Was müssen Angler beim Kauf von Futterkörben beachten?

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Was müssen Angler beim Kauf von Futterkörben beachten?

Kleine Ausrüstung, großer Fang – geeignete Feederangeln und Futterkörbe 

Das Feederfischen oder Feedern kommt aus dem Bereich Angelsport und ist eine effektive Fangmethode bei Sportanglern. Diese Technik erfreut sich aufgrund ihrer Einfachheit und der damit verbundenen großen Fangerfolge immer größerer Beliebtheit. Auch Anfänger beherrschen diese Angelmethode relativ schnell und können sich bald über große Ausbeute freuen. Doch welche Ruten eignen sich zum Feedern? Und was ist bei der Auswahl des Futterkorbs zu beachten? Hier erfahren Sie Grundlegendes zum Thema Feederangeln, der benötigten Ausrüstung und Angelsport Bekleidung.

Die Besonderheiten des Feederns – Grundangeln mit dem gewissen Etwas

Vom Prinzip her gehört das Feedern in die Kategorie des Grundangelns. Das Grundangeln wiederum entstand aus der Überlegung heraus, dass Friedfische sowie ein Teil der Raubfische überwiegend am Grund des Gewässers nach Nahrung suchen. Entsprechend fingen die Angler schon in der Frühzeit an, den Zielfischen dort auch ihre Köder zu präsentieren. Heute sind aus der Idee des Grundangelns einige Sonderformen hervorgegangen. Dazu gehört zum Beispiel das Stippen. Eine aus Frankreich stammende Angelmethode, bei der die Angelschnur direkt an die Rutenspitze geknüpft und diese dann ins Wasser getaucht, also gestippt, wird.

In England hingegen kamen die Angler auf den Einfall, durchlöcherte Büchsen mit Futter zu füllen und als Lockmittel zusammen mit dem benötigten Grundblei und den Haken an das Vorfach der Angelschnur zu positionieren. Das Köderfutter in der Büchse wirbelt beim Absinken auf und bildet sogenannte Futterwolken. Zudem erzeugt das Aufschlagen des Futterbehälters auf dem rund eine Druckwelle. Beides zusammen macht die Fische aufmerksam und lockt sie zuverlässig und in großer Zahl an. Das übermäßige Angebot an Futter macht die Fische unvorsichtig, sodass sie leichter beißen. Ein Vorteil, der besonders beim Fang auf scheue Fischarten zum Tragen kommt. Diese Futterkörbe heißen auf Englisch Feeder, was übersetzt so viel wie Fütterer bedeutet. Sie eignen sich sehr gut für das Fischen in schnell fließenden Gewässern sowie das Fischen auf Karpfen.

Inzwischen sind zahlreiche Variationen von Futterkörben oder Feedern erhältlich. Auch spezielle Ruten, die auf das Auswerfen der schweren Feeder abgestimmt sind, wurden entwickelt.

Offene und geschlossene Futterkörbe

Es gibt im Handel offene und geschlossene Futterkörbe. Offene Körbe bestehen entweder aus einer durchlöcherten Kunststoffhülse, die an den Enden offen ist, also nicht mit Kappen geschlossen wird. Daneben sind auch Drahtkörbe in verschiedenen Größen erhältlich.

Bei einem geschlossenen Feeder sind die Seiten der Kunststoffhülsen mit Kappen abgedeckt, sodass das Köderfutter ausschließlich über die Öffnungen in den Seitenwänden entweichen kann.

Die Wahl des Futterkorbes richtet sich nach dem verwendeten Köderfutter und damit nach der Fischart, die Sie fangen möchten, denn diese bevorzugen unterschiedliche Leckerbissen.

Futterkörbe für Weißfische

Weißfische bevorzugen ein Lockmittel aus unterschiedlichen Mehlsorten, Haferflocken, Duft- und Lockstoffen sowie Zugaben wie Maiskörner oder Kokosraspel. Diese Mischungen können Sie fertig kaufen oder selbst herstellen. Zur Präsentation dieses Feederfutters eignen sich am besten Futterkörbe aus Draht, da durch die vielen Öffnungen ausreichend Futter austreten kann, um die Fische anzulocken. Allerdings ist hierbei auch die richtige Konsistenz der Futtermischung entscheidend. Eine zu feuchte, zähe Masse bleibt unter Umständen im Futterkorb kleben und lässt sich von den Fischen zu schwer ablösen. Dagegen sind zu trockene Mixturen zu schnell aufgelöst und werden von Strömungen im Wasser verteilt. Außerdem kann es passieren, dass sie schon beim Auswerfen aus dem Korb geschleudert werden. Aus diesem Grund wenden viele Angler beim Befüllen der Feeder das Sandwich-Prinzip an. Dazu wird eine Schicht Maden abwechselnd mit einer Schicht Fischfutter in den Futterkorb gepackt. Die Maden befreien sich mit der Zeit aus dem Futterbrei und lockern ihn dadurch nach und nach auf.

Futterkörbe für Raubfische

Beim Feedern auf Raubfische wie Hecht, Aal oder Zander kommen überwiegend geschlossene Futterkörbe aus Kunststoff zum Einsatz. Sie beinhalten Lebendfutter wie Maden oder Würmer. Diese kriechen mit der Zeit durch die Löcher in der Wand des Feeders.

Spirale und Method Feeder – Sonderformen unter den Futterkörben

Im Laufe der Zeit haben sich die einzelnen Varianten der Futterkörbe herausgebildet. Die Spirale ist eine beliebte Alternative zum offenen oder geschlossenen System, da sie weniger Verwicklungen an der Schnur verursacht. Hier wird leichtes Lockfutter in die Windungen der Spirale eingedrückt. Bei ruhigen Gewässern reicht eine unbebleite Spirale aus, in Flüssen ist ein Modell mit Bleifuß die bessere Wahl. Zu den großen bebleiten Spiralen gehören auch die Futterbomben. Durch ihr hohes Gewicht können sie sehr weit ausgeworfen werden und haben sich besonders beim Karpfenfang bewährt.

Feedern mit Methode – die neueste Variante aus England

Der "Method Feeder" besteht aus einem schweren Bleigewicht, an dem in der Regel mehrere Flügel angeordnet sind. Das Futter wird einfach um diese Fächer herum geknetet und festgedrückt, bis ein großer Futterball entsteht. Mit dieser Feedertechnik lassen sich vor allem Karpfen fangen, aber auch große Brassen und Schleien schlagen auf diese Köderart an.

Rute, Rolle und Schnur - die richtige Ausrüstung für das Feederangeln

Eine Feederrute muss der Belastung durch ein hohes Wurfgewicht von 100g standhalten können. Gleichzeitig benötigt sie eine äußerst sensible Spitze, da diese beim Feedern als Bissanzeiger verwendet wird. Praktisch sind Feederruten mit austauschbaren Spitzen, die Sie genau an das jeweilige Wurfgewicht anpassen können.

Die Einteilung der Feederruten

Je nach Wurfgewicht werden Feederruten in die Gewichtsklassen leicht (= engl. light), medium und schwer (= engl. Heavy) eingeteilt.

Eine Light-Rute besitzt eine Länge zwischen 3m und 3,60 m. Sie kann Wurfgewichte bis ca. 40g bewältigen und kommt dabei auf Entfernungen von 40-50m. Diese Feederrute können Sie sehr gut in stehenden Gewässern einsetzen.

Die Medium-Rute ist die gebräuchlichste Feederrute. Sie ist um die 3,60m lang und eignet sich für Wurfgewichte bis 75g. Sie eignet sich für mittlere und große Entfernungen und wird hauptsächlich an Fließgewässern eingesetzt.

Heavy-Ruten sind für den Fang von Großfischen vorgesehen. Mit ihnen können Sie Futterkörbe und Method Feeder bis zu 150g Gewicht auswerfen und dabei bei guter Witterung Entfernungen von 80 bis 100 Meter erreichen.

Eigenschaften einer guten Feederrute

Wie schon erwähnt, benötigt eine Feederrute eine sensible Spitze als Bissanzeiger. Außerdem sollte sie über ein stabiles Rückgrat verfügen. Darum sind besonders hochwertige Ruten heute meist aus Kohlefaser oder einer Mischung aus Kohlefaser und Kevlar gefertigt. Modelle aus Glasfaser sind schwerer und weniger haltbar.

Wählen Sie außerdem eine Steckrute mit möglichst wenig Steckverbindungen, das erhöht die Stabilität der Rute noch zusätzlich. Eine Teleskoprute ist hingegen aufgrund ihrer Bauart weniger gut geeignet, um den hohen Belastungen des Feederns lange standzuhalten.

Welche Rolle kommt infrage?

Zu einem guten Angel-Set gehört auch die passende Rolle. Beim Feedern werden hauptsächlich Modelle mit großem Spulendurchmesser und einer Übersetzung von 1:5 verwendet. Das Übersetzungsverhältnis bedeutet, dass sich die Spule bei einer Kurbelumdrehung fünf mal dreht. Auch ein Freilauf ist beim Feedern gerne gesehen. Hierbei wird mittels eines Hebels die Schnur zum Ablauf freigegeben. Das hat zum einen den Vorteil, dass die Schnur automatisch gespannt bleibt, während Sie den Fisch abhaken und landen. Zum anderen kann der Fisch bei umgelegtem Freilaufhebel an der Schnur ziehen, ohne einen Widerstand zu bemerken.

Vor- und Nachteile von geflochtener und monofiler Schnur

Auch beim Feedern sind die Meinungen zu der richtigen Schnurart verschieden. Die einen setzen auf monofile Schnüre, die anderen schwören auf die positiven Eigenschaften der geflochtenen multifilen Varianten. Monofile Schnur besteht aus einem einzigen Strang. Dadurch ist sie sehr dehnbar und dient als Puffer beim Drill (= Kampf mit dem Fisch am Haken). Dabei können größere Fische erhebliche Kräfte entwickeln, die durch monofile Schnüre abgefangen werden. Bei geflochtenen Schnüren ohne Dehnung kann der Fisch gegebenenfalls ausschlitzen und flüchten. Gleichzeitig sind einsträngige Modelle jedoch auch weniger UV-beständig und benötigen einen größeren Durchmesser, als geflochtene Schnüre, um auf dieselbe Festigkeit zu kommen. Geflochtene Schnur hat außerdem den Vorteil, dass sie auch feine Bisse direkt anzeigt. Daher gibt es im Grunde nicht 'die' perfekte Schnurart. Es kommt wiederum darauf an, was Sie damit fischen möchten – und wo. Kleinere Fische in einem ruhigen Gewässer lassen sich mit geflochtenen Schnüren mit 0,06 – 0,12mm ausgezeichnet fischen. Große Fische oder Gewässer mit starker Strömung sind dagegen eher für monofile Schnüre mit einer Stärke von 0,2 – 0,28 mm geeignet.

Fazit

Das Feedern mit dem Futterkorb ist ein ausgezeichneter Einstieg in die Welt des Grundangelns. Durch die Feeder gelingen auch Einsteigern gute Fänge. Außerdem ist eine hochwertige Ausrüstung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bei eBay schon relativ günstig zu bekommen. Auch die speziellen Anforderungen wie die richtige Wurftechnik oder geeignete Futtermischungen lassen sich mit den Tipps und Tricks aus zahlreichen Ratgebern und Fachbüchern schnell meistern. Kurz: Wer gerne in stehenden oder fließenden Gewässern auf Weißfische, Karpfen oder Hecht angelt und dabei gute Ergebnisse erzielen möchte, dem ist das Feederangeln auf jeden Fall zu empfehlen.

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