Was sagen Katalogpreise

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Wie realistisch sind Katalogpreise? Diese Frage hat sich wohl schon jeder Sammler gefragt. Laut Kataloghersteller orientieren sich Katalogpreise am Markt- nun fragt man sich nicht selten, an welchem? Wer will behaupten, die Katalognotierungen für einfaches Massenmaterial Bund, Berlin, DDR der 60er bis 90er Jahre seien realistisch... Sicherlich wird einer der letzten verbliebenen Ladenhändler versuchen Bund Block 22 noch zu 30 oder 40 Prozent Katalogpreis zu verkaufen, und sicherlich gibt es in Deutschland noch 2 oder 3 Käufer, die den Preis bezahlen. Aber das ist nicht der Marktpreis, sondern der Preis basiert auf Unkenntnis des Käufers. Tatsächlich kauft man heute z.B. den Beethovenblock ** für 3 Euro, inklusive Porto- bei einer Katalognotierung  von 32 Euro. Gestempelt wurden wir letztlich gefragt, ob der Block geprüft sei? Hallo??? Wie rechnet sich eine Prüfung eines Blocks für 7,32 Euro Kaufpreis?

Stellt man Katalogpreise Deutscher Sammelgebiete oder gar Abarten , Plattenfehler und Doppeldrucke in Relation zu Katalognotierungen Mittelamerikas drängt sich schnell der Verdacht auf, dass von Marktpreisen keine Rede sein kann. So wurden die Ausgaben El Salvadors, beispielsweise Vögel, von 60 Michel-Mark auf 4,50 Michel-Euro herabgesetzt. In Relation zu einem gängigen Billig-Zuschlagsatz, der für 5% Katalog zu haben ist, müßte der Motivsatz für 23 Cent käuflich zu erwerben sein- problemlos. Nun kann man behaupten, es gäbe für den Satz El Salvadors keine Nachfrage, was beim Motiv Vögel natürlich Unsinn ist. Wenn es keine Nachfrage gibt, dann für den billigen Zuschlagsatz. Was will der Schreiber damit sagen? Katalog ist gut, als Übersicht, als Nachschlagewerk, aber die Notierungen können tatsächlich nur vage Versuche einer Bewertung sein. Motivsätze dieser Art kaufen wir bis zu 200% Katalogwert.

Der Markt ist nicht der Katalog, der Markt sind Plattformen wie Ebay oder Großhändlerpreise. Wer will behaupten im Ebay würden Spitzenpreise bezahlt, aber wenn einige Ausgaben Übersee über 100% Katalogwert erbringen, dann läßt dies in Sachen Unterbewertung in Katalogen tief blicken Andererseits sollte man seine Bestände  nicht "Schönrechnen". - "10000 Michel DDR" sind realistisch eben manchmal nur 200-300 Euro Verkaufswert. Mancher fühlt sich vielleicht betrogen. Statt auf den Katalog wie auf die Bibel zu schwören sollte jeder Sammler seine eigenen Marktanalysen betreiben. Gerade Ebay bietet hier gute Möglichkeiten. Wer meint, alles "für maximal 20% Katalog" kaufen zu wollen wird schnell an Grenzen stoßen und anderes viel zu teuer erwerben. Wer einen Plattenfehler mit Katalogpreis 200 Euro erwirbt und dafür 4,59 Euro bezahlt kann nicht ernstlich glauben ein Schnäppchen gemacht zu haben. Das zeigt sich schnell im Wiederverkauf. Also, realistisch bleiben, Preise vergleichen und den Katalog als das nehmen, was er ist, ein gutes Werk zur Übersicht und auf Tauschtagen.

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