gekauft, als wenn man gleich zu Besserem greift.

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Autor: Key B. Hacker

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