Was sagen DIN und EN Klassen über Heimtrainer aus ?

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Was ist ein Heimtrainer und was ist ein Ergometer ?


Das Wort "Heimtrainer" wird häufig als Oberbegriff für ganz unterschiedliche Arten von Geräten benutzt. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind für den Laien oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Daher gibt es zwei Industrie-Normen, nach denen die Geräte in Klassen eingeteilt werden. Diese Industrie-Normen regeln auch die Mindestanforderungen an Sicherheit und Funktion, die Geräte erfüllen müssen, um die entsprechende Norm zu erfüllen. Die Angabe der DIN-Norm bei der Artikel-Beschreibung ist daher eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Auswahl des passenden Gerätes - dies gilt unabhängig davon, ob ein neues oder ein gebrauchtes Gerät angeschafft werden soll.

DIN  = Deutsche Industrienorm 

Heimsportgeräte werden in der DIN 32932 geregelt und sind darin in die Klassen A bis D eingeteilt. Häufig findet man in den Produktbeschreibungen auch nur die Angabe des Buchstabens:

DIN 32932 A = Ergometer

Ergometer müssen eine hohe Genauigkeit an die Messung und Darstellung der Leistung mit der Angabe in Watt erfüllen und auch die Leistungssteuerung über die Watt-Vorgabe möglich sein muss. Dabei muss die Leistung bis mindestens 250 Watt regelbar sein. Die angezeigten Daten bzw. die ermittelte Leistung in Watt darf nicht mehr als 10 % abweichen. Ein Freilauf muß vorhanden sein, wenn nicht weiter getreten wird. Diese Geräte können auch im therapeutischen Bereich eingesetzt werden.

DIN 32932 B = hochwertige Heimtrainer

Heimfahrräder mit einem relativ hohen Gewicht der Schwungmasse von mindestens 5 kg und einer guten Verarbeitung. Der Tretwiderstand muß durch eine reproduzierbare Bremskraft-Verstellung veränderba sein - wobei dies sowohl manuell über eine Skala, als auch automatisch über eine Computer-Steuerung erlaubt ist. Eine Wattanzeige darf nicht vorhanden sein. Ein Freilauf muß vorhanden sein, wenn nicht weiter getreten wird.
Diese Geräte können nur im privaten sportlichen Bereich genutzt werden.

DIN 32932 C = einfache Heimtrainer

Diese Heimtrainer können geringere Schwungmassen haben und brauchen nicht zwangsläufig eine reproduzierbare Bremskraft-Verstellung zu haben. Bei kleinen Schwungmassen ist auch eine Freilauf nicht unbedingt erforderlich. Auch Abmessungen und Gewichte der Geräte können kleiner ausfallen. Verwendung ausschliesslich im privaten sportlichen Bereich.

DIN 32932 D = Rollenständer

Diese Geräte sind Geräte, mit denen Strassenfahrräder im Stand benutzt werden können.


Durch die Globalisierung und Zusammenlegung der Vertriebs-Strukturen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, werden immer häufiger an Stelle der deutschen Norm (DIN) europäische Normen (EN) oder die Kombination von beiden angegeben.


EN = Europäische Norm

Fitnessgeräte werden in der EN 957 geregelt und sind darin in die Klassen S und H eingeteilt:

S = Verwendung in Trainingsräumen von Sportvereinen, Hotels, Studios, Schulen u.ä. deren Zugang und Aufsicht vom Eigentümer geregelt wird.

H = Verwendung für den Heimgebrauch

Es gibt in der EN-Norm insgesamt 8 Untergruppen für die folgende Geräte-Einteilung:

EN 957-1 regelt die allgemeinen sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüf-Verfahren für Stationäre Trainingsgeräte

EN 957-1 ist die Leitgruppe für alle folgenden Typen. In der EN 957-1 sind alle Vorschriften und Anforderungen an Sicherheits-Standards für Bauweise und Materialien geregelt. Dazu gehören z.B. alle unfallverhütenden Massnahmen, wie Kippsicherheit, Mindest-Abmessungen, elektrische Sicherheit für Strom-Anschlüsse und Batterien, Umweltsicherheit von Material, Herstellung und Recycling.

EN 957-1/2            Kraft-Trainingsgeräte

EN 957-1/4            Kraft-Trainingsbänke

EN 957-1/5            Tretkurbel-Trainingsgeräte  (Heimtrainer und Ergometer)

EN 957-1/6            Laufbänder

EN 957-1/7            Rudergeräte

EN 957-1/8            Steiggeräte

Die EN 957-1/5 für Heimtrainer und Ergometer wird weiterhin unterteilt in die Klassen A bis C

Klasse A

Es muss einen Freilauf geben.

Die Leistung muss in Watt ermittelt und angezeigt werden oder über Drehzahl und vorgegebenes Bremsmoment (Bremsstufe) ermittelbar sein

Es muss eine Leistung von 250 Watt eingestellt werden können. Die angezeigte bzw. ermittelte Leistung dürfen von der tatsächlich erbrachten Leistung bis 50 Watt maximal 5% und darüber maximal 10% abweichen.

Bei der Ermittlung der Leistung über die Drehzahl darf die Abweichung der angezeigten Drehzahl von der tatsächlichen Drehzahl über 40 RPM nicht mehr als 5 RPM betragen. (RPM = Runden pro Minute)

Klasse B  

Es muss einen Freilauf geben.

Die Leistung darf nicht in Watt ermittelt und angezeigt werden.

Das Bremsmoment muß verstellbar sein und die Bremsstufe muß ablesbar sein.


Klasse C 

Abhängig vom Gewicht der Schwungmasse braucht kein Freilauf vorhanden sein.


Wenn auf den Geräten der Hinweis "Verwendung im Heimbereich gemäss TÜV-Klasse H/C" steht,
dann ist dies ein Verweis auf die Europäische Norm EN 957-1 Klasse H ausschliesslich für den Heimbereich Stufe C einfache Trainingsgeräte. Diese Geräte erfüllen demnach die Sicherheits-Richtlinien im Hinblick auf Unfallverhütung und Herstellungsnormen in ihrer Grundlage. Sie können Funktionen einer höherwertigen Kategorie aufweisen - sie können also durchaus eine computergesteuerte Verstellung der Widerstandseinstellung, Pedalfreilauf und höhere Schwungmassen-Gewichte haben. Die niedrigste Sicherheits-Kategorie ist kein Kriterium für ein preiswertes oder billiges Gerät. Es trifft nur eine Aussage darüber, daß die Mindestkriterien der EN-Norm erfüllt werden.

Wenn Geräte für den medizinisch therapeutischen Bedarf benötigt werden, sollte sowohl für die Auswahl, als auch für den Trainingsplan und die regelmässige Kontrolle ein Arzt oder Therapeut zu Rate gezogen werden.


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