Was man beim Kauf von Achsmanschetten beachten sollte

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Was man beim Kauf von Achsmanschetten beachten sollte

Achsmanschetten sind ein wesentlicher Bestandteil der Antriebswelle. Sie sollen die Gelenke der Welle vor Beschädigungen schützen. Die Manschetten bestehen aus Gummi oder Kunststoff. Es handelt sich genauer gesagt um eine Art Faltenbalg. Hierbei müssen Unterschiede zwischen Achsmanschetten bei normalen PKWs und Manschetten bei Allradfahrzeugen gemacht werden. Bei den allradangetriebenen Automobilen bevorzugen Hersteller eine mechanische Lösung. Das lässt sich sehr leicht an der Ausformung der Gelenke erkennen. Sie erinnern an eine Kugel. Die Antriebswelle ist abgeschlossen und schließt mit einem passenden Gegenstück an diese Kugel an. Der Vorteil dieser Fertigung ist, dass sich beide Kugelformen gegeneinander verschieben lassen und mit dem Offroader mehr Manöver möglich sind. Das Problem ist aber, dass die Achsmanschetten zu den Verschleißteilen gehören. Sie müssen regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, woran Sie defekte Achsmanschetten erkennen und was Sie beim Kauf beachten müssen. Darüber hinaus geht er auch darauf ein, wie Sie dem vorzeitigen Verschleiß der Manschetten für die Antriebswelle vorbeugen können.

Woran lassen sich defekte Antriebsmanschetten erkennen?

Die Achsmanschetten sind mit einem Spezialfett gefüllt, das die empfindlichen Gelenke schmieren und schützen soll. Ist die Manschette porös, tritt das Fett aus. Außerdem kann es vorkommen, dass eindringendes Wasser mit dem Fett emulgiert. Die Schutzwirkung ist in diesem Fall nicht mehr gegeben. Noch gefährlicher ist es aber, wenn Schmutz in die Manschetten dringt. Dadurch können die Gleitflächen der Gelenke stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Dass die Achsmanschette defekt ist bzw. einen Riss hat, lässt sich anhand von Fettspuren an der Fahrzeugtür erkennen. Der Grund: Das Schmierfett wird bei starken Lenkbewegungen aus der Manschette an die Tür geschleudert. Doch auch Knackgeräusche bei Lastwechseln bzw. beim Durchfahren von engen Kurven deuten auf defekte Achsmanschetten hin. Sie sollten in diesem Fall so schnell wie möglich eine Fachwerkstatt aufsuchen. Doch Vorsicht: Heraustretendes Fett kann auch auf die Bremsscheibe gelangen und die Antriebswelle blockieren. Normalerweise erhalten Sie durch ungewöhnliche Geräusche aber genügend Warnhinweise, um diesen Fall zu umgehen.

Wie kommt es zu den Defekten an der Achsmanschette?

Achsmanschetten können im Laufe der Zeit porös werden. Darüber hinaus sind sie auch hohen Belastungen ausgesetzt. Dazu gehören hohe Temperaturunterschiede. Bei Belastungen im Fahrbetrieb leiden die Manschetten aus Gummi oder Kunststoff besonders stark. Dann kann es sogar vorkommen, dass die Achsmanschetten reißen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass an einer Antriebswelle zwei Achsmanschetten zum Einsatz kommen. Eine am Gelenk am Rad und eine am Gelenk des Getriebes. Die Achsmanschetten an der Radseite sind dabei höheren Belastungen ausgesetzt – vor allem bei Fahrzeugen mit Frontantrieb. Das ist zum einen durch die hohe Temperatur an der Bremsscheibe bedingt, zum anderen herrschen hier höhere Beugewinkel. Doch auch bei den Achsmanschetten an der Getriebeseite kann es zu Defekten kommen.

Tipps für den Kauf der passenden Manschette für Ihren PKW

Beim Kauf der passenden Manschette für die Antriebswelle Ihres PKWs sollten Sie in erster Linie darauf achten, dass die Achsmanschette auch mit Ihrem Fahrzeug kompatibel ist. Es hilft nicht, die Ersatzteile nur nach Marke und Modell auszusuchen. Auch das Baujahr und der Motortyp spielen eine wichtige Rolle. Im zweiten Schritt ist der Einbauort wichtig. Denn die Manschetten für die Seite des Reifens und die für die Seite des Getriebes können sich unterscheiden. Die Achsmanschetten werden entweder einzeln oder zusammen mit den passenden Befestigungsmaterialien und dem Schmierfett geliefert.

Was ist beim Kauf eines Gelenksatzes für die Antriebswelle zu beachten?

Im Handel werden auch Reparatur-Sets für die Antriebswelle inklusive Gelenk angeboten. Auch hier geht es darum, den passenden Gelenksatz für das eigene Auto zu finden. Beim Kauf ist es wichtig, auf den Lieferumfang zu achten. Neben der Manschette sollten auch die passenden Montageschellen, Sicherungsringe und Schraubenmuttern vorhanden sein. Ist das Gelenk durch eine defekte Achsmanschette beschädigt, sollte auch sie mitgeliefert werden. Schließlich sind eine Staubschutzabdeckung und das Spezialfett notwendig. Je umfangreicher der Lieferumfang ist, desto einfach ist der spätere Austausch. Schließlich sollten Sie in der Produktbeschreibung auch auf die Anzahl der Zähne beim Gelenk achten. Neben der Innen- und Außenverzahnung spielen auch die Zähne beim ABS-Ring eine wichtige Rolle. Der Dichtringdurchmesser wird in der Produktbeschreibung in der Regel in mm angegeben.

Im Handel werden mitunter auch Universal-Achsmanschetten angeboten. Sie sind aufgrund ihrer vielen Falten flexibel einsetzbar. Damit sie auch zu den verschiedenen Gelenkgrößen passen, müssen sie lediglich in der Höhe des gewünschten Durchmessers abgeschnitten werden. So passen sie zu 90 Prozent der derzeit verfügbaren Antriebswellen. Diese Universalmanschetten sollten lediglich eine Notlösung sein – und zwar dann, wenn die Original-Manschette nicht mehr erhältlich ist. Der Hintergrund: Nur einwandfrei sitzende Manschetten schützen das empfindliche Gelenk der Antriebswelle optimal.

Was ist beim Tausch von Achsmanschetten zu beachten?

Bei den Achsmanschetten unterscheidet man zum einen die Schutzmanschetten aus Gummi und zum anderen die Manschetten aus dem Kunststoff TPE. Dabei handelt es sich um einen thermoelastischen Kunststoff, der sich unter Hitzeeinwirkung verformen kann. Achsmanschetten aus TPE kommen vor allem bei modernen Autos und modernen Antriebswellen vor. Es ist nicht erlaubt, Manschetten aus TPE mit Achsmanschetten aus Gummi zu ersetzen.

Neue Achsmanschetten im Reparatur-Set sind nicht teuer, kostspielig wird es dagegen beim Einbau. Pro Seite müssen mit Kosten im dreistelligen Bereich gerechnet werden. Der Grund: Je nachdem, wie die Antriebswelle eingebaut ist, muss in einigen Fällen die gesamte Aufhängung des Vorderrades ausgebaut werden. Handelt es sich um einen Tausch der Manschette an der Antriebswelle des Heckantriebs, sind weniger Kosten einzukalkulieren. Der Tausch ist nicht so aufwendig wie bei einem PKW mit Frontantrieb.

Beim Tausch ist es aber sehr wichtig, dass die Gelenke genau auf Schäden überprüft werden. Befinden sich auf den Achsgelenken Riefen oder ist es dort bereits zu einem Materialabtrag gekommen, müssen neben den Manschetten auch die Gelenke ausgetauscht werden. Hier lohnt sich der Kauf eines Gelenk-Sets. Ist es zu Beschädigungen an den Laufbahnen und Rollkörpern gekommen, eignet sich ein komplettes Antriebswellengelenk-Kit mit allen notwendigen Bestandteilen.

Was ist mit Manschetten zum Kleben? Alternative zu fahrzeugtypischen Achsmanschetten?

Neben den Achsmanschetten, die speziell auf die Besonderheiten der jeweiligen Antriebswelle ausgerichtet sind und Universalmanschetten, werden mittlerweile auch Manschetten zum Kleben angeboten. Der Vorteil ist, dass die Antriebswelle nicht ausgebaut werden muss. Allerdings sind diese Manschetten dafür gedacht, vorübergehend über die porösen oder defekten Manschetten angebracht zu werden. Sie stellen also nur eine Übergangslösung dar, bis der Experte die neuen Achsmanschetten an der Antriebswelle befestigt. Beachten Sie hier, dass die Klebestelle möglichst fettfrei ist, damit die Manschette auch gut hält.

Gummi oder Kunststoff – welches Material ist besser?

Während die früheren Achsmanschetten aus Gummi bestanden, werden moderne Manschetten heute aus Kunststoff gefertigt. Sie bieten bessere mechanische Eigenschaften. Zu den Vorteilen gehören:

  • höhere Temperaturbeständigkeit
  • höhere Durchschlagfestigkeit
  • besseres Abriebverhalten

Zum Einsatz kommen hier entweder recyclebare Kunststoffe wie TEE oder das thermoplastische Elastomer TPE.

Wie wird die Achsmanschette gewechselt? - Schritt-für-Schritt-Erklärung

Um die Achsmanschette zu wechseln, muss vorher die alte und defekte Manschette herunter geschnitten werden. Dazu baut man im Vorfeld die Antriebswelle komplett aus. Darüber hinaus muss man auch die alten Schlauchschellen entfernen. Bei gerissenen Manschetten kann es vorkommen, das sich bereits Schmutz an den Gelenken abgelagert hat. Es ist also wichtig, sie vor dem Einbau der neuen Manschetten gründlich zu reinigen. Am besten nimmt man dafür Bremsenreiniger. Nun wird die neue Manschette aufgesetzt und nur an der einen Seite mit einer neuen Schlauchschelle befestigt. Im nächsten Schritt gibt man das Schmierfett in die Manschette. Hier kann man ruhig großzügig arbeiten. Die zweite Schlauchschelle hält nun die Manschette an Ort und Stelle. Schließlich muss man nur noch die Antriebswelle einbauen und das Rad an der Gelenkwelle befestigen.

Montagekegel für einen einfacheren Einbau der Manschette

Um die Manschette noch einfacher einbauen zu können, wird ein sogenannter Montage-Kegel zur Hilfe genommen. Dabei setzt man den Montagekegel auf das Gelenk der Antriebswelle und schiebt die Manschette mit der breiten Seite voran über den Kegel und somit auf die Antriebswelle. Wichtig ist, dass die Manschette vorher auf die Innenseite gewendet wurde. Nachdem die Achsmanschette auf die Welle geschoben wird, wird sie wieder gewendet. Viele der Universal-Manschetten werden gleich zusammen mit dem Montagekegel verkauft. Der Vorteil: In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, das Achswellengelenk zu zerlegen. Der Kegel kann auch verwendet werden, um die flexible Universal-Manschette vorzusehen.

Fachgerechter Ein- und Ausbau sowie geeignete Schmierstoffe für die Achsmanschette

Der fachgerechte Ein- und Ausbau der Achsmanschetten trägt erheblich dazu bei, wie lange die Antriebswelle des Fahrzeugs noch genutzt werden kann. Darüber hinaus ist es wichtig, dass bei der Schmierung der Gelenke ein Hochleistungsfett zum Einsatz kommt. Es sollte kurzzeitig Temperaturen von bis zu 160 °C aushalten können. Herkömmliche Schmierstoffe sind dagegen nur auf einen maximalen Temperaturbereich von bis zu 110 °C ausgelegt.

Die Achsmanschette an der Antriebswelle ist hohen Belastungen ausgesetzt. Sie gehört aus diesem Grund zu den Verschleißteilen der Antriebsteile für den PKW. Poröse Manschetten müssen unverzüglich ausgetauscht werden. Hat die Manschette bereits einen Riss, kann das zu erheblichen Schäden an den Achsgelenken führen.

Fazit

Mit diesem Ratgeber sollte Ihnen veranschaulicht werden, was Sie beim Kauf der passenden Achsmanschette beachten müssen. So muss sie passgenau zu dem jeweiligen Fahrzeug sein. Universal-Manschetten und Manschetten zum Kleben stellen lediglich eine Übergangslösung dar. Besonders praktisch sind Sets, in denen neben den Manschetten auch die passenden Befestigungsmaterialien enthalten sind. Außerdem sollten in diesem Set bereits die Hochleistungsschmierstoffe enthalten sein. Wichtig: Wenden Sie sich beim Austausch an fachkundiges Personal.

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