Was man vor der Umrüstung seines Autos auf lpg-Autogas beachten sollte

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Was man vor der Umrüstung seines Autos auf lpg-Autogas beachten sollte

Fast jedes Auto mit Benzinmotor kann auf LPG-Autogas umgerüstet werden. Dennoch gibt es einige Ausnahmen. Vor dem Kauf einer Gasanlage sollten Sie die unterschiedlichen Einspritzprinzipien kennen und genau abwägen. Ist Ihr Fahrzeug für eine Umrüstung geeignet, bietet eine Autogasanlage erhebliche Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Benzin- oder Dieselantrieb.

 

Nicht alle Fahrzeuge können auf den Autogasbetrieb umgestellt werden

In der Theorie kann fast jedes Fahrzeug mit Benzinmotor auf Autogas umgerüstet werden. Eine Ausnahme bilden dabei Fahrzeuge mit einer Benzindirekteinspritzung. Dennoch sollten Sie genau auf die Herstellerfreigaben achten. Einige Hersteller warnen vor Problemen mit den Motorventilen und raten von einer Umrüstung auf Autogas ab. Neuere Modelle eignen sich zudem oftmals nur für die Umrüstung auf spezielle Gasanlagentypen. Vor einer Umstellung auf Autogas empfiehlt es sich, eine schriftliche Unbedenklichkeitserklärung von dem jeweiligen Umrüster einzuholen. Theoretisch können Sie auch ein Dieselfahrzeug auf den Betrieb mit Autogas umbauen lassen. Eine solche Umrüstung ist jedoch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Sie sollten darauf achten, dass es sich bei dem eingebauten System um eine moderne Gasanlage handelt. Die Dosierung des Gases erfolgt dabei zylinderindividuell. Eine zentrale Gasdosierung ist bei modernen Benzinmotoren nicht möglich.

 

Es gibt vier unterschiedliche Prinzipien der Gaseinspritzung

Unter den Gasanlagen existieren vier unterschiedliche Typen. Drei davon arbeiten mit Verdampfern. Der Gastank befindet sich im Kofferraum, im Fahrzeugboden oder in der Reserveradmulde, je nach Bedürfnis des Fahrzeughalters. Autogasanlagen mit dem Venturi-Prinzip arbeiten mithilfe eines Luftstroms, der Unterdruck erzeugt. Diese Technik ist jedoch veraltet und sollte in moderne Fahrzeuge nicht integriert werden. Anlagen mit einer kontinuierlichen Gaseinspritzung verfügen über Einlassventile, welche dem Motor die benötigte Gasmenge zuführen. Die Steuerung erfolgt elektronisch. Ähnlich funktionieren auch Anlagen mit sequenzieller Gaseinspritzung. Grundlegend anders arbeiten Gasanlagen mit sequenzieller Flüssiggaseinspritzung. Hier wird kein Verdampfer benötigt. Stattdessen liegt das Gas in flüssiger Form an den Einspritzdrüsen an. Das Gas verdampft direkt im Verbrennungsraum. Dieser Anlagentyp ist besonders empfehlenswert. Der Einbau einer Anlage mit sequenzieller Flüssiggaseinspritzung ist einfacher und der Motor wird besser gekühlt.

 

Bei einer Umrüstung auf Autogas bleibt der Benzintank weiterhin erhalten

In der Regel ist Ihr Fahrzeug nach der Umrüstung auf Autogas bivalent. Das heißt, dass Sie individuell zwischen Benzin- und Gastank umschalten können. Ein entsprechender Kraftstoffwahlschalter befindet sich an der Armaturentafel. Großer Vorteil dabei ist, dass sich die Reichweite des Autos fast verdoppelt. Überdies können Sie unkompliziert im Benzinbetrieb weiterfahren, wenn einmal keine Gastankstelle verfügbar ist.

 

Der Einbau einer Autogasanlage birgt eine Reihe weiterer Vorteile

Eine Umrüstung auf Autogas kostet etwa zwischen 2.000 und 4.000 Euro, je nach Motortyp und Gastank. Durch den geringen Literpreis bei Flüssiggas amortisiert sich eine Gasanlage nach zwei bis drei Jahren, abhängig von den gefahrenen Kilometern. Autogasanlagen stoßen außerdem weniger Luftschadstoffe und Treibhausgase aus. Sie sind somit umweltfreundlicher als herkömmliche Benzinanlagen. Dies wirkt sich unter Umständen auch positiv auf die Kfz-Steuer aus. Informieren Sie sich darüber im Vorfeld. Nicht zuletzt ist Autogas sicherer als Flüssigkraftstoffe wie Diesel oder Benzin. Autogastanks sind stabiler und verfügen über Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckventil und Füllstoppmechanismus.

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