Was macht eigentlich die Qualität eines Ratgebers aus?

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Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Oder die anderer Texte?  

Für Buchautoren oder Zeitungsverleger gibt es ja E I N   Zeichen, das untrüglich ist - oder?

Doch die "Auflage" oder die Anzahl der verkauften Exemplare ist nur scheinbar ein Qualitätsmerkmal, wie man sehr schön an den sogenannten "bestseller"-Listen im SPIEGEL oder anderswo sieht. Auch perverser Schund, schlecht Abgeschriebenes oder einfach konfuses Geschreibsel von spätpubertären VIVA-Moderatorinnen hält sich manchmal monate- oder jahrelang auf Platz eins einer belanglosen - um nicht zu sagen unsäglichen - Liste...

Ähnlich verhält es sich wohl mit dem Besucherzähler auf diesen Seiten hier. 



Besucherzähler? Was ist denn das?

Gemeint ist dabei die Einblendung in jedem Ratgeber mit dem Text


"dieser Testbericht wurde 345 Mal aufgerufen"


wobei es offenbar keinen stört, dass ebay hier seine eigene Sprachregelung nicht einhält, denn es gibt diesen Zähler nur bei den "Ratgebern", nicht aber bei den "Testberichten". Es stört offenbar auch keinen, dass es auch "einmal", "zweimal", "dreimal" heißt, und daher EIGENTLICH heißen müsste


"dieser Ratgeber wurde 345mal aufgerufen"


aber okay, wir wollen von ebay-Programmiereren und Hilfskräften auf 400-Euro-Basis auch nichts Unmögliches verlangen... 



Aber was ist das Problem?

Dieser Besucherzähler erhitzt die Gemüter, aber erst seit neuestem. Warum eigentlich? Ehrlich gesagt, schert mich z.B. ein solcher Zähler wenig. Da ich weiß, dass ich gute Texte schreibe (ich lebe schließlich davon), interessieren mich

  • weder belanglose Titel

  • noch manipulierte ranking-Listen

  • oder das Verhältnis von JA- zu NEIN-Stimmen

  • bzw. das Verhältnis von JA- oder NEIN-Stimmen zur Anzahl der Besucher

  • oder die Frage, ob jeder "Besucher" wirklich auch ein LESER ist

weil ich nämlich sicher weiß, daß manche Menschen nicht weiter denken als ein Schwein hopsen kann und außerdem - wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge - ca. 98% derer, die bei meinen Texten auf NEIN klicken, eines der folgenden Motive bzw. Ursachen mitbringen

  • unbändiger Hass bzw. aggressive Destruktivität

  • Manipulationsabsicht wegen eigener - na ja, nennen wir's mal freundlicherweise so - "Ratgeber"...

  • einen IQ unter 80 

  • daraus folgend auch die Unfähigkeit, mehr als Drei-Wort-Sätze

      • aufnehmen

      • oder verarbeiten

      • geschweige denn beantworten zu können...

  • Langeweile

  • oder eben auch den psychischen Zwang, ihre tägliche NEIN-Stimme nicht "ungenutzt" verfallen zu lassen...




Also, was soll's?

Es ist doch wirklich belanglos, ob die Kuh findet, der Bauer hätte beim Melken zu kalte Hände, oder ob der Leser eines Textes, den er freiwillig lesen darf und kostenloszu lesen bekommt, als "gut" empfindet. Soll er anklicken, ankreuzen, schnitzen, singen oder beten, was immer er will.

Die Frage, ob der Leser es als "hilfreich" empfindet, ist so unpräzise, dass es wirklich ohne jede Aussagekraft ist, wieviele zigtausende solcher JAAAAAAAA einer einheimst.

Die Frage nach der Bedeutung des "Besucher"-Zählers allerdings - so sehe ich das nach den (belanglos bis dümmlichen) Beiträgen zu diesem Thema - würde ich doch inzwischen so beantworten:

Offenbar erfreuen sich manche Texte (und/oder Autoren) eines etwas größeren Interesses. Was immer der Grund dafür sein mag. Möglicherweise die Qualität ihrer Werke oder die Absurdität ihres Vorbringens, oder auch ihr Humor oder ihre HTML-Kenntnisse. - Oder die Anzahl der Feinde, die sie sich gemacht haben.

Viel Feind, viel Ehr!


Aber wenn einer schon sagt,  "ich  G L A U B E,  jetzt blicke ich durch......." , dann straft er sich selbst Lügen, denn wenn ich "durchblicke", dann WEISS ich doch, dass ich durchblicke, und ich "glaube" es nicht nur!





Unser neuerlicher Rat an die Leser dieser  T O L L E N  "Top-Tester"-Liste: 

  • Nur das lesen, was man auch lesen möchte! 

  • Man erkennt das in der Regel bereits

      • an der Vorschau in der Übersicht (die ersten 200 Zeichen) werden angezeigt

      • am Autorennamen spezieller "Pappkameraden" oder auch

      • an der Formulierung der Schlagzeile 



Und den Autoren möchten wir nochmals ganz herzlich empfehlen:

  • Auch mal  A N D E R E  Verfasser lesen, das bildet!  Und mal ein gutes Buch, das übt den Stil!

  • Ferner: denken! Nachdenken!

  • Und zwar: im   V O R A U S   nachdenken!

  • Weniger TV konsumieren, weniger Schund in Presse und Internet, dann wird's schon werden! 

  • Und: es einfach mal sein lassen. Nichts schreiben. Einfach mal ein paar Tage kreative Pause machen.

  • Oder: gar nichts mehr schreiben. Überhaupt nichts. Außer Einkaufszetteln vielleicht. Das Schreiben einfach den Leuten überlassen, die es können. 






Viel Freude am GUTEN Deutsch in Wort & Schrift wünscht: 


Ihr

Emanuel Speh

&

"die Textschmiede!"

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