Weine aus Deutschland: die Top 10 der deutschen Weinbauregionen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Weine aus Deutschland: die Top 10 der deutschen Weinbauregionen

Rotwein, Weißwein und Rosé aus Deutschland

In Deutschland finden sich viele Weinbauregionen, in denen die unterschiedlichsten Trauben angebaut werden, um aus ihnen verschiedene Weine herzustellen. Deutschland ist der größte Weinlieferant Europas, etwa ein Fünftel der Ernte wird exportiert. Rot- und Weißweine sind sehr beliebt, aber auch der Roséwein wird gerne getrunken. Unterschieden wird hier zwischen trockenen und lieblichen Weinen. Sehr trockene Weine sind herber im Geschmack und zeichnen sich durch einen höheren Alkoholgehalt aus. Liebliche Weine sind, bedingt durch den höheren Zuckergehalt, etwas süßer und der Alkoholgehalt ist geringer als bei den trockenen Weinen. Das Mittelstück bildet der halbtrockene Wein. Er besitzt einen Alkoholgehalt zwischen trocken und lieblich und zeigt sich vom Geschmack her etwas leichter als der trockene Wein, ist aber nicht so süß wie der liebliche. Die Sorte der Weintraube und des Weinguts verleiht dem Wein in der Regel seinen Namen, wodurch sich bestimmte Weine bereits am Namen erkennen lassen.

Nachfolgend finden Sie die bekanntesten Weinbauregionen in Deutschland. Die Top 10 der Weinbaugebiete in Deutschland sind für Qualitätswein zugelassen. Qualitätsweine sind Weine der höheren Güteklasse, die bestimmten gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen unterliegen. Weiterhin gibt es noch Qualitätsweine mit Prädikat, die auch Prädikatsweine genannt werden. Hier handelt es sich um Kabinett, Spätlese, Auslese und Eiswein. Auch die Herstellung von Tafelweinen ist in diesen Gebieten zugelassen.

Das größte Weinbaugebiet in Deutschland

Rheinhessen ist das größte Weinbaugebiet in Deutschland. In dem außerdem waldärmsten Gebiet Deutschlands sind rund 20 Prozent der Gesamtfläche mit Rebstöcken bepflanzt. Bis auf einige wenige Ausnahmen baut jede Gemeinde in Rheinhessen Wein an. Über 10.000 Betriebe produzieren hier knappe 70 Prozent der gesamten Erntemenge. Überwiegend finden sich in der Region Rheinhessen, die in Rheinland-Pfalz liegt, weiße Rebsorten.

Platz eins der angebauten Weißweine bildet der Müller-Thurgau, dicht gefolgt vom Riesling. Der Müller-Thurgau, der auch Rivaner genannt wird, stellt geringe Ansprüche an die Anbaubedingungen wie den Boden oder das Klima, reift aber früh und bringt eine große Ernteausbeute. Durch einen geringen Säureanteil ist er ein fruchtiger, milder Wein.

Auf Platz drei findet sich kein Weißwein, sondern der Dornfelder, ein Rotwein. Der Dornfelder ist eine frühreife Rebsorte, die gute Erträge liefert. Geschmacklich weist er nur wenig Säure auf, was ihn fruchtig und mild schmecken lässt. Ferner werden in Rheinhessen auch der Silvaner, Spätburgunder und Weißer Burgunder angebaut, um nur einige zu nennen. Das Gebiet zeichnet sich durch ein mildes Klima und wenig Niederschlag aus, dies macht sie zu einer hervorragenden Weinanbauregion.

Weinbau in Baden

Baden ist das südlichste Weinbaugebiet in Deutschland und ist die flächenmäßig drittgrößte Weinanbauregion in Deutschland. Die Badische Weinstraße beginnt in Baden-Baden und verläuft bis zur Schweizer Grenze. Mit vielen Sonnenstunden ist diese Region auch zugleich die wärmste innerhalb Deutschlands. Die Region in Baden bringt einen besonderen Wein hervor, genannt Badischer Rotgold. Dieser Wein besteht zu gleichen Teilen aus dem Verschnitt von rotem Spätburgunder und Weißem Grauburgunder. Weiße Rebweinsorten aus Baden sind vor allem Grau- und Weißburgunder, Riesling, Müller-Thurgau und der Muskateller. Der Muskateller besitzt ein intensives Muskatbouquet, wodurch er zu seinem Namen gelangt. Diese Rebsorte ist nicht mehr weit verbreitet, da sie sehr frostempfindlich ist und eine sehr warme Region benötigt. In südeuropäischen Ländern findet sich diese Rebsorte häufiger. Neben den weißen Weinen finden sich Rotweinsorten wie der Dornfelder, Schwarzriesling oder Spätburgunder. Der Spätburgunder ist eine qualitativ sehr hochwertige Rebsorte für roten Wein. Er hat eine hohe Bedeutung und ist in den kühleren Anbaugebieten, wie auch in Deutschland, sehr beliebt und wird sehr geschätzt. In Baden ist der Spätburgunder die am meisten angebaute Rebsorte. Neben diesen Eigenschaften bildet diese Rebsorte eine wichtige Grundlage für den beliebten Champagner.

Weinbauregion in Franken

Die Anbauflächen in Franken befinden sich zum Großteil in der Nähe des Mains. Franken ist bekannt für seine Weißweine, ca. 90 Prozent der Anbauflächen werden für Weißwein genutzt. Erst in den letzten Jahren wurde in Franken vermehrt damit begonnen, auch Rotwein anzubauen. Qualitativ hochwertiger, fränkischer Rotwein ist unter anderem der Dornfelder, ein trockener Rotwein. Dornfelder ist die am zweithäufigsten angebaute rote Rebweinsorte in Deutschland. Das Hauptaugenmerk im fränkischen Weinbau liegt allerdings in den Weißweinen. Bekannte und beliebte Sorten aus dieser Region sind der Riesling, dieser steht als typischer Weißwein für die deutsche Weinkultur. Riesling kommt in mehreren Geschmacksarten und Qualitäten auf den Markt. Von leichten, fruchtigen oder süßen Weinen bis hin zu trockenen, lang gereiften Weinen zeigt sich der Riesling in der Verwendung sehr variabel. Durch eine lange Reifezeit kann der Riesling ebenso zu einer süßen Spätlese verarbeitet werden, diese eignet sich besonders gut als süßer Aperitif oder als Dessertwein.

Weinbau an der Nahe

Diese Region liegt an der Grenze zu Südhessen. Geprägt durch Felswände hat die Nahe-Region einen ganz besonderen Charme. Doch auch diese Eigenschaft verleiht dem Boden optimale Bedingungen, um dort Riesling anzubauen. Hinzu kommt ein mildes Klima, das den Rieslinganbau ebenfalls begünstigt. Neben dem Riesling finden sich dort ebenfalls der Müller-Thurgau und auch rote Rebsorten wie der Dornfelder wird an der Nahe erfolgreich angebaut.

Die Weinbauregion an der Ahr

An der Ahr, die durch das Bundesland Rheinland-Pfalz fließt, liegt das Ahrtal. Hier werden überwiegend Rotweinsorten angebaut, wobei Spätburgunder und der Blaue Portugiese hier die führenden Rebweinsorten sind. Das Ahrtal gibt als das Rotweinparadies des deutschen Weinbaus. In keiner anderen Weinbauregion wird prozentuell soviel Rotwein angebaut wie an der Ahr. Durch die Steillage zwischen den Felsen an den Küsten gestaltet sich der Weinanbau nicht einfach, die Folge sind höhere Kosten für das Endprodukt. Die Winzer pflegen den Ahrwein besonders mühevoll und erzeugen dadurch besonders hochwertigen Wein. Die Weine aus dem Ahrtal bestechen durch eine hohe Qualität, die den höheren Endpreis durchaus gerechtfertigt.

Weinbau an der Saale

Das Weinbaugebiet der Saale erstreckt sich vom südlichen Sachsen-Anhalt bis nach Thüringen. Bekannt sind die Weine aus dem Saalegebiet für ihre Trockenheit und kräftige Säure. Die beliebtesten Weine wie der Müller-Thurgau, Weißburgunder und der Riesling werden hier in hoher Qualität geerntet. Durch das optimale Klima mit viel Sonneneinstrahlung entstehen hochwertige Weine. Eine Besonderheit des Saalegebietes sind die Winzer. Hier wird noch viel durch Handarbeit erledigt mit Verzicht auf die Industrie. Zahlreiche Weinverköstigungen können in diesem Gebiet vorgenommen werden, gerne präsentieren die Winzer ihre erlesenen Weine.

Das Weinbaugebiet an der Mosel

Die Weinbauregion erstreckt sich an der Mosel, der Saar und der Ruwer entlang. Früher wurde diese Moselregion auch nach diesen drei Flüssen benannt, wohingegen heute nur noch von der Moselregion gesprochen wird. Das Besondere an den produzierten Weinen dieser Region ist, dass ausschließlich Qualitätsweine den Titel des Anbaugebiets der Mosel tragen. Tafelweine sind hierzu nicht berechtigt. Die am häufigsten angebauten Weine in der Region sind der Riesling, der Blaue Spätburgunder, Dornfelder, Müller-Thurgau und auch weißer Burgunder.

Qualitätsweine vom Mittelrhein

Die Region des Mittelrheins ist ebenfalls bekannt für ihre qualitativ hochwertigen Weine. Der Riesling wird hier hauptsächlich angebaut, mit 70 Prozent der Anbaufläche macht er den Großteil der Ernte aus. Weiterhin wird der Spätburgunder, der Müller-Thurgau und der Dornfelder angepflanzt. Weine aus der Region des Mittelrheins sind meist nur beim Winzer direkt zu bekommen, da diese nicht in den freien Handel gelangen. Es lohnt aber, die vorzüglichen Weine dieser Region auszuprobieren.

Weinbau an der hessischen Bergstraße

Die hessische Bergstraße ist das kleine Anbaugebiet in Deutschland. Kein anderes Weinbaugebiet ist jedoch so traditionsreich wie dieses. Ein mildes Klima ist ideal für den Anbau von Wein. Auch in dieser Region steht der Anbau von weißen Rebsorten im Vordergrund. Die Winzer arbeiten von Hand und erzeugen hauptsächlich trockene und halbtrockene Weine. Durch diese sehr kostenintensive Arbeit sind die Weine der hessischen Bergstraße im Vergleich relativ teuer, jedoch überzeugen sie durch eine sehr gute Qualität mit einem frischen Geschmack. Der Weinliebhaber wird sich sicherlich für einen guten Wein aus dieser Region begeistern können.

Weinbau in Sachsen

Sachsen ist in Deutschland das nördlichste Anbaugebiet für Wein und liegt zum Großteil um Dresden herum. Entlang der Elbe, die auch Weinstraße genannt wird, finden sich zum Großteil Weißweinsorten. Führend ist hier der Müller-Thurgau, dicht gefolgt von dem Riesling. Aber auch die Burgunder sind hier in großer Zahl anzutreffen. Weinen aus der nördlichsten Region Deutschlands kommen besondere Klimabedingungen zugute. Durch eine hohe Menge an Sonneneinstrahlung entwickeln die Reben vermehrt Aromastoffe, welche das Endprodukt hinsichtlich des Geschmacks positiv verändern. Viele Winzer feiern im Spätsommer Winzerfeste, sodass diese Region auch ein beliebtes Touristenziel darstellt.

Für jeden Anlass den passenden Wein

Neben dem persönlichen Geschmack bestimmt die Auswahl des Weines begleitend zum Essen natürlich auch das Gericht selbst. Zu Fisch und Meeresfrüchten eignet sich Weißwein besser als Rotwein, die Kombination ist stimmiger. Besonders der Riesling ist ein hervorragender Begleiter zu Fisch. Zu dunklem Fleisch wie Rind oder Lamm eignen sich Rotweine sehr gut. Ob Sie nun einen leichten oder schweren Wein auswählen, entscheidet ihr persönlicher Geschmack. Trockene, schwere Rotweine eignen sich ideal als Begleitung für Wildgerichte im Herbst und Winter, machen aber auch eine gute Figur als Begleiter zu Pastagerichten. Süße, liebliche Weißweine eigenen sich ideal als Aperitif vor dem Essen oder als Begleitung zum Dessert. Gerne fällt die Wahl hier auf eine Spätlese oder einen Eiswein. Eisweine werden erst geerntet, nachdem die Trauben Frost mitbekommen haben. Nicht jede Rebsorte ist hier geeignet, wodurch der Eiswein etwas Besonderes wird. Auch zum Verfeinern von Gerichten während des Kochens ist Wein eine beliebte Zugabe. So lassen sich zu dunklem Fleisch und, besonders gut passend zu Wildgerichten, hervorragende Rotweinsaucen zaubern.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden