Was man beim Kauf von Briefmarken aus der französischen Zone beachten sollte

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Was man beim Kauf von Briefmarken aus der französischen Zone beachten sollte

Briefmarken – Spiegel historischer Ereignisse

Die Intentionen von Briefmarkensammlern sind so unterschiedlich, wie die kleinen bunten Meisterwerke auf Papier selber. Entscheiden sich einige Sammler für farbenfrohe Serien unterschiedlicher Motive aus Leidenschaft für farblich interessante Kompositionen, verfolgen passionierte Philatelisten andere Ziele. Entweder geht es um das Schaffen einer Kapitalanlage mit Wertzuwachs oder um die Möglichkeit, mit Hilfe von Briefmarken Einblicke in die Vergangenheit zu nehmen. So sind Marken oft ein Spiegel der aktuellen politischen Situation, dienen Propagandazwecken, würdigen bahnbrechende Erfindungen oder zeigen den jeweiligen Herrscher eines Landes. Im Fokus vieler Sammler steht die jüngste deutsche Geschichte seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Der Tod Hindenburgs, diktatorische Ambitionen Adolf Hitlers, der Zweite Weltkrieg und das Feldpostwesen sind auch für Briefmarkensammler wichtige Teilgebiete, wenn es um die Entwicklung von 20. Jahrhunderts­ geht. Von besonders großem Interesse sind Ausgaben, die in der Nachkriegszeit in den von den Alliierten besetzten Zonen aufgelegt wurden. 
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Deutschland in der Nachkriegszeit: Siegermächte regeln das Postwesen

Nach der Kapitulation der Wehrmacht und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Nachrichtenwesen der vollständigen Überwachung durch die Besatzungsbehörden der Siegermächte unterstellt. Spezielle und streng überwachte Anordnungsbefugnisse regelten unter anderem auch den Postverkehr. Hierbei galt, dass die vier Alliierten autark Regeln aufstellten und kontrollieren konnten. Die unteren Postbehörden wurden dazu verpflichtet, in Kooperation mit den für sie zuständigen Militärs notwendige Postdienste zu regeln und dies gemäß der regional geltenden Möglichkeiten. Kurz nach dem Krieg war es nur möglich, Sendungen am jeweiligen Ort zuzustellen.

Neben der Sowjetunion, England und Amerika gehörte auch Frankreich zu den Siegermächten, was auch als Anti-Hitler-Koalition bezeichnet wurde. Zu den insgesamt vier Besatzungszonen gehörte auch die französische, die ab Ende 1945 für die Geschicke des Südwestens von Deutschland zuständig und der französischen Verwaltung unterstellt war. Die französischen Militärs bildeten zwischen 1945 und 1946 aus dieser Region die Länder, Württemberg—Hohenzollern, Baden, Rheinland-Pfalz sowie das Saarland. Dieses war schon im Februar 1946 aus der den Franzosen unterstellten Besatzungszone ausgegliedert worden. Ziel sollte sein, dieses Protectorat de la Sarre, Gouvernement Militaire de la Sarre, auch kurz GMSA genannt, als Saarprotektorat einem besonderen Regime zu unterstellen. Jedoch reagierten die anderen Siegermächte mit Ablehnung darauf. Einen weiteren französischen Sektor gab es in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin, der die Berliner Bezirke Wedding und Reinickendorf umfasste. 

Zunächst wurden zwischen dem Sommer 1947 und Anfang Oktober 1949 Briefmarken aus der französisch besetzten Zone Württemberg-Hohenzollern herausgegeben. Davor gab es bereits sogenannte allgemeine Ausgaben, die in der gesamten unter dem französischen Militär stehenden Besatzungszone gültig waren. Es waren 13 Dauermarken, die ab Weihnachten 1945 ausgegeben wurden.

Geschichte und Briefverkehr - im Wandel der Zeit

Nachdem die örtliche Postverteilung geregelt war, wurde schrittweise auch der Behördenbriefverkehr mithilfe von Kurierdiensten wieder aufgenommen. Verteilt wurde die Post zunächst in der näheren Umgebung und später dann auch auf weiter entfernt liegende Regionen ausgeweitet. Ab 1. Juli 1945 war es dann möglich, Briefe im jeweiligen Ländergebiet und später auch in der ganzen Zone zu verschicken. Jedoch galten auch Einschränkungen. Verschickt werden durften zu der Zeit lediglich herkömmliche Postkarten, Geschäftsbriefe wie auch offene Banken- und Behördenbriefe. Jedoch gestaltete sich der Aufbau der Postverteilung innerhalb der französischen Zone anfangs schwierig. Erst nach und nach konnten in Neustadt und Trier Oberpostdirektionen eingerichtet werden, da eine komplette postalische Neuordnung des Gebiets rechts des Rheins erforderlich wurde. Erst im Sommer 1945 wurden in Tübingen und in Freiburg im Breisgau weitere Oberpostdirektionen eingerichtet. Im Verlauf der Folgezeit mussten die Franzosen am 1. September 1945 ein Deutsches Postzentralamt in der französischen Zone in Rastatt eröffnen.

Sammelgebiet „Französische Zone“: eigenständige Markenbilder

Gemäß der Potsdamer Konferenz wurden im Sommer 1945 die Zonengrenzen festgelegt und nur wenige Monate später wurden die ersten allein gültigen Briefmarken in den einzelnen Ländern vertrieben. Da die französische Zone ein übersichtlich großes Gebiet war, gestaltete sich auch im Bereich Philatelie das Sammelgebiet recht übersichtlich. Klicken sie sich bei eBay durch das große Angebot, wenn Sie festgebundene Briefmarkenbücher für Postwertzeichen aus der französischen Zone suchen. Hochwertige Ausführungen sind mit Albumblättern ausgestattet, auf denen sämtliche Briefmarken abgebildet mit Nummern versehen sind. Spezialtaschen dienen der optimalen Aufbewahrung der kleinen Kunstwerke aus Papier.

Freimarkenserien aus dem Jahr 1947 der Länder Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg sind bei Philatelisten begehrte Sammelobjekte. Insgesamt wurden ein Briefmarkenblock mit vier unterschiedlichen Marken der Besatzungsmacht sowie 52 Marken aufgelegt, die sich in zwei Serien voneinander unterschieden. So wurde Serie eins, unter der Michel-Nummer 1 bis 13 aufgeführt, ab Juni 1947 ausschließlich in Reichsmarkwährung ausgegeben. Gültig waren sie bis Juni 1948. In der Folgezeit waren nur noch in seltenen Fällen Zehnfachfrankaturen bis einschließlich 23. Juni 1948 möglich. Eine Zäsur brachten die Währungsform wie auch die Einführung der D-Mark, da Neuausgaben benötigt wurden. Motivgleiche Briefmarken unterschieden sich in erster Linie durch veränderte Farben und teilweise durch neue Wertstufen.

Der 3. Oktober 1949 war der Stichtag, an dem diese Marken in der Trizone, also dem gesamten Bundesgebiet wie auch dem Jungholz und dem Kleinwalsertal als österreichische Zollausschussgebiete eingesetzt werden durften. Gleiches galt auch bis zum März 1950 für den Berliner Westsektor. Eine Verfügung des Postzentralamtes der französischen Zone legte fest, dass ab dem 19. September 1949 alle Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland ebenso in Württemberg-Hohenzollern vertrieben werden durften. Die sogenannte Zwangszuschlagsmarke „Notopfer Berlin“ wurde im Zeitraum zwischen dem 10. Januar 1949 und 30. Mai 1949 wie auch zwischen dem 1. Januar 1950 bis März 1956 beim Postversand verpflichtend. In der französischen Zone galt, basierend auf den Württemberger Gesetzen, zwischen Juli und 31. Dezember 1948 eine Wohnungsbauabgabe-Briefmarke. Auf diese Weise sollte der Wiederaufbau unterstützt werden. Wer sich nicht daran hielt und Post ohne diese Zwangsabgabemarke verschickte, musste mit einer Rücksendung rechnen. Gestoppt wurde der Verkauf dieser Sondermarke Ende Dezember 1949 und durch die Berliner Notopfermarke ersetzt. Interessieren Sie sich auch für diese Zwangsabgabemarken, finden Sie bei eBay interessante Angebote für passionierte Sammler von Marken aus der französischen Zone.

Farbenfrohes Repertoire: Briefmarken mit Vergangenheit

Wenngleich die philatelistische Vergangenheit der Briefmarken aus der französischen Zone vergleichsweise kurz ist, denn sie währte nur vier Jahre, sind viele Sammler von den Marken begeistert. Wem es gelingt, alle 174 Marken, vier Zwangszuschlagsmarken und Gedenkblocks zu sammeln, kann sich glücklich schätzen. Schließlich ist damit eine Geschichte verbunden, die eng mit den Nachkriegsjahren und dem Schicksal Deutschlands verbunden ist. Sie werden von den Freimarkenserien begeistert sein, die auch mit dem besonderen Status der Alliierten zu tun haben.

In Philatelistenkreisen sind komplette Markenbücher sehr beliebt, die aus Briefmarken mit unterschiedlichen Frankaturen bestehen. Diese bezeichnen spezielle Bestandteile des Beförderungsvertrages. Dieser wird zwischen dem Beförderer und dem Auftraggeber festgelegt und gibt an, wer für die Kosten einer Beförderung zuständig ist. Darüber hinaus geben Frankaturen auch Auskunft über den Verbindungsweg. Heute gehen einige Logistikdienstleister dazu über, Frankaturen mit einem Hinweis zu Final Mile Services zu geben.

Bevor es Briefmarken gab, musste der Empfänger für die Zustellung seiner Briefe bezahlen, wie dies aktuell noch bei Nachnahmezustellungen durch die Post der Fall ist. Bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs galt die allgemeine Ausgabe und als Motive für die Marken wurden Wappen der von den Franzosen besetzten Länder wie auch deutscher Dichter gewählt. Mit den Briefmarken aus der französischen Zone sichern Sie sich beeindruckende Zeitdokumente für eine Sammlung der besonderen Art.

Doch achten Sie beim Kauf von reparierten Marken auf Details. Schließlich ist eine reparierte Marke eine beschädigte, die in der Regel nur von einem erfahrenen Restaurator bearbeitet werden sollte. Dieser verwendet meist auch Fremdmaterial, mit dem ursprüngliche Beschädigungen wie dünne Stellen, Risse und Zahnfehler behoben werden. Sind Sie stolzer Besitzer einer ausgewählten Sammlung, sollten Sie nur wenige reparierte Marken zulassen. Der Umfang der Reparaturarbeiten nimmt Einfluss auf die Wertminderung. Haben Sie den verdacht, dass Marken nachgezähnt sind, handelt es sich nicht um eine herkömmliche Reparatur, sondern um eine Fälschung. Die Seite einer Marke, deren Zähnung beschädigt ist, wird dann mit Hilfe einer besonderen Schablone manipuliert. Ein Locheisen dient dazu, eine neue Reihe von Zähnen auszustanzen. Logischerweise geht dabei die eigentliche Größe der Marke verloren. Suchen Sie Briefmarken aus der französischen Zone, sind Vergleichsmarken ideal, festzustellen, ob die Größe mit einem Original identisch ist. Selbst als Briefmarkensammler mit noch wenig Erfahrung können sie Manipulationen wie eine Nachzähnung meist selber anhand von unregelmäßigen Eckzähnen erkennen.

Haben Sie Bedenken, ob es sich bei dem erworbenen Stück um ein Original handelt, gibt es heute Spezialisten wie Verbandsprüfer, die gegen eine moderate Gebühr eine Überprüfung Ihrer Marken vornehmen. Die sind berechtigt, eine echte Marke auf der Rückseite mit einem Prüfstempel zu versehen, und stellen parallel dazu einen Befund aus. Zum Aufgabenbereich eines Prüfers gehört auch, die Erhaltung zu attestieren. Wird eine Briefmarke als einwandfrei bewertet, befindet sich der Prüfstempel am äußeren Markenrand. Je weiter sich der Stempel vom Rand entfernt und zur Markenmitte rückt, desto niedriger ist die Qualität. Dieses Vorgehen wird auch als „erhöhte Prüfung“ bezeichnet. Stellt sich bei der Überprüfung durch einen Sachverständigen heraus, dass es sich um eine Fälschung handelt, wird dies ebenfalls gekennzeichnet.

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