Weihrauch: Herkunft & Anwendung (Räucheranleitung)

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Räucherwerk: Herkunft & Anwendung

Ägypter, Griechen, Inkas - in allen alten Hochkulturen wusste man den Wohlgeruch von Rose, Lavendel, Jasmin und unzähligen anderen Pflanzen zu schätzen, deren Aromen man durch verschiedenste Techniken einzufangen versuchte. So soll schon Kleopatra ihr Bett mit einem Meer von wohlriechenden Rosenblüten umgeben haben und der französische König Ludwig XIV. schickte seiner Mätresse, die sich ihm entzogen hatte, einen parfümierten Handschuh, um sie zurückzugewinnen.

Doch Düfte können mehr als 'nur' Wohlbefinden schenken. Ätherische Öle werden zum Beispiel in der Aromatherapie eingesetzt, etwa um die wohltuende Wirkung von Massagen zu verstärken. Manche Menschen räuchern, weil ihnen der Duft zusagt und das Verbrennen von Weihrauch wird für sie zu einem Bestandteil einer gemütlich-sinnlichen Atmosphäre. Für andere ist das Räuchern eine Art Kulthandlung, mit der sie ein Opferritual symbolisieren. Wieder andere wollen durch das Verbrennen sorgfältig ausgewählter Stoffe eine bestimmte Wirkung erzielen, wie etwa die Reinigung eines Raumes von negativen Energien, das Versetzen in eine tiefe Trance o.ä.

In diesem Ratgeber wird die Anwendung von Räuchermischungen erläutert und Tips für die Herstellung eigener Räuchermischungen gegeben. Über die Wirkung einzelner Räucherstoffe könnt Ihr Euch in einem eigenen Ratgeber informieren.

Weihrauch & Co

Eine traditionelle Methode des Räucherns ist das Verglühen von Harzen und getrockneten Pflanzen in offenem Feuer oder auf glühender Kohle. Der Begriff 'Weihrauch' löst bei vielen Menschen Erinnerungen an Kirchenbesuche oder ihre Zeit als Messdiener aus und sie schrecken vor dem vermeintlich schweren und süßlichen Geruch zurück. In der Tat ist das Verbrennen von Weihrauch Bestandteil der katholischen Liturgie und mit dem Begriff 'Weihrauch' bezeichnete man ursprünglich das bei diesen Zeremonien verwendete Harz der Olibanumpflanze. Heute wird er jedoch mehr als Oberbegriff für verschiedene Arten von Harzen verwendet, die eine ganze Bandbreite von Düften von zitronig-frisch über herb bis hin zu süß und blumig bereit halten.

Man kann Harze einzeln oder in bunten Mischungen räuchern. Oft werden den Mischungen weitere Pflanzenteile, wie z.B. getrocknete Blüten, beigemengt. Eine Besonderheit stellt der griechische Weihrauch dar: Bei dieser bis in die Antike zurückreichenden Tradition wird feinstes Olibanum mit edlen ätherischen Ölen parfümiert.

kleine Räucheranleitung

Das Wichtigste beim Umgang mit Räucherwerk ist Zeit. Genieße das Räuchern, indem Du Dich ganz darauf konzentrierst. Zünde vielleicht noch ein paar Kerzen an oder lege Deine Lieblingsmusik auf. Stelle ein feuerfestes Gefäß an einen schönen Platz und fülle Sand hinein (übrigens: wir verkaufen keinen speziellen 'Räuchersand' - günstiger Vogelsand aus dem Supermarkt tut es nämlich auch). Achte darauf, dass die Schale auf einer feuerfesten Unterlage steht.

Nun brauchst Du eine Kohletablette. Es gibt verschiedene Sorten, zum einen die 'gewöhnliche' Räucherkohle, die mit einer Säure zur besseren Entzündung getränkt ist und auch für Wasserpfeifen verwendet wird, und 'Natur-Pur'-Kohle, die naturbelassen ist. Zünde die Kohletablette an einer Seite mit einem Feuerzeug oder über einer Kerze an und lege sie in den Sand. Damit man sich nicht die Finger verbrennt, kann man dafür eine spezielle Zange verwenden.

Wenn die Kohle glüht, legt man das Räucherwerk auf. Aber Achtung! Zwei - drei Körnchen genügen für's erste. Es ist besser, noch etwas nachzulegen als gleich zuviel aufzulegen - die Rauchentwicklung und der Duft können sonst zu stark werden.

Die Herstellung eigener Räuchermischungen

Obwohl der Handel unzählige Räuchermischungen anbietet, mag in dem ein oder anderen vielleicht der Wunsch entstehen, seine ganz persönliche Räucherung zusammenzustellen, sei es, um die persönlichen Lieblingsdüfte zu vereinen oder um eine ganz spezielle Wirkung zu erzielen. Das Vorbereiten und Mischen der einzelnen Zutaten ist zudem ein sinnliches Erlebnis, dass die entspannende Wirkung des Räucherns verstärkt.

Es gibt keine zwingenden Regeln bei der Herstellung eigener Mischungen, erlaubt ist, was gefällt. Mit etwas Übung und Fantasie kann jeder wohltuende Räucherungen zusammenstellen.

Hier noch ein paar Tips:

  • Hölzer und Blüten werden in der Regel mit Harzen kombiniert, da sie schnell abbrennen und eine leicht 'verbrannte' Unternote haben
  • Eine Mischung sollte aus nicht zu vielen Einzelteilen bestehen, vier bis fünf Zutaten reichen in der Regel aus
  • Die verschiedenen Zutaten können einfach miteinander gemischt werden. Zur besseren Verbindung empfiehlt es sich jedoch, alle in einem Mörser zu zerstoßen. Dabei wird mit den Harzen begonnen und jede Zutat einzeln zugegeben.
  • Die fertige Mischung lässt sich in einem verschließbaren Gefäß nahezu unbegrenzt aufbewahren. Allerdings sollen die Komponenten mit der Zeit die ihnen zugesprochenen Fähigkeiten verlieren.

Eine Anregung zum Austesten: Aus Dammar, Lavendel und Sandelholz lässt sich eine entspannende Räuchermischung zusammenstellen. Entscheide selbst über das 'richtige' Verhältnis!

Mehr über die Wirkungsweise der verschiedenen Räucherstoffe sowie über den Einsatz von ätherischen Ölen erfährst Du in weiteren Ratgebern.

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