Welche Bettwaren für Allergiker geeignet sind

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Darauf sollten Allergiker bei Bettwaren achten

 

Die Anzahl der Allergiker, denen Milben oder Eiweißfasern in den Bettwaren den Schlaf rauben, wächst ständig. Allein 10 Prozent der Bevölkerung sind von Allergien betroffen, wobei Hausstauballergien den größten Teil ausmachen. Hygienisch waschbare Bezüge, Kopfkissen und Bettdecken aus hautfreundlichen Materialen lindern die Beschwerden. Hauptauslöser der allergischen Reaktion ist der getrocknete Kot von Hausstaubmilben, der zerfällt und sich mit dem Hausstaub verbindet. Bewegen sich Textilien wie Kopfkissen, Bettdecke oder Matratze, wird der allergenhaltige Staub in die Luft gewirbelt und mit der Atemluft inhaliert. Milbenkot, Milbenexkremente und weitere allergene Stoffe werden bei einer mindestens 40-minütigen Wäsche bei 60 Grad, besser noch 95 Grad abgetötet. Daher sollten Allergiker waschbare Bettwaren bevorzugen. Das gilt sowohl für die Wahl der Bezüge als auch für die Füllungen.

Um Allergien vorzubeugen, sollte das Bett täglich gelüftet werden. Es genügt nicht, das Kissen kurz aufzuschütteln und es ordentlich unter der noch schlafwarmen Bettdecke zu verstecken. Für das persönliche Wohlgefühl ist dieses Verhalten eher von Nachteil. In der Nacht dünstet jeder Mensch Schweiß aus, der sich in der Bettwäsche ansammelt. Wer sein Bett nach dem Aufstehen ausreichend lüften und trocknen lässt, bietet Milben keine Gelegenheit, sich zu vermehren. Sie vertragen kein trockenes Klima.

Hygienische Bettwäsche

Spezielle Bettwäsche hilft Allergikern, die Symptome ihrer Erkrankung zu lindern. Typische Symptome wie Niesanfälle, Jucken der Haut, Husten, Fließschnupfen oder Augentränen treten vor allem in der Nacht und am frühen Morgen auf. Um die Milbenallergenbelastung zu verringern, ist der Kauf einer hygienisch einwandfreien Ausstattung wichtig.

Einen sehr guten Schutz bieten Encasings. Das sind Bezüge, die sich für das Umschließen von Kopfkissen, Matratzen oder Bettdecken gleichermaßen eignen. Innerhalb der Bezüge können Luft und Feuchtigkeit gut zirkulieren und ausgetauscht werden. Das Schlafklima ist trocken und verschafft Betroffenen einen angenehmen Komfort. Das luftdurchlässige Encasing hält mikroskopisch kleinste Partikel zurück und entzieht so den Milben die Nahrung in Form von Hautschuppen. Ein allergendichter Reißverschluss sorgt dafür, dass keine Milben austreten. Betroffene spüren die Verbesserung – sie können reizfrei schlafen. Auch bei der Fahrt in den Urlaub ist ein Encasing eine praktikable Lösung für Allergiker, da sie ihren Schutz vor den milbengeplagten Betten in Ferienorten immer dabei haben.

Für einen guten Schlafkomfort sollten folgenden Bettwaren für Allergiker geeignet sein:

Matratze

Besonders in Matratzen, die regelmäßig genutzt werden, findet eine große Vermehrung der Hausstaubmilben statt. Das feuchte Klima ist ein idealer Lebensraum für die allergieauslösenden Milben. Stellt der Arzt eine Erkrankung fest, ist die Sanierung Ihres Bettes eine erste therapeutische Maßnahme. Eine gute Hilfe bieten die Encasings, allergendichte Matratzenüberzüge. Sie bestehen aus antiallergischen und antibakteriellen Fasern. Eine Neuheit bieten Acetatfasern. Sie produzieren durch Wärme Sauerstoff. Das entzieht den Schädlingen auf eine natürliche Art und Weise den Nährboden. Die Bezüge sollten abnehmbar und damit waschbar sein. Grundsätzlich sollte jedoch bei erhöhter Sensibilität über die Anschaffung einer Allergikermatratze mit einem Naturlatexkern nachgedacht werden. Sie reduziert die Belastung durch Milben, und spezielle Lüftungskanäle sorgen für ein gutes Schlafklima.

Bettdecke und Kopfkissen

Eine Alternative zu Bezügen sind spezielle Kissen und Decken, die aus synthetischen Materialien gefertigt wurden. Allerdings sollten diese Kissen regelmäßig in der Waschmaschine gewaschen werden. So können sich erst gar keine neuen Brutstätten der Spinnentiere bilden. Wer ein Daunenkissen besitzt, darf aufatmen. Standen Federn noch vor Jahren im Verdacht, wahre Horden von Hausstaubmilben zu beherbergen, so ist die Wissenschaft heute nach umfassenden Forschungen anderer Ansicht. Der eng gewebte Stoff der Bezüge hochwertiger Kissen schließt nicht nur Federn, sondern auch die kleinen Tierchen sicher ein.

Bettwäsche

Dem Krankheitsbild entsprechende Bettwäsche für Allergiker wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus. Liegt ein ärztliches Attest vor, übernimmt die Krankenkasse teilweise oder ganz die Kosten für Spezialbettwäsche. Sie verfügt über einen Zwischenbezug, der Allergene einschließt. Durch eine Polyethuranbeschichtung des Stoffes können Allergene nicht in die Atemluft gelangen. Diese kostengünstige Lösung funktioniert im Prinzip wie ein Luftballon. Nachteilhaft ist die fehlende Luftzirkulation, weshalb Betroffene unter den Bezügen häufig stark schwitzen.

Bei der Auswahl der Bettwaren ist es wichtig, auf schadstoffgeprüfte, allergieneutrale Materialien zu achten. Eine gute Richtlinie bieten Tests unabhängiger Institute. Stiftung Warentest, ÖKO Test und Ökotex testen regelmäßig den Schadstoffgehalt von Bettwäsche. Dabei stehen nicht nur allergene Partikel, sondern Reiz auslösende Materialien von Füllstoffen auf dem Prüfstand, da Hautausschlag bei umweltsensiblen Menschen von vielerlei Faktoren begünstigt wird.

Geeignete Füll- und Bezugsstoffe

Die Auswahl an Füllstoffen ist vielfältig. Daunen und Federn sind Naturprodukte. Manch einer verzichtet jedoch aus Tierschutzgründen auf diese Füllung. Auch verklumpen Daunen und Federn bei höheren Temperaturen. Nach neuesten Erkenntnissen ist Daunenfederbettwäsche sehr selten von Milbenbesiedlung betroffen. Gut geeignet für Allergiker sind synthetische Bettmaterialien. Bei einer Mikrofaser-Füllung haben die Spinnentiere wenig Möglichkeit, sich zu vermehren. Eine andere Variante sind waschbare Baumwollsteppbetten oder Bettwäsche aus Kapok. Kapok verfügt über natürliche Bitterstoffe, die Motten und Milben fernhalten.

Die Bettwäsche für Allergiker

Um Allergikern ein gutes Schlafklima zu gewähren, eignen sich kochfeste Kopfkissen, Decken und Bezüge. Nach einem 40-minütigen Waschgang auf mindestens 60 Grad sind die Milben nicht mehr vorhanden. Günstig sind trocknerfeste Bettwaren, die jegliche Restfeuchte ausschließen. Das ist ausschlaggebend für eine Neubildung des Befalls, da Milben sich in einem feuchtwarmen Klima besonders wohl fühlen. Tägliches Auslüften rundet die Behandlung ab. Gönnen Sie Ihren Kissen und Oberbetten von Zeit zu Zeit eine Sonderbehandlung: Lange auslüften, kräftig ausschütteln und einige Stunden in der frischen, kalten Luft liegen lassen. Denn neben Trockenheit verabscheuen Milben Kälte. In Waschzyklen von 6 bis 8 Wochen erreichen Sie eine Minimierung der Milbenbesiedlung und Allergenmenge. Fehlt die regelmäßige Pflege von allergenen Bettwaren, macht dies die Vorteile gegenüber herkömmlicher Bettwäsche zunichte. Beim Waschmittel sollte weitestgehend auf Chemie verzichtet werden. Chemische Rückstände können Haut und Augen reizen und belasten die Umwelt. Besonders Allergiker reagieren auf Inhaltsstoffe und Duftmittel in Waschmitteln und Weichspülern. Dagegen erzielt man mit Produkten auf natürlicher Basis, die frei von Aufhellern sind, sehr gute Erfolge bei der Reizentlastung.

Prüfzeichen und Gütesiegel

Besonders für Allergiker ist Schadstofffreiheit bei Bettwaren maßgeblich für die Kaufentscheidung. Doch das Sortiment im Handel ist recht groß und unübersichtlich. Als Betroffener weiß man nicht, welche Auswahlkriterien man zugrunde legen sollte. Ein Fehlkauf kann bei Allergikern Unwohlsein oder gesundheitliche Schäden anrichten.

Eine wirkliche Hilfestellung bieten Prüfzeichen und Siegel unabhängiger Institute:

  • Öko-Tex-Gemeinschaft: Die am weitesten verbreitete Zertifizierung textiler Produkte ist der „Öko-Tex Standard 100“. Die Schadstoffprüfung internationaler Forschungsinstitute umfasst alle Verarbeitungsstufen eines Produktes. Mit der Vergabe des Siegels bestätigt die Öko-Tex-Gemeinschaft, dass Vorgaben hinsichtlich Schwermetallgehalt, Pestizidbelastung und leichtflüchtigen Verbindungen begrenzt sind. Ferner überprüfen Forscher den Geruch des zu testenden Produktes.
  • LGA Qualitätszertifikat: Das „LGA-Qualitätszertifikat“ der Landesanstalt Bayern wird nach Beurteilung und Bewertung umwelttechnischer und technischer Problemstellungen vergeben. Dabei orientiert sich das Institut für Umwelttechnologie und Altlasten GmbH am „Öko-Tex Standard 100“.
  • LGA schadstoffgeprüft: Zusätzlich zu der Schadstoffbelastung werden Gebrauchsprüfungen durchgeführt. Somit erhält der Endverbraucher einen Hinweis hinsichtlich der Lebensdauer und der Funktionalität des getesteten Produktes. Matratzen – auch für Allergiker – werden mit dem Qualitätssiegel „LGA schadstoffgeprüft“ ausgezeichnet.

Für den Test senden die Hersteller ihre Produkte zu den drei Instituten. Dort werden die Produkte ausgiebig geprüft und anhand der vorgegebenen Grenzwerte beurteilt. Nur bei Einhaltung aller Vorgaben erhalten die Anbieter das Siegel. Gegebenenfalls sind Nachbesserungen notwendig. Da sich die Siegel als Qualitätszeichen bei Verbrauchern herumgesprochen haben, nehmen die Firmen notwendige Optimierungsvorgaben in Kauf. Mit Verleihung des Gütesiegels ist ein höherer Absatz zu erwarten.

Hilfe bei Allergien und Neurodermitis

Eine Hausstauballergie ist für den Betroffenen sehr belastend, zumal die krankheitsverursachenden Milben nicht vollständig aus einem Haushalt entfernt werden können. Sie gehören zu jedem Haushalt. Die winzig kleinen Spinnentiere ernähren sich von den abgestorbenen Hautschuppen der Menschen. Ihre Ausscheidungen können hartnäckige Allergien verursachen. Oft bemerken Allergiker zunächst eine ständige Fließnase oder tränende Augen. Kommt es zur Atemnot, ist Handeln angesagt. Dabei muss vor allem das Schlafzimmer unter die Lupe genommen werden, denn hier verbringen Menschen einen Großteil des Lebens. Hinzu kommen die spezifischen Umstände, die das Wachstum der allergenen Milben beschleunigen. Das feuchte Klima im Bett ist eine reine Wohlfühloase für die Tierchen.

Sollte sich ein Verdacht auf eine Allergie ergeben, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Dort wird die Schwere Ihrer Allergie mithilfe mehrerer Tests festgestellt, sodass die notwendigen Maßnahmen zur Abhilfe und Vorsorge getroffen werden können. Das kann eine Umstellung der Essgewohnheiten, eine medikamentöse Einstellung mit Antihistaminika oder eine lindernde Salbe sein.

Fazit

Das gesamte Wohlbefinden eines Allergikers wird durch den Griff zur antiallergenen Bettware positiv beeinflusst. Decken, Oberbett, Kissen, Bettwäsche und Matratze gibt es in speziellen Ausführungen für Allergiker. Sind diese Produkte mit einem Gütesegel eines unabhängigen Instituts versehen, können Sie auf die Schadstofffreiheit vertrauen. Um die auf Sie zukommenden Kosten zu minimieren, lohnt sich ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt. In der Regel können Allergiker einen Teil oder gar den gesamten Betrag ihrer Allergiker-Bettwaren von der Krankenkasse erstattet bekommen. Das bedeutet eine wesentliche Entlastung des Betroffenen, der bereits durch seine Krankheit genug leiden muss.

Die neuen Bettwaren geben vielen Allergikern nach langer qualvoller Zeit endlich einen ungestörten, entspannten Schlaf zurück. Indem Milben in der Matratze, dem Kissen oder dem Oberbett eingeschlossen werden und gleichzeitig für eine gute Luftzirkulation gesorgt wird, fallen die nächtlichen Reizungen fort. Das Gefühl, nach langer Zeit endlich wieder schlafen zu können, empfinden viele Betroffene als Befreiung. Die Bettwaren verleihen dem Leben eine neue Qualität. Abnehmbare Bezüge mit antiallergenen Reißverschlüssen sorgen dafür, dass auf diese Qualität auch im Urlaub nicht verzichtet werden muss. Bereitete allein der Gedanke ans Schlafen in einem fremden Bett große Sorgen, können Allergiker mit dem nötigen Rüstzeug ohne Weiteres eine Urlaubsfahrt antreten.

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