Was muss ich beim Einsatz von Kunststoff-Abgasleitungen beachten?

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Kunststoff-Abgasleitungen werden häufig zur Ableitung von Abgasen von Gas- oder Ölbrennwertthermen eingesetzt. Sie sind nur für niedrige Abgastemperaturen geeignet und nicht rußbrandbeständig, also ungeeignet für die Verbrennung von Festbrennstoffen. Die Gas- und Ölgeräteindustrie ist permanent bestrebt, Wärmeerzeuger und Abgasführung gemeinsam zu zertifizieren. Das hat zur Folge, dass die Brennwertherme immer zulassungsbedingt an die Kunststoff-Abgasleitung gebunden ist.  Bauherren und Betreibern kann dies zum Nachteil gereichen. Sind sie doch mittel- und langfristig, bedingt durch den Einsatz von Kunststoff-Abgasleitungen, nicht mehr frei in der Wahl ihres Energieträgers.

Ein mögliches Fallbeispiel könnte so aussehen:

Der Neubau eines Einfamilienwohnhauses wird geplant. Als Heizquelle wird eine Gasbrennwerttherme vorgesehen. In der Rohbauphase wird entschieden, dass ein leerer L-90-Schacht kombiniert mit einem Festbrennstoff-Schornstein eingebaut wird. Der L-90-Schacht soll zur Aufnahme der Kunststoff-Abgasleitung, und der Schornstein für den Betrieb eines Kamin- oder Kachelofens dienen.

An diesem Punkt sollte der Bauherr zwei Aspekte berücksichtigen:

  •  Der Einbau einer mit dem Wärmeerzeuger zugelassen Abgasleitung verschließt dem Bauherrn die Möglichkeit, den Energieträger zu wechseln. Ein Wechsel zu einem anderen Brennstoff, z.B. bei einem signifikanten Anstieg der Gaspreise oder im Falle eines Austauschs der Therme, ist ohne eine aufwändige und kostspielige Nachrüstung  des Schornsteins nicht möglich. Genau genommen kann an einer Kunststoffabgasleitung nur die aktuell daran angeschlossene Feuerstätte betrieben werden.Jedoch ist ein Großteil der Gas- und Ölgeräte gemäß ihrer Zulassung auch an konventionellen (z.B. keramischen) Abgasleitungen anderer Hersteller zu betreiben. Der Einbau einer keramischen Abgasleitung, die nicht vom Feuerstättenhersteller, sondern vom Schornsteinlieferanten stammt, bietet dem Bauherrn wesentliche Vorteile. Die keramische Abgasleitung ist geräte- u. brennstoffunabhängig und nachhaltig. Einmal eingebaut, verbleibt sie lebenslang im Haus. Der Planer und Bauherr muss in der Rohbauphase noch keine Entscheidung bezgl. seines Wärmeerzeugers treffen. Ist der Querschnitt richtig bemessen, kann später nahezu jede Feuerstätte und jeder Brennstoff an einer keramischen Abgasleitung angeschlossen werden. 
  •  Entschließt sich der Bauherr / Planer in unserem Fallbeispiel doch zum Einbau einer Kunststoff-Abgasleitung, muss er die Vorgaben der DIN 18160-1 Bbl.3 kennen. Diese Norm beschreibt, wie die Schornsteinmündung einer Kombination aus Kunststoff-Abgasleitung und einem daneben liegenden Festbrennstoffzug ausgeführt werden muss. Im folgenden „Technischen Blatt“ wird dargestellt und erläutert, wie den Anforderungen der Norm Rechnung getragen, kostspielige Schornsteinverlängerungen vermieden und die Abnahme der Abgasanlage durch den Bezirksschornsteinfegermeister sichergestellt werden kann.Die tägliche Praxis zeigt, dass bei der Planung und dem Bau einer Abgasanlage, kombiniert aus Kunststoffleitung und Festbrennstoffzug, häufig weder dem Bauunternehmer noch dem Installateur die o.a. Normenvorgabe bekannt ist. In vielen Fällen reklamiert der Bezirksschornsteinfeger bei der Abnahme der Abgasanlage, also zu einem Zeitpunkt, wo alle Arbeiten am Schornstein längst abgeschlossen sind, keine Einrüstung mehr vorhanden und der Schornsteinkopf  fertiggestellt ist, die fehlende Erhöhung des Festbrennstoffzugs. Um eine Abnahme der Abgasanlage zu erwirken, muss eine doppelwandige Edelstahl-Schornsteinverlängerung mit entsprechendem Montage- und Kostenaufwand an der Mündung des Schornsteins installiert werden.

Zusammengefasst betrachtet bringt eine keramische Abgasleitung den Bauherren/Betreibern folgende Vorteile:

  •  Uneingeschränkte Wahl des Wärmeerzeugers
  •  Uneingeschränkte Wahl des Brennstoffs
  •  Die Abgasleitung ist UV-beständig
  •  Die Abgasleitung ist nicht brennbar
  •  Es gibt kein Mündungsproblem bei Kombinationen
  •  Die Abgasleitung ist nachhaltig und verbleibt auch beim Brennertausch im Schacht
Schlagwörter:

keramische Abgasleitung

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