Was sollte man beim Kauf von Zirkonia beachten?

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Was sollte man beim Kauf von Zirkonia beachten?

Während der Diamant ein äußerst seltener und teurer Edelstein ist, wird Zirkonia (auch Cubic Zirkonia) künstlich hergestellt und ist dementsprechend deutlich günstiger zu erwerben. Er gilt heutzutage als beste Imitation des Diamanten und kommt ihm optisch so nahe, dass oftmals sogar Experten den Unterschied nicht ohne Wärmetests erkennen können. Das tolle Aussehen gepaart mit dem niedrigen Preis macht den Zirkonia zu einem beliebten Schmuckstein

Geschichte des Zirkonia

Gerade weil Edelsteine außerordentlich selten und begehrt sind, wurde schon immer versucht, einen Weg zur künstlichen Herstellung zu finden. Nachdem die chemische Zusammensetzung der Steine entschlüsselt wurde, war ein erster Schritt getan. Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es nach und nach, fast alle Edelsteine zu synthetisieren. Besonderes Streben galt dabei dem Ziel, den begehrten Diamanten künstlich herzustellen. Bereits im 15. Jahrhundert waren Fälschungen von Diamanten im Umlauf. Der Unterscheid einer Imitation, wie der Zirkonia eine ist, zur Fälschung besteht darin, dass der Käufer nicht getäuscht wird. Die Steine werden mit dem Vermerk verkauft, dass sie synthetisch produziert wurden. Je ähnlicher die Imitation dem Stein ist, desto besser ist sie natürlich. Erste Versuche, den Diamanten zu imitieren, waren dabei Strasssteine oder die Rutilsynthesen. Auch natürliche Edelsteine wurden als Ersatz zum Diamanten benutzt, beispielsweise ähnelt Bergkristall dem Diamanten und ist dabei wesentlich häufiger. Ein Bestreben war es auch, der extremen Härte des Diamanten möglichst nahe zu kommen. In den 1970er Jahren wurde die Synthetisierung des Zirkonia entwickelt. Dieser ähnelt dem Diamant zum einen optisch sehr stark. Aber auch in der Härte kommt er ihm sehr nahe. Mittlerweile ist der Zirkonia ein sehr gefragter Schmuckstein und wird in den Laboren vielfach produziert.

Herstellung des Zirkonia

Der Zirkonia kann im Labor in großen Mengen produziert werden. Dadurch kommt es auch zu dem günstigen Preis, denn der Stein ist zur Massenproduktion geeignet. Er wird aus Zirkoniumoxid hergestellt. Daher erhält der Stein auch seinen Namen. Das Zirkoniumoxid wird bei der Herstellung des Steins entweder mit Yttriumoxid oder mit Calciumoxid stabilisiert. Bei ersterer Variante sind die Steine unempfindlich gegen Feuer und Borsäure bei der Reparatur. Rein äußerlich kann man die beiden Herstellungsweisen aber nicht unterscheiden, es sind sogar aufwändige Tests dafür notwendig. Bei 2000° C wird der Stein dann zusammengeschmolzen und erhält sein Funkeln. Um zu vermeiden, dass sich kleine Gasbläschen einschließen und die Brillanz vermindern, wird oft in Vakuumkammer gearbeitet. Dabei sind die Varianten sehr vielfältig. Zirkonia kann in allen Farben, Formen und Größen hergestellt werden. Die Abhängigkeit von der Beschaffenheit eines Natursteins besteht so nicht.

Unterschiede zwischen Zirkonia und Diamant

In der optischen Erscheinung kommen sich der Zirkonia und der Diamant sehr nahe. Beide brechen das Licht und funkeln in vielen verschiedenen Farben. Allerdings besitzt der Zirkonia ein kleines bisschen weniger Brillanz, dafür ist das Farbenspektrum bei den Lichtreflexen etwas höher. Die beiden Steine sind sich aber optisch so ähnlich, dass selbst Experten häufig Hilfsmittel zur Unterscheidung benötigen. Die Härte bei Edelsteinen wird in der Mohs-Skala gemessen. Diamant besitzt als härtestes in der Natur vorkommendes Material den Wert 10. Zirkonia dagegen weist einen Wert von 8 - 8,5 auf. Der Diamant besteht aus Kohlenstoff, während der Zirkonia aus Zirkoniumoxid hergestellt wird. Auch das Gewicht ist ein Unterscheidungsmerkmal bei den beiden Steinen, Zirkonia ist bei gleicher Größe etwa 75% schwerer. Auch die Streuung des Lichts ist bei Zirkonia etwas höher und die Reinheit ist höher als bei Diamanten, da erstere synthetisch hergestellt werden und somit keine Einschlüsse haben. Allerdings können heutzutage auch künstliche Einschlüsse erzeugt werden. Diamant ist ein elektrischer Isolator, leitet aber Wärme sehr gut. Zirkonia dagegen ist ein schlechter Wärmeleiter. Anhand dieses Unterschiedes stellen die meisten Juweliere und Fachleute fest, ob es sich wirklich um einen Diamanten oder um einen Zirkonia handelt. Der größte Unterschied – und das ist es auch, was den Zirkonia so beliebt macht – ist aber der Preis. Das Imitat kostet nur einen Bruchteil dessen, was ein Diamant derselben Größe kostet.

Schmuckstücke mit Zirkonia

Der Zirkonia kann dabei alle Schmuckstücke verzieren, die auch mit Diamanten veredelt werden. Vor allem Ringe mit dieser Diamantimitation sind äußerst beliebt. Sie bieten dasselbe spektakuläre Aussehen wie Ringe mit Brillanten und kosten deutlich weniger. Auch als Ersatzring für wertvolle Eheringe mit echtem Diamant bieten sie sich an. So können Zirkonia-Ringe im Alltag oder bei Sport getragen werden, um die kostbaren Ringe vor Beschädigungen zu schützen. Armbänder lassen sich mit dem Zirkonia auch üppig verzieren, ohne dass der Preis astronomisch hoch wird. Allerdings sollten Sie dabei darauf achten, dass Ihr Schmuck dann nicht übertrieben wirkt. Bei den günstigen Preisen ist die Versuchung hoch, deutlich mehr funkelnde Edelsteine am Körper zu tragen. Auch verschiedenem Ohrschmuck verleiht das Diamantimitat Glanz. Kleine unauffälliger Ohrstecker erhalten häufig durch den Zirkonia einen schönen und edlen Akzent. Weitere Schmuckstücke, die mit dem Zirkonia verziert werden, sind unter anderem Broschen, Anstecknadel oder Halsketten

Verschiedene Farben beim Zirkonia

Durch die verschiedenen Farben ist der Zirkonia als Schmuckstein äußerst vielfältig. Somit eignet er sich perfekt für unterschiedliche Anlässe. Auch passend zu Ihrer Haut- oder Haarfarbe können Sie den Zirkonia wählen. Champagnerfarbener Zirkonia beispielsweise passt zu vielen verschiedenen Kleidungsstilen und Anlässen. Schmuck mit schwarzem Zirkonia können Sie unter anderem bei Trauer oder Beerdigungen tragen. Die typische Farbe des Steins ist aber wie bei Diamanten weiß beziehungsweise farblos. Diese Exemplare funkeln besonders schön und es treten die vielfarbigen Lichtreflexionen auf. Auch Rosa, Gelb oder Grün sind Farben, in denen Zirkoniasteine erhältlich sind. Grüne und blaue Farbtöne sind dabei etwas schwieriger zu erhalten. Auch Steine mit Farbwechsel bei Kunstlicht können hergestellt werden. Durch den günstigen Preis können Sie auch Exemplare in verschiedenen Farben erwerben, ohne ein Vermögen auszugeben. Vor allem wenn auch das Material des Schmuckstücks an sich günstig ist, ist eine bunte Kollektion an Edelsteinschmuck nicht mit hohen Ausgaben verbunden.

Qualitätsmerkmale des Zirkonia

Seltene Edelsteine wie Diamant, Saphir oder Rubin werden meistens mit den vier C’s bewertet und klassifiziert. Die Größe beziehungsweise das Gewicht (Carat), die Reinheit (Clarity), die Farbe (Colour) und der Schliff (Cut) sind dabei ausschlaggebend für die Qualität und auch den Preis. Die meisten dieser Faktoren sind bei echten Edelsteinen natürlich, nur die Qualität des Schliffs kann vom Menschen beeinflusst werden. Da der Zirkonia synthetisch hergestellt wird, werden all diese Merkmale vom Menschen gesteuert. Allerdings ist es auch im Labor mit hochtechnischen Geräten eine große Herausforderung, den Glanz und die Farbe des Zirkonia zu optimieren. Dementsprechend greifen diese Merkmale auch bei diesem synthetisierten Stein, wenngleich die Preisabweichungen dann nicht so groß sind wie bei echten Edelsteinen.

Gewicht und Größe

Das Gewicht kann im Labor relativ leicht gesteuert werden. Wie bei allen Edelsteinen ist auch hier die gebräuchliche Einheit das metrische Karat. Ein Karat entspricht dabei 0,2 Gramm. Diese Maßeinheit kommt vom Gewicht der Frucht vom Johannisbrotbaum, das früher als verlässliches Vergleichsgewicht verwendet wurde. Nicht zu verwechseln ist die Einheit mit dem Karat, das den Feingehalt von Gold misst. Auch wenn große Zirkoniasteine mit verhältnismäßig wenig Aufwand produziert werden können, so sind sie natürlich dennoch teurer als kleine Exemplare. Bei der Auswahl der richtigen Größe sollten Sie auch die höhere Dichte im Vergleich zum Diamant beachten. Zirkonia mit der gleichen Größe wie ein einkarätiger Diamant wiegt etwa 1,75 Karat.

Reinheit und Schliff

Auch die Reinheit kann beim Herstellungsprozess sehr gut gesteuert werden und falls nicht unsauber gearbeitet wurde oder absichtlich Einschlüsse erzeugt wurden, ist die Qualität immer lupenrein. Falls ein Stein einmal nicht rein erscheint, liegt es meistens an Staub oder sonstigen äußeren Verschmutzungen. Die Farbe kann auch relativ leicht angepasst werden. Manche Farbtöne wie grün oder blau sind aber etwas schwerer zu erhalten und dementsprechend teurer sind dann die Steine. Die Güte des Schliffs ist natürlich wie bei allen Edelsteinen auch beim Zirkonia ein Qualitätsmerkmal. Ein schlecht geschliffener Zirkonia ist deutlich weniger wert als ein Exemplar mit perfektem Schliff. Da das Preisniveau beim Zirkonia aber auch bei sehr gutem Schliff bereits recht niedrig ist, gibt es auch bei verschieden gutem Schliff keine großen Schwankungen im Wert. 

Verschiedene Schliffarten beim Zirkonia

Wie auch beim Diamant und vielen anderen Edelsteinen entfaltet sich die volle Pracht beim Zirkonia auch erst nach dem Schleifen. Dabei gibt es unterschiedliche Schliffformen. Beim Zirkonia werden dieselben Schliffe wie auch beim Diamanten verwendet. Im Gegensatz zu seinem natürlichen Verwandten muss beim Schleifen des Zirkonia auch nicht so stark auf das Äußere (Einschlüsse oder Form) geachtet werden. Wie auch beim Diamant ist die beliebteste Art beim Zirkonia der Brillantschliff. Bei dieser Unterart des Facettenschliffs wird die Lichtbrechung optimiert und der Stein funkelt in voller Pracht. Die Brillantform besitzt mindestens 56 Flächen, den sogenannten Facetten. Der Emerald- oder Smaragdschliff formt den Zirkonia wie ein Achteck. Nach dem Pear-Shape-Schliff besitzt der Zirkonia eine Tropfenform. Darüber hinaus gibt es einige weitere Schliffarten. Die Wahl des Schliffs ist auch immer ein Stück weit Geschmackssache – sie sollten den Schliff wählen, bei dem Ihnen der Stein am besten gefällt.

Richtige Pflege und Reinigung des Zirkonia

Um den Schmuckstein von Verunreinigungen und Schmutz zu befreien, sollten Sie ihn regelmäßig reinigen. Nur so behält er seinen Glanz und die volle Brillanz. Sie können dabei mit normalen Schmuck-Reinigungsmitteln arbeiten, aufgrund der Härte von Zirkonia können Sie sogar eine Bürste nehmen, ohne Kratzer oder Beschädigungen fürchten zu müssen. Nach der Reinigung sollten Sie den Stein mit einem Tuch trocknen, ansonsten könnte ein seifiger Film auf der Oberfläche die Brillanz mindern. Wenn Sie den Zirkonia regelmäßig reinigen, können Sie lange Freude an dem funkelnden Stein haben.

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