Wattangaben bei Verstärkern und Receivern

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Wattangaben bei Verstärkern und Receivern?


Die Leistung (Watt) eines Verstärkers/Receivers wird in DIN oder IHF angegeben. Was bedeutet das? DIN und IHF Norm, was ist der Unterschied? Bei der DIN Norm wird die Ausgangsleistung bei einer festen Frequenz, (1 K/Hz) an 4 oder 8 Ohm, gemessen. Bei dieser Frequenz ist die Leistung des Verstärkers am höchsten. Das heißt, wird die Ausgangsleistung mit z.B. 50 W angegeben (DIN) kann es sein das bei 30 Hz nur eine Leistung von 40 W zur Verfügung steht. Das Gleiche gilt für höhere Frequenzen. Die IHF Norm dagegen ist eine fairere Norm. Der Messbereich (Frequenzgang) reicht von 20-20.000 Hz. Ist die Sinusleistung z.B. bei 35 Hz am höchsten wird diese erreichte Leistung (W) als max. Leistung vom Hersteller angegeben. Es kann in diesem Fall durchaus sein das die Leistung bei 1 K/Hz wesentlich höher liegt. Die Angabe der Sinusleistung im Prospekt lautet dann nicht 2 x 50 W DIN, sondern 2 x 30 W IHF. Mit der ereichten Leistung wird (sollte) gleichzeitig auch die Abweichung in dB (+/- %) angegeben. Je niedriger diese Angabe ist, z.B. +0,1/-0 dB, um so gleichmäßiger ist der Frequenzgang und die Leistungsabgabe. Das macht sich auch in der Qualität der Musikwiedergabe bemerkbar. Der Unterschied zwischen 4 Ohm und 8 Ohm ist das der Wiederstand bei 4 Ohm geringer ist als bei 8 Ohm also die Leistung (W) höher. Da 99% aller (HIFI) Lautsprecher mit 8 Ohm arbeiten (angegeben sind) ist eine Angabe der Verstärkerleistung mit 4 Ohm blödsinnig, macht aber optisch mehr her. Was die sogenannte "Musikleistung" anbelangt sie ist absolut uninteressant und hat keinerlei Aussagekraft über die tatsächliche (effektive) Leistung oder die Qualität eines Verstärkers. Sie stellt nur die Spitzenleistung dar welche der Verstärker kurzfristig (Millisekunden) für Pegelspitzen aufbringen kann. Da sie sinngemäß höher ist als die Sinusleistung sieht es nur vermeintlich besser aus. Es gibt leider noch immer einige Hersteller die ihre Geräte ausschließlich mit dieser überflüssigen Leistungsangabe anpreisen. Je höher eine Leistungsangabe desto besser der Verstärker? Garantiert nicht! Die Qualität eines Verstärkers kann man nicht von der Angabe irgendeiner Ausgangsleistung ableiten. Es kommt in erster Linie auf die Konstruktion eines Verstärkers und ebenso auf hochwertigste Qualität bei den Bauteilen an. Netzteil/Spannungsversorgung, Elkos, Transistoren usw. Es gibt Verstärker die mit einer Sinusleistung von 2 x 30 W (IHF) jeden "großen" Verstärker an die Wand spielen. Das liegt u.A. daran das Elkos verwendet werden welche über enorme Speicherkapazitäten verfügen die je nach Anforderung der abzugebenden Leistung enorme Ströme freigeben können. Im übrigen würde theoretisch eine Ausgangsleistung von einem Watt ausreichen um einen Lautsprecher mit dem maximalen Schalldruck zu betreiben. Der Schalldruck eines Lautsprechers wird so angegeben: als Beispiel "max. Schalldruck 92 dB/W/m". (Messung bei einem Watt in einem Meter Abstand) Also erreicht der Lautsprecher schon bei einem Watt seine höchste Lautstärke. Die Ausgangsleistung eines Verstärkers ist deswegen höher als 1 Watt weil bei der Wiedergabe von tiefen Tönen (z.B. 25 Hz) eine enorme Leistung (unabhängig von der eingestellten Lautstärke) vom Verstärker gefordert wird sonst würde die Wiedergabe nur Verzerrungen hervorbringen.

Antwort zu Bemerkungen von Lesern zur DIN Norm

Was die Möglichkeit Verstärker (Leistung) miteinander zu vergleichen anbelangt, mag es angebracht sein 1Khz als Bezugspunkt zu verwenden. Ist aber für den Käufer eigentlich unerheblich. Fakt ist das die Angabe der Verstärkerleistung in einem Herstellerprospekt, wie z.B. 2 x 200 W/DIN 4 Ohm, den Betrachter nur in die Irre führt. Im Grunde ist sie unehrlich. Die Abweichungen des Frequenzgangs bleibt natürlich unerwähnt. Dagegen ist die IHF Norm tatsächlich aussagekräftiger. Allerdings besteht auch da die Möglichkeit den Käufer zu blenden. Nämlich darin indem man die Abweichungen des Frequenzgangs (Messbereich) 20-20.000 Hz in (+/-dB) nicht mit angibt. Ganz krass wäre es wenn der Frequenzgang (20-20.000 Hz) eine Abweichung, +/- von mehr als 3 dB hätte. Hab ich schon mal gefunden da wurde auf einem Diagramm ersatzweise statt 20-20.000, 40-20.000 Hz +1/- 0,8 % angegeben. Tatsächlich war aber zwischen 20-20.000 Hz eine Abweichungen von +1/-4,5 dB zu sehen! Also ein Einbruch im Frequenzgang unterhalb 40 Hz. Generell sollte man endlich die DIN Norm beerdigen da sie absolut nicht mehr zeitgemäß ist. Z.B Klirrfaktor, gefordert wird vom Verstärker 1% bei einer Bandbreite von 40-12.000 Hz. War 1973 ja noch angebracht, heute ein Witz. Beispiel für strengere Messnormen z.B. der Fremdspannungsabstand nach IHF. Verlangt wird bezogen auf eine Ausgangsleistung von 2 x 50 mW mindestens 50 dB. Die DIN Norm hingegen verlangt  für Verstärker von 2 x 10 W Sinus 50 dB Mit steigender Leistung  lässt DIN geringere Werte zu. Im Grunde ist es gelinde gesagt blödsinnig zu versuchen Verstärker oder Receiver mittels Normen oder technischer Daten zu vergleichen. Technische Daten sind lediglich ein kleiner Anhaltspunkt um Geräte zu vergleichen. Es ist angesagt Geräte im direkten Hörvergleich auszusuchen. Bei PA Systemen werden grundsätzlich 8 oder sogar 16 Ohm Boxen verwendet da neben dem Schalldruck in erster Linie die Belastbarkeit eine Rolle spielt. (Der Test von PA Lautsprechern ist ähnlich dem von HiFi Lautsprechern jedoch mit weißem Rauschen über 8 Stunden) Was sogenanntes HiFi im Auto anbelangt braucht man eigentlich nicht darüber zu diskutieren. Hohe Verstärkerleistung bei minimalster Verzerrung in einem unzulänglichem Abhörraum? HiFi ? Die meisten Besitzer von Super Car HiFi haben zu Hause, wenn überhaupt, nur das minimalste an HiFi Geräten. Watt solls.

Fazit: Lasst Euch nicht durch Fantasie Wattangaben (z.B. 2X 500WMusikleistung-DIN/4 Ohm) einen Bären aufbinden!

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