Webrahmen: alte Tradition neu entdeckt

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Webrahmen: alte Tradition neu entdeckt

Weben gehört zu den wichtigsten Handarbeitstechniken, die wahrscheinlich jeder von uns irgendwann einmal - zumindest in ihren Grundzügen - erlernt hat, entweder im Kindergarten in der Schule oder bei der Oma. Auch wenn es vielleicht schon lange her ist, dass Sie einen Webrahmen in der Hand hielten, werden Sie wahrscheinlich sogleich wieder wissen, wie es funktioniert.

So finden Sie den passenden Webrahmen für Ihr Kind

Mit dem Weben ist es nämlich ein bisschen wie mit dem Fahrradfahren: Einmal gelernt, hat man den Dreh raus – zumindest was das Grundprinzip des Webens betrifft; für die meisten im Übrigen eine Erfahrung, die mit Spaß verbunden ist. Denn Weben ist im Vergleich zu Stricken oder Sticken verhältnismäßig einfach und führt schnell zum Erfolg. Kleine Teppiche oder Deckchen kann mit etwas Geschick und Motivation eigentlich jeder schaffen. Und selbst wenn es nicht für ein super Handarbeitsprodukt reicht, macht Weben an sich vielen Spaß. Ist das Endprodukt nicht in gewünschter Qualität und Ausführung, verwirft man es einfach und fängt etwas Neues an. Auch deshalb wird Weben als Beschäftigung gerne wieder entdeckt. Wie Sie den passenden Webrahmen für Ihr Kind auswählen und was Sie beim Kauf desselben beachten können, lesen Sie hier.

Warum Weben für Kinder ein sinnvolles Spielzeug ist

Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten Kinder zu beschäftigen. An klassische Handarbeitstraditionen wie das Weben denkt man dabei nicht unbedingt gleich. Dabei fördert Handarbeit die Kreativität, regt die Fantasie an und trainiert die Feinmotorik, ohne Ihr Kind unnötig zu überfordern. Beim Weben lernen Kinder viel über Farben, deren Zusammenspiel oder auch die Kreation eigener Muster. Kinder sind für Handarbeit meist offen, denn sie erkennen schnell, dass man damit viele tolle Dinge selbst herstellen kann - für Kinder eine sehr befriedigende Erfahrung. Auch beschäftigen sie sich gerne mit unterschiedlichen Materialien. Sie lieben es, mit Wolle oder Garn zu experimentieren. Und auch wenn nach Erwachsenem-Verständnis nicht immer etwas Schönes oder „Sinnvolles" herauskommt, bereitet es Kindern großen Spaß, mit den Händen eigene Ideen zu verwirklichen. Natürlich gibt es individuelle Präferenzen. Dabei können Jungs das Weben übrigens genauso toll finden, wie Mädchen – oder eben auch nicht.

Weben in der Schule und im Kindergarten

Am besten nehmen Sie sich die Zeit, um sich mit Ihrem Kind gemeinsam ans Weben heranzutasten. Hierbei spielt natürlich das Alter Ihres Kindes auch eine entscheidende Rolle. Schulkinder werden meist in der Schule mit dem Thema konfrontiert und haben dort Möglichkeiten, sich mit damit auseinanderzusetzen. Aber auch im Kindergarten wird Weben spielerisch gefördert. Zuhause können Sie Ihr Kind dabei zusätzlich unterstützen.

Das Weben - wie es funktioniert und was Sie und Ihr Kind dafür brauchen

Die gute Nachricht für alle, die sich nicht mehr an Ihre Webkünste erinnern können vorweg: Bei den meisten Webrahmen-Sets liegt stets eine Anleitung zum Weben und zum Gebrauch des Webrahmens dabei. Und da die Technik relativ simpel ist, hat man sie schnell (wieder) erlernt. Beim Weben geht es im Prinzip darum, verschiedene Fäden im rechten Winkel miteinander zu kreuzen (zu verweben). Dabei wird der Webfaden durch ein im Webrahmen gespanntes Fadengerüst geführt. Dazu benötigen Sie einen Webrahmen, den Sie nach Anleitung aufbauen (oder bereits aufgebaut kaufen), sowie Webfäden in Form von Wolle, Garn oder auch anderen Bastelmaterialien. Zunächst werden auf den Webrahmen mehrere Längsfäden, auch Kettfäden genannt, gespannt, die das Gerüst, die Kette, bilden. Dann brauchen Sie das Webschiffchen, ein einfaches Holzbrettchen mit Einkerbungen an beiden Seiten, auf das Sie den Querfaden wickeln. Diesen Querfaden, auch Schussfaden genannt, führen Sie mithilfe des Schiffchens im rechten Winkel durch die im Webrahmen gespannten Kettfäden hindurch - einmal von links nach rechts, dann umgekehrt. Dabei wird der Faden einmal oben, einmal unter den Kettfäden durchgeführt, und so Schuss- und Kettfäden miteinander verwoben. Ein Webkamm hilft, die Fäden zu verdichten und eng zueinander zu schieben. Stellen Sie sich das Prinzip des Webens so vor, dass ein "Schiffchen" im Wellental auf und ab segelt - zunächst zur einen Seite, dann wieder zurück.

Hilfe und Tipps zum Weben gibt es vielerorts

Haben Sie mit Ihrem Kind erst einmal den Anfang gemacht, werden Sie staunen, wie schnell ein größeres Stück entstehen kann. Schon bald können Sie mit verschieden farbigen Fäden und Mustern experimentieren. Ist die Grundtechnik bereits erlernt und Ihr Kind bereit für mehr? Wagen Sie sich an Experimente mit weiteren Materialien, Motiven, Mustern oder auch Produkten. Sollten Sie Hilfestellung benötigen: Im Internet und auch in Handarbeitsbüchern oder Zeitschriften finden Sie Anleitungen. Sehr nützlich sind Video-Anleitungen, die Sie auf einschlägigen Videoportalen finden. Diese sind oft detailliert und liebevoll von Hobby-Webern gestaltet. Bücher und Handarbeitsmaterialien gibt es in großer Auswahl auch.

Welcher Webrahmen für welches Alter geeignet ist

Webrahmen für Kinder gibt es bereits ab drei Jahren, und es gibt sicher Kinder, die in diesem Alter schon sehr neugierig und offen für diese Art der Beschäftigung sind. Wirklich sinnvoll ist das Geschenk im Prinzip ab fünf Jahren, weil in diesem Alter die Kinder bereits eine höhere Konzentrationsleistung haben, sich länger und intensiver mit einem solchen „Spielzeug" auseinandersetzen können und ihre Motorik so entwickelt ist, dass der Webrahmen sinnvoll benutzt werden kann. Achten Sie beim Kauf auf die entsprechenden Herstellerangaben auf der Verpackung. Im Handel werden Webrahmen für die Kleinsten stets mit einer Altersempfehlung gekennzeichnet. Diese Empfehlung zu beachten ist äußerst sinnvoll, denn der Webrahmen ist dann so konzipiert, dass er für die Kleinsten handhabbar ist. Für Schulkinder werden meist spezielle Schulwebrahmen angeboten und beziehen sich auf Kinder im Grundschulalter bzw. bis zur 7. Klasse. Webrahmen, die nicht ausdrücklich mit Altersempfehlung ausgewiesen sind, eignen sich für ältere Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Ab dem Teenie-Alter sind im Prinzip keine besonderen Kennzeichnungen mehr zu beachten.

Der Unterschied in den altersgerechten Angeboten liegt auf der Hand: Für die Kleinsten werden spezielle Webrahmen-Sets angeboten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und geringeren Verletzungsgefahr ideal sind. Alle Teile sind dann auf kleine Kinderhände abgestimmt, lassen sich aufgrund ihrer Größe leichter von Kindern führen. Die Kettfäden haben einen größeren Abstand zueinander, sodass es auch schon kleinere Kinder schaffen, das Schiffchen zu führen. Sollten Sie mit einem Kleinkind weben wollen, ist es unerlässlich, dass Sie Ihr Kind bei dieser Tätigkeit begleiten. Denn auch wenn Sie einen Webrahmen nach Altersempfehlung gekauft haben, enthält ein Webrahmen-Set immer Teile, die man einem Kleinkind nicht unbeaufsichtigt zum Spielen überlassen sollte.

Welche Webrahmen es gibt - den passenden Webrahmen aussuchen

Der klassische Webrahmen ist aus Holz gefertigt. Es gibt ihn in verschiedenen Größen, Maßen und Formen. Am beliebtesten ist wohl die rechteckige Form, aus der sich vielerlei Gegenstände herstellen lassen. Beim Kauf sollten Sie bedenken, dass die Maße des Webrahmens gleichzeitig die Maße des herzustellenden Gegenstandes begrenzen. Braucht Ihr Kind einen Webrahmen für die Schule, werden vom Lehrer meist bestimmte Maßvorgaben vorgegeben, nach denen Sie gezielt suchen können. Generell gilt, für Kinder empfiehlt sich ein überschaubares, kleines Rechteck, wie Sie beispielsweise Schulwebrahmen oder ausgewiesene „Webrahmen für Kinder" haben. Eine Webbreite von 20 bis 30 Zentimetern ist ideal. Natürlich gibt es weitere Modelle und Maße für den individuellen Gebrauch. Wer bereits Geschmack am Weben gefunden hat, freut sich vielleicht über ein etwas größeres Modell oder auch eine runde Form. Einige wenige Spielzeughersteller bieten übrigens Webrahmen auch aus Kunststoff an, die allerdings in Kindergärten oder Schulen nicht empfohlen werden. Plastik-Webrahmen können scharfe Kanten haben, zerbrechen leichter und sind weniger langlebig als Modelle aus Holz. Die Auswahl an Kunststoff-Webrahmen ist auf wenige Modelle begrenzt. Auch hat man weniger Optionen auf unterschiedliche Maße oder Formen. Der Vollständigkeit erwähnt werden sollten besondere Modelle wie Perlenwebrahmen oder auch der Webstuhl.  

Webrahmen für Kinder - Qualitätsmerkmale erkennen

Webrahmen gibt es von namhaften Spielzeugherstellern genauso wie von unbekannteren Firmen. Achten können Sie auf Siegel wie „made in Germany", „FSC" (für Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft) oder das TÜV-Siegel. Aber besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Rahmen eigentlich nicht - vorausgesetzt man achtet auf die entsprechende Altersempfehlung und die gewünschten Maße. Webrahmen gibt es in allen Preisklassen zu sehr guter Qualität. Vertrauen Sie beim Kauf auf Ihr Augenmaß und schauen Sie sich das verarbeitete Material genau an. Achten Sie auf Stabilität und eine kindgerechte Verarbeitung. Stören Ecken, Unebenheiten oder Splitter, könnte sich Ihr Kind an störenden Holzteilen verletzen.

Weben mit Kindern - weiterführende Tipps

Wenn Ihr Kind noch sehr klein ist, steht die Erlernung der Technik an oberster Stelle. Mit älteren Kindern kann man hingegen schon komplexere Motive oder Muster erarbeiten. Die Arbeit mit verschiedenen Materialien (Wolle, Perlen usw.) bringt immer wieder neue Spannung ins Thema oder testen Sie die Wirkung unterschiedlicher Farben. Komplexe Aufgaben wie die Herstellung einer Tasche oder eines anderen Gegenstandes setzt weitere Fingerfertigkeiten voraus, bei denen Sie Ihr Kind unterstützen können. Versuchen Sie Ihr Kind beim Gestalten zu unterstützen, es aber nicht zu überfordern.

Das Schöne am Weben ist: Es gibt von „ziemlich simpel" bis „äußerst komplex" immer wieder neue Herausforderungen für jede Altersstufe. Wollen Sie mit Ihrem Kind selbst kreativ werden, und haben noch keine Vorstellung von „Ihrem" Objekt, gibt es nützliche Fachliteratur und Handbücher aus dem Kreativbereich, die Ihnen weiterhelfen. Moderne Handarbeitsbücher liefern Anregungen mit konkreten Anleitungen zum Nachweben und Selbstgestalten. Auch im Internet gibt es vieles rund ums Weben zu entdecken - zum Beispiel Forenseiten für „erlebbare Geschichte", die Sie an die Ursprünge des Webens heranführen - oder praktische Videoanleitungen von Hobby- und Profiwebern, denen Sie online bei der Arbeit über die Schulter blicken können. Geben Sie in Suchmaschinen verschiedene Stichworte rund ums Weben ein, Sie werden staunen, wie viele Anregungen Sie hierbei finden. Sehr beliebt bei Kindern im Schulalter ist zum Beispiel die Gestaltung von Freundschaftsbändern oder Weben mit Perlen.

Auch hierfür finden Sie viele interessante Materialien und Angebote, die Lust auf mehr machen und nicht teuer sind. Zum Üben für Anfänger eignet sich zum Beispiel Restwolle, für größere Projekte kann man nach Wollpaketen Ausschau halten und mit mehreren Kindern gemeinsam ein Projekt starten. Da Kinder gerne bereit sind, kreativ zu arbeiten, entwickeln sie sicher schon bald die schönsten eigenen Ideen.

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