Was man beim Kauf von Feldpostbriefmarken beachten sollte

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Was man beim Kauf von Feldpostbriefmarken beachten sollte

Philatelie – Sammelleidenschaft von Individualisten

Suchen Sie als Ausgleich zu Ihrem Alltag ein Hobby, sind Sie im Kreis der Briefmarkensammler gut aufgehoben. Sammeln, Suchen und Archivieren sind dann Ihre Aufgaben, wenn Sie sich an den kleinen Kunstwerken aus Papier erfreuen wollen. Sammler sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die alle das gleiche Ziel verfolgen: seltene Stücke aufzustöbern und sich an ihnen zu erfreuen. Gehören Sie zu den Briefmarkenfreunden, die darüber hinaus auch ein Schnäppchen machen wollen, haben Sie mit ein wenig Glück die Chance, auch bei eBay Raritäten aufzuspüren. Unter Liebhabern werden besonders schöne Marken auch als Kapitalanlage betrachtet, doch ist dafür auch ein hohes Maß an Sachkenntnis erforderlich. Meist steht eine persönliche Leidenschaft für Briefmarken und Co im Mittelpunkt der Sammelwut.

Briefmarken: Postwertzeichen mit langer Vergangenheit

Die Philatelie ist keine Erfindung der Neuzeit und auch die Feldpost hat bereits in vielen Kriegen weltweit den Kontakt zwischen Soldaten und Angehörigen ermöglicht. Unter der Bezeichnung Feldpost wird im Militärwesen die Versorgung mit Post aller im Einsatz befindlichen Einheiten bezeichnet. Soldaten mit einer Sonderausbildung zum Feldpostbeamten waren auch dafür zuständig, den postalischen Kontakt unter den Truppen zu gewährleisten. Die auf das Postgeheimnis verpflichteten Soldaten nehmen auch heute noch einen hohen Stellenwert ein, da regionale Mittel in der Regel nicht ausreichen, die Postversorgung sicherzustellen. Heute versehen ausgebildete Bundeswehr-Reservisten im Zuge von Wehrübungen ihren Postdienst im Ausland, sofern sie im Zivilberuf Angestellte bei der Post sind.

Die Deutsche Feldpost nahm ihren Anfang bereits Mitte des 18. Jahrhunderts im Preußischen Reich. Preußen war in zahlreiche militärische Auseinandersetzungen verwickelt, sodass unterschiedliche Feldpostsysteme eingerichtet wurden. Erst mit dem Zusammenlegen aller Streitkräfte zunächst zur Reichswehr und später zur Wehrmacht wurden getrennte Systeme zusammengeführt. Seit dem Jahr 1982 organisiert die Bundeswehr ihre Versorgung mit Post wieder unter dem Begriff „Feldpost”. Im Zweiten Weltkrieg wurde ab April 1942 die Postversandmöglichkeit unter der Bezeichnung „Durch Deutsche Feldpost” geregelt. Zugelassen waren lediglich Briefe bis 250 Gramm, Päckchen bis 1.000 Gramm und Postkarten.

Feldpostmarke: spezielle Zulassungsmarke zwischen Heimat und Front

Zur Feldpost gehörten naturgemäß auch besondere Briefmarken. Diese speziellen Wertzeichen erfüllten den Zweck, Post möglichst problemlos zwischen der Heimat und der Front zu transportieren. Aus diesem Grunde erhielten Soldaten im Zweiten Weltkrieg regelmäßig, meist einmal monatlich, einen kleinen Vorrat an Feldpostmarken. Damit die Post ordnungsgemäß transportiert werden konnte, war es erforderlich, die Feldpostbriefmarken zusätzlich auf Briefe, Päckchen und Karten aufzukleben. Beschäftigen Sie sich mit der Philatelie, wissen Sie sicherlich, dass während des Zweiten Weltkriegs die Briefmarkendauerserie „Reichskanzler Adolf Hitler” von der Deutschen Reichspost ab August 1941 aufgelegt wurde. Nur drei Jahre später wurden die Pfennigwerte durch Marken mit höheren Werten ergänzt und die Zähnung verändert.

Der optische Zustand einer Briefmarke

Wollen Sie Feldpostbriefmarken erwerben, gelten besondere Regeln, auf die Philatelisten achten sollten. An erster Stelle steht der optische Zustand einer Marke. Achten Sie auf eine saubere Strukturierung und die Art des Papiers. Für Briefmarkenliebhaber kommt es auch auf eine tadellose Gummierung an, die unter anderem in Gummiriffelung und Spargummi unterschieden wird. Die Zähnung sollte sich in einem einwandfreien Zustand befinden. Philatelisten interessieren sich auch für die Entwertungsart einer Feldpostbriefmarke. So gibt es neben dem herkömmlichen Poststempel auch andere Entwertungsvarianten. Jedoch finden Sie bei Feldpostbriefmarken keine Ersttagsstempel oder Sonderstempel, wie dies oft bei klassischen Briefmarkenserien der Fall ist. Liegen Ihnen mehrere Feldpostbriefmarken vor, ist die Art der Trennung einzelner Marken von besonderer Bedeutung. Gehören Sie zu den Spezialsammlern, die Wert auf einen bestimmten Zeitraum legen, helfen Ihnen Glück und ein besonderer Spürsinn, Ihre Serie zu vervollständigen.

Briefmarken-Pinzette und Zähnungsschlüssel

Benutzen Sie eine besondere Briefmarken-Pinzette, wenn Sie eine Marke genau unter die Lupe nehmen wollen. Diese besitzt angerundete Ecken und verfügt über eine polierte Innenfläche. Auf diese Weise vermeiden Sie eine Beschädigung der Briefmarken-Gummierung. Wollen Sie den Zustand der Zähnung erkennen, so sollten Sie einen Zähnungsschlüssel verwenden. Je vollständiger diese ist, desto höher fällt auch der Wert einer Briefmarke aus – ein Kriterium, das sich auf alle Markensorten bezieht.

Feldpostbriefmarke – mit Gespür zum Sammelobjekt

Nehmen Sie eine Marke unter die Lupe, um wichtige Details zu erkennen. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, helfen moderne UV-Lampen weiter, um optische Aufheller zu entlarven oder phosphoreszierendes Papier zu erkennen. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Farbkatalog hinzu, um die Farbe einer Marke zweifelsfrei zuordnen zu können. Untersuchen Sie Feldpostbriefmarken auch auf eine saubere Stempelung, wenn Sie ein farblich interessantes Lot in Ihrem Briefmarkenalbum archivieren wollen.

Klassische Briefmarken

Feldpostbriefmarken waren bereits im Ersten Weltkrieg im Einsatz. Sie gehören, wie alle anderen Marken aus dem Zeitraum zwischen 1840 und dem Kriegsende, zum Segment der klassischen Briefmarken. Der Zustand dieser Briefmarken wird anders umschrieben als Marken neueren Datums. Achten Sie bei Klassikern auf die Stellung der Zähnung, wenn Sie Ihnen als durchschnittlich erhaltene Marken angeboten werden. Gut zu erkennen sein sollte der Stempel bei einer sogenannten „Prachterhaltung” und eine „Kabinetterhaltung” ist eine fehlerfreie Marke, die durch ein perfektes Aussehen überzeugt, einen sauberen Stempel aufweist, keine Fehler hat und ein einwandfreies Markenbild bietet. Eine „Luxuserhaltung” umschreibt eine Marke, die sich durch klar wirkende Farben auszeichnet und eine gleichmäßige und saubere Zähnung besitzt. Befindet sich eine Feldpostbriefmarke im unbenutzten Zustand, dann achten Sie auf eine Vollgummierung. Wird eine Marke als Luxuserhaltung angeboten, werden dafür oft Preise verlangt, die den Katalogwert weit überschreiten. Geht es um die Falz, nimmt sie bei einer klassischen Marke einen anderen Wert ein als bei modernen. Schließlich existieren kaum noch falzlose Briefmarken aus den Jahren vor 1914.

Moderne Briefmarken

Als moderne Marken werden Sammlerobjekte bezeichnet, die nach dem Jahr 1915 aufgelegt wurden. Briefmarkenfreunde verfolgen oft das Ziel, eine Sammlung zusammenzustellen, die sich durch einen optimalen Erhalt und einen hohen Wert auszeichnet. Achten Sie daher darauf, dass Sie nur Varianten sammeln, die eine unbeschädigte Zähnung aufweisen. Eine einwandfreie Gummierung ist ein weiteres Qualitätsmerkmal, das den Wert einer Feldpostbriefmarke erhöht. Es kommt vor, dass Marken nachgezähnt oder gar repariert werden. Benutzen Sie im Zweifelsfall eine Lupe, um Beschädigungen zu erkennen. Wichtig ist bei abgestempelten Marken, dass der Ort und das Datum gut zu erkennen sind.

Briefmarken sammeln: Nicht ausschneiden

Suchen Sie echte und gut erhaltene Feldpostbriefmarken, sollten Sie auch auf komplette Briefe, Karten oder andere Poststücke achten. An einer einzelnen und gestempelten Feldpostbriefmarke erkennen zu können, wann und wo sie zum Einsatz gekommen ist, ist oftmals schwierig – ein kompletter Brief sagt weitaus mehr aus. Philatelisten sind meist auf der Suche nach Postwertstücken, die mit zusätzlichen Merkmalen oder gar besonderen Zensurstempeln ausgestattet sind. Geht es beispielsweise um Post aus den Weltkriegen und insbesondere um den Zweiten Weltkrieg, finden Sie heute kaum noch gut erhaltenes Material. Umso wertvoller ist Feldpost, die mit einer entsprechenden und gut erhaltenen Feldpostbriefmarke versehen ist. Beim Wiederverkauf erzielen Sie meist höhere Gewinne für Briefe als für einzelne und lose Briefmarken.

Sind Sie glücklicher Besitzer von Feldpost inklusive Briefmarke, vermeiden Sie unbedingt das Ausschneiden der Marke. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich bei einem Experten, der Zustand und Wert definiert. Wollen Sie Marken erwerben, achten Sie auch darauf, dass Sie Belege für deren Authentizität erhalten. Eine abgestempelte Feldpostbriefmarke sollte eine echte und prüfbare Stempelung besitzen, bei der Datum und Ort klar zu erkennen sind.

Qualität, Qualität, Qualität: wichtiges Kriterium für jede Epoche

Ganz gleich, für welche Marken sie sich entscheiden – es kommt immer auf eine hohe Qualität an. Möchten Sie eine Feldpostbriefmarke kaufen, die vom Untergrund gelöst werden soll, eignet sich das klassische Wasserbad. Legen Sie den Briefausschnitt in eine Schale mit kaltem Wasser und ziehen Sie die Marke erst dann vorsichtig ab, wenn dies mühelos vonstattengeht. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Marke einreißt. Danach legen Sie die Feldpostbriefmarke in ein Gefäß mit klarem Wasser, damit sich die noch anhaftenden Gummibestandteile lösen. Trocknen Sie die noch nasse Marke für etwa eine Viertelstunde auf Zeitungspapier. Achten Sie darauf, dass sich die Marke nicht wölbt oder aufrollt. Legen Sie die Feldpostmarke rechtzeitig in ein Trockenbuch, das Sie bei eBay erhalten.

Der richtige Aufbewahrungsort für Briefmarken

Briefmarken gehören zu den besonders empfindlichen Sammlerobjekten, die Sie gewissenhaft vor äußeren Einflüssen und Beschädigungen schützen sollten. Greifen Sie Ihre Feldpostbriefmarken nur mit einer Briefmarkenpinzette auf. Wählen Sie für die Aufbewahrung Ihrer Markensammlung einen trockenen Ort, denn eine erhöhte Luftfeuchtigkeit hat schon viele Sammlungen ruiniert. Schaffen Sie sich hochwertige Briefmarkenalben an, die als praktische Einsteckbücher eine übersichtliche Anordnung gewährleisten. Hier hat jede Marke ihren Platz. Sind Sie Besitzer wertvoller Marken, sind Klemmtaschen die richtige Wahl, die jedoch nicht ganz billig sind. Sie sollten auf Kunststofffolien verzichten, die unter anderem aus Weichmachern bestehen, die zum Vergilben Ihrer Marken beitragen können. Schützen sie Feldpostbriefmarken vor Wertverlust und wählen Sie eine Aufbewahrungsform aus Materialien, die auf Weichmacher verzichtet.

Der Schutz vor Fälschungen

Wollen Sie sich vor einer Fälschung schützen, helfen in jedem Falle Fachwissen und eine lange Erfahrung. Besonders gefährdet sind teure Briefmarken, die sich meist nur durch winzige Details von den Originalen unterscheiden. Richten Sie Ihr Augenmerk auch auf die Gummierung. Nachgummierte Varianten lassen sich vergleichsweise schnell erkennen.

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