Was sind eigentlich Süßwasser-Zuchtperlen?

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Was sind eigentlich Süßwasser-Zuchtperlen?

Legendär sind die Geschichten von Perlentauchern, die im Meer enorme Tiefen erreichen und dabei mehrere Minuten den Atem anhalten können. Vielleicht assoziiert man diese Geschichten und Bilder automatisch mit Perlen, so dass die Verbindung Perlen und Meer in vielen Köpfen fest verankert ist. Aber heutzutage ist das Meer nicht mehr die alleinige Quelle für Perlen. Im asiatischen Raum hat man sich auf die Zucht von Perlen spezialisiert, die von Weichtieren produziert werden, die in Flüssen und Süßwasserseen leben. Die Süßwassermuschel Hyriopsis schlegelii spielt dabei eine bedeutende Rolle. Sie gehört zur Familie der Unionide, wird zirka 20 x 30 cm groß und bis zu 80 Jahre alt. Sie stirbt nach der Ernte nicht und kann wieder bekernt werden.

Bei der Zucht wird ein kleiner Schnitt in das Fleisch der Muschel vorgenommen und etwas Gewebe (sogenanntes Epithelmaterial) einer anderen Spendermuschel eingepflanzt. Dies macht man auf beiden Seiten der Muschel, womit das Wachstum von 50 bis 60 Perlen angestossen wird. Pro Jahr wächst die Perlmuttschicht um bis zu 2 mm, so dass nach 3 bis 4 Jahren Perlen in der Größe 7 bis 8 mm geerntet werden können. Das eingepflanzte Gewebe hingegen löst sich auf oder wird abgestossen. Die Perle besteht also durch und durch aus Perlmutt. Diese Zuchtmethode ist ein enormer Wettbewerbsvorteil gegenüber Akoya-Perlen. Bei diesen Perlen sind zirka 2 bis 5 Perlen pro Muschel möglich. Außerdem werden diese Muscheln nach der Ernte nicht wieder bekernt. Aufgrund der Zuchtmethode ohne Kern (Nukleus) sind perfekt runde Perlen in der Süßwasserzucht sehr selten. Aber dafür sind sie generell sehr robust und weniger empfindlich gegen Abnutzung und Gebrauch.

Das klassische Zuchtverfahren wurde in der Neuzeit verfeinert. Inzwischen nimmt man auch fertige Perlen und pflanzt diese wiederum mit etwas Epithelmaterial in die Muschel. Ähnlich wie bei der Akoya-Perlenzucht erreicht man dadurch schnell größere Perlen und insgesamt rundere Perlen. Es sind Größen bis um die 14 mm möglich.

Süßwasser-Zuchtperlen sind eine preisgünstige Alternative zu den klassischen Salzwasserzuchtperlen. Und aufgrund verbesserter Zuchtmethoden ist die Qualität und Optik dieser Perlen inzwischen so gut, dass man kaum Unterschiede zu Salzwasser-Perlen erkennt.

Wer gute Perlen liebt und nicht mit den Begrifflichkeiten "Akoya-, Tahiti- und/oder Südsee-Perlen" verheiratet ist, ist mit Süßwasser-Zuchtperlen sehr, sehr gut bedient. Er bekommt haltbare, massive Perlen und schont nebenbei seinen Geldbeutel.

In diesem Sinne!

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