Welche Bewegungssensoren ermöglichen eine flüssige Game-Performance?

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Welche Bewegungssensoren ermöglichen eine flüssige Game-Performance?

Gerade auf dem Konsolenmarkt wird immer nach Innovationen gesucht, um sich von den Mitbewerbern abzuheben. Sony, Nintendo, Microsoft und andere Hardwareproduzenten gehen dabei immer neue Wege, die den Nutzern alternative Möglichkeiten eröffnen, Spiele zu steuern. Viele dieser neuen Steuerungen benutzen Bewegungssensoren und ermöglichen es Ihnen, einige Genres in ganz neuer Art und Weise zu erleben.

Realistisches Angeln mit speziellen Kontrollern

Sega war ein Vorreiter auf dem Gebiet der Bewegungssensoren. Für die Dreamcast, die im November 1998 veröffentlicht wurde, gab es einen AngelKontroller. Dieser war auch vom Aussehen einer echten Rute mit Kurbel angepasst. Die Benutzung funktionierte exakt wie beim Angeln am Seeufer mit einer Angelrute. Zum Auswerfen machte man eine Wurfbewegung und konnte mithilfe der Rolle im Spiel die Leine einholen. Bewegungssensoren im AngelKontroller registrieren die Beschleunigung und leiten diese Information an das Spiel weiter. So machten verschiedene Programmierer von diesem besonderen Kontroller Gebrauch und es gab eine Vielzahl von Angelsimulationen für die Sega Dreamcast. Ableger dieses Genres waren zum Beispiel „Reel Fishing" oder „Sega Bass Fishing". Interessanterweise können Sie auch einige andere Spiele mit dem AngelKontroller bedienen. Dazu gehören das Beat'em up „Soulcalibur" und die Sportsimulation „Tennis 2K2".

Nach dem Vorbild der Dreamcast kamen in den darauffolgenden Jahren zahlreiche Angelsimulationen auf anderen Plattformen auf den Markt, die sich bei der Steuerung der gleichen Mechanismen bedienten. So können Sie für Ihre PlayStation 3, Nintendo Wii oder Xbox 360 „Rapala Pro Bass Fishing" erwerben. Für alle diese drei Konsolen existieren ebenfalls Kontroller mit Bewegungssensoren in Form einer Angelrute. Rapala ist unter Anglern als Hersteller von Kunstködern bekannt und half bei der Programmierung mit, um ein möglichst realistisches Spiel zu kreieren.

Tanz- und Fitnesssimulationen mit Bewegungssensoren

Für das Tanzspiel „Samba de Amigo", welches zuerst auf der Sega Dreamcast erschien, wurden ganz spezielle Kontroller mit Bewegungssensoren entwickelt. Sie ähneln vom Aussehen her den Rumba-Rasseln, die Sie vielleicht vom Karneval aus Rio und ähnlichen lateinamerikanischen Musikveranstaltungen kennen. Auch auf der Nintendo Wii gibt es „Samba de Amigo" und es nutzt zur Steuerung die gleiche Art von Kontroller, die sogenannten Maracas. Infrarotsensoren ermitteln die Position und die Bewegung des Kontrollers und senden diese an das Spiel. Ihre Aufgabe ist es, die Maracas im Takt zu der Musik in bestimmte Richtungen zu schütteln, die Ihnen auf dem Fernseher angezeigt werden. Dabei kommen aus der Mitte blaue Kugeln, die sich in sechs unterschiedliche Richtungen zum Rand hin bewegen. „Samba de Amigo" war faktisch der Vorreiter in der Klasse der interaktiven Bewegungs- und Tanzspiele.

Aus Kolumbien stammt eine Mischung aus Fitness und Tanzen, die sich Zumba nennt. Auf Basis dessen wurde ein gleichnamiges Videospiel konzipiert, welches über eine ganz eigene Art der Steuerung verfügt. „Zumba" für die PlayStation 3 wird mit einem Gürtel geliefert und benötigt den PlayStation-Move-Kontroller, welcher über einen integrierten Bewegungssensor verfügt. Zum Spielen befestigen Sie den Kontroller im Gürtel, sodass Ihre Körperbewegungen die Steuerung des Spieles übernehmen. „Zumba" auf der Wii funktioniert ähnlich, nur dass Sie da die Wiimote an dem mitgelieferten Gürtel befestigen. Ebenfalls erhältlich sind die Nachfolger der Reihe „Zumba 2" und „Zumba Fitness: Join the Party".

Sportspiele auf der Wii neu und aktiv erleben

Nintendo wollte mit der Wii eine neue Form des Spielens erschaffen und setzte verstärkt auf Kontroller mit Bewegungssensoren, wie die Wiimote und den Nunchuk. Diese dienen bei der Wii sowohl als Standard-Kontroller, als auch zur Bewegungssteuerung von dafür geeigneten Spielen. Dafür befinden sich Bewegungssensoren in beiden Steuereinheiten und die Wiimote verfügt dazu über eine Infrarotkamera, welche die genaue Position relativ zur Konsole bestimmt und an diese übermittelt.

Mit diesen Kontrollern lassen sich eine Vielzahl von Spielen auf der Wii steuern, wie beispielsweise die in „Wii Sports" enthaltenen Tennis- und Golfsimulationen. Je nach Sportart müssen Sie die Wiimote entsprechend bewegen. So schwingen Sie beim Tennis den Kontroller wie einen Tennisschläger, während Sie beim Boxen die Nunchuks in den Fäusten halten und damit Schläge simulieren. Die Kontroller sind dabei in der Lage, nicht nur die reinen Positionsbewegungen zu registrieren, sondern auch die Drehungen um die eigene Achse. So lassen sich beispielsweise beim Tennis auch Rückhandschläge ausführen. Ebenfalls erhältlich ist der Nachfolger, „Wii Sports Resort". Dieses führte eine Erweiterung in der Bewegungssteuerung ein, die an der Wiimote befestigt werden kann und kleinste Bewegungen noch genauer erfassen kann. Dieses Zusatzgerät heißt Wii Motion Plus und ermöglicht die Steuerung von sehr sensitiven Spielen wie Bogenschießen oder Tischtennis. Darüber hinaus finden Sie in „Wii Sports Resort" insgesamt zwölf verschiedene Spiele, wie zum Beispiel Basketball oder Schwertkampf.

Besonders: das Balance Board

Eine besondere Form der Bewegungssteuerung ermöglicht das Balance Board. Es wird wie eine Matte auf dem Boden platziert und kommuniziert via Bluetooth mit der Nintendo Wii. Im Inneren befinden sich vier Sensoren, welche die Bewegungen des Spielers auf der Matte registrieren. Gleichzeitig mit dem Board veröffentlichte Nintendo eine Sammlung von Sport- und Fitnessspielen unter dem Namen „Wii Fit". „Wii Fit" besteht aus 48 verschiedenen Spielen, die alle eine interaktive Form der Steuerung voraussetzen. Beispiele für Bewegungen, die Sie auf der Matte ausführen müssen, sind Ausfallschritte, Laufen oder Beinstrecken. Im Nachfolger „Wii Fit Plus", welches dem gleichen Prinzip folgt, sind noch 21 weitere Übungen hinzugekommen.

Xbox-360-Spiele für die Kinect-Sensorleiste

Als Erweiterung für die Xbox 360 gibt es die Kinect-Sensorleiste zu kaufen. Diese wird oberhalb des Fernsehers platziert und verfügt über Tiefensensoren, welche die Bewegungen von Menschen identifizieren und auswerten. Somit verfolgt Microsoft ein anderes Konzept als die Mitbewerber, welche die Bewegungssensoren innerhalb der Kontroller platzieren und die Bewegungen des Kontrollers als Anhaltspunkt zur Steuerung benutzen. Daraus ergeben sich wiederum neue Möglichkeiten in der Umsetzung von Spielen. Das bereits vorgestellte Tanzspiel „Zumba" funktioniert so auf der Xbox 360 anders als auf den anderen Konsolen. Sie benötigen weder einen Gürtel noch einen Kontroller, um das Spiel zu steuern, sondern Sie stellen sich einfach vor den Fernseher und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm. Die Sensoren in der Kinect senden dann Ihre Bewegungen an das Spiel. Dabei kommt es jedoch zu leichten Verzögerungen bei der Übertragung und Berechnung Ihrer Bewegungen, sodass Sie diese in der Regel ein wenig früher ausführen müssen, um den richtigen Zeitpunkt im Spiel zu treffen.

Neben „Zumba" gibt es zahlreiche weitere Xbox-360-Spiele, die mit dem Kinect kompatibel sind. Auch der Anschluss an einen PC ist möglich und so können Sie beispielsweise in Windows 7 mittels Handbewegungen den Desktop steuern und Anwendungen aufrufen. In „Kinect Adventures" sind gleich mehrere Spiele enthalten, die speziell für die Kinect programmiert wurden. So können Sie in diesem Spiel zum Beispiel auf einem Floß einen wilden Fluss hinunter steuern oder sogar mit einem Freund oder einer Freundin zusammen einen Hindernislauf absolvieren und dabei Punkte sammeln.

Bewegungssteuerung in Shootern und Rennspielen

Aber es sind nicht nur Sport- und Bewegungsspiele, die man mithilfe von Bewegungssensoren steuern kann. Gerade auf der Xbox 360 unterstützen viele Spiele das Kinect-System. Auch der First-Person-Shooter „Halo: Combat Evolved Anniversary" kann über Bewegungen und Spracheingaben gesteuert werden.

Für die PlayStation 3 veröffentlichte Sony gleich zwei verschiedene Bewegungskontroller, die speziell für den Gebrauch in Shootern konzipiert wurden. Die Move Guns werden mit dem Move Motion Kontroller verbunden und bieten somit alle Möglichkeiten dieses Kontrollers in Form einer Pistole beziehungsweise eines Sturmgewehrs bei der größeren Variante. Damit sind Sie dann in der Lage, kompatible Spiele wie „Killzone 3" oder „Dead Space: Extraction" zu steuern. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das Lenkrad. An diesem wird ebenfalls der Move-Kontroller angebracht und Sie können dann Rennspiele wie „Need for Speed: Most Wanted" bequem und realistisch spielen. Für die PlayStation 3 gibt es inzwischen zahlreiche Move-Spiele, die sich alle mit den unterschiedlichen Move-Kontrollern bedienen lassen.

Sonys erste Versuche mit Bewegungssensoren

Bevor Sony mit der PlayStation 3 die Move-Bewegungssensoren einführte, existierten auf der PlayStation 2 bereits einige Spiele, die sich mittels Interaktion des Nutzers über Bewegungen steuern ließen. Als Bewegungssensor wurde hier jedoch eine Webcam benutzt, die sich EyeToy nennt. Diese zeichnete die Bewegungen des Spielers auf und kompatible Spiele konnten über diese Signale gesteuert werden. „EyeToy: Play" war 2003 das erste Spiel, welches für diese Form der Steuerung konzipiert wurde. Es enthielt eine Sammlung von kleinen Spielen, bei denen man per Bewegungen boxen oder tanzen musste. Der Großteil der Spiele auf der PlayStation 2, welche die Kamera nutzten, waren Sammlungen ähnlich „EyeToy: Play".

Bewegungssteuerung am heimischen Computer

Microsoft veröffentlichte eine spezielle Version der Kinect, die auch auf kurzen Distanzen unter 50 cm Bewegungen erfassen kann und sich somit für den Betrieb an PCs eignet. Der Hersteller Asus zog mit seiner Bewegungssteuerung, dem Xtion, kurze Zeit später nach. Dieses ermöglicht die Steuerung des Fitnessspiels „Mayafit Cardio Lite" sowie des Rennspiels „Beatbooster". Das Fitnessspiel ist ähnlich strukturiert wie das Trainingsspiel „Wii-Sports" und ermöglicht interaktiven Muskelaufbau auch am PC.

Bewegungssensoren – die Zukunft der Videospielsteuerung

Was zum Ende der 1990er-Jahre als exotische Steuerung für einige wenige Spiele begann, wurde durch die Konsolen der siebten Generation, wie Nintendo Wii, Xbox 360 und PlayStation 3, zur massentauglichen Alternative. Der Erfolg und die Nachfrage geben den Entwicklern recht. Haben Sie noch keine Spiele mit Bewegungssteuerung ausprobiert, sollten Sie sich selber einmal von den Vorteilen überzeugen. Besonders Sport- und Simulationsspiele erfahren durch diese Art der Steuerung eine ganz neue, realistische Umsetzung.

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