Wassertests für das Aquarium - Passende Produkte auswählen

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Wassertests für das Aquarium - Passende Produkte auswählen

Als Aquariumsbesitzer wissen Sie, dass die Wasserqualität in Ihrem Aquarium genauso wie im natürlichen Umfeld wichtige Lebensgrundlage für Fische, Pflanzen und Mikroorganismen ist. Um Ihren Aquariumsbewohnern ein gesundes Leben in idealer Umgebung gewährleisten zu können, sollten Sie das Wasser in Ihrem Aquarium so sauber wie möglich halten, und es den speziellen Anforderungen der Bewohner anpassen. Da man aber mit bloßem Auge nicht sehen kann, welche organischen und chemischen Substanzen in welchen Mengen im Wasser Ihres Aquariums enthalten sind, sollten Sie einen Wassertest durchführen, der Ihnen Aufschluss über die Zusammensetzung des Wassers und somit dessen Qualität gibt. Erst nach einem Wassercheck können im Bedarfsfall die notwendigen Anpassungen vorgenommen werden. Um Ihnen die Kaufentscheidung für die passende Testmethode für Ihre speziellen Anforderungen zu erleichtern, sollten Sie zuerst die verschiedenen Typen an Wassertests sowie deren Vor- und Nachteile kennen.

Wassertests, die zur Feststellung der Wasserqualität im Aquarium dienen

Die wichtigsten Wasserwerte, die man von Zeit zu Zeit im Aquarium überprüfen sollte, sind neben der Temperatur die Leitfähigkeit, der pH-Wert, die Gesamthärte (GH), die Karbonhärte (KH) sowie der Gehalt an Eisen (Fe), Kohlendioxid (CO2), Nitrat (NO3), Nitrit (NO2), Phosphat (PO4), Ammonium (NH4), Kupfer (Cu), Sauerstoff (O2) sowie Spurenelementen. Zur Bestimmung der einzelnen Substanzen im Wasser sind verschiedene Messmethoden beziehungsweise Wassertests auf dem Markt verfügbar, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Damit die Temperatur stimmt

Die Temperatur des Wassers wird mit einem Wasserthermometer gemessen. Die Wassertemperatur im Aquarium ist einer der bedeutendsten Wasserwerte, weil Fische keine wechselwarmen Lebewesen sind und somit ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können. Alle Lebensfunktion von Fischen, wie z. B. die Futteraufnahme und der Stoffwechsel, genauso wie die Fruchtbarkeit und Farbenpracht der Tiere, sind temperaturabhängig. Zudem ist eine richtig eingestellte Temperatur auch für das Wachstum der Aquariumspflanzen und das Fernhalten von unerwünschten Bakterien unabdingbar. Deshalb wird empfohlen, die Wassertemperatur täglich zu überprüfen und auf die individuellen Bedürfnisse der in Ihrem Aquarium lebenden Fische abzustimmen. Aber gerade auch vor der ersten Einsetzung von Fischen ist darauf zu achten, dass das Aquariumsbecken korrekt temperiert ist. Daher sollte beim Kauf eines Thermometers unbedingt darauf geachtet werden, dass das Wasserthermometer präzise misst.

Welche Thermometerarten gibt es?

Wasserthermometern gibt es in den verschiedensten Varianten. Am bekanntesten ist das Flüssigkeitsthermometer, bei dem als Flüssigkeit heute normalerweise ein rot eingefärbter Alkohol verwendet wird. Die Anzeigentoleranz dieses Temperaturmessers beträgt bis zu +/- 1,5 Grad Celsius. Die früher üblichen Flüssigkeitsthermometer sind hochgiftig und deshalb nicht für Aquarien geeignet.
Bedeutend exakter als Flüssigkeitsthermometer messen Digitalthermometer, die üblicherweise eine Messtoleranz von circa +/- 0,5 Grad Celsius haben. Der Temperatursensor eines Digitalthermometers wird normalerweise mit einem Saugnapf an der Glasscheibe des Aquariums angebracht, während man die Digitalanzeige außerhalb des Aquariums platziert. Bessere Messresultate werden jedoch erreicht, wenn der Sensor einen Abstand von ungefähr 1 cm zur Glasscheibe hat.

Achtung Verwechslungsgefahr!

Zur Beurteilung der Wassertemperatur werden im Handel auch Flüssigkristallanzeigen angeboten, die temperaturabhängig reagieren. Diese sind jedoch zur Messung der Temperatur des Wassers im Aquarium nicht geeignet. Dieser Thermometertyp, der fälschlicherweise aus Marketinggründen manchmal auch Digitalthermometer genannt wird, wird an die Außenseite eines Aquariums geklebt und misst deshalb nicht die Wassertemperatur, sondern eine Mischung aus Wasser- und Lufttemperatur. Dabei können Messtoleranzen bis zu +/- 3 bis 4 Grad Celsius auftreten.

Teststreifen

Zur Messung der wichtigsten Einzelsubstanzen im Wasser werden oft Teststreifen verwendet. Ein Teststreifen wird einfach ins Wasser gehalten. Dadurch verfärbt sich das auf dem Streifen aufgebrachte Messpapier. Zur Wertfeststellung wird die Färbung des Teststreifens nach der vorgegebenen Zeit mit einer Skala verglichen. Sinnvollerweise führt man über die Ergebnisse der Messungen Buch, um die Entwicklung der einzelnen Werte beobachten zu können und bei extremen Veränderungen rechtzeitig mit Gegenmaßnahmen reagieren zu können. Vorteile dieser Art der Messung sind, dass sie sehr schnell durchgeführt werden kann, einfach zu handhaben ist und dass man nicht mit Chemikalien hantieren muss. Nachteile sind, dass diese Messmethode weniger genau als der später beschriebene Tropftest ist und dass der Farbvergleich nicht zu 100 % objektiv ist, da er vom Auge des Anwenders und vom Licht beeinflusst wird.

Tropftest beziehungsweise Tröpfchentest

Es gibt zwei verschiedene Tropftestmethoden. Bei der Farbumschlag-Methode wird einer Probe so lange Reagenz beigemischt, bis ein Farbumschlag stattfindet. Dieses Vorgehen ist sehr präzise, da der Farbumschlag eindeutig zu erkennen ist. Die Messgenauigkeit dieses Wassertests wird sowohl vom Volumen der Wasserprobe als auch vom Volumen der Reagenzflüssigkeit beeinflusst. Deshalb ist darauf zu achten, dass die Flasche beim Eintropfen der Reagenzflüssigkeit in den Messbehälter senkrecht gehalten wird, damit es nicht zum Abriss von Tropfen kommt und die Anzahl der verbrauchten Tropfen bis zum Farbumschlag nicht richtig gezählt werden. Außerdem muss man das genaue Volumen für die Wasserprobe, das in der Gebrauchsanweisung angegeben ist, sicherstellen. Ein Nachteil bei diesem Testverfahren ist, dass Chemikalien eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Farbskalamethode

Die Farbskala-Methode ist die zweite Art der Messung durch Tropftest. Bei diesem Verfahren wird der aus dem Aquarium entnommenen Probe ebenfalls eine Reagenz zugesetzt und nach einer vorgegebenen Zeit die Färbung mit einer Farbskala verglichen. Auch diese Methode ist verhältnismäßig genau. Leider muss auch hier mit Chemikalien gearbeitet werden. Als weiterer Nachteil kann genannt werden, dass genauso wie bei den Teststreifen, der Farbvergleich vom subjektiven Auge des Testers und vom Licht abhängt. Ein Tröpfchentest eignet sich gut zur Feststellung der Werte aller chemischen Substanzen im Wasser.
Nach dem Kauf der Reagenzien für die Tröpfchentests sollte darauf geachtet werden, dass diese an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert werden, damit sie voll funktionstüchtig bleiben und nicht zu schnell altern. Außerdem ist auf das Verfallsdatum zu achten, denn im Haltbarkeitsdatum abgelaufene Messreagenzien könnten zu verfälschten Messergebnissen führen. Diese könnten fatale Auswirkungen für die Lebewesen im Aquarium haben. Darüber hinaus sollten die Tropftests stets bei Tageslicht durchgeführt werden, da der Farbvergleich von Reaktionsgemisch und Farbtafel darauf abgestimmt ist.

Leitwertmessgeräte

Unter Leitwert versteht man die elektrische Leitfähigkeit des Wassers im Aquarium. Diese hängt vom Salzgehalt ab, denn nur Ionen von Salzen leiten im Wasser elektrischen Strom. Dabei leiten Ionen unterschiedlicher Salze auch unterschiedlich gut. Demzufolge gibt die Leitfähigkeit Information über die im Aquariumwasser gelösten Salze. Jedoch wird nur die Summe aller Salze gemessen. Das heißt, der Leitwert gibt keine Auskunft über die Veränderungen der einzelnen Salze und ist somit kein geeigneter Indikator für Wasseranpassungen. Leitwertmessungen ergänzen Einzelmessungen der Salze. Mit dem Leitwert kann lediglich die Gesamthärte des Wassers abgeschätzt werden. Leitwertmessungen sind insbesondere empfehlenswert, wenn Weichwasserfische gezüchtet werden. Der Leitwert wird von einem speziellen Leitwertmessgerät gemessen.

Worauf ist beim Kauf eines Leitwertmessers zu achten

Beim Kauf eines Leitwertmessers sollte man darauf achten, dass das Gerät eine automatische Temperaturkompensation hat, weil die Leitfähigkeit immer bei 25 Grad Celsius gemessen werden muss. Ansonsten ist es eher eine Preis- und Geschmacksfrage, für welches Modell und welchen Hersteller man sich entscheidet. Alle Messgeräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Zwei an einer Gleichstromquelle angeschlossenen Elektroden werden ins Wasser getaucht. Dann wandern die positiven Kationen im Wasser zur Kathode und die negativen Anionen zur Anode und es fließt durch Schließen des Stromkreises über die im Wasser gelösten Stoffe ein elektrischer Strom, der gemessen wird. Neben den klassischen Leitmessgeräten gibt es auch noch TDS-Messgeräte , welche die elektrische Leitfähigkeit aller gelösten Feststoffe (TDS = Total Dissolved Solids) im Wasser messen. Die TDS kann aber auch berechnet werden.

Aquariencomputer

Natürlich hat die Computertechnik auch im heimischen Aquarium Einzug gehalten. Einige Wasserwerte, wie Sauerstoffgehalt, PH-Wert und Temperatur kann man auch elektronisch mit einem Aquariencomputer messen und überwachen. Die Messung mit einem elektronischen Wassertester ist sehr schnell, da sie nicht manuell vorgenommen werden muss. Weiterhin erhält man für die messbaren Werte dieser Methode exakte Ergebnisse. Zudem sind die Messwerte rund um die Uhr und bei den meisten Modellen auch über Internet und Mobiltelefon abrufbar. Sie können die Wasserwerte also auch kontrollieren, wenn Sie nicht zu Hause sind. Die auf dem Markt befindlichen Aquariencomputer unterscheiden sich kaum in Leistung und Qualität, was die Wassertestfeatures betrifft.

Richtige Anwendung von Wassertests entscheidet über Leben und Tod der Aquariumsbewohner

Wenn Sie ein Produkt zur Ermittlung der Wasserwerte in Ihrem Aquarium gekauft haben, dann sollten Sie sich vor der Durchführung eines Tests intensiv mit der Gebrauchsanweisung des erworbenen Messinstrumentes auseinandersetzen. Sie sollten auf jeden Fall dafür Sorge tragen, dass Messfehler vermieden werden, denn diese könnten die Gesundheit oder gar das Leben der Lebewesen in Ihrem Aquarium gefährden. Außerdem ist es für einen aussagekräftigen Wasserwert sinnvoll, für Tests Wasserproben aus verschiedenen Stellen im Aquarium zu entnehmen bzw. an unterschiedlichen Orten zu messen, da die Substanzverteilung in Aquarien oftmals ungleichmäßig ist. Unter Umständen sind Werte von Wasser am Ansaugrohr anders als im freien Schwimmraum.

Führen Sie Protokoll

Außerdem ist es empfehlenswert, über einzelne Messergebnisse Protokoll zu führen. Jede Messung und der aus ihr hervorgehende Messwert ist nur eine Momentaufnahme. Da jedoch Stoffwechselvorgänge im Wasser des Aquariums sowohl kurzfristigen wie auch langfristigen Schwankungen unterliegen, lassen sich Messergebnisse samt ihrer Schwankungen nur durch Langzeitbeobachtung richtig interpretieren. Zu messende Werte (z. B. O2, CO2, pH) können sich innerhalb weniger Stunden ändern. Insgesamt gesehen sollten Einzelmessungen nicht überbewertet werden, weil das Milieu im Wasser sich aus vielen Komponenten mit wechselseitigen Abhängigkeiten und Beziehungen zusammensetzt. Die Abhängigkeiten sollten berücksichtigt werden, um falsche Rückschlüsse zu vermeiden, die zu nicht notwendigen Gegenmaßnahmen führen könnten. Ein hoher Ammoniumgehalt ist zum Beispiel nur dann gefährlich, wenn auch der pH-Wert hoch ist. Zur Interpretation von Wasserwerten ist es erforderlich, Wissen über die Wasserchemie zu haben. Informationen zum Thema Wasserqualität in Ratgebern und Fachbüchern zum Thema Aquarium könnten dafür auch hilfreich sein.

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