Wein richtig lagern

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Wein ist empfindlich. Bei der Lagerung muss alles stimmen. (Tetra Images/ Copyright: Thinkstock)

Weinkenner wissen: Ein guter Tropfen muss reifen. Zwar sind über 90 Prozent der Weine für einen schnellen Genuss innerhalb weniger Jahre gemacht. Dennoch gibt es einige kostbare Stücke, die erst mit der Zeit ihr volles Aroma entfalten. Für sie ist ein geeigneter Lagerungsort wichtig, damit sie auch über Jahrzehnte halten. So bewahren Weiß - und Rotwein ihre Note und entfalten einen einzigartigen Geschmack.

Wein mag es kühl und feucht. Eine Umgebungstemperatur von 10 bis 12 Grad gilt als optimal. Höhere Temperaturen führen zu einem schnelleren, unkontrollierten Reifeprozess. Ist die Raumtemperatur hingegen zu niedrig, kommt die Reifung zum Stillstand und es findet keine Entwicklung mehr statt. Daher sollte der Wein nie kühler als 4 Grad oder wärmer als 22 Grad sein. Auf keinen Fall dürfen Weinflaschen im Eisfach herunterkühlen, denn sinkt die Temperatur unter null, gefriert der Wein und drückt den Korken aus der Flasche. Nicht weniger schädlich ist die sommerliche Hitze, denn bei Temperaturen um die 30 Grad wird der edle Tropfen fad und verliert seine Aromen.

Starke Temperaturschwankungen vermeiden

Noch mehr als eine zu niedrige oder zu hohe Temperatur setzt dem Wein aber der schnelle Wechsel zwischen warm und kalt zu. Jahreszeitliche, langsam voranschreitende Schwankungen sind zwar kein Grund zur Sorge. Starke Temperaturwechsel innerhalb kürzester Zeit führen jedoch dazu, dass sich der Wein ausdehnt und wieder zusammenzieht. Dadurch kann Sauerstoff durch den Korken eindringen. Die Folge: Der Wein oxidiert und verdirbt. Weine mit Schraubverschluss sind hiergegen besser geschützt. Dennoch bieten sie nicht unbedingt den größeren Weingenuss, denn Naturkorken haben den Vorteil, dass sie die Weiterentwicklung des Tropfens in der Flasche erlauben. Auf diese Weise können ganz individuelle Weine mit einem einmaligen Aroma entstehen.

Ein Weinkuhlschrank bietet optimale Bedingungen. (Jupiter Images/ Stockbyte/ Copyright: Thinkstock)

Wein mag es kuhl und feucht. (Ingram Publishing/ Copyright: Thinkstock)

Eiseskalte und Hitze verderben den Wein. (Jaroslav7/ iStock/ Copyright: Thinkstock)

 

Auf hohe Luftfeuchtigkeit achten

Doch der Korken hat auch Nachteile: Ist die Luft zu trocken, wird er porös und luftdurchlässig. Daher ist auch die richtige Luftfeuchtigkeit bei der Weinlagerung entscheidend - vor allem, wenn der edle Tropfen jahrzehntelang liegt. Optimal ist eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent. Diese kann mit sogenannten Hygrometern kontrolliert werden.

Unterstützt wird die Befeuchtung des Korkens von innen durch die richtige Positionierung der Flasche. Wein ist am besten liegend aufgehoben – das benetzt den Korken und erleichtert zudem das Stapeln der Flaschen. Zugute kommt dem feinen Rebensaft außerdem eine Lagerung im Dunkeln, denn Weine vertragen kein UV-Licht. Das gilt vor allem für fruchtige Sorten.

Weinkühlschränke bieten optimale Bedingungen

Da konstant niedrige Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit dem Wein am besten bekommen, sind die kostbaren Tropfen im Keller nicht unbedingt gut aufgehoben. Moderne Keller sind oft beheizt und zu trocken, Weinkühlschränke erweisen sich daher als der beste Aufbewahrungsort. In Lagertemperaturschränken werden Flaschen langfristig bei konstanter Temperatur aufbewahrt. Da sich bei ihnen aber oft nur eine Temperatur einstellen lässt, können Rot- und Weißweine nicht gut zusammen aufbewahrt werden. Für eine gemischte Lagerung gibt es Mehrzonenklimaschränke, die im oberen, wärmeren Bereich Platz für Rotweine und im kühleren Bereich Raum für Schaum- und Weißweine bieten. So kann jeder Wein sein Potenzial entfalten und seinen ganz eigenen Geschmack entwickeln.

 

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